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Finanzthread

22.07.2010 - 08:13 Uhr
Finanzthread |#3281
05.09.2026 - 17:30 Uhr
Zitat von Frenckone
Zitat von neWims

Zitat von Kurudut

Weil das „strukturelle Defizit“ bei Werder Bremen Sommer für Sommer den Handlungsspielraum auf dem Transfermarkt absteckt – eng absteckt.
Sehr lesenswert, Filbry erklärt, was das "schwarze Loch" ausmacht, in dem unsere Transfereinnahmen verschwinden. Wir können bei 25 Mio Einnahmen 10 Mio ausgeben am Transfermarkt.
Alles nicht schön, mir wäre es lieber, der Verein wäre nicht so arm, die Transparenz in dem Artikel gefällt mir aber.


Es kommt mir so vor, als ob ein Forist die im Artikel genannten Zahlen bereits seit 2024 hier immer wieder genannt hat. Jemand der mit jeder Schätzung sehr nah am wirklichen Ergebnis lag. Sei es das Jahresergebnis welches schon direkt nach der Sommertransferperiode geschätzt wurde oder die benötigten Transfererlöse des nächsten Sommers. Es ist bedauerlich, dass diese eine Person dafür immer als Spinner bezeichnet wurde der überhaupt keine Ahnung hat und alles nur schlechtreden will.


Wenn alles so ist wie geschrieben, dann ist es halt so. Aber dann soll man auch so vorher reden. Und nicht von Handlungsfähigkeit oder sonstwas reden. Mich ärgert am massivsten diese schlechte Kommunikation nach aussen. Die würden sich sehr viel Frust und Ärger einsparen, wenn man das ändern würde.


Ja, es dürfte gerne schon während der Transferphase so offene Kommunikation geben. Muss ja nicht mal genaue Zahlen beinhalten, aber etwas konkreter als "wir sind handlungsfähig" darf's schon sein.
Finanzthread |#3282
06.09.2026 - 08:44 Uhr
Das Interview von Filbry bei der Deichstube ist leider die Botschaft, dass Werder finanziell fertig ist. Vor allem aber das Eingeständnis der finanziellen Hilflosigkeit.

Man gibt zu, kurzfristige Verbindlichkeiten langfristig finanziert zu haben:
- Stadionumbau: ist offenbar auf 50 Jahre finanziert. Das ist die Laufzeit einer privaten Immobilie. Viel zu lang für eine gewerbliche Immobilie.
- Corona: ist je nach finanziellem Standing in 3 - 5 Jahren bezahlt.
- Abstieg: die mit dem Abstieg verbundenen Einbußen sind in 1 - 3 Jahren kompensiert, zumindest bei der Konkurrenz.

Das Eingeständnis der Existenz eines strukturellen Defizits von 15- 17 Mio Euro, also Geld, was JEDES Jahr fehlt, verbunden mit der Botschaft, dass dies nicht geändert werden kann, ist das Eingeständnis des Missmanagements. Gleichzeitig leistet man sich vier Geschäftsführer und einen Kader, der vergleichsweise teuer ist.

Solange dieses Problem nicht angegangen oder gelöst wird, wird Werder heftige Existenzängste haben.

Richtig heftig ist, dass es nach diesem Interview keinen Aufschrei gibt, dass sich niemand gegen die kaufmännisch überforderte Geschäftsführung wendet. Als wäre es Schicksal, dass man schlecht wirtschaftet. Diese Lethargie kann Werders Existenz beenden.
Finanzthread |#3283
06.09.2026 - 09:23 Uhr
Zitat von Mimi66
Das Interview von Filbry bei der Deichstube ist leider die Botschaft, dass Werder finanziell fertig ist. Vor allem aber das Eingeständnis der finanziellen Hilflosigkeit.

Man gibt zu, kurzfristige Verbindlichkeiten langfristig finanziert zu haben:
- Stadionumbau: ist offenbar auf 50 Jahre finanziert. Das ist die Laufzeit einer privaten Immobilie. Viel zu lang für eine gewerbliche Immobilie.
- Corona: ist je nach finanziellem Standing in 3 - 5 Jahren bezahlt.
- Abstieg: die mit dem Abstieg verbundenen Einbußen sind in 1 - 3 Jahren kompensiert, zumindest bei der Konkurrenz.

Das Eingeständnis der Existenz eines strukturellen Defizits von 15- 17 Mio Euro, also Geld, was JEDES Jahr fehlt, verbunden mit der Botschaft, dass dies nicht geändert werden kann, ist das Eingeständnis des Missmanagements. Gleichzeitig leistet man sich vier Geschäftsführer und einen Kader, der vergleichsweise teuer ist.

