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Finanzthread

22.07.2010 - 08:13 Uhr
Finanzthread |#3311
12.09.2026 - 14:08 Uhr
Das ständige Herumgehacke auf Filbry muss nicht wundern. Der nicht unerhebliche Teil der so meckernden Fans hat von Buchführung keine Ahnung, entsprechend haben noch weniger Fans Ahnung von Bilanzwesen und steuerlichen Verpflichtungen sowie sonstigen gesetzlichen Pflichen einer KG aA.

Filbry ist dann wenig verwunderlich das Gesicht der seit Jahren andauernden Misere. Ihn verantwortlich machen zu können, seinen Kopf zu fordern, beruhigt die Seele und verschafft diesen Fans das gute Gefühl, nicht untätig geblieben zu sein angesichts der nicht enden wollenden Finanzprobleme. Wer, wenn nicht der für Finanzen zuständige Chef des Vorstands soll denn schuld sein? Wer sich von diesen Fans noch an goldene Zeiten unter Allofs mit dem Double und jahrelanger CL-Teilnahme erinnert, dem kann erst recht übel aufstoßen.

Doch genau hier, in den goldenen Zeiten, liegen die Ursachen für den späteren wirtschaftlichen Niedergang.

Kernpunkt allen Übels war für mich die von Romantik und womöglich auch Filz getragene Entscheidung, das schön gelegene, aber vom Standort absolut ungeeignete Weserstadion dreimal (!) superteuer auszubauen und dabei das Fassungsvermögen am Ende zu reduzieren. Das Stadion ist mit dem eigenen Auto schlecht zu erreichen, sorgt für eine schlimme Belastung der Anwohner und bietet nicht genügend Parkraum. Durch die Lage ist es auch im Vergleich zu modern gebauten Stadien schlecht mit Öffis zu erreichen.

Es gab schon damals Planungen, kurz hinter der A1 im Marschland (und in Wesernähe) zu bauen. Eine eigene Autobahnauffahrt an der A1 und ausreichender Parkraum für 60000 Besucher wäre ebenso möglich gewesen, wie die Versorgung mit Sonderbussen (Öffis). Selbst die Anbindung an den Flughafen wäre mit den zwischenzeitlich realisierten bzw. geplanten Verkehrwegen besser möglich gewesen. Der wesentliche Gäste-Autoverkehr wäre über die A1 und über die A27 nur bis zum Bremer Kreuz gelaufen.

Ein Neubau für 60.000 Plätze wäre billiger gewesen, als der dreimalige Um-und Ausbau auf nur noch 42.500 Plätze. Vor allem aber wäre ein "neues Weserstadion" im niedersächsischen Marschland steuer- und kostengünstiger gewesen, als das aktuelle Konstrukt, bei dem man heute für das kleine, schön aber maximal unpraktisch gelegene Stadion immer noch Unsummen zahlt und dabei hinten dran immer noch die Stadt Bremen dran hängen hat, die nicht fördert, sondern immer nur fordert, weil sie stets hart am Staatsbankrott segelt und nur deswegen immer nur so weiter machen kann, weil jedes Jahr hohe "Länderfinanzausgleichsspritzen" aus Bayern und Baden-Württemberg eingehen. Doch das ist ein anderes Thema, zurück zu Werder.

Rechnet man zusammen, was Werder durch die falsche Stadionentscheidung schon eingebüßt hat und jedes Jahr erneut einbüßt, erklärt sich ein erheblicher Teil des strukturellen Defizits, das jedes Jahr erneut "rein haut" von allein.

Ausnahmslos jeder Verein, der seit 2000 ein neues Stadion gebaut hat, profitiert davon. Gladbach wurde schon genannt, aber es kommen auch Schalke, Bayern München, Augsburg, Regensburg und Hoffenheim sowie der besonders geschätzte SC Freiburg dazu (Liste nicht abschließend).

Dazu kamen viele teure Investitionen wie in die Akademie, das NLZ und die einheitliche Struktur und das Trainerwesen im Jugendbereich (einheitliche Filosofie, einheitliche Ausbildung der U-Mannschaften, einheitlich arbeitender und miteinander verzahnter Trainerstab von U9 bis Profiteam) viel zu spät.

Obwohl ich unsere Legende Thomas Schaaf über alle Maßen schätze, so hätte es doch viel früher einen Trainerwechsel geben müssen. Ein weiterer entscheidender Knackpunkt war die Entfernung von Jürgen L. Born infolge politischer Ränkespiele.

Klaus Filbry hat ungeheure Erblasten übernommen, die u.a. auch darin bestehen, dass das typische Werder-Fan-Einzugsgebiet im Süden und Osten vom gr. und kleinen HSV begrenzt wird und das im Westen (Ems und Ostfriesland) nicht die gleiche Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft vorhanden ist, wie im Einzugsgebiet der Nordrivalen. Sponsoren finden ist daher schon immer viel schwieriger. Diese Gemengelage führte dazu, dass Werder von der Corona-Krise stärker getroffen wurde, der Abstieg verschlimmerte alles noch einmal.

