Transferdiskussionen
20.03.2020 - 17:10 Uhr
02.09.2026 - 00:03 Uhr
Zitat von Aslankiral
Sehr guter Beitrag, gefällt mir sehr. Möchte sogar behaupten, jemanden schnell zu holen ist eine schlechtere Arbeit. Weil wie funktioniert das? Du gehst und fragst einen Verein und den Manager, wieviel und was die verlangen. Die Antwort kommt, „xyz‘! Du sagst ok hier und hast ihn! Nur weil man sich nun schnell geeinigt hat, heißt das nicht das man gut gearbeitet hat.
Wenn wir am Anfang Leao für sagen wir irgendwas zwischen 50-55 mio geholt hätte, würden einige denken „Tolle Arbeit innerhalb einer Woche Leao für 55 geholt und das noch vor august“ aber wenn man ihn jetzt für 38 mio holt, haben die Leute einen bitteren Beigeschmack, nur weil sie selber kein Geduld haben.
Zitat von SizinCocuklar
Für Deniz Gül finde ich die Konditionen insgesamt ziemlich gut. Natürlich wirken rund 10 Millionen Euro für einen Spieler dieses Profils erst einmal üppig, aber das ist mittlerweile schlicht das Resultat eines komplett aufgeblähten Marktes und zusätzlich der besonderen AR-Situation. Spieler, die diese Voraussetzungen erfüllen und gleichzeitig sportlich interessant sind, lässt sich der abgebende Verein entsprechend bezahlen. Was vor einigen Jahren vielleicht noch für zwei bis vier Millionen machbar gewesen wäre, kostet heute schnell das Vier- oder Fünffache. Schön ist das nicht, aber romantische Preisvorstellungen aus vergangenen Transferperioden helfen bei der aktuellen Kaderplanung leider auch nicht weiter.
Der entscheidende Vorteil bei Deniz ist ohnehin nicht nur das Sportliche. Er belegt keinen zusätzlichen Ausländerplatz und verschafft uns damit genau die Flexibilität, die angesichts der aktuellen Kaderkonstellation enorm wertvoll ist. Gerade weil die Registrierung inzwischen teilweise komplizierter wirkt als der eigentliche Transfer, muss man solche Faktoren zwangsläufig in die Bewertung einbeziehen.
Ich freue mich deshalb auf Deniz, würde aber gleichzeitig davor warnen, ihn jetzt zum „Icardi-Nachfolger“ hochzuschreiben. Das ist er nicht, und diese Erwartung sollte man ihm auch gar nicht erst aufladen. Er kommt nicht, um Icardi eins zu eins zu ersetzen, sondern erweitert unsere Möglichkeiten.
Du bekommst einen Stürmer, den du problemlos für die letzten 20 oder 30 Minuten bringen kannst, wenn du vorne noch einmal ein anderes Profil benötigst. Gleichzeitig kannst du in bestimmten Konstellationen BAY als Mittelstürmer einsetzen oder Rafael dort Minuten geben. Deniz muss also nicht sofort eine tragende Rolle übernehmen, damit dieser Transfer Sinn ergibt.
Gerade in den Pokalspielen ist so ein Spieler Gold wert. Da kannst du ihn ohne Bauchschmerzen von Beginn an bringen, Belastung verteilen und Spielern, die normalerweise alle drei oder vier Tage ranmüssen, eine Pause verschaffen. Über eine Saison betrachtet ist genau diese Kadertiefe irgendwann wichtiger als die Frage, ob der neue Stürmer am ersten Spieltag direkt 90 Minuten spielen könnte.
Auch die Konditionen gefallen mir. Ich bin normalerweise wirklich kein großer Freund von Weiterverkaufsbeteiligungen, weil man damit bei einer positiven Entwicklung einen Teil des zukünftigen Upsides abgibt. In diesem Fall kann ich es aber nachvollziehen. Ohne WVB wäre entweder die fixe Ablöse höher gewesen oder der Deal womöglich gar nicht zu diesen Bedingungen zustande gekommen. Dann nehme ich lieber die niedrigere Einstiegssumme und teile mir im Erfolgsfall einen Teil des späteren Gewinns. Wenn die Weiterverkaufsbeteiligung irgendwann richtig wehtut, ist im Umkehrschluss zumindest einiges mit dem Spieler richtig gelaufen.
