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Marcel Rapp
Geburtsdatum 16.04.1979
Alter 47
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein FC St. Pauli

Marcel Rapp [Trainer]

01.10.2021 - 18:36 Uhr
Marcel Rapp [Trainer] |#451
14.12.2025 - 14:28 Uhr
Ich habe mich nach dem Spiel gegen Braunschweig zurückgehalten, weil es eine englische Woche war und einige Stammspieler gut 120 Minuten auf dem Platz standen.

Nach der Leistung gegen Magdeburg muss ich nun aber sagen: Ich sehe keine Zukunft mit Rapps Spielsystem. Es ist nach 16 Spieltagen keine Entwicklung, keine Tendenz nach oben zu erkennen. Gar nichts. Bochum war als Mitabsteiger noch schlechter als wir gestartet, hat uns aber inzwischen überholt und steht auf Platz 9. Klose hatte mit Nürnberg einen wirklichen Horrorstart, hat aber die Kurve bekommen uns ebenfalls überholt und hat genausoviele Punkte wie Bochum.

Wir haben an Rapp trotz Abstieg festgehalten, im Glauben, dass man durch Konstanz und außer Kraft setzen der üblichen Mechanismen in der Branche mittel- und langfristig besser fährt als andere.

Wir hatten nach dem Abstieg durch die Bundesligaeinnahmen zum ersten Mal freie Hand auf dem Transfermarkt und konnten uns genau die Spieler holen, die zu Rapp und seiner Spielidee passen. Rebbe hat die Neuverpflichtungen frühzeitig getätigt, Rapp hatte die komplette neue Mannschaft bis auf die Nachverpflichtung von Kapralik zu Trainingsbeginn zur Verfügung. Er hatte die volle Vorbereitung mit den Spielern, im Gegensatz zur Vorsaison in der Bundesliga, wo sich die Transfers zogen.

Es war ein Umbruch, aber das hatten andere Teams auch, das kann nach 16 Spieltagen nicht mehr als Entschuldigung gelten. Zumindest Ansätze einer positiven Entwicklung müsste man sehen.

Die sieht man aber nicht. Im Gegenteil, nach jeder Länderspielpause kam das Team nicht verbessert zurück, sondern mit unglaublich schwachen Spielleistungen. Das Team wird mit der Zeit nicht besser, nein es muss sich durch Pflichtspiele das Niveau zurückerarbeiten, dass es zuvor bereits gehabt hat.

Für mich zeigt das, dass der Trainer fundamental Dinge falsch angeht und sein System, seine Spielidee die Spieler hemmt. Das System ist zu kompliziert. Es unterdrückt einen natürlichen Spielfluss zugunsten von Kontrolle und Vorgehen nach dem Konzept des Trainers. Dadurch wird nicht nur Dynamik aus dem Spiel genommen, man nutzt auch nicht die Schwächen des gegnerischen Teams aus, die uns angeboten werden. Jeder Gegner wird gleichartig bespielt egal wie stark oder schwach die gegnerische Mannschaft ist. Das führt dann gegen Bundesligisten in Pokalspielen vielleicht zum Erfolg, ist aber in der 2. Liga offenkundig ungeeignet.

Tolkin wurde gegen Madgeburg auf der "fußfalschen Seite" eingesetzt, wie Rapp in der Pressekonferenz nach dem Spiel selbst zugab: Das sei nicht so schlimm, Tolkin könne ja nach innen ziehen und dann mit seinem starken Fuß abschließen. Das sagt eigentlich schon alles. Ich will dieses krampfhafte Flexibilisieren der Spieler nicht mehr sehen. Unsere Spieler sollen zukünftig dort eingesetzt werden, wo ihre Positionen sind und auf der Seite wo sie ihre Stärken haben. Der Wettbewerb wird jedes Jahr stärker in den Ligen, immer mehr Vereine haben gute Konzepte und alte Traditionsvereine finden wieder zu früherer Stärke zurück, wir haben nicht den Luxus, Spieler ineffizient aufzustellen, und ich habe diese Saison noch keinen Nutzen gesehen, dass wir unvorhergesehen aufgestellt haben oder dass Spieler flexibel auf dem Spielfeld ihre Positionen gewechselt haben. Der gewünschte Überraschungseffekt verpufft, wenn dadurch unsere eigenen Spieler nicht gut abgestimmt kombinieren, und das sieht man diese Saison vor allem im letzten Drittel vor dem Strafraum des Gegners. Ich kann nicht mehr abzählen, wie häufig ein Spieler einen Ball irgendwohin spielt wo kein Kieler steht und eine gute Offensivaktion im Nichts verpufft.