Solange dieses Problem nicht angegangen oder gelöst wird, wird Werder heftige Existenzängste haben.

Richtig heftig ist, dass es nach diesem Interview keinen Aufschrei gibt, dass sich niemand gegen die kaufmännisch überforderte Geschäftsführung wendet. Als wäre es Schicksal, dass man schlecht wirtschaftet. Diese Lethargie kann Werders Existenz beenden.



"Stadionumbau ist auf 50 Jahre finanziert"

Wie kommst du darauf?
2010 (Filbry war hier noch nicht im Amt) war der Umbau, hat 100 Millionen gekostet. 50% davon sind bezahlt und man möchte jetzt innerhalb der nächsten 10 Jahre (5 Millionen pro Jahr) die zweiten 50% bezahlen. Ohne Frage eine sehr sehr lange (viel zu lange?) Zeit aber doch keine 50 Jahre?

Zu Corona und Abstieg steht in dem Artikel nur was von Spätfolgen, keine weiteren Infos, nicht die höhe, nicht wie lange noch, wo hast du deine Zahlen her?


Ja das strukturelle Defizit ist groß die Werder Faustregel, 10 Millionen Ausgeben, 25 Millionen dafür Einnehmen ist sicherlich ein Kraftakt. Wie ist es bei der Konkurrenz? Also ich weiß es nicht, weder durch den Artikel, noch durch eine kurze google Recherche. Einen teuren Kader leisten wir uns nicht, Werder zahlt im quervergleich eher niedrige Gehälter. Falls du auf die neue Kadergröße anspielst, da sollte man ohne Zahlen zu kennen, ganz vllt auch mal den Menschen vertrauen die da den Überblick haben. (Auch wenn es schwerfällt, mir auch)


Natürlich gibt es keinen Aufschrei, dafür hat man auch viel zu wenige Infos, zB: was ist das durchschnittsdefizit der Liga ? Welche Ausgaben laufen exakt wann ab? Wie lange ist Planmäßig das Defizit so hoch?


Quelle für alle die den Artikel nicht kennen: https://www.deichstube.de/news/werder-bremen-wo-ist-das-geld-hin-boss-klaus-filbry-ueber-die-bremer-finanzlage-bundesliga-transfers-zr-94476575.html

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Lebenslang Grün Weiß
Finanzthread |#3284
06.09.2026 - 09:34 Uhr
Das Defizit wird diese Saison doch definitiv sinken, zum einen sind die Corona-Anleihen fällig, zum anderen fällt die zweite Liga aus der Fünfjahreswertung für TV Gelder raus. Sollten wir diese Saison wirklich schaffen zwischen Platz 10-12 abzuschneiden, vermute ich eher ein Defizit um die 7-10 Millionen maximal.

Das man 25 einnehmen muss um 10 auszugeben passt dann ja ganz gut ins Bild für dieses Transferfenster.

Ich denke diese Zahlen werden uns noch für die nächsten 4-5 Jahre begleiten. Leider.
Finanzthread |#3285
06.09.2026 - 10:17 Uhr
Zitat von Mimi66
Das Interview von Filbry bei der Deichstube ist leider die Botschaft, dass Werder finanziell fertig ist. Vor allem aber das Eingeständnis der finanziellen Hilflosigkeit.

Man gibt zu, kurzfristige Verbindlichkeiten langfristig finanziert zu haben:
- Stadionumbau: ist offenbar auf 50 Jahre finanziert. Das ist die Laufzeit einer privaten Immobilie. Viel zu lang für eine gewerbliche Immobilie.
- Corona: ist je nach finanziellem Standing in 3 - 5 Jahren bezahlt.
- Abstieg: die mit dem Abstieg verbundenen Einbußen sind in 1 - 3 Jahren kompensiert, zumindest bei der Konkurrenz.

Das Eingeständnis der Existenz eines strukturellen Defizits von 15- 17 Mio Euro, also Geld, was JEDES Jahr fehlt, verbunden mit der Botschaft, dass dies nicht geändert werden kann, ist das Eingeständnis des Missmanagements. Gleichzeitig leistet man sich vier Geschäftsführer und einen Kader, der vergleichsweise teuer ist.

Solange dieses Problem nicht angegangen oder gelöst wird, wird Werder heftige Existenzängste haben.