Generell finde ich, dass der Vorstand aktuell einen sehr ordentlichen Job macht. Wenn ich dafür unbedingt eine Schulnote vergeben müsste, wäre ich ungefähr bei einer 2. Nicht jeder Transfer muss mir gefallen und nicht jede Entscheidung muss sich im Nachhinein als Volltreffer herausstellen. Entscheidend ist für mich, ob hinter den Entscheidungen eine nachvollziehbare Kaderlogik steckt. Und die erkenne ich momentan durchaus.
Die ständigen Vergleiche mit dem BVB würde ich dagegen tunlichst vermeiden. Dort herrschen völlig andere Strukturen, Hierarchien und Voraussetzungen. Man kann deren Modell besser finden, man kann unseres besser finden – darüber kann man wunderbar diskutieren. Was ich für Humbug halte, ist diese starre Vorstellung, es gäbe im Fußball genau eine funktionierende Organisationsstruktur und jeder Verein müsse sie kopieren.
Mir ist ehrlich gesagt ziemlich egal, welche Berufsbezeichnung am Ende auf der Visitenkarte desjenigen steht, der einen Transfer federführend abwickelt. Wenn Galatasaray Gardi mit bestimmten Verhandlungen beauftragt und das funktioniert, habe ich damit überhaupt kein Problem. Genauso wenig hätte ich ein Problem damit, wenn ein klassischer Sportdirektor diese Aufgaben übernimmt. Entscheidend ist nicht, ob jemand „Sportdirektor“, „Berater“ oder sonst wie heißt. Entscheidend ist, welche Qualität am Ende im Kader landet, zu welchen Konditionen sie kommt und ob das Ganze in eine übergeordnete Planung passt.
Galatasaray geht hier schlicht einen anderen Weg. Anders bedeutet aber nicht automatisch schlechter.
In diesem Zusammenhang wird beispielsweise häufig Nwaneri beim BVB genannt und darauf verwiesen, wie schnell Dortmund diesen Transfer abgewickelt habe. Das klingt natürlich hervorragend, wenn man ausschließlich die Anzahl der Tage zwischen Gerücht und Vollzug betrachtet. Nur sagt die Geschwindigkeit eines Transfers ohne dessen Ausgangslage relativ wenig über die Qualität der handelnden Personen aus.
Wenn ein Spieler bei Arsenal ohnehin keine wirkliche Perspektive mehr besitzt und der Verein grundsätzlich bereit ist, ihn abzugeben, hast du eine völlig andere Verhandlungsposition. Arsenal muss nicht wochenlang davon überzeugt werden, überhaupt über einen Abgang zu sprechen. Der Spieler muss nicht aus einer zentralen sportlichen Rolle herausgelöst werden und der abgebende Klub hat wenig Interesse daran, den Vorgang künstlich zu erschweren.
Wenn in dieser Situation mit Dortmund dann auch noch die Nummer zwei aus Deutschland anklopft, sprechen wir für den Spieler sportlich und finanziell über eine völlig andere Ausgangslage als bei vielen Angeboten aus der Türkei. Arsenal bekommt eine Lösung für einen Spieler, mit dem man ohnehin nicht mehr plant, der Spieler bleibt auf einem sehr hohen europäischen Niveau und Dortmund bekommt einen interessanten Neuzugang. Natürlich kann so etwas innerhalb weniger Tage gehen.
Das kannst du aber kaum mit einem Transfer wie Leão vergleichen. Dort musst du zunächst überhaupt den Spieler von deinem Projekt, der Liga, dem sportlichen Plan und wahrscheinlich auch vom Gesamtpaket überzeugen. Anschließend verhandelst du mit einem Klub, dessen Ausgangsposition eine völlig andere ist. Solche Deals werden nicht plötzlich besser geführt, nur weil sie drei Tage dauern, und sie werden auch nicht automatisch schlecht geführt, weil man mehrere Wochen dafür benötigt.
Transfergeschwindigkeit ist kein Qualitätsmerkmal an sich. Einen Spieler zu verpflichten, den sein Verein ohnehin abgeben möchte, ist eine völlig andere Disziplin, als einen Spieler aus einer Situation herauszulösen, in der weder Klub noch Spieler ursprünglich zwingend einen Wechsel benötigen.
Deshalb würde ich weniger darauf schauen, welcher Verein seine Pressemitteilung drei Wochen früher veröffentlicht, und mehr darauf, was am Ende des Fensters tatsächlich im Kader steht. Dann kann man immer noch beurteilen, welche Strategie funktioniert hat. Der Transfermarkt ist schließlich kein Speedrun.