Die Strategie der Vertikalpässe in die Tiefe ist brotlos. Erstens setzt sie auf einen Überraschungseffekt, den es nichtmehr gibt, weil die Gegner sich auf uns vernünftig vorbereiten. Diese Pässe werden immer häufiger abgefangen, führen zu einem Ballverlust und im Schlimmsten Fall zu einem Konter für den Gegner. Dies führt auch dazu dass unsere Spieler zu häufig fehlgeschlagene Spielzüge defensiv "retten" müssen, und mit viel Kraftaufwand dem Ball hinterherrennen und auch taktisch foulen müssen. Generell laufen wir regelmäßig 5 km mehr als die Gegner, ohne dass es im Spiel Vorteile bringt. Im Gegenteil, unsere Mannschaft ist in den letzten 20 Minuten häufiger mal platt und versucht nur noch Ergebnis über die Zeit zu retten, wie zuletzt gegen Braunschweig. Und die zusätzliche Laufleistung dient viel zu häufig nur dazu, die Ineffizienz von Rapps Spielideen auszugleichen.

Rapps System hat sich in der Bundesliga nicht bewährt. Obwohl früher gesagt wurde, seine komplizierte Spielweise wird uns gegen starke oder überlegene Gegner weiterhelfen. Das hat man noch akzeptiert. Aber nun hat uns er unter besten Voraussetzungen, trotz eines Umbruchs mitten in den Abstiegskampf in der 2. Liga geführt, und das ist nicht akzeptabel. Nicht nach 4 Jahren, nicht nach der Entwicklung und den inzwischen gewachsenen finanziellen Rahmenbedingungen. Die Gefahr eines Abstiegs in die 3. Liga ist inakzetabel, und das Minimalziel, wenigstens aus der Abstiegszone herauszubleiben hat er nicht erfüllt.

Gegen Braunschweig und Madgeburg fällt nun noch auf, dass diese Mannschaften uns nicht als Bundesligaabsteiger und eine starke Mannschaft ansehen, sondern dass sie uns wahrscheinlich auch ganz richtig als schwache Mannschaft sehen, gegen die man im Abstiegskampf Punkte holen kann und muss. Wir sind jetzt zweimal mit einem blauen Auge davongekommen. Zweimal waren wir nicht die bessere Mannschaft auf dem Platz. Unsere Schwächen werden selbst von abstiegsbedrohten Mannschaften ausgenutzt. Das offensichtlichste ist hohes Pressing gegen uns, und dass kriegen selbst Mannschaften hin, die uns qualitativ eigentlich unterlegen sind. Das ist vollkommen inakzeptabel.

Wo ist die Perspektive für die Zukunft mit Rapps System? Selbst wenn wir gegen Dresden gewinnen sollten?
Es war selten so offenkundig, dass der Trainer das Problem ist und gehen sollte, leider. Ich bin nach wie vor für einen Kieler Weg, dieser muss aber nicht zwingend mit demselben Trainer gegangen werden, dem man bis zum bitteren Ende die Nibelungentreue hält. Holt einen neuen Trainer, der ebenfalls Spieler entwickelt und offensivfreudigen Fussball spielen lässt. Da muss es doch auf dem Markt auch andere Trainer geben!
Aber bitte nicht den nächsten Konzepttrainer, holt jemanden, der sich die bestehende Mannschaft anschaut und erstmal einfach nach den vorhandenen Stärken aufstellt, und das System an die Spieler anpasst, statt die Spieler in ein vorgefertigtes System zu pressen. Holt einen Motivator oder Kumpeltyp wie Klopp es in Mainz war, oder den Feuerwehrmann, der erstmal nur die Saison rettet. Ich will einfachen aber offensivfreudigen Fussball sehen! Ich will aber vor allem in der aktuellen Situation Pragmatismus und vorübergehend einen Fokus auf kurzfristige Ziele sehen. Das muss doch möglich sein!

Wir sollten die Mannschaft, die wir zusammengestellt haben schützen. Die Spieler haben Qualität, sie bringen sie nur nicht auf den Rasen. Wir müssen verhindern, dass die jungen Talente reißausnehmen und am Saisonende nach Möglichkeiten suchen, wie sie möglichst schnell aus Kiel wegkommen.

Bitte werden sie jetzt aktiv, Herr Rebbe, und installieren sie in der Winterpause einen neuen Trainer.
Marcel Rapp [Trainer] |#452
14.12.2025 - 14:55 Uhr
Zitat von Holstein86

Ich habe mich nach dem Spiel gegen Braunschweig zurückgehalten, weil es eine englische Woche war und einige Stammspieler gut 120 Minuten auf dem Platz standen.