Filbry hat diese enormen Negativpunkte bis heute ausgesteuert, eine Insolvenz vermieden und die allerschlimmste Krise bisher "ausgeritten". Eben weil die Struktur nicht passt, sprich mehrere nicht kurz-oder mittelfristig abschaffbare Problempunkte jedes Jahr neu reinhauen, haben er und der Rest von Werder aber die Krise nicht "gemeistert". Das hätte niemand ohne zusätzliches Sponsoring im hohen zweistelligen Millionenbereich geschafft.

Dumm war auch, dass der Niedergang ausgerechnet stattfand, kurz bevor es in der CL richtig fettes Geld gab (und das Werder auch davor einfach zu viel Pech für den guten Fussball hatte, den man spielte).

Solange Werder das ungünstig gelegene, viel zu kleine und viel zu teure Stadion weiter abzahlen muss und im gegenwärtigen Konstrukt mit der BWS und der Stadt gefangen ist, ist eine strukturelle Reform gar nicht möglich und man muss jedes Jahr erneut die Nachteile irgendwie bewältigen.

Das hat schon unter Allofs mit den Mitglieder-Initiativen und dem verbesserten Merchandising begonnen, aber das ist wie mit Werbepartnern, Logen usw. ziemlich ausgereizt. Den Rest kann man nur durch "Werte bilden" regeln, also mehr eigene Nachwuchskräfte in den Profibereich bringen und transferierte Profis günstig einkaufen, sie besser machen, sportlich davon profitieren und sie teurer wieder abgeben.

Da dies alles Menschen sind, die auch noch mit 30-40 anderen Menschen im Team und Staff harmonieren müssen und die sich möglichst nicht schwer verletzen dürfen, kann man das nur sehr eingeschränkt planen.

Filbry tut das, was man machen kann. Mitunter wird er sogar wie in dieser Sommerpause zum Buhmann, weil er wegen der Finanzen die (unvermeidbare) Bremse rein haute und es Fritz noch schwerer machen musste.
Das Ergebnis ist trotzdem so weit mindestens okay.

Ich bin nicht auf Klaus Filbry wütend, sondern froh, dass wir ihn haben.
Ich bin auch nicht auf Clemes Fritz sauer. Sondern ich sehe, dass er sich langsam, aber stetig anscheinend immer weiter verbessert und diese Transferphase einen fast schon als exzellent zu bezeichnende Leistung hingelegt hat.

Das er dabei in den Medien mitunter unbeholfen rüberkommt ist mir völlig egal, solange er sich vom Gegenwind nicht beeindrucken lässt und weiter so liefert wie seit einiger Zeit. Dafür ist er authentischer als viele andere, die sich aalglatt präsentieren und nach teuren Medien-Schulungen nur noch nichtssagendes typisches Neusprech runterleiern, aber wenig sagen.

Werder muss den eingeschlagenen Weg konsequent weiter gehen und in 25-30 Jahren das machen, was man schon vor 25 Jahren hätte beginnen müssen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Greenkeeper65 am 12.09.2026 um 14:21 Uhr bearbeitet
Finanzthread |#3312
12.09.2026 - 21:27 Uhr
Zitat von Greenkeeper65

Das ständige Herumgehacke auf Filbry muss nicht wundern. Der nicht unerhebliche Teil der so meckernden Fans hat von Buchführung keine Ahnung, entsprechend haben noch weniger Fans Ahnung von Bilanzwesen und steuerlichen Verpflichtungen sowie sonstigen gesetzlichen Pflichen einer KG aA.

Filbry ist dann wenig verwunderlich das Gesicht der seit Jahren andauernden Misere. Ihn verantwortlich machen zu können, seinen Kopf zu fordern, beruhigt die Seele und verschafft diesen Fans das gute Gefühl, nicht untätig geblieben zu sein angesichts der nicht enden wollenden Finanzprobleme. Wer, wenn nicht der für Finanzen zuständige Chef des Vorstands soll denn schuld sein? Wer sich von diesen Fans noch an goldene Zeiten unter Allofs mit dem Double und jahrelanger CL-Teilnahme erinnert, dem kann erst recht übel aufstoßen.

Doch genau hier, in den goldenen Zeiten, liegen die Ursachen für den späteren wirtschaftlichen Niedergang.

Kernpunkt allen Übels war für mich die von Romantik und womöglich auch Filz getragene Entscheidung, das schön gelegene, aber vom Standort absolut ungeeignete Weserstadion dreimal (!) superteuer auszubauen und dabei das Fassungsvermögen am Ende zu reduzieren. Das Stadion ist mit dem eigenen Auto schlecht zu erreichen, sorgt für eine schlimme Belastung der Anwohner und bietet nicht genügend Parkraum. Durch die Lage ist es auch im Vergleich zu modern gebauten Stadien schlecht mit Öffis zu erreichen.

Es gab schon damals Planungen, kurz hinter der A1 im Marschland (und in Wesernähe) zu bauen. Eine eigene Autobahnauffahrt an der A1 und ausreichender Parkraum für 60000 Besucher wäre ebenso möglich gewesen, wie die Versorgung mit Sonderbussen (Öffis). Selbst die Anbindung an den Flughafen wäre mit den zwischenzeitlich realisierten bzw. geplanten Verkehrwegen besser möglich gewesen. Der wesentliche Gäste-Autoverkehr wäre über die A1 und über die A27 nur bis zum Bremer Kreuz gelaufen.