Für Deniz Gül finde ich die Konditionen insgesamt ziemlich gut. Natürlich wirken rund 10 Millionen Euro für einen Spieler dieses Profils erst einmal üppig, aber das ist mittlerweile schlicht das Resultat eines komplett aufgeblähten Marktes und zusätzlich der besonderen AR-Situation. Spieler, die diese Voraussetzungen erfüllen und gleichzeitig sportlich interessant sind, lässt sich der abgebende Verein entsprechend bezahlen. Was vor einigen Jahren vielleicht noch für zwei bis vier Millionen machbar gewesen wäre, kostet heute schnell das Vier- oder Fünffache. Schön ist das nicht, aber romantische Preisvorstellungen aus vergangenen Transferperioden helfen bei der aktuellen Kaderplanung leider auch nicht weiter.
Der entscheidende Vorteil bei Deniz ist ohnehin nicht nur das Sportliche. Er belegt keinen zusätzlichen Ausländerplatz und verschafft uns damit genau die Flexibilität, die angesichts der aktuellen Kaderkonstellation enorm wertvoll ist. Gerade weil die Registrierung inzwischen teilweise komplizierter wirkt als der eigentliche Transfer, muss man solche Faktoren zwangsläufig in die Bewertung einbeziehen.
Ich freue mich deshalb auf Deniz, würde aber gleichzeitig davor warnen, ihn jetzt zum „Icardi-Nachfolger“ hochzuschreiben. Das ist er nicht, und diese Erwartung sollte man ihm auch gar nicht erst aufladen. Er kommt nicht, um Icardi eins zu eins zu ersetzen, sondern erweitert unsere Möglichkeiten.
Du bekommst einen Stürmer, den du problemlos für die letzten 20 oder 30 Minuten bringen kannst, wenn du vorne noch einmal ein anderes Profil benötigst. Gleichzeitig kannst du in bestimmten Konstellationen BAY als Mittelstürmer einsetzen oder Rafael dort Minuten geben. Deniz muss also nicht sofort eine tragende Rolle übernehmen, damit dieser Transfer Sinn ergibt.
Gerade in den Pokalspielen ist so ein Spieler Gold wert. Da kannst du ihn ohne Bauchschmerzen von Beginn an bringen, Belastung verteilen und Spielern, die normalerweise alle drei oder vier Tage ranmüssen, eine Pause verschaffen. Über eine Saison betrachtet ist genau diese Kadertiefe irgendwann wichtiger als die Frage, ob der neue Stürmer am ersten Spieltag direkt 90 Minuten spielen könnte.
Auch die Konditionen gefallen mir. Ich bin normalerweise wirklich kein großer Freund von Weiterverkaufsbeteiligungen, weil man damit bei einer positiven Entwicklung einen Teil des zukünftigen Upsides abgibt. In diesem Fall kann ich es aber nachvollziehen. Ohne WVB wäre entweder die fixe Ablöse höher gewesen oder der Deal womöglich gar nicht zu diesen Bedingungen zustande gekommen. Dann nehme ich lieber die niedrigere Einstiegssumme und teile mir im Erfolgsfall einen Teil des späteren Gewinns. Wenn die Weiterverkaufsbeteiligung irgendwann richtig wehtut, ist im Umkehrschluss zumindest einiges mit dem Spieler richtig gelaufen.
Generell finde ich, dass der Vorstand aktuell einen sehr ordentlichen Job macht. Wenn ich dafür unbedingt eine Schulnote vergeben müsste, wäre ich ungefähr bei einer 2. Nicht jeder Transfer muss mir gefallen und nicht jede Entscheidung muss sich im Nachhinein als Volltreffer herausstellen. Entscheidend ist für mich, ob hinter den Entscheidungen eine nachvollziehbare Kaderlogik steckt. Und die erkenne ich momentan durchaus.
Die ständigen Vergleiche mit dem BVB würde ich dagegen tunlichst vermeiden. Dort herrschen völlig andere Strukturen, Hierarchien und Voraussetzungen. Man kann deren Modell besser finden, man kann unseres besser finden – darüber kann man wunderbar diskutieren. Was ich für Humbug halte, ist diese starre Vorstellung, es gäbe im Fußball genau eine funktionierende Organisationsstruktur und jeder Verein müsse sie kopieren.
Mir ist ehrlich gesagt ziemlich egal, welche Berufsbezeichnung am Ende auf der Visitenkarte desjenigen steht, der einen Transfer federführend abwickelt. Wenn Galatasaray Gardi mit bestimmten Verhandlungen beauftragt und das funktioniert, habe ich damit überhaupt kein Problem. Genauso wenig hätte ich ein Problem damit, wenn ein klassischer Sportdirektor diese Aufgaben übernimmt. Entscheidend ist nicht, ob jemand „Sportdirektor“, „Berater“ oder sonst wie heißt. Entscheidend ist, welche Qualität am Ende im Kader landet, zu welchen Konditionen sie kommt und ob das Ganze in eine übergeordnete Planung passt.