Nach der Leistung gegen Magdeburg muss ich nun aber sagen: Ich sehe keine Zukunft mit Rapps Spielsystem. Es ist nach 16 Spieltagen keine Entwicklung, keine Tendenz nach oben zu erkennen. Gar nichts. Bochum war als Mitabsteiger noch schlechter als wir gestartet, hat uns aber inzwischen überholt und steht auf Platz 9. Klose hatte mit Nürnberg einen wirklichen Horrorstart, hat aber die Kurve bekommen uns ebenfalls überholt und hat genausoviele Punkte wie Bochum.

Wir haben an Rapp trotz Abstieg festgehalten, im Glauben, dass man durch Konstanz und außer Kraft setzen der üblichen Mechanismen in der Branche mittel- und langfristig besser fährt als andere.

Wir hatten nach dem Abstieg durch die Bundesligaeinnahmen zum ersten Mal freie Hand auf dem Transfermarkt und konnten uns genau die Spieler holen, die zu Rapp und seiner Spielidee passen. Rebbe hat die Neuverpflichtungen frühzeitig getätigt, Rapp hatte die komplette neue Mannschaft bis auf die Nachverpflichtung von Kapralik zu Trainingsbeginn zur Verfügung. Er hatte die volle Vorbereitung mit den Spielern, im Gegensatz zur Vorsaison in der Bundesliga, wo sich die Transfers zogen.

Es war ein Umbruch, aber das hatten andere Teams auch, das kann nach 16 Spieltagen nicht mehr als Entschuldigung gelten. Zumindest Ansätze einer positiven Entwicklung müsste man sehen.

Die sieht man aber nicht. Im Gegenteil, nach jeder Länderspielpause kam das Team nicht verbessert zurück, sondern mit unglaublich schwachen Spielleistungen. Das Team wird mit der Zeit nicht besser, nein es muss sich durch Pflichtspiele das Niveau zurückerarbeiten, dass es zuvor bereits gehabt hat.

Für mich zeigt das, dass der Trainer fundamental Dinge falsch angeht und sein System, seine Spielidee die Spieler hemmt. Das System ist zu kompliziert. Es unterdrückt einen natürlichen Spielfluss zugunsten von Kontrolle und Vorgehen nach dem Konzept des Trainers. Dadurch wird nicht nur Dynamik aus dem Spiel genommen, man nutzt auch nicht die Schwächen des gegnerischen Teams aus, die uns angeboten werden. Jeder Gegner wird gleichartig bespielt egal wie stark oder schwach die gegnerische Mannschaft ist. Das führt dann gegen Bundesligisten in Pokalspielen vielleicht zum Erfolg, ist aber in der 2. Liga offenkundig ungeeignet.

Tolkin wurde gegen Madgeburg auf der "fußfalschen Seite" eingesetzt, wie Rapp in der Pressekonferenz nach dem Spiel selbst zugab: Das sei nicht so schlimm, Tolkin könne ja nach innen ziehen und dann mit seinem starken Fuß abschließen. Das sagt eigentlich schon alles. Ich will dieses krampfhafte Flexibilisieren der Spieler nicht mehr sehen. Unsere Spieler sollen zukünftig dort eingesetzt werden, wo ihre Positionen sind und auf der Seite wo sie ihre Stärken haben. Der Wettbewerb wird jedes Jahr stärker in den Ligen, immer mehr Vereine haben gute Konzepte und alte Traditionsvereine finden wieder zu früherer Stärke zurück, wir haben nicht den Luxus, Spieler ineffizient aufzustellen, und ich habe diese Saison noch keinen Nutzen gesehen, dass wir unvorhergesehen aufgestellt haben oder dass Spieler flexibel auf dem Spielfeld ihre Positionen gewechselt haben. Der gewünschte Überraschungseffekt verpufft, wenn dadurch unsere eigenen Spieler nicht gut abgestimmt kombinieren, und das sieht man diese Saison vor allem im letzten Drittel vor dem Strafraum des Gegners. Ich kann nicht mehr abzählen, wie häufig ein Spieler einen Ball irgendwohin spielt wo kein Kieler steht und eine gute Offensivaktion im Nichts verpufft.

Die Strategie der Vertikalpässe in die Tiefe ist brotlos. Erstens setzt sie auf einen Überraschungseffekt, den es nichtmehr gibt, weil die Gegner sich auf uns vernünftig vorbereiten. Diese Pässe werden immer häufiger abgefangen, führen zu einem Ballverlust und im Schlimmsten Fall zu einem Konter für den Gegner. Dies führt auch dazu dass unsere Spieler zu häufig fehlgeschlagene Spielzüge defensiv "retten" müssen, und mit viel Kraftaufwand dem Ball hinterherrennen und auch taktisch foulen müssen. Generell laufen wir regelmäßig 5 km mehr als die Gegner, ohne dass es im Spiel Vorteile bringt. Im Gegenteil, unsere Mannschaft ist in den letzten 20 Minuten häufiger mal platt und versucht nur noch Ergebnis über die Zeit zu retten, wie zuletzt gegen Braunschweig. Und die zusätzliche Laufleistung dient viel zu häufig nur dazu, die Ineffizienz von Rapps Spielideen auszugleichen.