Ein Neubau für 60.000 Plätze wäre billiger gewesen, als der dreimalige Um-und Ausbau auf nur noch 42.500 Plätze. Vor allem aber wäre ein "neues Weserstadion" im niedersächsischen Marschland steuer- und kostengünstiger gewesen, als das aktuelle Konstrukt, bei dem man heute für das kleine, schön aber maximal unpraktisch gelegene Stadion immer noch Unsummen zahlt und dabei hinten dran immer noch die Stadt Bremen dran hängen hat, die nicht fördert, sondern immer nur fordert, weil sie stets hart am Staatsbankrott segelt und nur deswegen immer nur so weiter machen kann, weil jedes Jahr hohe "Länderfinanzausgleichsspritzen" aus Bayern und Baden-Württemberg eingehen. Doch das ist ein anderes Thema, zurück zu Werder.

Rechnet man zusammen, was Werder durch die falsche Stadionentscheidung schon eingebüßt hat und jedes Jahr erneut einbüßt, erklärt sich ein erheblicher Teil des strukturellen Defizits, das jedes Jahr erneut "rein haut" von allein.

Ausnahmslos jeder Verein, der seit 2000 ein neues Stadion gebaut hat, profitiert davon. Gladbach wurde schon genannt, aber es kommen auch Schalke, Bayern München, Augsburg, Regensburg und Hoffenheim sowie der besonders geschätzte SC Freiburg dazu (Liste nicht abschließend).

Dazu kamen viele teure Investitionen wie in die Akademie, das NLZ und die einheitliche Struktur und das Trainerwesen im Jugendbereich (einheitliche Filosofie, einheitliche Ausbildung der U-Mannschaften, einheitlich arbeitender und miteinander verzahnter Trainerstab von U9 bis Profiteam) viel zu spät.

Obwohl ich unsere Legende Thomas Schaaf über alle Maßen schätze, so hätte es doch viel früher einen Trainerwechsel geben müssen. Ein weiterer entscheidender Knackpunkt war die Entfernung von Jürgen L. Born infolge politischer Ränkespiele.

Klaus Filbry hat ungeheure Erblasten übernommen, die u.a. auch darin bestehen, dass das typische Werder-Fan-Einzugsgebiet im Süden und Osten vom gr. und kleinen HSV begrenzt wird und das im Westen (Ems und Ostfriesland) nicht die gleiche Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft vorhanden ist, wie im Einzugsgebiet der Nordrivalen. Sponsoren finden ist daher schon immer viel schwieriger. Diese Gemengelage führte dazu, dass Werder von der Corona-Krise stärker getroffen wurde, der Abstieg verschlimmerte alles noch einmal.

Filbry hat diese enormen Negativpunkte bis heute ausgesteuert, eine Insolvenz vermieden und die allerschlimmste Krise bisher "ausgeritten". Eben weil die Struktur nicht passt, sprich mehrere nicht kurz-oder mittelfristig abschaffbare Problempunkte jedes Jahr neu reinhauen, haben er und der Rest von Werder aber die Krise nicht "gemeistert". Das hätte niemand ohne zusätzliches Sponsoring im hohen zweistelligen Millionenbereich geschafft.

Dumm war auch, dass der Niedergang ausgerechnet stattfand, kurz bevor es in der CL richtig fettes Geld gab (und das Werder auch davor einfach zu viel Pech für den guten Fussball hatte, den man spielte).

Solange Werder das ungünstig gelegene, viel zu kleine und viel zu teure Stadion weiter abzahlen muss und im gegenwärtigen Konstrukt mit der BWS und der Stadt gefangen ist, ist eine strukturelle Reform gar nicht möglich und man muss jedes Jahr erneut die Nachteile irgendwie bewältigen.

Das hat schon unter Allofs mit den Mitglieder-Initiativen und dem verbesserten Merchandising begonnen, aber das ist wie mit Werbepartnern, Logen usw. ziemlich ausgereizt. Den Rest kann man nur durch "Werte bilden" regeln, also mehr eigene Nachwuchskräfte in den Profibereich bringen und transferierte Profis günstig einkaufen, sie besser machen, sportlich davon profitieren und sie teurer wieder abgeben.

Da dies alles Menschen sind, die auch noch mit 30-40 anderen Menschen im Team und Staff harmonieren müssen und die sich möglichst nicht schwer verletzen dürfen, kann man das nur sehr eingeschränkt planen.

Filbry tut das, was man machen kann. Mitunter wird er sogar wie in dieser Sommerpause zum Buhmann, weil er wegen der Finanzen die (unvermeidbare) Bremse rein haute und es Fritz noch schwerer machen musste.
Das Ergebnis ist trotzdem so weit mindestens okay.

Ich bin nicht auf Klaus Filbry wütend, sondern froh, dass wir ihn haben.
Ich bin auch nicht auf Clemes Fritz sauer. Sondern ich sehe, dass er sich langsam, aber stetig anscheinend immer weiter verbessert und diese Transferphase einen fast schon als exzellent zu bezeichnende Leistung hingelegt hat.