Galatasaray geht hier schlicht einen anderen Weg. Anders bedeutet aber nicht automatisch schlechter.
In diesem Zusammenhang wird beispielsweise häufig Nwaneri beim BVB genannt und darauf verwiesen, wie schnell Dortmund diesen Transfer abgewickelt habe. Das klingt natürlich hervorragend, wenn man ausschließlich die Anzahl der Tage zwischen Gerücht und Vollzug betrachtet. Nur sagt die Geschwindigkeit eines Transfers ohne dessen Ausgangslage relativ wenig über die Qualität der handelnden Personen aus.
Wenn ein Spieler bei Arsenal ohnehin keine wirkliche Perspektive mehr besitzt und der Verein grundsätzlich bereit ist, ihn abzugeben, hast du eine völlig andere Verhandlungsposition. Arsenal muss nicht wochenlang davon überzeugt werden, überhaupt über einen Abgang zu sprechen. Der Spieler muss nicht aus einer zentralen sportlichen Rolle herausgelöst werden und der abgebende Klub hat wenig Interesse daran, den Vorgang künstlich zu erschweren.
Wenn in dieser Situation mit Dortmund dann auch noch die Nummer zwei aus Deutschland anklopft, sprechen wir für den Spieler sportlich und finanziell über eine völlig andere Ausgangslage als bei vielen Angeboten aus der Türkei. Arsenal bekommt eine Lösung für einen Spieler, mit dem man ohnehin nicht mehr plant, der Spieler bleibt auf einem sehr hohen europäischen Niveau und Dortmund bekommt einen interessanten Neuzugang. Natürlich kann so etwas innerhalb weniger Tage gehen.
Das kannst du aber kaum mit einem Transfer wie Leão vergleichen. Dort musst du zunächst überhaupt den Spieler von deinem Projekt, der Liga, dem sportlichen Plan und wahrscheinlich auch vom Gesamtpaket überzeugen. Anschließend verhandelst du mit einem Klub, dessen Ausgangsposition eine völlig andere ist. Solche Deals werden nicht plötzlich besser geführt, nur weil sie drei Tage dauern, und sie werden auch nicht automatisch schlecht geführt, weil man mehrere Wochen dafür benötigt.
Transfergeschwindigkeit ist kein Qualitätsmerkmal an sich. Einen Spieler zu verpflichten, den sein Verein ohnehin abgeben möchte, ist eine völlig andere Disziplin, als einen Spieler aus einer Situation herauszulösen, in der weder Klub noch Spieler ursprünglich zwingend einen Wechsel benötigen.
Deshalb würde ich weniger darauf schauen, welcher Verein seine Pressemitteilung drei Wochen früher veröffentlicht, und mehr darauf, was am Ende des Fensters tatsächlich im Kader steht. Dann kann man immer noch beurteilen, welche Strategie funktioniert hat. Der Transfermarkt ist schließlich kein Speedrun.
Sehr guter Beitrag, gefällt mir sehr. Möchte sogar behaupten, jemanden schnell zu holen ist eine schlechtere Arbeit. Weil wie funktioniert das? Du gehst und fragst einen Verein und den Manager, wieviel und was die verlangen. Die Antwort kommt, „xyz‘! Du sagst ok hier und hast ihn! Nur weil man sich nun schnell geeinigt hat, heißt das nicht das man gut gearbeitet hat.
Wenn wir am Anfang Leao für sagen wir irgendwas zwischen 50-55 mio geholt hätte, würden einige denken „Tolle Arbeit innerhalb einer Woche Leao für 55 geholt und das noch vor august“ aber wenn man ihn jetzt für 38 mio holt, haben die Leute einen bitteren Beigeschmack, nur weil sie selber kein Geduld haben.
Stimme ebenso zu, sehr guter Beitrag! Ich würde sogar folgenden Punkt hinzufügen: Aus unserer Sicht war das sogar eine echt schwere Aufgabe und alles andere als leicht, jemanden wie Leão zu uns zu holen und das bedarf echt an Durchhaltevermögen. Besonders als Aston Villa noch reingegrätscht und versucht hat, ihn uns vor der Nase wegzuschnappen.