Rapps System hat sich in der Bundesliga nicht bewährt. Obwohl früher gesagt wurde, seine komplizierte Spielweise wird uns gegen starke oder überlegene Gegner weiterhelfen. Das hat man noch akzeptiert. Aber nun hat uns er unter besten Voraussetzungen, trotz eines Umbruchs mitten in den Abstiegskampf in der 2. Liga geführt, und das ist nicht akzeptabel. Nicht nach 4 Jahren, nicht nach der Entwicklung und den inzwischen gewachsenen finanziellen Rahmenbedingungen. Die Gefahr eines Abstiegs in die 3. Liga ist inakzetabel, und das Minimalziel, wenigstens aus der Abstiegszone herauszubleiben hat er nicht erfüllt.

Gegen Braunschweig und Madgeburg fällt nun noch auf, dass diese Mannschaften uns nicht als Bundesligaabsteiger und eine starke Mannschaft ansehen, sondern dass sie uns wahrscheinlich auch ganz richtig als schwache Mannschaft sehen, gegen die man im Abstiegskampf Punkte holen kann und muss. Wir sind jetzt zweimal mit einem blauen Auge davongekommen. Zweimal waren wir nicht die bessere Mannschaft auf dem Platz. Unsere Schwächen werden selbst von abstiegsbedrohten Mannschaften ausgenutzt. Das offensichtlichste ist hohes Pressing gegen uns, und dass kriegen selbst Mannschaften hin, die uns qualitativ eigentlich unterlegen sind. Das ist vollkommen inakzeptabel.

Wo ist die Perspektive für die Zukunft mit Rapps System? Selbst wenn wir gegen Dresden gewinnen sollten?
Es war selten so offenkundig, dass der Trainer das Problem ist und gehen sollte, leider. Ich bin nach wie vor für einen Kieler Weg, dieser muss aber nicht zwingend mit demselben Trainer gegangen werden, dem man bis zum bitteren Ende die Nibelungentreue hält. Holt einen neuen Trainer, der ebenfalls Spieler entwickelt und offensivfreudigen Fussball spielen lässt. Da muss es doch auf dem Markt auch andere Trainer geben!
Aber bitte nicht den nächsten Konzepttrainer, holt jemanden, der sich die bestehende Mannschaft anschaut und erstmal einfach nach den vorhandenen Stärken aufstellt, und das System an die Spieler anpasst, statt die Spieler in ein vorgefertigtes System zu pressen. Holt einen Motivator oder Kumpeltyp wie Klopp es in Mainz war, oder den Feuerwehrmann, der erstmal nur die Saison rettet. Ich will einfachen aber offensivfreudigen Fussball sehen! Ich will aber vor allem in der aktuellen Situation Pragmatismus und vorübergehend einen Fokus auf kurzfristige Ziele sehen. Das muss doch möglich sein!

Wir sollten die Mannschaft, die wir zusammengestellt haben schützen. Die Spieler haben Qualität, sie bringen sie nur nicht auf den Rasen. Wir müssen verhindern, dass die jungen Talente reißausnehmen und am Saisonende nach Möglichkeiten suchen, wie sie möglichst schnell aus Kiel wegkommen.

Bitte werden sie jetzt aktiv, Herr Rebbe, und installieren sie in der Winterpause einen neuen Trainer.


Ich habe dazu ja was in dem Situations Thread geschrieben. Es fehlen uns von Anfang an die Ergebnisse. Meiner Meinung nach ist das ausschlaggebend. Wenn wir von Beginn an Erfolg gehabt hätten, gerade wenn man auf Entwicklung setzt, ist dieser wichtig, würden auch andere Dinge schneller und besser vorangehen. Die Integration der jungen ausländischen Spieler geht dann schneller. Die Stimmung ist besser und die Mannschaft wächst schneller zusammen. Der Erfolg ist ausgeblieben. Da ist in der Mannschaft dann jeder eher mit sich selbst beschäftigt. Die Stimmung ist nicht so gut. Es dauert länger, bis sich die Mannschaft findet. Ich denke, dass das Potenzial unbestritten ist. Ich denke sogar, dass die Mannschaft auch Qualität hat, aber sie bekommt sie nicht auf den Rasen. Sie bekommt die PS, wie man so schön sagt, nicht auf die Straße. Meiner Meinung nach liegt das in erster Linie an den fehlenden Ergebnissen.