Das er dabei in den Medien mitunter unbeholfen rüberkommt ist mir völlig egal, solange er sich vom Gegenwind nicht beeindrucken lässt und weiter so liefert wie seit einiger Zeit. Dafür ist er authentischer als viele andere, die sich aalglatt präsentieren und nach teuren Medien-Schulungen nur noch nichtssagendes typisches Neusprech runterleiern, aber wenig sagen.

Werder muss den eingeschlagenen Weg konsequent weiter gehen und in 25-30 Jahren das machen, was man schon vor 25 Jahren hätte beginnen müssen.


Ich habe die Finanzen Werders und die Geschichte des Weserstadions nicht verfolgt und nehme deine Darstellung daher einfach mal als richtig an.

Wenn die Konsequenz daraus ist, dass der Verein jahrzehntelang den eingeschlagenen Kurs fortsetzen muss, dann kann einem Angst und Bange werden. Jahr für Jahr einen 2-stelligen Transferüberschuss erwirtschaften zu müssen, ist doch nichts anderes als ein Ritt auf der Rasierklinge. Wenn euch mal nicht rechtzeitig ein Coulibaly in den Schoß fällt, wäre es mit der KGaA vorbei und Werder am Ende.

Und absolut ungeklärt bleibt noch die Frage, woher das Geld für ein neues Stadion kommen soll. Wenn Werder jetzt schln Probleme hat, ein paar Umbauten abzustottern, wie soll das denn mit einem Neubau funktionieren, der um ein Vielfaches teurer wird und auch an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden werden müsste. (Abgesehen davon, dass die Planungen dafür erfahrungsgemäß Jahrzehnte dauern, hätten weder Niedersachsen noch Bremen ein Eigeninteresse an einem Stadion auf der Wiese, sodass auch die Kosten für die gesamte Infrastruktur an Werder hängen bleiben würden.)

Für so eine Mammutaufgabe braucht ihr einen langen Atem und vor allem das Glück, dass ihr Jahr für Jahr einen Coullibaly verkaufen zu können.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BallToGo am 12.09.2026 um 21:35 Uhr bearbeitet
Finanzthread |#3313
12.09.2026 - 23:00 Uhr
Nein. So schlimm ist es nicht.
Denn diese Probleme haben mehrere Vereine, die in der BuLi ab Platz 8-9 stehen.

Das macht einen nicht schnell kaputt, aber das hemmt natürlich das Vorankommen, speziell bei den Ungerechtigkeiten bezüglich Stadionfinanzierung und Polizeikosten sowie der die finanziellen Unterschiede zementierenden, ungerechten TV-Geldverteilung.

Hat man dagegen mehrere schlechte Jahre hintereinander, so kann einem das schon das Genick brechen.

Umso höher ist es einzuschätzen, dass Filbry unser Werder-Schiff durch die existenzbedrohende Phase in der Corona-Zeit steuerte, das finanzielle Kentern nach dem Abstieg verhinderte und den Neubeginn unter Ole Werner ermöglichte.

Und erstmals taten Filbry und Fritz das einzig Richtige, sich von einem ERFOLGREICHEN Trainer zu trennen, dessen Handeln, dessen Pläne und Wünsche nicht mit den finanziellen Möglichkeiten und den sportlichen Notwendigkeiten (Entwicklung von jungen Talenten) übereinstimmten.

Es bleibt noch jahrelang schwierig, aber es geht. Wir dürfen weder kritiklos werden, noch Unmögliches fordern und wir müssen weg vom Schwarz-weiß Denken, dass bestimmte Leute entweder nur toll oder nur kac*e sind. Sachlich kritisieren, wenn man meint, dass ein Fehler gemacht wurde und loben, wenn gut gearbeitet wurde. Und wo es geht zusammen halten, ohne neuen Filz entstehen zu lassen.
Finanzthread |#3314
13.09.2026 - 12:57 Uhr
Zitat von BallToGo

Zitat von Greenkeeper65

Das ständige Herumgehacke auf Filbry muss nicht wundern. Der nicht unerhebliche Teil der so meckernden Fans hat von Buchführung keine Ahnung, entsprechend haben noch weniger Fans Ahnung von Bilanzwesen und steuerlichen Verpflichtungen sowie sonstigen gesetzlichen Pflichen einer KG aA.

Filbry ist dann wenig verwunderlich das Gesicht der seit Jahren andauernden Misere. Ihn verantwortlich machen zu können, seinen Kopf zu fordern, beruhigt die Seele und verschafft diesen Fans das gute Gefühl, nicht untätig geblieben zu sein angesichts der nicht enden wollenden Finanzprobleme. Wer, wenn nicht der für Finanzen zuständige Chef des Vorstands soll denn schuld sein? Wer sich von diesen Fans noch an goldene Zeiten unter Allofs mit dem Double und jahrelanger CL-Teilnahme erinnert, dem kann erst recht übel aufstoßen.

Doch genau hier, in den goldenen Zeiten, liegen die Ursachen für den späteren wirtschaftlichen Niedergang.