Richtig heftig ist, dass es nach diesem Interview keinen Aufschrei gibt, dass sich niemand gegen die kaufmännisch überforderte Geschäftsführung wendet. Als wäre es Schicksal, dass man schlecht wirtschaftet. Diese Lethargie kann Werders Existenz beenden.


Dein ständiges Bashing geht einem mittlerweile echt auf den Zeiger.
Ich sehe hier überhaupt keine kaufmännisch überforderte Geschäftsführung. Im Gegenteil. Hier wird derzeit so gearbeitet, dass Werder innerhalb des finanziellen Rahmens den Karren wieder aus Dreck zieht. Fehler aus den letzten, ja schon Jahrzehnten, versucht man nun auszubügeln und nachhaltiger zu wirtschaften.
Die aktuelle Geschäftsführung ist nicht dafür verantwortlich, was in 2010 bereits verzapft wurde. Die finanziellen Folgen wiederum, die spürt man leider sehr lange...

Wo steht im Artikel denn bitte, dass die Finanzierung auf 50 Jahre ausgelegt ist? Der Stadionumbau hat wohl 100 Mio. gekostet. Derzeit sind davon wohl noch immer 50 Mio. zu tilgen...nach 16 Jahren ist damit die Hälfte getilgt...
Das Stadion würde wahrscheinlich schneller getilgt sein, wenn nicht andere Faktoren dazukommen. Bspw. wollen die Fans, das das Stadion Weserstadion heißt. Es würden wahrscheinlich deutlich mehr Einnahmen dazukommen, wenn man den Namen nach einem Sponsor benennt. Oder man hat in den letzten Jahren kaum DFB-Spiele im Stadion gehabt. Ich meine das lag aber auch an der Bremer Stadtverwaltung, die die kosten für Polizei auf den Austräger überwälzt. Da spielte aber der DFB nicht mit. Und so konnte man auch darüber keine keine Einnahmen, die zur Tilgung beigetragen hätten, generiert werden. Die Geschäftsführung kann dafür aber nichts.

Werder war in den letzten Jahren nie auf Rosen gebetet. Da kann auch der Abstieg nicht nach 1-3 Jahren kompensiert werden. Zumal dieser genau während der Corona-Krise erfolgte. Damals gab es also an allen Ecken massive finanzielle Einbußen. Der Verein hat damals schon über seinen Verhältnissen gelebt, um auch wieder schnell nach Europa zu kommen. Damals ist man auch stark ins Risiko gegangen, hat teuere Transfers getätigt (bspw. Klaassen) und hat auch an den ein oder anderen Spieler ein zu hohes Gehalt gezahlt.
Diese finanziellen Entscheidungen wieder aufzuholen, dauert und kann nicht innerhalb von 1-3 Jahren ausgeglichen werden ohne krasse Transferüberschüsse.

Die großen Transferüberschüsse gab es aber leider nach dem Wiederaufstieg nicht. Nach dem Wiederauftstieg galt erstmal die Mission der Stabilisierung, zu Kosten der Jugend. Da in der Zeit keine Werte geschaffen wurden, ist schade und wurde auch etwas verbockt. Man hatte zwar bspw. ein Woltemade, aber der wollte weg. Das kann man der Geschäftsführung nicht vorhalten. Und mehr Talente kamen in der Zeit auch nicht hoch. Wo sollte also in dieser Zeit die finanziellen Auswirkungen des Abstieg kompensiert werde?
Es war ja damals eigentlich noch schlimmer, da Werder kurz vor der Insolvenz stand. Selbst ein Punktabzug drohte und nur das Investorengeld hat uns gerettet. Ich will mir gar nicht ausmahlen, was passiert wäre, wenn wir nicht den direkten Wiederaufstieg geschafft hätten...

Und nochmal, diese Defizite holst du nicht nach 1-3 Jahren wieder auf.

Das Investorengeld hat lediglich die großen Löcher gestopft. Mehr war aber da auch nicht drin.

Das man immer noch ins Risiko geht, muss man tun. Bspw. einen Mbangula war ein sehr hohes Risiko. Vielleicht wäre es besser gewesen, 3 Spieler mit Format zu holen. Was wäre aber gewesen, wenn er voll eingeschlagen wäre und direkt für 40 Mio verkauft worden wäre...Das man ihn nach der letzten Saison und der Vorbereitung noch für 2 Mio verleiht, mit 12 Mio. Kaufoption, zeugt in meinen Augen aber dann wiederum nicht nach schlechter Arbeit.

Das aus den eingegangen Risiken in den letzten Jahren leider wenig geklappt hat, kann auch nicht vorhergesagt werden. Und an die absoluten Top-Talente kommen wir einfach kaum ran.