Dass es auch andere Punkte gibt, ist aber auch richtig. Es stimmt, dass wir eher auf hybride Spieler setzen. Spieler müssen verschiedene Positionen, am besten ohne Qualitätsverlust, abdecken können. Vielleicht ist das eine Vorgabe des Trainers, weil er der Ansicht ist, dass Spieler auf Profi Niveau verschiedene Aufgaben umsetzen müssen. Ich weiss das nicht. Irgendwie denke ich aber, dass es am ehesten eine Kostenfrage ist. Spezialisten sind teurer. Man sieht das gut an der Position der Schienenspieler bei uns. Im rappschen System ist das die wichtigste Position, aber wir haben keine gelernten Schienenspieler. Tolkin und Rosenboom sind Aussenverteidiger der eher klassischeren Prägung. Sie sind keine gelernten Schienenspieler. Gelernte Schienenspieler müssen sowohl defensive als auch offensiv ihre Stärken haben. Sie müssen ihre Seite defensiv im Griff haben und auch offensiv entsprechende Akzente setzen. Davon lebt das System. Tolkin hat, meiner Meinung nach, am ehesten dieses Niveau, aber sein offensiver Input ist ausbaufähig. Vielleicht liegt das daran, dass er durch den Gold Cup überspielt ist. Rosenboom ist zwar defensiv stabil, aber es kommt offensiv nicht genug. Wir haben also besonders für die rechte Seite keine Idealbesetzung. Auch andere, wie Bernhardsson und Niehoff, die sich auf dieser Position versucht haben, sind es nicht. Es fehlen uns Spezialisten. Gelernte Schienenspieler sind aber selten und wenn es welche gibt, dann sind sie teuer, weil sie begehrt sind. Das verdeutlicht gut das Dilemma. Wenn man Dreierkette spielt, braucht man diese Schienenspieler und die müssen eine entsprechende Qualität mitbringen. Auch die Besetzung im Sturm wäre entsprechend zu analysieren. Wir haben Pichler, Arp und Machino abgegeben, aber wir haben nur einen Müller als Mittelstürmer dazugeholt. Das ist alleine schon nominell zu wenig. Auch Holtby und Gigovic wurden nicht entsprechend ersetzt.

Auch andere Bereiche, wie Hierarchie und Struktur der Mannschaft, wurden nicht entsprechend angegangen. Ich habe es schon woanders geschrieben. Es fehlen uns Führungsspieler, die aufgrund ihrer Vita und Erfahrung sofort als solche akzeptiert sind. Wir haben da kein entsprechendes Gerüst. Es wurden in der Transferphase also handwerkliche Fehler in der Kaderplanung gemacht. Rapp hat also seinen Anteil. Ich bin mit dem Fußball, den wir spielen, auch nicht zufrieden. Ich fühle mich an schlimmste Tage in Liga 3 erinnert. Gestern habe ich gedacht, dass wir auf dem Niveau von unserem 1:1 in Regensburg damals sind. Trotzdem denke ich nicht, dass alles mit einem Schlag besser wird, nur weil Rapp auf einmal weg ist. Ich denke, dass es noch andere Probleme gibt, die mit der Kaderzusammenstellung zu tun haben. Die Frage ist dann: Was ist das Grundproblem? Ist es wirklich der Trainer oder sind es die strukturellen Defizite in der Kaderzusammenstellung? Wenn es der Trainer ist, sollte er gehen. Wenn die strukturellen Defizite in der Kaderzusammenstellung sind, ändert sich nichts, solange diese nicht behoben werden. Da kann dann auch ein neuer Trainer kommen und er wird die gleichen Probleme haben.

•     •     •

Freiheit heißt, Leuten Dinge zu sagen, die sie nicht hören wollen.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von henry78 am 14.12.2025 um 15:07 Uhr bearbeitet
Marcel Rapp [Trainer] |#453
14.12.2025 - 16:18 Uhr
Ich habe gerade den KN Podcast gehört. Geidel sagt da, dass es nach dem katastrophalen Spiel in Lautern eine Vorgabe für Rapp gab. Aus den Spielen gegen Hertha, Braunschweig, Dresden und Magdeburg muss er 6 Punkte holen. Die kann er, nach zwei Remis, jetzt schon nicht mehr erreichen. Wenn es diese Vorgabe gab und Rebbe konsequent ist, dann müsste er eigentlich nach dem Spiel gegen Dresden handeln, es sei denn es gibt einen überzeugenden Sieg und Rebbe vergisst die Vorgaben, bzw. es kommt darauf an, ob Rebbe Rapp wirklich entlassen will oder nicht. Ein Unentschieden gegen Dresden sollte aber nicht genug sein, um Rapp im Amt zu halten. Es braucht dazu eine überzeugende Leistung.