Kernpunkt allen Übels war für mich die von Romantik und womöglich auch Filz getragene Entscheidung, das schön gelegene, aber vom Standort absolut ungeeignete Weserstadion dreimal (!) superteuer auszubauen und dabei das Fassungsvermögen am Ende zu reduzieren. Das Stadion ist mit dem eigenen Auto schlecht zu erreichen, sorgt für eine schlimme Belastung der Anwohner und bietet nicht genügend Parkraum. Durch die Lage ist es auch im Vergleich zu modern gebauten Stadien schlecht mit Öffis zu erreichen.

Es gab schon damals Planungen, kurz hinter der A1 im Marschland (und in Wesernähe) zu bauen. Eine eigene Autobahnauffahrt an der A1 und ausreichender Parkraum für 60000 Besucher wäre ebenso möglich gewesen, wie die Versorgung mit Sonderbussen (Öffis). Selbst die Anbindung an den Flughafen wäre mit den zwischenzeitlich realisierten bzw. geplanten Verkehrwegen besser möglich gewesen. Der wesentliche Gäste-Autoverkehr wäre über die A1 und über die A27 nur bis zum Bremer Kreuz gelaufen.

Ein Neubau für 60.000 Plätze wäre billiger gewesen, als der dreimalige Um-und Ausbau auf nur noch 42.500 Plätze. Vor allem aber wäre ein "neues Weserstadion" im niedersächsischen Marschland steuer- und kostengünstiger gewesen, als das aktuelle Konstrukt, bei dem man heute für das kleine, schön aber maximal unpraktisch gelegene Stadion immer noch Unsummen zahlt und dabei hinten dran immer noch die Stadt Bremen dran hängen hat, die nicht fördert, sondern immer nur fordert, weil sie stets hart am Staatsbankrott segelt und nur deswegen immer nur so weiter machen kann, weil jedes Jahr hohe "Länderfinanzausgleichsspritzen" aus Bayern und Baden-Württemberg eingehen. Doch das ist ein anderes Thema, zurück zu Werder.

Rechnet man zusammen, was Werder durch die falsche Stadionentscheidung schon eingebüßt hat und jedes Jahr erneut einbüßt, erklärt sich ein erheblicher Teil des strukturellen Defizits, das jedes Jahr erneut "rein haut" von allein.

Ausnahmslos jeder Verein, der seit 2000 ein neues Stadion gebaut hat, profitiert davon. Gladbach wurde schon genannt, aber es kommen auch Schalke, Bayern München, Augsburg, Regensburg und Hoffenheim sowie der besonders geschätzte SC Freiburg dazu (Liste nicht abschließend).

Dazu kamen viele teure Investitionen wie in die Akademie, das NLZ und die einheitliche Struktur und das Trainerwesen im Jugendbereich (einheitliche Filosofie, einheitliche Ausbildung der U-Mannschaften, einheitlich arbeitender und miteinander verzahnter Trainerstab von U9 bis Profiteam) viel zu spät.

Obwohl ich unsere Legende Thomas Schaaf über alle Maßen schätze, so hätte es doch viel früher einen Trainerwechsel geben müssen. Ein weiterer entscheidender Knackpunkt war die Entfernung von Jürgen L. Born infolge politischer Ränkespiele.

Klaus Filbry hat ungeheure Erblasten übernommen, die u.a. auch darin bestehen, dass das typische Werder-Fan-Einzugsgebiet im Süden und Osten vom gr. und kleinen HSV begrenzt wird und das im Westen (Ems und Ostfriesland) nicht die gleiche Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft vorhanden ist, wie im Einzugsgebiet der Nordrivalen. Sponsoren finden ist daher schon immer viel schwieriger. Diese Gemengelage führte dazu, dass Werder von der Corona-Krise stärker getroffen wurde, der Abstieg verschlimmerte alles noch einmal.

Filbry hat diese enormen Negativpunkte bis heute ausgesteuert, eine Insolvenz vermieden und die allerschlimmste Krise bisher "ausgeritten". Eben weil die Struktur nicht passt, sprich mehrere nicht kurz-oder mittelfristig abschaffbare Problempunkte jedes Jahr neu reinhauen, haben er und der Rest von Werder aber die Krise nicht "gemeistert". Das hätte niemand ohne zusätzliches Sponsoring im hohen zweistelligen Millionenbereich geschafft.

Dumm war auch, dass der Niedergang ausgerechnet stattfand, kurz bevor es in der CL richtig fettes Geld gab (und das Werder auch davor einfach zu viel Pech für den guten Fussball hatte, den man spielte).

Solange Werder das ungünstig gelegene, viel zu kleine und viel zu teure Stadion weiter abzahlen muss und im gegenwärtigen Konstrukt mit der BWS und der Stadt gefangen ist, ist eine strukturelle Reform gar nicht möglich und man muss jedes Jahr erneut die Nachteile irgendwie bewältigen.

Das hat schon unter Allofs mit den Mitglieder-Initiativen und dem verbesserten Merchandising begonnen, aber das ist wie mit Werbepartnern, Logen usw. ziemlich ausgereizt. Den Rest kann man nur durch "Werte bilden" regeln, also mehr eigene Nachwuchskräfte in den Profibereich bringen und transferierte Profis günstig einkaufen, sie besser machen, sportlich davon profitieren und sie teurer wieder abgeben.

Da dies alles Menschen sind, die auch noch mit 30-40 anderen Menschen im Team und Staff harmonieren müssen und die sich möglichst nicht schwer verletzen dürfen, kann man das nur sehr eingeschränkt planen.