Da finde ich wiederum, arbeitet man unter diesen Verhältnissen schon gut. Das nicht alles glatt läuft und auch Fehler vorkommen, passieren. Manchmal hat man aber auch einfach Pech...Da muss man sich nur die letzte Saison anschauen.. Was wäre, wenn Weiser nicht verletzt gewesen wäre oder das Verletzungspech insgesamt weniger gewesen wäre. Dann wäre es bestimmt eine etwas stabilere Saison gewesen... Was wäre, wenn der Geschäftsführer von Hull City nicht rausgeschmissen worden wäre. Dann hätten wir jetzt auch 8 Mio mehr auf dem Konto.

Sobald man eine schlechte Saison bei Werder hat und keine Überschüsse erzielt, muss man direkt ins Risiko und ins Minus gehen, da man einfach kein überschüssiges Geld zur Verfügung hat und hatte. Der nächste Überschuss muss dann das letzte Defizit ausgleichen,. Dann bleibt aber nichts mehr, für die aktuelle Lage übrig. Das sieht man momentan sehr gut. Jetzt hat man mit Coulibaly und Schmid ein Überschuss erzielt, damit muss aber erstmal das Defizit der letzten Jahre ausgleichen werden.
Und jetzt stellt man sich hin und nutzt einen daraus möglich verbleibenden Überschuss, um wieder Eigenkapital aufzubauen, damit man im Winter oder im nächsten Sommer handlungsfähiger ist. Natürlich zum Risiko jetzt. Das ist aber nicht gleichzusetzen mit einer Kaufmännischen Überforderung, sonder mit einem nachhaltigeren Wirtschaften.

Was man sich auch immer wieder vor Augen führen muss: ein Transferüberschuss (wie er hier auf Transfermarkt dargestellt wird) ist nicht gleichzusetzen mit dem, was tatsächlich in den Kassen ankommt. Da kann man sich gut mal das letzte Video von Calcio Berlin auf YouTube anschauen. Da kommen noch Handgelder, Beraterhonorare, Steuern etc. alles runter. Bspw. wurde vorgerechnet, dass von den 95 Mio. für Ekitike ca. 65 Mio übrig geblieben sind, nach Honorare, Weiterverkaufsbeteiligung etc., aber noch vor Steuern.

Die finanzielle Lage bei Werder ist einfach bescheiden. Das wird sich ohne krasse Transferüberschüsse auch nicht so schnell ändern. Ich sehe aber momentan einen deutlich nachhaltigeren Weg, in dem immer noch ins nötige Risiko eingegangen wird. Und das zeugt in meinen Augen nicht nach schlechter kaufmännischen Arbeit.
Finanzthread |#3286
06.09.2026 - 10:28 Uhr
Zitat von Kurudut
Zitat von Frenckone

Zitat von neWims

Zitat von Kurudut

Weil das „strukturelle Defizit“ bei Werder Bremen Sommer für Sommer den Handlungsspielraum auf dem Transfermarkt absteckt – eng absteckt.
Sehr lesenswert, Filbry erklärt, was das "schwarze Loch" ausmacht, in dem unsere Transfereinnahmen verschwinden. Wir können bei 25 Mio Einnahmen 10 Mio ausgeben am Transfermarkt.
Alles nicht schön, mir wäre es lieber, der Verein wäre nicht so arm, die Transparenz in dem Artikel gefällt mir aber.


Es kommt mir so vor, als ob ein Forist die im Artikel genannten Zahlen bereits seit 2024 hier immer wieder genannt hat. Jemand der mit jeder Schätzung sehr nah am wirklichen Ergebnis lag. Sei es das Jahresergebnis welches schon direkt nach der Sommertransferperiode geschätzt wurde oder die benötigten Transfererlöse des nächsten Sommers. Es ist bedauerlich, dass diese eine Person dafür immer als Spinner bezeichnet wurde der überhaupt keine Ahnung hat und alles nur schlechtreden will.


Wenn alles so ist wie geschrieben, dann ist es halt so. Aber dann soll man auch so vorher reden. Und nicht von Handlungsfähigkeit oder sonstwas reden. Mich ärgert am massivsten diese schlechte Kommunikation nach aussen. Die würden sich sehr viel Frust und Ärger einsparen, wenn man das ändern würde.


Ja, es dürfte gerne schon während der Transferphase so offene Kommunikation geben. Muss ja nicht mal genaue Zahlen beinhalten, aber etwas konkreter als "wir sind handlungsfähig" darf's schon sein.