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Freiheit heißt, Leuten Dinge zu sagen, die sie nicht hören wollen.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von henry78 am 14.12.2025 um 16:25 Uhr bearbeitet
Marcel Rapp [Trainer] |#454
14.12.2025 - 18:55 Uhr
mmn. müssen sich die Wege nach dem nächsten wochenende trennen.

unser kader ist mehr als gut genug, um im sicheren mittelfeld zu kicken. wir hatten letztes jahr in der bundesliga sogar eine gute anzahl an geschossenen toren und jetzt gehört unsere offensive zu den schlechtesten der liga? ja, wir hatten abgänge, aber um die offensive hatte ich mir die wenigsten gedanken gemacht (wenn kein enormes verletzungspech uns einholt, was bisher offensiv nicht der fall ist).

dann hat der neue trainer eine wintervorbereitung zeit. evtl. kann man 1-2 spieler im winter holen und dann die saison hoffentlich im gesicherten mf beenden.

•     •     •

it's just you against you
Marcel Rapp [Trainer] |#455
14.12.2025 - 19:37 Uhr
Zitat von Icey1312

unser kader ist mehr als gut genug, um im sicheren mittelfeld zu kicken.


Sehe ich aktuell nicht so.

Zitat von Icey1312

wir hatten letztes jahr in der bundesliga sogar eine gute anzahl an geschossenen toren und jetzt gehört unsere offensive zu den schlechtesten der liga? ja, wir hatten abgänge, aber um die offensive hatte ich mir die wenigsten gedanken gemacht (wenn kein enormes verletzungspech uns einholt, was bisher offensiv nicht der fall ist).


Die wichtigsten Spieler für die Offensive letzte Saison waren Berra, Machino, Gigovic, Steven und mit Abstrichen Holtby und Becker wenn er auf RV gespielt hat.
Davon ist einer gerade verletzt (Berra), vier wurden abgegeben und einer ist leider finished (Steven). Dazu kommt, dass Harres meiner Meinung nach ein One Hit Wonder war, dessen kurze Hochphase über vieles hinwegtäuschte.
In der Praxis sieht das deswegen diese Saison so aus, dass einzig über Berra Offensivgefahr kommt.

Im Sommer kamen nur zwei neue Spieler mit Torgefahr (Kapralik, Therkelsen) die aber noch extrem schwankende Leistungen zeigen und insgesamt einfach noch bei Weitem nicht auf dem Niveau der Abgänge sind.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von davidparis am 14.12.2025 um 19:49 Uhr bearbeitet
Marcel Rapp [Trainer] |#456
14.12.2025 - 20:52 Uhr
Zitat von davidparis
Zitat von Icey1312

unser kader ist mehr als gut genug, um im sicheren mittelfeld zu kicken.


Sehe ich aktuell nicht so.

Zitat von Icey1312

wir hatten letztes jahr in der bundesliga sogar eine gute anzahl an geschossenen toren und jetzt gehört unsere offensive zu den schlechtesten der liga? ja, wir hatten abgänge, aber um die offensive hatte ich mir die wenigsten gedanken gemacht (wenn kein enormes verletzungspech uns einholt, was bisher offensiv nicht der fall ist).


Die wichtigsten Spieler für die Offensive letzte Saison waren Berra, Machino, Gigovic, Steven und mit Abstrichen Holtby und Becker wenn er auf RV gespielt hat.
Davon ist einer gerade verletzt (Berra), vier wurden abgegeben und einer ist leider finished (Steven). Dazu kommt, dass Harres meiner Meinung nach ein One Hit Wonder war, dessen kurze Hochphase über vieles hinwegtäuschte.
In der Praxis sieht das deswegen diese Saison so aus, dass einzig über Berra Offensivgefahr kommt.

Im Sommer kamen nur zwei neue Spieler mit Torgefahr (Kapralik, Therkelsen) die aber noch extrem schwankende Leistungen zeigen und insgesamt einfach noch bei Weitem nicht auf dem Niveau der Abgänge sind.


die spieler performen nicht so, aber das niveau ist auf jeden fall ausreichend.

wenn diese elf nicht in der lage ist, im sicheren MF zu spielen, dann haben unsere konkurrenten aber enorm starke spieler.

man kann jetzt meinetwegen über einzelne positionen streiten, wer nun besser ist, aber diese grundausrichtung würde mir gefallen. endlich mal die räume vor der abwehr doppelt besetzen. vorne ein klarer zielspieler und schnelle spieler über die außen. therkelsen hat ja ne recht solide technik und übersicht und kann auch mal defensiv sich reinwerfen und sonst eben bälle in die tiefe verteilen.