Filbry tut das, was man machen kann. Mitunter wird er sogar wie in dieser Sommerpause zum Buhmann, weil er wegen der Finanzen die (unvermeidbare) Bremse rein haute und es Fritz noch schwerer machen musste.
Das Ergebnis ist trotzdem so weit mindestens okay.

Ich bin nicht auf Klaus Filbry wütend, sondern froh, dass wir ihn haben.
Ich bin auch nicht auf Clemes Fritz sauer. Sondern ich sehe, dass er sich langsam, aber stetig anscheinend immer weiter verbessert und diese Transferphase einen fast schon als exzellent zu bezeichnende Leistung hingelegt hat.

Das er dabei in den Medien mitunter unbeholfen rüberkommt ist mir völlig egal, solange er sich vom Gegenwind nicht beeindrucken lässt und weiter so liefert wie seit einiger Zeit. Dafür ist er authentischer als viele andere, die sich aalglatt präsentieren und nach teuren Medien-Schulungen nur noch nichtssagendes typisches Neusprech runterleiern, aber wenig sagen.

Werder muss den eingeschlagenen Weg konsequent weiter gehen und in 25-30 Jahren das machen, was man schon vor 25 Jahren hätte beginnen müssen.


Ich habe die Finanzen Werders und die Geschichte des Weserstadions nicht verfolgt und nehme deine Darstellung daher einfach mal als richtig an.

Wenn die Konsequenz daraus ist, dass der Verein jahrzehntelang den eingeschlagenen Kurs fortsetzen muss, dann kann einem Angst und Bange werden. Jahr für Jahr einen 2-stelligen Transferüberschuss erwirtschaften zu müssen, ist doch nichts anderes als ein Ritt auf der Rasierklinge. Wenn euch mal nicht rechtzeitig ein Coulibaly in den Schoß fällt, wäre es mit der KGaA vorbei und Werder am Ende.

Und absolut ungeklärt bleibt noch die Frage, woher das Geld für ein neues Stadion kommen soll. Wenn Werder jetzt schln Probleme hat, ein paar Umbauten abzustottern, wie soll das denn mit einem Neubau funktionieren, der um ein Vielfaches teurer wird und auch an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden werden müsste. (Abgesehen davon, dass die Planungen dafür erfahrungsgemäß Jahrzehnte dauern, hätten weder Niedersachsen noch Bremen ein Eigeninteresse an einem Stadion auf der Wiese, sodass auch die Kosten für die gesamte Infrastruktur an Werder hängen bleiben würden.)

Für so eine Mammutaufgabe braucht ihr einen langen Atem und vor allem das Glück, dass ihr Jahr für Jahr einen Coullibaly verkaufen zu können.


Schließe mich der Darstellung von @Greenkeeper65 komplett an. (Großartige Kommentare, übrigens! Wie so häufig von Dir.)

Kleine Ergänzung als Antwort auf den zuletzt zitierten Kommentar: Das Umgehen mit dem strukturellen Defizit ist natürlich ein Drahtseilakt, allerdings wird er dann einfacher, wenn dieses Defizit mal nicht mehr zweistellig, sondern "nur" noch ein einstellig ist, was man durch höhere TV-Geld-Einnahmen schnell erreichen könnte, oder auch durch ein Erreichen von späteren DFB-Pokalrunden. Soll heißen, hier gibt es schon auch noch Faktoren, die uns in die Hände spielen können, nicht nur Hemmnisse.

Und möglich ist das allemal. Man hat diese Saison wieder eine realistische Chance, bei den TV-Geldern ordentlich zuzulegen. Wenn man Gladbach und Union in der Tabelle 2026/27 hinter sich lässt, wären das schon mal ca. 5 Mio. mehr (grob 2,5 Mio. pro Verein, den man in der TV-Tabelle überholt). Sollte man es schaffen, zwei Plätze vor Augsburg zu landen, wären das auch nochmal ca. 2,5 Mio. mehr.

Hier wären also gleich mal 7,5-8 Mio. zumindest in greifbarer Nähe. Selbst ein Teil davon wäre schon hilfreich.

Es gibt noch weitere theoretische Chancen (z. B., wenn man 5 Plätze vor Mainz landet), aber die sind dann doch eher unwahrscheinlich. Aber wer weiß...

Vor allem jedoch schafft natürlich jede bessere Platzierung bessere Ausgangschancen für die darauffolgende Saison. Die letzte Saison war ein schlimmer Ausrutscher, aber man kann mit einer ordentlichen Saison da vieles wiedergutmachen und sich dann hoffentlich wieder kontinuierlich verbessern. Wenn man es schafft, im Schnitt um Rang 10 herum zu landen, wären das für den Verein gute 10 Mio. Euro im Jahr mehr. Und schon sprechen wir nicht mehr von ganz so dramatischen Summen, die uns fehlen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von RoMaRu am 13.09.2026 um 13:10 Uhr bearbeitet
Finanzthread |#3315
13.09.2026 - 13:06 Uhr
Danke. Den Punkt hatte ich nicht mehr beackert, weil mein Beitrag ohnehin schon grenzwertig lang geworden war.
Finanzthread |#3316
13.09.2026 - 15:54 Uhr
Zitat von RoMaRu


Und möglich ist das allemal. Man hat diese Saison wieder eine realistische Chance, bei den TV-Geldern ordentlich zuzulegen. Wenn man Gladbach und Union in der Tabelle 2026/27 hinter sich lässt, wären das schon mal ca. 5 Mio. mehr (grob 2,5 Mio. pro Verein, den man in der TV-Tabelle überholt). Sollte man es schaffen, zwei Plätze vor Augsburg zu landen, wären das auch nochmal ca. 2,5 Mio. mehr.