Social Media macht halt nun wieder das, was es am besten kann und das ist die Menschen ungeduldig zu machen und ständig mit irgendwelchen bedeutungslosen Meldungen für Verwirrung zu sorgen. Am Ende zählt doch eh, was auf dem Platz passiert und das reicht mir vollkommen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von o-al-95 am 02.09.2026 um 00:04 Uhr bearbeitet
02.09.2026 - 06:28 Uhr
Wenn man den Leão-Transfer mal nüchtern betrachtet, war das alles andere als ein Selbstläufer. Der Spieler hätte genauso gut in die Premier League wechseln können. Mit Aston Villa war zudem kein Verein aus dem Niemandsland interessiert, sondern ein CL-Teilnehmer aus der aktuell attraktivsten Liga der Welt. Unai wollte ihn unbedingt und hat meines Wissens bis zum Schluss um ihn gekämpft.
Natürlich dauert so ein Transfer länger. Du holst keinen Spieler ab, der sowieso weg muss und nur noch wissen möchte, wo er unterschreiben soll. Du musst Leão erstmal davon überzeugen, die Premier League und einen CL-Klub für Galatasaray abzulehnen. Dass er genau das getan hat, ist für mich hervorragende Arbeit aller Beteiligten.
Deshalb verstehe ich diese Kritik, der Vorstand sei grundsätzlich „zu langsam“, nur bedingt. Vor allem wenn dann als Gegenbeispiel Nwaneri und der BVB genannt werden.
Transfers lassen sich doch nicht anhand der benötigten Kalendertage miteinander vergleichen. Wenn Arsenal mit einem Spieler nicht mehr plant und grundsätzlich bereit ist, ihn abzugeben, hast du eine komplett andere Verhandlungsgrundlage. Dann kommt mit Dortmund die Nummer 2 aus Deutschland, CL, Bundesliga, entsprechendes Gehalt – natürlich kann das schnell gehen. Da musst du niemanden wochenlang davon überzeugen, überhaupt wechseln zu wollen.
Bei Leão konkurrierst du dagegen mit der Premier League und musst den Spieler aktiv von deinem Projekt überzeugen. Zwei komplett unterschiedliche Transfersituationen. Aber gut, mittlerweile scheint die Qualität eines Transfers teilweise daran gemessen zu werden, wie schnell Fabrizio Romano seinen Tweet absetzen kann.
Viel interessanter finde ich deshalb, wie man jetzt bei Yusuf Akçiçek reagiert hat.
Al-Hilal wollte Yusuf nur ziehen lassen, wenn vorher Ersatz kommt. Damit liegt ein entscheidender Teil des Transfers überhaupt nicht mehr in deiner Hand. Du kannst mit Yusuf und seinem Umfeld noch so weit sein – wenn die Saudis ihren Ersatz nicht bekommen, passiert gar nichts.
Und genau da finde ich den Switch zu Bitshiabu richtig stark.
Man hat sich offenbar nicht bis zum letzten Tag auf Al-Hilals Zögern verlassen und anschließend überrascht festgestellt, dass ein Verein seine vorher kommunizierte Bedingung tatsächlich ernst gemeint hat. Yusuf wird nicht freigegeben? Okay. Nächste Option. Und mit Bitshiabu wird unmittelbar ein Spieler konkret, den ich rein sportlich sogar stärker einschätze.
Genau DAS ist für mich vernünftige Transferarbeit.
Du brauchst nicht für jede Position einen einzigen Namen, an dem du dich anschließend drei Wochen festbeißt. Du brauchst verschiedene Szenarien. Wenn Option A an Umständen scheitert, die du selbst nicht kontrollieren kannst, muss Option B so weit vorbereitet sein, dass du reagieren kannst. Genau danach sieht es hier aus.
Ich hatte ja schon ein paar Seiten vorher geschrieben, dass ich Bitshiabu spielerisch interessanter finde als Yusuf. PSG-Ausbildung, brutale körperliche Voraussetzungen, trotzdem technisch ordentlich und mit einem Profil, bei dem noch einiges an Entwicklung möglich ist. Das Paket gefällt mir einfach.
Natürlich wäre Yusuf für die Kaderplanung wesentlich angenehmer gewesen. Darüber brauchen wir gar nicht diskutieren. Türkischer Spieler, dadurch kein zusätzlicher Stress bei den Ausländerplätzen und insgesamt deutlich mehr Flexibilität für die restlichen Transfers. In unserer aktuellen Situation ist das ein enormes Argument für ihn.
Nur sollte die Registrierung irgendwann auch nicht zum alleinigen sportlichen Entscheidungskriterium werden.
