Wer wird neuer Trainer des SSV Ulm?
12.03.2025 - 00:09 Uhr
06.10.2026 - 08:57 Uhr
Ich halte von der Doppelfunktion erst mal auch nichts, allerdings denke und hoffe ich das Schwartz es schafft die Mannschaft besonders defensiv zu stabilisieren.
Ich sehe in Schwartz auch keine Lösung als Trainer für die Zukunft, sondern viel mehr einen Feuerwehrmann da es wie in schon einem anderen Beitrag von mir, meiner Meinung nach nur noch ums Nackte überleben in der Regio für uns geht. Daher stelle ich auch in Frage ob ein Sportdirektor bzw. die Fähigkeiten eines Sportdirektors in dieser Saison überhaupt großartig gefragt sein werden, da es nur darum geht einen Totalabsturz zu verhindern und nicht um eine ausgefeilte Kaderzusammenstellung.
Sollte es Schwartz gelingen uns zu Retten ist für mich zumindest, seine Position als Sportdirektor etwas worüber man sprechen muss. Erfahrung hat der gute, er sollte auch in Lage sein die Mannschaft Fit zu bekommen (was sie ja anscheinend nicht ist, wen die meisten Spieler nach 70 min teilweise schon Krämpfe haben), ich vermute Schwärtzel geht es nur darum nicht noch weiter das Thema Sportdirektor auf dem Tisch zu haben und zumindest für die Saison Gehalt zu sparen.
Ich vermute das es Wenzel nicht geworden ist, weil er vermutlich nicht die Doppelfunktion kann oder will, als auch das man mit Ihm nochmal einen aller letzten Kostengünstigen Pfeil im Köcher hätte falls Schwartz doch nicht Funktionieren sollte. Allerdings sehe ich es als alternativlos das Schwärtzel gehen muss wen Schwartz und nicht Rettet und wir doch erneut absteigen sollten.
Ich sehe in Schwartz auch keine Lösung als Trainer für die Zukunft, sondern viel mehr einen Feuerwehrmann da es wie in schon einem anderen Beitrag von mir, meiner Meinung nach nur noch ums Nackte überleben in der Regio für uns geht. Daher stelle ich auch in Frage ob ein Sportdirektor bzw. die Fähigkeiten eines Sportdirektors in dieser Saison überhaupt großartig gefragt sein werden, da es nur darum geht einen Totalabsturz zu verhindern und nicht um eine ausgefeilte Kaderzusammenstellung.
Sollte es Schwartz gelingen uns zu Retten ist für mich zumindest, seine Position als Sportdirektor etwas worüber man sprechen muss. Erfahrung hat der gute, er sollte auch in Lage sein die Mannschaft Fit zu bekommen (was sie ja anscheinend nicht ist, wen die meisten Spieler nach 70 min teilweise schon Krämpfe haben), ich vermute Schwärtzel geht es nur darum nicht noch weiter das Thema Sportdirektor auf dem Tisch zu haben und zumindest für die Saison Gehalt zu sparen.
Ich vermute das es Wenzel nicht geworden ist, weil er vermutlich nicht die Doppelfunktion kann oder will, als auch das man mit Ihm nochmal einen aller letzten Kostengünstigen Pfeil im Köcher hätte falls Schwartz doch nicht Funktionieren sollte. Allerdings sehe ich es als alternativlos das Schwärtzel gehen muss wen Schwartz und nicht Rettet und wir doch erneut absteigen sollten.
06.10.2026 - 16:36 Uhr
Etwas ausführlicher meine Einschätzung zur PK und zur Personalie:
Erstmal finde ich es sehr schwach, dass sich Dominik Schwärzel bei einer solchen Personalentscheidung nicht selbst stellt und stattdessen Philipp Utz die PK machen muss. Ja, er sei beruflich/terminlich verhindert. Sorry, aber dann muss ich eine PK, bei der ich den neuen Trainer UND Sportlichen Leiter vorstelle, eben entsprechend terminieren.
Schwärzel fehlt zwar genauso die sportliche Kompetenz, um eine solche Entscheidung fachlich zu bewerten. Aber er ist nun einmal Vorstand und Interims-Geschäftsführer und damit einer der operativ Verantwortlichen. Gerade nach der Entlassung von Isik und Jungwirth hätte ich deshalb erwartet, dass er diese Entscheidung selbst vertritt und sich den Fragen stellt.