Hier wären also gleich mal 7,5-8 Mio. zumindest in greifbarer Nähe. Selbst ein Teil davon wäre schon hilfreich.

Es gibt noch weitere theoretische Chancen (z. B., wenn man 5 Plätze vor Mainz landet), aber die sind dann doch eher unwahrscheinlich. Aber wer weiß...


ich würde noch mal Pokal und internationales Geschäft in den Raum werfen. Pokalauswärts in Dortmund ist wahrscheinlich nach Bayern finanziell das beste Los. Wenn man im Pokal mal weiter als erste Runde kommt, bringt das auch ein ordentliches Zubrot.
International wie z.B. Heidenheim mal reinrutschen wäre auch ein Traum. dann gibt es bei den Fernsehgeldern auch die nächsten 10 Jahre was extra.
Finanzthread |#3317
13.09.2026 - 18:28 Uhr
Zitat von Greenkeeper65


Kernpunkt allen Übels war für mich die von Romantik und womöglich auch Filz getragene Entscheidung, das schön gelegene, aber vom Standort absolut ungeeignete Weserstadion dreimal (!) superteuer auszubauen und dabei das Fassungsvermögen am Ende zu reduzieren. Das Stadion ist mit dem eigenen Auto schlecht zu erreichen, sorgt für eine schlimme Belastung der Anwohner und bietet nicht genügend Parkraum. Durch die Lage ist es auch im Vergleich zu modern gebauten Stadien schlecht mit Öffis zu erreichen.



Werder ohne das Weserstadion in der Lage ist undenkbar. Das ist so eng mit dem Verein verknüpft, es würde ein brutales Drama in der Fanbase auslösen, wenn man es durch irgendeinen seelenlosen "Baumarkt" am Stadtrand umgeben von Parkplätzen ersetzt worden wäre. Ich würde dann definitiv nicht mehr so oft ins Stadion gehen, für mich gehört die typische Anreise übern Osterdeich und die Flutlichtmasten genauso zum Verein wie das was am Ende auf dem Platz passiert.
Finanzthread |#3318
13.09.2026 - 19:40 Uhr
Zitat von DocWhose

Zitat von Greenkeeper65

Kernpunkt allen Übels war für mich die von Romantik und womöglich auch Filz getragene Entscheidung, das schön gelegene, aber vom Standort absolut ungeeignete Weserstadion dreimal (!) superteuer auszubauen und dabei das Fassungsvermögen am Ende zu reduzieren. Das Stadion ist mit dem eigenen Auto schlecht zu erreichen, sorgt für eine schlimme Belastung der Anwohner und bietet nicht genügend Parkraum. Durch die Lage ist es auch im Vergleich zu modern gebauten Stadien schlecht mit Öffis zu erreichen.



Werder ohne das Weserstadion in der Lage ist undenkbar. Das ist so eng mit dem Verein verknüpft, es würde ein brutales Drama in der Fanbase auslösen, wenn man es durch irgendeinen seelenlosen "Baumarkt" am Stadtrand umgeben von Parkplätzen ersetzt worden wäre. Ich würde dann definitiv nicht mehr so oft ins Stadion gehen, für mich gehört die typische Anreise übern Osterdeich und die Flutlichtmasten genauso zum Verein wie das was am Ende auf dem Platz passiert.


Deine Gefühle in allen Ehren. Ich will sie Dir nicht nehmen. Kann ich auch gar nicht, denn die Gefühle sind bei mir die gleichen. Und das wird wohl erst mal bei jedem Fan so sein.

Und genau deswegen gab es diese Gefühle bei jedem Fan eines Vereins, der ein neues Stadion gebaut hat oder in ein vorhandenes größeres umzog. Es gab Fanproteste, es gab Fanmärsche und sonstige Protestaktionen.

Abgesehen von 1860 München, die dann lieber mehrfach abstiegen und Insolvenzen hinlegten und damit das Stadionproblem (erst Umzug ins Olympiastadion, dann der abgeblasene Umzug in die Arroganz-Arena) auf andere Weise lösten, haben sich diese emotionalen Widerstände mit der Zeit bei allen Clubs gelöst und es hat sich dann eine neue Kultur ausgebildet. Und jede Saison kommt Fan-Nachwuchs, der das alte Stadion nie kennen gelernt hat und keinen eigenen Bezug dazu hat.