Wenn sich Niemeyer in Interviews die ganze Zeit etwas zusammenstammelt, aber dann die Aussage "aber wir sind handlungsfähig" hinterherschiebt und das dann auch noch die einzigen klar formulierten Wörter des ganzen Interviews sind, ist das schon verdächtig. Wenn dann andere Verantwortliche in Interviews dieselbe Formulierung benutzen, an Stellen wo es nicht mal zur Fragestellung passt, dann ist es mit ziemlicher Sicherheit gelogen. Haben wahrscheinlich jeden Tag einen Stuhlkreis gebildet und 15 Minuten "aber wir sind handlungsfähig" gesungen. Außerdem hat Fritz das was diesen Sommer nötig sein könnte bereits bei der Pressekonferenz direkt nach der Sommertransferperiode 2025 angedeutet.

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Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten
Finanzthread |#3287
06.09.2026 - 14:58 Uhr
Zitat von DoubleSieger04
Zitat von Mimi66

Das Interview von Filbry bei der Deichstube ist leider die Botschaft, dass Werder finanziell fertig ist. Vor allem aber das Eingeständnis der finanziellen Hilflosigkeit.

Man gibt zu, kurzfristige Verbindlichkeiten langfristig finanziert zu haben:
- Stadionumbau: ist offenbar auf 50 Jahre finanziert. Das ist die Laufzeit einer privaten Immobilie. Viel zu lang für eine gewerbliche Immobilie.
- Corona: ist je nach finanziellem Standing in 3 - 5 Jahren bezahlt.
- Abstieg: die mit dem Abstieg verbundenen Einbußen sind in 1 - 3 Jahren kompensiert, zumindest bei der Konkurrenz.

Das Eingeständnis der Existenz eines strukturellen Defizits von 15- 17 Mio Euro, also Geld, was JEDES Jahr fehlt, verbunden mit der Botschaft, dass dies nicht geändert werden kann, ist das Eingeständnis des Missmanagements. Gleichzeitig leistet man sich vier Geschäftsführer und einen Kader, der vergleichsweise teuer ist.

Solange dieses Problem nicht angegangen oder gelöst wird, wird Werder heftige Existenzängste haben.

Richtig heftig ist, dass es nach diesem Interview keinen Aufschrei gibt, dass sich niemand gegen die kaufmännisch überforderte Geschäftsführung wendet. Als wäre es Schicksal, dass man schlecht wirtschaftet. Diese Lethargie kann Werders Existenz beenden.


Dein ständiges Bashing geht einem mittlerweile echt auf den Zeiger.
Ich sehe hier überhaupt keine kaufmännisch überforderte Geschäftsführung. Im Gegenteil. Hier wird derzeit so gearbeitet, dass Werder innerhalb des finanziellen Rahmens den Karren wieder aus Dreck zieht. Fehler aus den letzten, ja schon Jahrzehnten, versucht man nun auszubügeln und nachhaltiger zu wirtschaften.
Die aktuelle Geschäftsführung ist nicht dafür verantwortlich, was in 2010 bereits verzapft wurde. Die finanziellen Folgen wiederum, die spürt man leider sehr lange...

Wo steht im Artikel denn bitte, dass die Finanzierung auf 50 Jahre ausgelegt ist? Der Stadionumbau hat wohl 100 Mio. gekostet. Derzeit sind davon wohl noch immer 50 Mio. zu tilgen...nach 16 Jahren ist damit die Hälfte getilgt...
Das Stadion würde wahrscheinlich schneller getilgt sein, wenn nicht andere Faktoren dazukommen. Bspw. wollen die Fans, das das Stadion Weserstadion heißt. Es würden wahrscheinlich deutlich mehr Einnahmen dazukommen, wenn man den Namen nach einem Sponsor benennt. Oder man hat in den letzten Jahren kaum DFB-Spiele im Stadion gehabt. Ich meine das lag aber auch an der Bremer Stadtverwaltung, die die kosten für Polizei auf den Austräger überwälzt. Da spielte aber der DFB nicht mit. Und so konnte man auch darüber keine keine Einnahmen, die zur Tilgung beigetragen hätten, generiert werden. Die Geschäftsführung kann dafür aber nichts.