Stattdessen sitzt dort mit Philipp Utz der Aufsichtsratsvorsitzende und muss eine sportliche Personalentscheidung erklären. Und genau da sind wir wieder beim grundsätzlichen Problem: Wo sitzt beim SSV aktuell eigentlich die sportliche Kompetenz, um solche Entscheidungen zu treffen und zu bewerten?
Utz fand ich in seinem Auftritt insgesamt ziemlich unsouverän.
Dann kommt wieder das Thema Verletzungen. Ich kann es langsam nicht mehr hören. Natürlich hatten wir Verletzungspech. Das erklärt aber weder fünf Punkte aus zehn Spielen noch die grundsätzlichen Probleme dieses Kaders, die fehlende Besetzung bestimmter Positionen, die Torschwäche oder die immer gleichen individuellen Fehler. Irgendwann wird aus einer Erklärung eine Ausrede.
Interessant fand ich auch die Aussage, man habe von vornherein mit einer Interimslösung für zwei bis drei Wochen geplant. Von Seiten Timo Wenzels hat sich das in den vergangenen Tagen für mich aber teilweise anders angehört.
Man habe „konkrete und gute Gespräche“ geführt und sei von Schwartz überzeugt gewesen. Da stellt sich mir aber weiterhin die Frage: Wer bewertet beim SSV eigentlich, ob diese Gespräche sportlich gut waren? Wo sitzt aktuell die entsprechende Kompetenz in den entscheidenden Gremien?
Schwartz habe bewiesen, Vereine in vergleichbaren Situationen von seinem Erfolgsmodell überzeugen und wieder auf die Erfolgsspur bringen zu können. Da würde ich dann aber gerne wissen, welche jüngeren Stationen damit konkret gemeint sind. Gerade die jüngere Vita von Schwartz ist für mich alles andere als ein überzeugendes Argument dafür. Insbesondere Münster eignet sich nun wirklich schlecht als Beleg dafür, dass er Mannschaften mit dem Rücken zur Wand zuverlässig retten kann.
Und „Erfahrung“ alleine ist für mich kein Qualitätsmerkmal. Giovanni Trapattoni hat auch unfassbar viel Erfahrung. Deshalb würde ich ihn trotzdem nicht zum Trainer des SSV Ulm im Jahr 2026 machen.
Mein größtes Fragezeichen bleibt ohnehin die Doppelfunktion als Trainer UND Sportlicher Leiter.
Warum ist man davon überzeugt, dass Schwartz der richtige Sportliche Leiter ist? Diese Funktion hat er in dieser Form bisher überhaupt nicht ausgeübt. Jahrzehntelange Erfahrung als Trainer qualifiziert einen nicht automatisch für Kaderplanung, Scouting, Vertragsverhandlungen und die langfristige sportliche Ausrichtung eines Vereins.
Die Begründung mit einer „Verschlankung der Strukturen“ finde ich dabei besonders merkwürdig. Auf Kosten von was verschlanken wir hier eigentlich?
Dann verschlankt doch lieber den üppigen Aufsichtsrat, statt zentrale operative Funktionen auf immer weniger Personen zu verteilen.
Schwartz ist jetzt Trainer und Sportlicher Leiter. Schwärzel ist Vorstand und Interims-Geschäftsführer. Gleichzeitig ist die Rolle im Vorstand, die eigentlich sportliche Kompetenz einbringen sollte, weiterhin unbesetzt. Für mich tragen hier immer weniger Schultern immer mehr Verantwortung.
Den Vergleich mit der Situation unter Markus Thiele konnte ich deshalb ebenfalls nicht nachvollziehen. Angeblich sei die Situation nicht vergleichbar, weil es damals außer dem Aufsichtsrat kein Kontrollgremium gegeben habe. Hä?
Jetzt haben wir einen Trainer und Sportlichen Leiter in Personalunion. Vorher hatten wir wenigstens einen Geschäftsführer Sport und einen Trainer. Der Aufsichtsrat ersetzt doch keine fachliche sportliche Gegeninstanz.