Ich zB. bin im umgebauten Wederstadion zB. nicht so schnell richtig warm geworden. Ich war als Kind und Jugendlicher in Hunderten von Heimspielen eben damit groß geworden, "mit Werder Sturm" in der Pause von der einen Kurve über die Nordgerade in die andere Kurve laufen zu können. So musste ich dann auch die Gegentore nur aus der Ferne zur Kenntnis nehmen. Mit der neuen Nordtribüne Ende der 70er ging das nicht mehr so, ich stand dann meistens dort (unten). Wenn ich nicht beide Halbzeiten in der Ost verbrachte. Bis dann im Mai 1980 die Fahnen brannten beim 0:5 gegen den Effzeh, was den Abstieg besiegelte.

Die neue "Schüssel" ist natürlich toll, aber es brauchte Zeit, bis das innere Gefühl wieder da war. Das kam bei mir erst auf, als ich dort den CL-Sieg über Chelsea (mit Drogba und Ballack) ansehen durfte.

Ich denke, dass es immer so ist und es Zeit, manchmal Jahre braucht, bis sich sowas "einläuft". Aber abseits der Emotionen ist es nunmal so, dass das "den Gefühlen nachgeben" im heutigen Profifussball Werder irrsinnig Geld durch eine ungünstige Kosten-Nutzen-Relation und durch seit Jahrzehnten jedes Jahr erneut verlorene (nicht erzielte, aber leicht erzielbare) Millionen-Einnahmen beschert.

Man rechne ganz einfach mal, um es einfach zu halten 20 Heimspiele (incl. 3x Pokal und oder sonstiges) mal 10.000 mögliche Mehrbesucher mal den Kartenpreis. Und das mal die Anzahl der Jahre nach dem ersten teuren Ausbau, als man damals den Neubau verworfen hatte. Abzüglich der Betriebskosten. Dann hat man den Umsatznachteil über die Zeit. Das Schlimme ist, dass man den jedes Jahr wieder hat.

Rechnet man dazu die Abzinsung, so wird es gerade jetzt nach so langer Zeit noch schlimmer, denn bei einem neuen Stadion wäre man Eigentümer und nicht in dem Konstrukt mit der Stadt und der BWS gefangen. Und man hätte mittlerweile die Kredite ähnlich getilgt, ohne die Nachteile des kleinen, schlecht gelegenen Stadions zu haben. Abgesehen davon, dass man mit der Standortentscheidung auch "ja" zu mittlerweile Jahrzehnten an höheren Steuerzahlungen gesagt hat. Gut für die Stadt, schlecht für Werder.

Ein anderer Punkt: Vor langer Zeit war ich bei meinem ersten Auswärtsspiel in München (unser erster BuLi-Sieg dort, das 3:4 für Werder) geflasht davon, wie hoch der Rabatt für Rentner, Schüler, Studenten, Wehr-und Zivildienstleistende und Schwerbehinderte auf die Kartenpreise war. Die Rabatte für diese sozial schwächeren Zuschauer waren in Bremen viel geringer. Die Bayern konnten es sich leisten, sozial zu sein, während man in Bremen von allen Besuchern überhöhte Kartenpreise verlangte.

Auch ein Nebeneffekt des viel zu kleinen und dafür viel zu teuren Stadions. Werder nutzte und nutzt es immer noch schamlos aus, dass man jedes Heimspiel wohl (aus der hohlen Hand geschätzt) 10.000 Karten mehr verkaufen könnte, als das Stadion Plätze hat. Es wird ja niemand gezwungen, zu kommen.

Und wenn das Stadion mal nicht voll ist, so hat man oft trotzdem (fast) alle Karten verkauft. Sowas ist einfach krank und in einem hochprofessionellen Wirtschaftsunternehmen mit einem dreistelligen Millionenumsatz in einem harten Wettbewerb ist sowas einfach nur irre und niemals mit sentimentalen Emotionen zu begründen bzw. zu verklären.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Greenkeeper65 am 13.09.2026 um 19:49 Uhr bearbeitet
Finanzthread |#3319
13.09.2026 - 21:40 Uhr
Zitat von DocWhose


Werder ohne das Weserstadion in der Lage ist undenkbar. Das ist so eng mit dem Verein verknüpft, es würde ein brutales Drama in der Fanbase auslösen, wenn man es durch irgendeinen seelenlosen "Baumarkt" am Stadtrand umgeben von Parkplätzen ersetzt worden wäre. Ich würde dann definitiv nicht mehr so oft ins Stadion gehen, für mich gehört die typische Anreise übern Osterdeich und die Flutlichtmasten genauso zum Verein wie das was am Ende auf dem Platz passiert.


ich würde öfter gehen, wenn ich denn Tickets bekommen würde. Aber geht halt nicht, dafür haben einige ein nostalgisches Gefühl und wir müssen jedes Jahr die besten Spieler abgeben.
Tolles Gefühl.

Gladbach war in der gleichen Situation wie wir.
35.000 stadion. Sportlich erfolgreich, aber gegen Bayern kein Land gesehen. Jetzt haben die ihr modernes Stadion ohne Tradition und haben deutlichen höheren Umsatz wie wir und das obwohl die noch mehr rumgurken als wir.
Finanzthread |#3320
14.09.2026 - 20:22 Uhr
Was ein Wahnsinn. 76 Mio € und kein Zuschauerplatz mehr.

Dafür hat Freiburg neu gebaut. Den Quatsch haben Lemke und Müller entscheidend mitentschieden.
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