Wenn du intern der Überzeugung bist, dass Bitshiabu der bessere Innenverteidiger ist und langfristig das höhere Niveau erreichen kann, dann holst du im Zweifel eben den besseren Fußballer und musst die Kaderproblematik an anderer Stelle lösen. Yusuf nur deshalb zwanghaft bis zur letzten Minute hinterherzulaufen, weil sein Pass besser in unsere Excel-Tabelle passt, wäre genauso wenig sinnvoll.
Vor allem hätte ich ein Problem damit gehabt, wenn wir jetzt weiterhin auf Al-Hilal warten würden. Deadline rückt näher, die Saudis suchen gemütlich ihren Ersatz und wir sitzen daneben und hoffen, dass irgendwo noch ein Dominostein umfällt. Genau so verbrennst du am Ende ein Transferfenster.
Stattdessen: Bedingung von Al-Hilal erfüllt sich nicht, Yusuf wird nicht freigegeben, Bitshiabu wird eingefädelt. So muss eine Alternative funktionieren.
Und genau deshalb passt für mich auch die Erzählung vom angeblich komplett planlosen oder viel zu langsamen Vorstand nicht so richtig zusammen. Man kann einzelne Entscheidungen kritisieren, selbstverständlich. Mache ich auch. Aber wenn man Geschwindigkeit beim BVB als Beweis für hervorragende Arbeit heranzieht, muss man umgekehrt auch anerkennen, wenn GS bei einer blockierten Personalie offensichtlich schnell umschaltet und eine qualitativ starke Alternative aus dem Hut zieht.
Zumal „schnell“ auf dem Transfermarkt sowieso relativ ist. Einen aussortierten Spieler von Arsenal zu überzeugen, zu einem deutschen CL-Klub zu wechseln, ist nun einmal eine andere Aufgabe, als Leão davon zu überzeugen, Aston Villa und die Premier League abzusagen. Wer beides einfach unter „Transferdauer“ verbucht, vergleicht am Ende nur zwei Datumsangaben und nicht zwei Verhandlungen.
Bei Yusuf ist es ähnlich. Galatasaray kann Al-Hilal schlecht den Ersatzspieler gleich mitverpflichten, damit sie uns anschließend Yusuf verkaufen. Irgendwann erreichst du den Punkt, an dem weiteres Warten keine Geduld mehr ist, sondern Abhängigkeit.
Dann musst du switchen.
Und wenn der Switch am Ende tatsächlich von Yusuf zu Bitshiabu lautet, habe ich sportlich damit überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Rein vom Spieler halte ich den Franzosen für die spannendere Lösung.
Yusuf wäre der wesentlich bequemere Transfer für unsere Kaderstruktur gewesen.
Bitshiabu könnte dafür der bessere Transfer für den Platz sein.
Wenn man jetzt noch die daraus entstehenden Probleme bei den Ausländer- und U23-Plätzen vernünftig gelöst bekommt, nehme ich Letzteres sehr gerne.
Das mit Yusuf sollte wohl einfach nicht sein. Kein Drama, kein wochenlanges Hinterhertrauern und bitte auch keine Deadline-Day-Seifenoper mit Al-Hilal.
Weiter zum nächsten.
Und wenn der nächste Bitshiabu heißt: sehr gerne.
Natürlich dauert so ein Transfer länger. Du holst keinen Spieler ab, der sowieso weg muss und nur noch wissen möchte, wo er unterschreiben soll. Du musst Leão erstmal davon überzeugen, die Premier League und einen CL-Klub für Galatasaray abzulehnen. Dass er genau das getan hat, ist für mich hervorragende Arbeit aller Beteiligten.
Deshalb verstehe ich diese Kritik, der Vorstand sei grundsätzlich „zu langsam“, nur bedingt. Vor allem wenn dann als Gegenbeispiel Nwaneri und der BVB genannt werden.
Transfers lassen sich doch nicht anhand der benötigten Kalendertage miteinander vergleichen. Wenn Arsenal mit einem Spieler nicht mehr plant und grundsätzlich bereit ist, ihn abzugeben, hast du eine komplett andere Verhandlungsgrundlage. Dann kommt mit Dortmund die Nummer 2 aus Deutschland, CL, Bundesliga, entsprechendes Gehalt – natürlich kann das schnell gehen. Da musst du niemanden wochenlang davon überzeugen, überhaupt wechseln zu wollen.
Bei Leão konkurrierst du dagegen mit der Premier League und musst den Spieler aktiv von deinem Projekt überzeugen. Zwei komplett unterschiedliche Transfersituationen. Aber gut, mittlerweile scheint die Qualität eines Transfers teilweise daran gemessen zu werden, wie schnell Fabrizio Romano seinen Tweet absetzen kann.