Jetzt soll zusätzlich ein Sportbeirat kommen. Auch da bin ich gespannt, wer dort sitzen soll und welche tatsächlichen Kompetenzen dieses Gremium bekommt. Wenn das am Ende hauptsächlich Folklore aus der ehemaligen Bundesliga-Mannschaft wird, hilft uns das bei professioneller Kaderplanung auch nicht weiter.
Zu Schwartz selbst:
Ich nehme ihm dieses „Die Liga ist mir egal, die Aufgabe reizt mich einfach wahnsinnig“ ehrlich gesagt nicht wirklich ab. Natürlich wird er sich bei seiner Vorstellung nicht hinsetzen und sagen, dass Regionalliga Südwest nicht unbedingt sein Karriereplan war. Verkaufen kann er sich, das muss man ihm lassen.
Auch die Fans direkt mit ins Boot zu holen und auf den Support gegen Kassel einzugehen, war kommunikativ geschickt.
Auch sportlich gab es zwei Punkte, die ich ausdrücklich positiv fand.
Er hat die Torschwäche klar angesprochen. Und seine Aussage, dass erstmal wieder die Basics auf den Platz müssen, ist vollkommen richtig. Genau daran hat es zuletzt massiv gefehlt – übrigens auch bei seinem Schwiegersohn Marcel Seegert.
Was danach kam, war mir allerdings teilweise deutlich zu viel Fußball-Buzzword-Bingo: Disziplin, Teamgeist, Siegeswille, Mentalität, Kompaktheit.
Das klingt stellenweise mehr nach Sepp Herberger/Jupp Derwall als nach einer sportlichen Konzeption im Jahr 2026.
Interessanter wurde es bei der sehr guten Frage von Nadine Vogt. Der Kader wurde im Sommer für dominanten Ballbesitzfußball zusammengestellt. Wie passt das jetzt zu Schwartz?
Seine Antwort war für mich ziemlich eindeutig: einfacherer Fußball, einfachere Strukturen, Kompaktheit, Mentalität, defensive Stabilität. Lieber 1:0 als 5:4. Im Zweifel auch mal lang und weit, weil es Sicherheit bringt.
Übersetzt: erstmal Rumpelfußball.
Und wisst ihr was? Für die aktuelle Situation finde ich das nicht einmal grundsätzlich falsch.
Mit fünf Punkten nach zehn Spielen brauche ich keinen Schönheitspreis. Wir müssen erstmal schwer zu schlagen sein, defensive Stabilität bekommen und anfangen, Fußballspiele zu gewinnen. Wenn Schwartz uns mit einfachen Mitteln stabilisiert und wir dreckige 1:0-Siege holen, nehme ich die sofort.
Nur zeigt das gleichzeitig den kompletten Bruch zur Idee vom Sommer.
Im Mai holt man Isik und Jungwirth, stellt einen Kader für dominanten Ballbesitzfußball zusammen und erzählt etwas von Entwicklung und einer langfristigen sportlichen Idee.
Fünf Monate später holt man Alois Schwartz, der Kompaktheit, einfachen Fußball und defensive Stabilität predigt und gleichzeitig Trainer und Sportlicher Leiter wird.
Das kann man machen. Aber dann soll mir bitte niemand erzählen, dass darin eine durchgehende Linie erkennbar sei.
Wenn die ehrliche Aussage wäre: „Wir haben uns im Sommer geirrt. Jetzt geht es ums nackte Überleben und deshalb brauchen wir einen erfahrenen Feuerwehrmann“, könnte ich damit sogar wesentlich besser leben.
Denn als Feuerwehrmann kann ich die Verpflichtung von Schwartz zumindest nachvollziehen.
Mein Problem beginnt dort, wo aus dem Feuerwehrmann plötzlich der langfristige Architekt werden soll.
Selbst wenn Schwartz die Mannschaft stabilisiert und zum Klassenerhalt führt, habe ich erhebliche Zweifel daran, dass er anschließend der richtige Mann ist, um spielerisch etwas aufzubauen und eine nachhaltige Entwicklung einzuleiten. Dafür sehe ich in seiner jüngeren Vita wenig, was mich überzeugt.
Deshalb hätte ich ihn – wenn man unbedingt Schwartz möchte – als klare Lösung bis Saisonende verstanden.
Und genau deshalb fand ich es enttäuschend, dass die Presse hier kaum kritisch nachgehakt hat.