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it's just you against you
Marcel Rapp [Trainer] |#457
14.12.2025 - 21:46 Uhr
Zitat von henry78

Dass es auch andere Punkte gibt, ist aber auch richtig. Es stimmt, dass wir eher auf hybride Spieler setzen. Spieler müssen verschiedene Positionen, am besten ohne Qualitätsverlust, abdecken können. Vielleicht ist das eine Vorgabe des Trainers, weil er der Ansicht ist, dass Spieler auf Profi Niveau verschiedene Aufgaben umsetzen müssen. Ich weiss das nicht. Irgendwie denke ich aber, dass es am ehesten eine Kostenfrage ist. Spezialisten sind teurer. Man sieht das gut an der Position der Schienenspieler bei uns. Im rappschen System ist das die wichtigste Position, aber wir haben keine gelernten Schienenspieler. Tolkin und Rosenboom sind Aussenverteidiger der eher klassischeren Prägung. Sie sind keine gelernten Schienenspieler. Gelernte Schienenspieler müssen sowohl defensive als auch offensiv ihre Stärken haben. Sie müssen ihre Seite defensiv im Griff haben und auch offensiv entsprechende Akzente setzen. Davon lebt das System. Tolkin hat, meiner Meinung nach, am ehesten dieses Niveau, aber sein offensiver Input ist ausbaufähig. Vielleicht liegt das daran, dass er durch den Gold Cup überspielt ist. Rosenboom ist zwar defensiv stabil, aber es kommt offensiv nicht genug. Wir haben also besonders für die rechte Seite keine Idealbesetzung. Auch andere, wie Bernhardsson und Niehoff, die sich auf dieser Position versucht haben, sind es nicht. Es fehlen uns Spezialisten. Gelernte Schienenspieler sind aber selten und wenn es welche gibt, dann sind sie teuer, weil sie begehrt sind. Das verdeutlicht gut das Dilemma. Wenn man Dreierkette spielt, braucht man diese Schienenspieler und die müssen eine entsprechende Qualität mitbringen.