Werder war in den letzten Jahren nie auf Rosen gebetet. Da kann auch der Abstieg nicht nach 1-3 Jahren kompensiert werden. Zumal dieser genau während der Corona-Krise erfolgte. Damals gab es also an allen Ecken massive finanzielle Einbußen. Der Verein hat damals schon über seinen Verhältnissen gelebt, um auch wieder schnell nach Europa zu kommen. Damals ist man auch stark ins Risiko gegangen, hat teuere Transfers getätigt (bspw. Klaassen) und hat auch an den ein oder anderen Spieler ein zu hohes Gehalt gezahlt.
Diese finanziellen Entscheidungen wieder aufzuholen, dauert und kann nicht innerhalb von 1-3 Jahren ausgeglichen werden ohne krasse Transferüberschüsse.

Die großen Transferüberschüsse gab es aber leider nach dem Wiederaufstieg nicht. Nach dem Wiederauftstieg galt erstmal die Mission der Stabilisierung, zu Kosten der Jugend. Da in der Zeit keine Werte geschaffen wurden, ist schade und wurde auch etwas verbockt. Man hatte zwar bspw. ein Woltemade, aber der wollte weg. Das kann man der Geschäftsführung nicht vorhalten. Und mehr Talente kamen in der Zeit auch nicht hoch. Wo sollte also in dieser Zeit die finanziellen Auswirkungen des Abstieg kompensiert werde?
Es war ja damals eigentlich noch schlimmer, da Werder kurz vor der Insolvenz stand. Selbst ein Punktabzug drohte und nur das Investorengeld hat uns gerettet. Ich will mir gar nicht ausmahlen, was passiert wäre, wenn wir nicht den direkten Wiederaufstieg geschafft hätten...

Und nochmal, diese Defizite holst du nicht nach 1-3 Jahren wieder auf.

Das Investorengeld hat lediglich die großen Löcher gestopft. Mehr war aber da auch nicht drin.

Das man immer noch ins Risiko geht, muss man tun. Bspw. einen Mbangula war ein sehr hohes Risiko. Vielleicht wäre es besser gewesen, 3 Spieler mit Format zu holen. Was wäre aber gewesen, wenn er voll eingeschlagen wäre und direkt für 40 Mio verkauft worden wäre...Das man ihn nach der letzten Saison und der Vorbereitung noch für 2 Mio verleiht, mit 12 Mio. Kaufoption, zeugt in meinen Augen aber dann wiederum nicht nach schlechter Arbeit.

Das aus den eingegangen Risiken in den letzten Jahren leider wenig geklappt hat, kann auch nicht vorhergesagt werden. Und an die absoluten Top-Talente kommen wir einfach kaum ran.

Da finde ich wiederum, arbeitet man unter diesen Verhältnissen schon gut. Das nicht alles glatt läuft und auch Fehler vorkommen, passieren. Manchmal hat man aber auch einfach Pech...Da muss man sich nur die letzte Saison anschauen.. Was wäre, wenn Weiser nicht verletzt gewesen wäre oder das Verletzungspech insgesamt weniger gewesen wäre. Dann wäre es bestimmt eine etwas stabilere Saison gewesen... Was wäre, wenn der Geschäftsführer von Hull City nicht rausgeschmissen worden wäre. Dann hätten wir jetzt auch 8 Mio mehr auf dem Konto.

Sobald man eine schlechte Saison bei Werder hat und keine Überschüsse erzielt, muss man direkt ins Risiko und ins Minus gehen, da man einfach kein überschüssiges Geld zur Verfügung hat und hatte. Der nächste Überschuss muss dann das letzte Defizit ausgleichen,. Dann bleibt aber nichts mehr, für die aktuelle Lage übrig. Das sieht man momentan sehr gut. Jetzt hat man mit Coulibaly und Schmid ein Überschuss erzielt, damit muss aber erstmal das Defizit der letzten Jahre ausgleichen werden.
Und jetzt stellt man sich hin und nutzt einen daraus möglich verbleibenden Überschuss, um wieder Eigenkapital aufzubauen, damit man im Winter oder im nächsten Sommer handlungsfähiger ist. Natürlich zum Risiko jetzt. Das ist aber nicht gleichzusetzen mit einer Kaufmännischen Überforderung, sonder mit einem nachhaltigeren Wirtschaften.

Was man sich auch immer wieder vor Augen führen muss: ein Transferüberschuss (wie er hier auf Transfermarkt dargestellt wird) ist nicht gleichzusetzen mit dem, was tatsächlich in den Kassen ankommt. Da kann man sich gut mal das letzte Video von Calcio Berlin auf YouTube anschauen. Da kommen noch Handgelder, Beraterhonorare, Steuern etc. alles runter. Bspw. wurde vorgerechnet, dass von den 95 Mio. für Ekitike ca. 65 Mio übrig geblieben sind, nach Honorare, Weiterverkaufsbeteiligung etc., aber noch vor Steuern.