Wie lange läuft der Vertrag eigentlich genau?
Warum traut man Schwartz eine Tätigkeit als Sportlicher Leiter zu, die er bisher nicht ausgeübt hat?
Wer hat fachlich bewertet, dass er dafür geeignet ist?
Und wie wird Schwartz mit der persönlichen/familiären Nähe zu Marcel Seegert umgehen?
Gerade die letzte Frage hätte ich zwingend erwartet. Das muss überhaupt keine Unterstellung sein. Aber wenn der neue Trainer und Sportliche Leiter der Schwiegervater eines Spielers ist, darf man doch wohl fragen, wie man Interessenkonflikte vermeidet und sicherstellt, dass dieser Spieler exakt nach denselben sportlichen Maßstäben bewertet wird wie alle anderen.
Als Schwartz dann von „viel Kopf“, Zusammenhalt, keinem Neid und keiner Missgunst gesprochen hat, musste ich jedenfalls schon etwas schmunzeln. Gerade bei Seegert werde ich sehr genau beobachten, ob die angekündigten Leistungsprinzipien tatsächlich für jeden gelten. Denn gerade bei den „Basics“, die Schwartz völlig zurecht einfordert, hat es bei seinem Schwiegersohn zuletzt ebenfalls mehr als einmal gehakt.
Insgesamt fand ich die PK daher eher enttäuschend.
Nadine Vogt hat für mich mit Abstand die interessantesten und kritischsten Fragen gestellt. Besonders wichtig fand ich ihren Hinweis darauf, wie konträr diese Entscheidung eigentlich zu dem ist, was im Mai mit Isik und Jungwirth beschlossen wurde.
Ich glaube Utz schlicht nicht, dass hier eine klare sportliche Linie vorhanden ist. Die Personalie Schwartz zeigt für mich eher das Gegenteil.
Als kurzfristigen Krisentrainer kann ich Schwartz nachvollziehen.
Als langfristigen Trainer habe ich große Zweifel.
Als Trainer UND Sportlichen Leiter halte ich die Personalie bislang für überhaupt nicht überzeugend begründet.
Und fast noch mehr Sorgen als Schwartz selbst machen mir inzwischen die Strukturen darüber.
Zu wenig sportliche Kompetenz in den entscheidenden Positionen, immer mehr Doppelfunktionen, immer weniger Schultern, die operative Verantwortung tragen – und gleichzeitig ein großer Aufsichtsrat sowie demnächst noch irgendein Sportbeirat.
Wenn Schwartz scheitert, scheitert bei uns nicht einfach nur der Trainer. Dann scheitert gleichzeitig der Sportliche Leiter.
Ob das wirklich die versprochene „Verschlankung“ ist oder schlicht eine ziemlich gefährliche Konzentration von Verantwortung, wird sich zeigen.
Für mich hat diese PK jedenfalls wesentlich mehr Fragen offengelassen als beantwortet.
Erstmal finde ich es sehr schwach, dass sich Dominik Schwärzel bei einer solchen Personalentscheidung nicht selbst stellt und stattdessen Philipp Utz die PK machen muss. Ja, er sei beruflich/terminlich verhindert. Sorry, aber dann muss ich eine PK, bei der ich den neuen Trainer UND Sportlichen Leiter vorstelle, eben entsprechend terminieren.
Schwärzel fehlt zwar genauso die sportliche Kompetenz, um eine solche Entscheidung fachlich zu bewerten. Aber er ist nun einmal Vorstand und Interims-Geschäftsführer und damit einer der operativ Verantwortlichen. Gerade nach der Entlassung von Isik und Jungwirth hätte ich deshalb erwartet, dass er diese Entscheidung selbst vertritt und sich den Fragen stellt.
Stattdessen sitzt dort mit Philipp Utz der Aufsichtsratsvorsitzende und muss eine sportliche Personalentscheidung erklären. Und genau da sind wir wieder beim grundsätzlichen Problem: Wo sitzt beim SSV aktuell eigentlich die sportliche Kompetenz, um solche Entscheidungen zu treffen und zu bewerten?
Utz fand ich in seinem Auftritt insgesamt ziemlich unsouverän.