Damit bestätigst du meine Kritik. Die ganzen Spezialisten brauchen wir nur, solange wir Rapps kompliziertes System spielen. Wenn Schienenspieler selten und teuer sind, und wir es in vier Jahren es nicht schaffen, passende Spieler selbst auszubilden oder mit einer Investition von 7,3 Mio im Sommer in die Mannschaft zu holen, dann sollte man vielleicht ein System spielen, das ohne Schienenspieler auskommt. Wenn Tolkin und Rosenboom Außenverteidiger der klassischen Prägung sind, sollte man sie vielleicht auch einfach klassisch als Außenverteidiger in einer Viererkette einsetzen. Niemand zwingt uns in einer Dreierkette zu spielen.
Brauchen Vereine wie Schalke, Elversberg, Darmstadt oder Paderborn Schienenspieler, um in der Tabelle dort zu stehen wo sie stehen? Gerade bei Schalke kann man sehen, was es ausmachen kann, die richtige Person als Trainer einzusetzen, der aus den Spielern, die er vorfindet, eine Mannschaft formt und ein passenden Fussball spielen lässt. Bei Schalke kann wirklich nicht von einer langfristigen Transferstrategie gesprochen werden.
Der Rappsche Fussball ist seit fast anderthalb Jahren weder attraktiv anzuschauen noch erfolgreich. Es war immer ein Versprechen auf die Zukunft. Jetzt ist aber Existenzsicherung in der Gegenwart angesagt: Klassenerhalt in der 2. Bundesliga.
Bis auf Düsseldorf haben alle Vereine, die unter uns in der Tabelle stehen in den letzten 5 Spielen gleich viel oder mehr Punkte geholt als wir! Die Lage ist ernst, andere Vereine sind schon längst dabei ihre Probleme zu lösen, während es bei uns gerade nur rückwärts geht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Holstein86 am 14.12.2025 um 21:47 Uhr bearbeitet
Marcel Rapp [Trainer] |#458
17.12.2025 - 19:41 Uhr
Mittlerweile bin ich auch soweit zu sagen das Rapp ausgedient hat. Hier wurden ja schon jede Menge Argumente und Ideen besprochen. Ich gehe davon aus dass wir hier alle interessierte Laien sind und niemand von uns sein Geld mit Fußball verdient. Wenn es denn nun so einfach wäre das System zu ändern oder auf die Bedürfnisse der Spieler einzugehen, glaubt ihr nicht das Rapp und sein Trainerteam das dann in Erwägung gezogen hätten? Die beschäftigen sich den ganzen Tag mit Fußball. Bremser hat wahrscheinlich 1000 Fußballspiele als Co auf dem Buckel. Da denke ich schon das die einen Plan haben. Warum das nun nicht funktioniert lässt sich aber von außen nicht zu sagen. Sind die Spieler überfordert? Bin da nicht so sicher. Einerseits wird bei den Investitionen einiges von den jungen Männern denen irgendwer ein Preisschild umgehängt hat erwartet anderseits sind die mit dem absolut komplizierten System überfordert. Und wie mies Rapps System ist haben wir ja gegen Augsburg, Dortmund oder Bayern in München gesehen. Ich denke so stellt er sich das vor. Klappt halt nicht immer. Letzte Saison Schießbude, diese Saison erstmal stabil verteidigen. Geht natürlich auf Kosten der Offensive. Das kriegst du dann wahrscheinlich bei den vielen neuen nicht so einfach aus den Köpfen. Sei es drum. Ich hoffe mal das wenn Rapp Geschichte ist das die Stimmung hier steigt und der Trainerwechsel nicht wie in Düsseldorf verpufft.
Marcel Rapp [Trainer] |#459
18.12.2025 - 01:05 Uhr
Zitat von Nordic75
Mittlerweile bin ich auch soweit zu sagen das Rapp ausgedient hat. Hier wurden ja schon jede Menge Argumente und Ideen besprochen. Ich gehe davon aus dass wir hier alle interessierte Laien sind und niemand von uns sein Geld mit Fußball verdient. Wenn es denn nun so einfach wäre das System zu ändern oder auf die Bedürfnisse der Spieler einzugehen, glaubt ihr nicht das Rapp und sein Trainerteam das dann in Erwägung gezogen hätten? Die beschäftigen sich den ganzen Tag mit Fußball. Bremser hat wahrscheinlich 1000 Fußballspiele als Co auf dem Buckel. Da denke ich schon das die einen Plan haben. Warum das nun nicht funktioniert lässt sich aber von außen nicht zu sagen. Sind die Spieler überfordert? Bin da nicht so sicher. Einerseits wird bei den Investitionen einiges von den jungen Männern denen irgendwer ein Preisschild umgehängt hat erwartet anderseits sind die mit dem absolut komplizierten System überfordert. Und wie mies Rapps System ist haben wir ja gegen Augsburg, Dortmund oder Bayern in München gesehen. Ich denke so stellt er sich das vor. Klappt halt nicht immer. Letzte Saison Schießbude, diese Saison erstmal stabil verteidigen. Geht natürlich auf Kosten der Offensive. Das kriegst du dann wahrscheinlich bei den vielen neuen nicht so einfach aus den Köpfen. Sei es drum. Ich hoffe mal das wenn Rapp Geschichte ist das die Stimmung hier steigt und der Trainerwechsel nicht wie in Düsseldorf verpufft.



Naja, einerseits war das System letzte Saison schon noch anders, da haben wir volle Kanne auf schnelle Konter gesetzt. Und gerade die aufgezählten Spiele waren gut, aber genau die Spiele haben auch dazu geführt, dass wir den Kader im Sommer maßlos überschätzt haben. Und nicht zu vergessen, in den Spielen ist auch alles glücklich für uns gelaufen.
Das war u.a. die Phase, wo Harres frisch aufgespie hat, niemand wusste, wie man ihn verteidigt und er ganz nebenbei aus jedem Winkel getroffen hat. Und auch Skrzybskis sensationelle Phase, wo er 6(?) Torschüsse in Folge alle verwandelt hat, auch mit mehreren Sonntagsschüssen. Von beidem ist inzwischen gar nichts mehr zu sehen, Harres hat diese Saison schon mehr 100%er verhauen, als Tore geschossen (25 Torschüsse/2 Tore) und Skrzybski hat diese Saison im 23. Schuss auch endlich sein 1. Tor. Letzte Saison liefs abgesehen von den 5 Spielen übrigens auch schon nicht (0 Tore). Die individuelle Klasse von letzter Saison rettet uns einfach nicht mehr.
Marcel Rapp [Trainer] |#460
18.12.2025 - 13:20 Uhr
Olaf Rebbe im Interview mit der KN
https://www.kn-online.de/sport/regional/holstein-kiel-olaf-rebbe-kuendigt-harte-entscheidungen-an-und-staerkt-rapp-F6R6FOXIKNGARN35V7OVYZS6UY.html?utm_medium=social&utm_source=app_android&utm_campaign=share_button

Laut Rebbe steht Rapps Entlassung gar nicht zur Debatte.
Das klingt sogar danach, als würde selbst eine Niederlage gegen Dresden nichts ändern.
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