Viel interessanter finde ich deshalb, wie man jetzt bei Yusuf Akçiçek reagiert hat.
Al-Hilal wollte Yusuf nur ziehen lassen, wenn vorher Ersatz kommt. Damit liegt ein entscheidender Teil des Transfers überhaupt nicht mehr in deiner Hand. Du kannst mit Yusuf und seinem Umfeld noch so weit sein – wenn die Saudis ihren Ersatz nicht bekommen, passiert gar nichts.
Und genau da finde ich den Switch zu Bitshiabu richtig stark.
Man hat sich offenbar nicht bis zum letzten Tag auf Al-Hilals Zögern verlassen und anschließend überrascht festgestellt, dass ein Verein seine vorher kommunizierte Bedingung tatsächlich ernst gemeint hat. Yusuf wird nicht freigegeben? Okay. Nächste Option. Und mit Bitshiabu wird unmittelbar ein Spieler konkret, den ich rein sportlich sogar stärker einschätze.
Genau DAS ist für mich vernünftige Transferarbeit.
Du brauchst nicht für jede Position einen einzigen Namen, an dem du dich anschließend drei Wochen festbeißt. Du brauchst verschiedene Szenarien. Wenn Option A an Umständen scheitert, die du selbst nicht kontrollieren kannst, muss Option B so weit vorbereitet sein, dass du reagieren kannst. Genau danach sieht es hier aus.
Ich hatte ja schon ein paar Seiten vorher geschrieben, dass ich Bitshiabu spielerisch interessanter finde als Yusuf. PSG-Ausbildung, brutale körperliche Voraussetzungen, trotzdem technisch ordentlich und mit einem Profil, bei dem noch einiges an Entwicklung möglich ist. Das Paket gefällt mir einfach.
Natürlich wäre Yusuf für die Kaderplanung wesentlich angenehmer gewesen. Darüber brauchen wir gar nicht diskutieren. Türkischer Spieler, dadurch kein zusätzlicher Stress bei den Ausländerplätzen und insgesamt deutlich mehr Flexibilität für die restlichen Transfers. In unserer aktuellen Situation ist das ein enormes Argument für ihn.
Nur sollte die Registrierung irgendwann auch nicht zum alleinigen sportlichen Entscheidungskriterium werden.
Wenn du intern der Überzeugung bist, dass Bitshiabu der bessere Innenverteidiger ist und langfristig das höhere Niveau erreichen kann, dann holst du im Zweifel eben den besseren Fußballer und musst die Kaderproblematik an anderer Stelle lösen. Yusuf nur deshalb zwanghaft bis zur letzten Minute hinterherzulaufen, weil sein Pass besser in unsere Excel-Tabelle passt, wäre genauso wenig sinnvoll.
Vor allem hätte ich ein Problem damit gehabt, wenn wir jetzt weiterhin auf Al-Hilal warten würden. Deadline rückt näher, die Saudis suchen gemütlich ihren Ersatz und wir sitzen daneben und hoffen, dass irgendwo noch ein Dominostein umfällt. Genau so verbrennst du am Ende ein Transferfenster.
Stattdessen: Bedingung von Al-Hilal erfüllt sich nicht, Yusuf wird nicht freigegeben, Bitshiabu wird eingefädelt. So muss eine Alternative funktionieren.
Und genau deshalb passt für mich auch die Erzählung vom angeblich komplett planlosen oder viel zu langsamen Vorstand nicht so richtig zusammen. Man kann einzelne Entscheidungen kritisieren, selbstverständlich. Mache ich auch. Aber wenn man Geschwindigkeit beim BVB als Beweis für hervorragende Arbeit heranzieht, muss man umgekehrt auch anerkennen, wenn GS bei einer blockierten Personalie offensichtlich schnell umschaltet und eine qualitativ starke Alternative aus dem Hut zieht.
Zumal „schnell“ auf dem Transfermarkt sowieso relativ ist. Einen aussortierten Spieler von Arsenal zu überzeugen, zu einem deutschen CL-Klub zu wechseln, ist nun einmal eine andere Aufgabe, als Leão davon zu überzeugen, Aston Villa und die Premier League abzusagen. Wer beides einfach unter „Transferdauer“ verbucht, vergleicht am Ende nur zwei Datumsangaben und nicht zwei Verhandlungen.