Dann kommt wieder das Thema Verletzungen. Ich kann es langsam nicht mehr hören. Natürlich hatten wir Verletzungspech. Das erklärt aber weder fünf Punkte aus zehn Spielen noch die grundsätzlichen Probleme dieses Kaders, die fehlende Besetzung bestimmter Positionen, die Torschwäche oder die immer gleichen individuellen Fehler. Irgendwann wird aus einer Erklärung eine Ausrede.
Interessant fand ich auch die Aussage, man habe von vornherein mit einer Interimslösung für zwei bis drei Wochen geplant. Von Seiten Timo Wenzels hat sich das in den vergangenen Tagen für mich aber teilweise anders angehört.
Man habe „konkrete und gute Gespräche“ geführt und sei von Schwartz überzeugt gewesen. Da stellt sich mir aber weiterhin die Frage: Wer bewertet beim SSV eigentlich, ob diese Gespräche sportlich gut waren? Wo sitzt aktuell die entsprechende Kompetenz in den entscheidenden Gremien?
Schwartz habe bewiesen, Vereine in vergleichbaren Situationen von seinem Erfolgsmodell überzeugen und wieder auf die Erfolgsspur bringen zu können. Da würde ich dann aber gerne wissen, welche jüngeren Stationen damit konkret gemeint sind. Gerade die jüngere Vita von Schwartz ist für mich alles andere als ein überzeugendes Argument dafür. Insbesondere Münster eignet sich nun wirklich schlecht als Beleg dafür, dass er Mannschaften mit dem Rücken zur Wand zuverlässig retten kann.
Und „Erfahrung“ alleine ist für mich kein Qualitätsmerkmal. Giovanni Trapattoni hat auch unfassbar viel Erfahrung. Deshalb würde ich ihn trotzdem nicht zum Trainer des SSV Ulm im Jahr 2026 machen.
Mein größtes Fragezeichen bleibt ohnehin die Doppelfunktion als Trainer UND Sportlicher Leiter.
Warum ist man davon überzeugt, dass Schwartz der richtige Sportliche Leiter ist? Diese Funktion hat er in dieser Form bisher überhaupt nicht ausgeübt. Jahrzehntelange Erfahrung als Trainer qualifiziert einen nicht automatisch für Kaderplanung, Scouting, Vertragsverhandlungen und die langfristige sportliche Ausrichtung eines Vereins.
Die Begründung mit einer „Verschlankung der Strukturen“ finde ich dabei besonders merkwürdig. Auf Kosten von was verschlanken wir hier eigentlich?
Dann verschlankt doch lieber den üppigen Aufsichtsrat, statt zentrale operative Funktionen auf immer weniger Personen zu verteilen.
Schwartz ist jetzt Trainer und Sportlicher Leiter. Schwärzel ist Vorstand und Interims-Geschäftsführer. Gleichzeitig ist die Rolle im Vorstand, die eigentlich sportliche Kompetenz einbringen sollte, weiterhin unbesetzt. Für mich tragen hier immer weniger Schultern immer mehr Verantwortung.
Den Vergleich mit der Situation unter Markus Thiele konnte ich deshalb ebenfalls nicht nachvollziehen. Angeblich sei die Situation nicht vergleichbar, weil es damals außer dem Aufsichtsrat kein Kontrollgremium gegeben habe. Hä?
Jetzt haben wir einen Trainer und Sportlichen Leiter in Personalunion. Vorher hatten wir wenigstens einen Geschäftsführer Sport und einen Trainer. Der Aufsichtsrat ersetzt doch keine fachliche sportliche Gegeninstanz.
Jetzt soll zusätzlich ein Sportbeirat kommen. Auch da bin ich gespannt, wer dort sitzen soll und welche tatsächlichen Kompetenzen dieses Gremium bekommt. Wenn das am Ende hauptsächlich Folklore aus der ehemaligen Bundesliga-Mannschaft wird, hilft uns das bei professioneller Kaderplanung auch nicht weiter.
Zu Schwartz selbst:
Ich nehme ihm dieses „Die Liga ist mir egal, die Aufgabe reizt mich einfach wahnsinnig“ ehrlich gesagt nicht wirklich ab. Natürlich wird er sich bei seiner Vorstellung nicht hinsetzen und sagen, dass Regionalliga Südwest nicht unbedingt sein Karriereplan war. Verkaufen kann er sich, das muss man ihm lassen.