Die finanzielle Lage bei Werder ist einfach bescheiden. Das wird sich ohne krasse Transferüberschüsse auch nicht so schnell ändern. Ich sehe aber momentan einen deutlich nachhaltigeren Weg, in dem immer noch ins nötige Risiko eingegangen wird. Und das zeugt in meinen Augen nicht nach schlechter kaufmännischen Arbeit.


Ja das würde ich auch so unterschreiben. Wir haben im AR den CFO von Adidas, der hat ja wohl genug kaufmännische Ahnung um das zu bewerten zu können.

Das Problem ist doch eher, dass die sportliche Führung ständig angegriffen wird aber halt auch quasi keine Mittel hat mit denen sie arbeiten können.

Für den nächsten Sommer muss man hoffen dass die Bonis bei Mio, Romano und Karim greifen. Auch nochmal ein teurer Woltemade Wechsel raus aus England würde Geld bringen. Wenn alleine dadurch 8-10 reinkommen hilft das schon wieder sehr, weil aus diesem Jahr sicherlich kein Verlust ausgeglichen werden muss.

Der Mbangula Deal ist finanziell grandios. Wir haben 10 bezahlt, bekommen jetzt 2 womit 8 Rest bleiben und das bekommt man für ihn sicherlich noch.

Lediglich Kownacki und Alvero kosten jetzt gerade. Stages Gehalt ist ja auch nur nich 5 Wochen zu bezahlen bis er dann wieder fit ist. Puertas, Boniface und Bittencourt machen auch Geld frei und da sind wir jetzt besser besetzt.

Ich bin gespannt auf das Jahresergebnis und dann auch das zum 31.7 damit wissen wir besser wo wir stehen.
Dass Matthäi verlängert hat sind auch positive Nachrichten.
Finanzthread |#3288
06.09.2026 - 15:17 Uhr
Zitat von BecksTown1899
Zitat von Mimi66

Das Interview von Filbry bei der Deichstube ist leider die Botschaft, dass Werder finanziell fertig ist. Vor allem aber das Eingeständnis der finanziellen Hilflosigkeit.

Man gibt zu, kurzfristige Verbindlichkeiten langfristig finanziert zu haben:
- Stadionumbau: ist offenbar auf 50 Jahre finanziert. Das ist die Laufzeit einer privaten Immobilie. Viel zu lang für eine gewerbliche Immobilie.
- Corona: ist je nach finanziellem Standing in 3 - 5 Jahren bezahlt.
- Abstieg: die mit dem Abstieg verbundenen Einbußen sind in 1 - 3 Jahren kompensiert, zumindest bei der Konkurrenz.

Das Eingeständnis der Existenz eines strukturellen Defizits von 15- 17 Mio Euro, also Geld, was JEDES Jahr fehlt, verbunden mit der Botschaft, dass dies nicht geändert werden kann, ist das Eingeständnis des Missmanagements. Gleichzeitig leistet man sich vier Geschäftsführer und einen Kader, der vergleichsweise teuer ist.

Solange dieses Problem nicht angegangen oder gelöst wird, wird Werder heftige Existenzängste haben.

Richtig heftig ist, dass es nach diesem Interview keinen Aufschrei gibt, dass sich niemand gegen die kaufmännisch überforderte Geschäftsführung wendet. Als wäre es Schicksal, dass man schlecht wirtschaftet. Diese Lethargie kann Werders Existenz beenden.



"Stadionumbau ist auf 50 Jahre finanziert"

Wie kommst du darauf?
2010 (Filbry war hier noch nicht im Amt) war der Umbau, hat 100 Millionen gekostet. 50% davon sind bezahlt und man möchte jetzt innerhalb der nächsten 10 Jahre (5 Millionen pro Jahr) die zweiten 50% bezahlen. Ohne Frage eine sehr sehr lange (viel zu lange?) Zeit aber doch keine 50 Jahre?

Zu Corona und Abstieg steht in dem Artikel nur was von Spätfolgen, keine weiteren Infos, nicht die höhe, nicht wie lange noch, wo hast du deine Zahlen her?