Bei Yusuf ist es ähnlich. Galatasaray kann Al-Hilal schlecht den Ersatzspieler gleich mitverpflichten, damit sie uns anschließend Yusuf verkaufen. Irgendwann erreichst du den Punkt, an dem weiteres Warten keine Geduld mehr ist, sondern Abhängigkeit.
Dann musst du switchen.
Und wenn der Switch am Ende tatsächlich von Yusuf zu Bitshiabu lautet, habe ich sportlich damit überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Rein vom Spieler halte ich den Franzosen für die spannendere Lösung.
Yusuf wäre der wesentlich bequemere Transfer für unsere Kaderstruktur gewesen.
Bitshiabu könnte dafür der bessere Transfer für den Platz sein.
Wenn man jetzt noch die daraus entstehenden Probleme bei den Ausländer- und U23-Plätzen vernünftig gelöst bekommt, nehme ich Letzteres sehr gerne.
Das mit Yusuf sollte wohl einfach nicht sein. Kein Drama, kein wochenlanges Hinterhertrauern und bitte auch keine Deadline-Day-Seifenoper mit Al-Hilal.
Weiter zum nächsten.
Und wenn der nächste Bitshiabu heißt: sehr gerne.
02.09.2026 - 07:03 Uhr
Laut Samoş hat man Nhaga anderen Vereinen aus der SL angeboten - ich hoffe, nur als Leihspieler.
Die Transfersaison ist so gut wie abgeschlossen. Nur wenn man Nhaga verleihen und gleichzeitig einen guten ZM angeln kann, könnte es Bewegung geben. Es wird über Spieler wie Camara oder Danois gemunkelt. Dürfte nicht einfach werden.
Glückwunsch zur Verpflichtung von Gül und Bitshiabu. Interessante Leute zu vernünftigen Konditionen.
Die Transfersaison ist so gut wie abgeschlossen. Nur wenn man Nhaga verleihen und gleichzeitig einen guten ZM angeln kann, könnte es Bewegung geben. Es wird über Spieler wie Camara oder Danois gemunkelt. Dürfte nicht einfach werden.
Glückwunsch zur Verpflichtung von Gül und Bitshiabu. Interessante Leute zu vernünftigen Konditionen.
02.09.2026 - 07:28 Uhr
Camara bitte holen.
02.09.2026 - 09:20 Uhr
Laut Ugur K. soll man Camara und Danois im Blick haben.
Göztepe will wohl Nhaga leihen, aber nur mit einer KO.
IBB hätte Interesse an einer Lemina Leihe.
Göztepe will wohl Nhaga leihen, aber nur mit einer KO.
IBB hätte Interesse an einer Lemina Leihe.
02.09.2026 - 09:48 Uhr
Jeder schreibt hier Camara als gäbe es nur diesen einen?
Um welchen geht es hier denn genau? Ich hoffe ihr meint nicht Lamine.
Um welchen geht es hier denn genau? Ich hoffe ihr meint nicht Lamine.
02.09.2026 - 09:49 Uhr
Zitat von Gsli51
Jeder schreibt hier Camara als gäbe es nur diesen einen?
Um welchen geht es hier denn genau? Ich hoffe ihr meint nicht Lamine.
Jeder schreibt hier Camara als gäbe es nur diesen einen?
Um welchen geht es hier denn genau? Ich hoffe ihr meint nicht Lamine.
Um ihn geht es.
Ich weiß beim besten Willen nicht wie man vor hat mit gefühlt 10 ZMs in die Saison zu gehen 😀
02.09.2026 - 09:50 Uhr
Zitat von MuSa1905
Laut Ugur K. soll man Camara und Danois im Blick haben.
Göztepe will wohl Nhaga leihen, aber nur mit einer KO.
IBB hätte Interesse an einer Lemina Leihe.
Laut Ugur K. soll man Camara und Danois im Blick haben.
Göztepe will wohl Nhaga leihen, aber nur mit einer KO.
IBB hätte Interesse an einer Lemina Leihe.
Der wird gerade von unserem yönetim komplett ausgeschlossen und hat keine Infos von uns. Macht nix weiteres als auf gut Glück raten und andere kopieren.
Allerdingst könnte er zu gözgöz und ibb Kontakte haben. Also könnten diese Stimmen. Ob wohl die 2 schon seit Wochen in den Medien stehen.
Denke Lemina geht nur, wenn Camavinga oder so kommen.
02.09.2026 - 09:58 Uhr
@Aslankiral Woher hast du die Info das er ausgeschlossen wurde?
02.09.2026 - 10:03 Uhr
Es wurden mal ein paar Journalisten aufgezählt, ist mir im Gedächtnis geblieben.
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