Auch die Fans direkt mit ins Boot zu holen und auf den Support gegen Kassel einzugehen, war kommunikativ geschickt.
Auch sportlich gab es zwei Punkte, die ich ausdrücklich positiv fand.
Er hat die Torschwäche klar angesprochen. Und seine Aussage, dass erstmal wieder die Basics auf den Platz müssen, ist vollkommen richtig. Genau daran hat es zuletzt massiv gefehlt – übrigens auch bei seinem Schwiegersohn Marcel Seegert.
Was danach kam, war mir allerdings teilweise deutlich zu viel Fußball-Buzzword-Bingo: Disziplin, Teamgeist, Siegeswille, Mentalität, Kompaktheit.
Das klingt stellenweise mehr nach Sepp Herberger/Jupp Derwall als nach einer sportlichen Konzeption im Jahr 2026.
Interessanter wurde es bei der sehr guten Frage von Nadine Vogt. Der Kader wurde im Sommer für dominanten Ballbesitzfußball zusammengestellt. Wie passt das jetzt zu Schwartz?
Seine Antwort war für mich ziemlich eindeutig: einfacherer Fußball, einfachere Strukturen, Kompaktheit, Mentalität, defensive Stabilität. Lieber 1:0 als 5:4. Im Zweifel auch mal lang und weit, weil es Sicherheit bringt.
Übersetzt: erstmal Rumpelfußball.
Und wisst ihr was? Für die aktuelle Situation finde ich das nicht einmal grundsätzlich falsch.
Mit fünf Punkten nach zehn Spielen brauche ich keinen Schönheitspreis. Wir müssen erstmal schwer zu schlagen sein, defensive Stabilität bekommen und anfangen, Fußballspiele zu gewinnen. Wenn Schwartz uns mit einfachen Mitteln stabilisiert und wir dreckige 1:0-Siege holen, nehme ich die sofort.
Nur zeigt das gleichzeitig den kompletten Bruch zur Idee vom Sommer.
Im Mai holt man Isik und Jungwirth, stellt einen Kader für dominanten Ballbesitzfußball zusammen und erzählt etwas von Entwicklung und einer langfristigen sportlichen Idee.
Fünf Monate später holt man Alois Schwartz, der Kompaktheit, einfachen Fußball und defensive Stabilität predigt und gleichzeitig Trainer und Sportlicher Leiter wird.
Das kann man machen. Aber dann soll mir bitte niemand erzählen, dass darin eine durchgehende Linie erkennbar sei.
Wenn die ehrliche Aussage wäre: „Wir haben uns im Sommer geirrt. Jetzt geht es ums nackte Überleben und deshalb brauchen wir einen erfahrenen Feuerwehrmann“, könnte ich damit sogar wesentlich besser leben.
Denn als Feuerwehrmann kann ich die Verpflichtung von Schwartz zumindest nachvollziehen.
Mein Problem beginnt dort, wo aus dem Feuerwehrmann plötzlich der langfristige Architekt werden soll.
Selbst wenn Schwartz die Mannschaft stabilisiert und zum Klassenerhalt führt, habe ich erhebliche Zweifel daran, dass er anschließend der richtige Mann ist, um spielerisch etwas aufzubauen und eine nachhaltige Entwicklung einzuleiten. Dafür sehe ich in seiner jüngeren Vita wenig, was mich überzeugt.
Deshalb hätte ich ihn – wenn man unbedingt Schwartz möchte – als klare Lösung bis Saisonende verstanden.
Und genau deshalb fand ich es enttäuschend, dass die Presse hier kaum kritisch nachgehakt hat.
Wie lange läuft der Vertrag eigentlich genau?
Warum traut man Schwartz eine Tätigkeit als Sportlicher Leiter zu, die er bisher nicht ausgeübt hat?
Wer hat fachlich bewertet, dass er dafür geeignet ist?
Und wie wird Schwartz mit der persönlichen/familiären Nähe zu Marcel Seegert umgehen?
Gerade die letzte Frage hätte ich zwingend erwartet. Das muss überhaupt keine Unterstellung sein. Aber wenn der neue Trainer und Sportliche Leiter der Schwiegervater eines Spielers ist, darf man doch wohl fragen, wie man Interessenkonflikte vermeidet und sicherstellt, dass dieser Spieler exakt nach denselben sportlichen Maßstäben bewertet wird wie alle anderen.