Ja das strukturelle Defizit ist groß die Werder Faustregel, 10 Millionen Ausgeben, 25 Millionen dafür Einnehmen ist sicherlich ein Kraftakt. Wie ist es bei der Konkurrenz? Also ich weiß es nicht, weder durch den Artikel, noch durch eine kurze google Recherche. Einen teuren Kader leisten wir uns nicht, Werder zahlt im quervergleich eher niedrige Gehälter. Falls du auf die neue Kadergröße anspielst, da sollte man ohne Zahlen zu kennen, ganz vllt auch mal den Menschen vertrauen die da den Überblick haben. (Auch wenn es schwerfällt, mir auch)


Natürlich gibt es keinen Aufschrei, dafür hat man auch viel zu wenige Infos, zB: was ist das durchschnittsdefizit der Liga ? Welche Ausgaben laufen exakt wann ab? Wie lange ist Planmäßig das Defizit so hoch?


Quelle für alle die den Artikel nicht kennen: https://www.deichstube.de/news/werder-bremen-wo-ist-das-geld-hin-boss-klaus-filbry-ueber-die-bremer-finanzlage-bundesliga-transfers-zr-94476575.html


Der Vertrag mit der Stadiongesellschaft ist so gestaltet worden, dass die Gesellschaft ungefähr plusminus null läuft. Für höhere Tilgungen hätte mehr von den Stadioneinnahmen bei der Stadiongesellschaft landen müssen. Dieses Geld hätte man zwangsläufig dem Kader irgendwie entziehen müssen. Bei älteren Abschlüssen konnte man sehen, dass die Tilgungen und Abschreibungen ähnlich hoch waren. Ich halte das von der gesamten Strukturierung für normal.

Mit den Spätfolgen sind vermutlich die Belastungen durch die höhere Verschuldung und die niedrigeren TV-Gelder gemeint. Die Verantwortlichen erwähnen häufiger die höheren TV-Gelder vor dem Abstieg.

In der Liga wird es wohl eher einen Durchschnittsüberschuss und kein Durchschnittsdefizit geben. Um andere Vereine mit Defizit zu identifizieren, müsste man sich die Transferüberschüsse und Jahresergebnis über einen längeren Zeitraum anschauen.

Das Defizit kann nächstes Jahr schon weg sein oder zumindest deutlich geringer ausfallen . Ein Sprung bei den TV-Geldern oder irgendwelche anderen Erlössteigerungen, vielleicht kann man auch die Kaderkosten senken und schon ist das Defizit verschwunden. Das Defizit der letzten Jahre war vermutlich eher das Maximum dessen was man bereit war ins Risiko zu gehen um die Kaderqualität zu erhöhen. War halt ein abwägen zwischen finanziellen Risiken gegenüber sportlichen Risiken und Chancen.

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Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten
Finanzthread |#3289
06.09.2026 - 15:49 Uhr
Zitat von BecksTown1899

Wie kommst du darauf?
2010 (Filbry war hier noch nicht im Amt) war der Umbau, hat 100 Millionen gekostet. 50% davon sind bezahlt und man möchte jetzt innerhalb der nächsten 10 Jahre (5 Millionen pro Jahr) die zweiten 50% bezahlen. Ohne Frage eine sehr sehr lange (viel zu lange?) Zeit aber doch keine 50 Jahre?


wie kommst du auf 5 Millionen pro Jahr? das ist Tilgung und Zinsen.
ich glaube mal gelesen zu haben dass das so 50-50 ist mit Tilgung und Zinsen.
Problem ist eher wenn werder absteigt oder eben sowas wie der Stadionname wegfällt.
Werder hätte das so nie ausbauen dürfen
Dieser Beitrag wurde zuletzt von werder2025 am 06.09.2026 um 15:50 Uhr bearbeitet
Finanzthread |#3290
06.09.2026 - 15:59 Uhr
Zitat von neWims


Mit den Spätfolgen sind vermutlich die Belastungen durch die höhere Verschuldung und die niedrigeren TV-Gelder gemeint. Die Verantwortlichen erwähnen häufiger die höheren TV-Gelder vor dem Abstieg.

Das Defizit kann nächstes Jahr schon weg sein oder zumindest deutlich geringer ausfallen . Ein Sprung bei den TV-Geldern oder irgendwelche anderen Erlössteigerungen, vielleicht kann man auch die Kaderkosten senken und schon ist das Defizit verschwunden.


ich würde mir wünschen, dass der verein mehr spart. das fließt ja auch Geld in die Frauenabteilung.
Der Neubau vom NLZ ist sehr teuer.
In dem Artikel stand auch, dass Werder für die Nutzung der Raute Geld an den Verein überweist.
Ich glaube nicht, dass die Sponsoren und Fernsehgeld noch groß steigen können. Dafür ist auch jetzt die schlechte letzte Saison drin.
Nichtsdestsotrotz wäre einstelliger platz oder gar EL und dann im Pokal mal weiter zu kommen schon ein ordentlicher Schub.
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