Als Schwartz dann von „viel Kopf“, Zusammenhalt, keinem Neid und keiner Missgunst gesprochen hat, musste ich jedenfalls schon etwas schmunzeln. Gerade bei Seegert werde ich sehr genau beobachten, ob die angekündigten Leistungsprinzipien tatsächlich für jeden gelten. Denn gerade bei den „Basics“, die Schwartz völlig zurecht einfordert, hat es bei seinem Schwiegersohn zuletzt ebenfalls mehr als einmal gehakt.
Insgesamt fand ich die PK daher eher enttäuschend.
Nadine Vogt hat für mich mit Abstand die interessantesten und kritischsten Fragen gestellt. Besonders wichtig fand ich ihren Hinweis darauf, wie konträr diese Entscheidung eigentlich zu dem ist, was im Mai mit Isik und Jungwirth beschlossen wurde.
Ich glaube Utz schlicht nicht, dass hier eine klare sportliche Linie vorhanden ist. Die Personalie Schwartz zeigt für mich eher das Gegenteil.
Als kurzfristigen Krisentrainer kann ich Schwartz nachvollziehen.
Als langfristigen Trainer habe ich große Zweifel.
Als Trainer UND Sportlichen Leiter halte ich die Personalie bislang für überhaupt nicht überzeugend begründet.
Und fast noch mehr Sorgen als Schwartz selbst machen mir inzwischen die Strukturen darüber.
Zu wenig sportliche Kompetenz in den entscheidenden Positionen, immer mehr Doppelfunktionen, immer weniger Schultern, die operative Verantwortung tragen – und gleichzeitig ein großer Aufsichtsrat sowie demnächst noch irgendein Sportbeirat.
Wenn Schwartz scheitert, scheitert bei uns nicht einfach nur der Trainer. Dann scheitert gleichzeitig der Sportliche Leiter.
Ob das wirklich die versprochene „Verschlankung“ ist oder schlicht eine ziemlich gefährliche Konzentration von Verantwortung, wird sich zeigen.
Für mich hat diese PK jedenfalls wesentlich mehr Fragen offengelassen als beantwortet.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Evercore am 06.10.2026 um 16:37 Uhr bearbeitet
08.10.2026 - 13:44 Uhr
Quote from Evercore
Wenn die ehrliche Aussage wäre: „Wir haben uns im Sommer geirrt. Jetzt geht es ums nackte Überleben und deshalb brauchen wir einen erfahrenen Feuerwehrmann“, könnte ich damit sogar wesentlich besser leben.
Wenn die ehrliche Aussage wäre: „Wir haben uns im Sommer geirrt. Jetzt geht es ums nackte Überleben und deshalb brauchen wir einen erfahrenen Feuerwehrmann“, könnte ich damit sogar wesentlich besser leben.
Das wäre mir tatsächlich auch wesentlich lieber gewesen, da es immerhin die Wahrheit wäre. Nach den letzten 18 Monaten noch was von einer klaren Linie oder einem langfristigen Konzept zu erzählen, hat was von des Kaisers neue Kleider. Jeder weiß, dass es nur Geschwätz ist.
Diese Doppelrolle von Schwartz finde ich auch seltsam, aber ist vermutlich der Tatsache geschuldet, dass man einfach keinen separaten sportlichen Leiter findet, der bereit ist, sich das anzutun, nachdem dieser Posten in Ulm ein ähnlicher Schleudersitz wie der des Trainer geworden ist. Ohne diese mächtige Doppelrolle hätte man Schwartz vielleicht auch gar nicht bekommen, da der vermutlich schon auch irgendwo oberhalb der Regionalliga was gefunden hätte (auch wenn ich ihn auch nicht unbedingt für einen wirklich guten Trainer halte)
Aber, na ja, was soll man noch groß sagen? Hoffen wir mal, dass Schwartz Erfolg hat. Wie, ist mir persönlich egal, da es schlicht und ergreifend ums nackte Überleben geht!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von zungenbrecher am 08.10.2026 um 13:44 Uhr bearbeitet
08.10.2026 - 22:18 Uhr
Guter Sprech von dir - bin ilch bei dir …
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