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I Diavoli - Allgemeiner Milan Thread

30.06.2019 - 13:20 Uhr
Ergänzend sei aber auch gesagt, dass Modric verschlissen wurde.
Also neben den nachvollziehbaren Ausführungen von Contabile ist explizit Modrics Downfall vermutlich auch dem Alter geschuldet.
Und 2. ist natürlich bei Ausbleiben des Erfolges sowohl das Team als auch der Trainer nicht mehr so selbstbewusst, gerade ein Allegri noch weniger risikofreudig, in der Folge noch weniger Siege und Dominanz, dafür mehr Frust und weniger Bälle in den Füßen vorne...also da wird der Rattenschwanz einfach immer länger.
Zitat von Unbekannt187
Zitat von Contabile

Zitat von 1984-2009

Bin gerade am reisen und habe wenig Zeit / schlechtes Internet, in den sozialen Medien wurde mir jedoch in die Timeline gespült das die Entscheidung fix sei Furlani müsse gehen? Weißt da einer mehr? Bitte um Aufklärung @Contabile , Danke. smile


Frei nach den Scorpions liegt beim AC Milan derzeit ein „Wind of Change” in der Luft.

Fabrizio Romano hatte zwischenzeitlich einen Beitrag veröffentlicht, wonach Sportdirektor Igli Tare den Verein nach Saisonende verlassen müsse, ihn dann aber wieder gelöscht. Passend dazu berichtet MilanNews.it, dass auch CEO Giorgio Furlani vor dem Abschied steht: Demnach gilt eine Trennung zwischen Klub und amtierendem Geschäftsführer als zunehmend wahrscheinlich, ein freiwilliger Rücktritt Furlanis wird nicht ausgeschlossen . Massimo Calvelli soll die Suche nach einem neuen CEO bereits aufgenommen und erste Gespräche geführt haben. Mehrere kleinere Insider hatten diese Entwicklung im Vorfeld bereits angedeutet; die Kandidatenliste soll sowohl italienische als auch internationale Profile umfassen – eine Art Casting. Hierzu hat Calvelli _beratend_ ehemalige Milan Direktoren konsultiert. Dabei soll es sich um Gazidis und Galliani handeln.

Bemerkenswert ist dabei, dass Calvelli den Berichten zufolge nicht selbst CEO werden, sondern den Auswahlprozess steuern soll. Trotzdem hat er seit seinem Eintritt eine immer größere interne Rolle übernommen und gilt inzwischen als zentraler Ansprechpartner Cardinales in Mailand – kurz: als neuer starker Mann.

Auch um Zlatan Ibrahimović gibt es Spekulationen. Er wird ab dem 11. Juni 2026 als Studio-Analyst für FOX Sports bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada im Einsatz sein . Da ihn diese Verpflichtung über den Sommer bindet und sein Einfluss als Senior Advisor ohnehin als rückläufig beschrieben wird, gilt zumindest eine deutlich kleinere Rolle als bisher.

Nach übereinstimmenden Berichten soll am Dienstag ein Treffen im Casa Milan stattfinden, in dessen Folge bekannt werden dürfte, wer bleibt und wer geht.

https://sempremilan.com/furlani-expected-leave-milan-ceo

https://www.foxsports.com/stories/presspass/zlatan-ibrahimovic-makes-broadcaster-debut-fox-sports-new-fifa-world-cup-2026


Zitat von Unbekannt187

Zitat von Pippo_nkns

Habt ihr eine Erklärung, warum genau die Leistung des Teams in der zweiten Saisonhälfte scheinbar so nachgelassen hat?

Ist es die Eigenleistung der einzelnen Spieler, oder mehr das System, dass die einzelnen Spieler ihrer Qualitäten beraubt?

Ich weiss, Bewertungen auf Seiten wie whoscored sind nicht die ganze Wahrheit, aber ich denke doch ein gewisser Indikator für die Leistung eines Spielers.
Wenn man sich da z.B. den Verlauf der Bewertungen von Modric, Saelemaekers oder Pulisic anschaut, gibt es da schon einen recht klaren Verlauf:

Modric:
Hat in den ersten 10 Spielen eine einzige Bewertung unter 7. In den letzten 10 Spielen ist es gerade mal eine über 7.

Pulisic:
Hat in den ersten 10 Spielen 10 Scorer.
Die ganze restliche Saison kommen dann noch 3 Scorer in 20 Spielen dazu.

Saelemaekers:
Hat in den ersten 10 Spielen 2 Bewertungen unter 7.
In den letzten 10 Spielen 2 über 7.

Klar, es gibt Spieler wie Rabiot, bei denen das nicht ganz so klar festzumachen ist, aber insgesamt (natürlich auch bei den Resultaten) ist schon ein Abwärtstrend feststellbar.


Ein Mix aus vielem, denke ich. Zuerst das 352 mit Leao und Puli bspw als MS. Dann dass die Gegner irgendwann den Dreh raus hatten, wie sie uns zu bespielen haben. Der "Beef" bzw die scheinbare Disharmonie zwischen Puli und Leao und ggf weiteren Spielern. Die scheinbare Inkompetenz des Allegri den Spielern wirklich Lösungen auf dem Feld aufzuzeigen. Evtl das beginnende Rumoren in der Führungsebene.

Meiner Meinung ist es maximal wichtig, dass die Führungspersonen den Verein auch WIRKLICH führen. Und das muss ehrlich passieren. Nicht mit Intrigen, Machtkämpfen oder anderen Zwisten. Die Führung muss strukturell bis in die letzte Ebene bzw ins letzte Glied funktionieren. Und genau deshalb erachte ich Maldini für elementar wichtig.

Wie gesagt, er verkörpert Milan wie kein Zweiter und schafft es mit seiner Aura und seinem Verhalten (wenn man die Aussagen der damiligen Spieler etc liest) zu einen und ein Familiengefühl, ein Wir-Gefühl zu kreieren. Das ist nicht zu unterschätzen und wirklich wichtig für nachhaltigen Erfolg.

Wenn jeder sein Süppchen kocht, Gruppenbildung entsteht, nicht alle an einem Strang ziehen, dann fängt der Fisch vom Kopf an zu stinken und es kann nicht wirklich etwas nachhaltiges und erfolgreiches entstehen.


Meines Erachtens nach ist die Erklärung relativ simpel in der Regression zur Mitte zu finden.

Regression zur Mitte beschreibt das statistische Phänomen, dass auf einen außergewöhnlich hohen oder niedrigen Messwert tendenziell ein Wert folgt, der näher am langfristigen Mittelwert liegt. Ursache ist der Anteil des Zufalls am Ergebnis: Ein extremes Resultat entsteht meist aus dem Zusammenspiel von tatsächlicher Leistung und einer günstigen (oder ungünstigen) Zufallskomponente. Da sich die Zufallskomponente nicht wiederholt, „normalisiert” sich der Wert über die Zeit – ohne dass sich die zugrunde liegende Leistung verändert haben muss.

Genau hier lässt sich der Bogen zu Milans Saisonverlauf spannen. Der Formabfall im letzten Saisondrittel wirkt auf den ersten Blick wie ein echter Leistungseinbruch – plausibler ist jedoch, dass die ersten beiden Saisondrittel das eigentliche „Ausreißerintervall” waren. Wenn ein Team über längere Zeit mehr Punkte sammelt, als es seine Spielanlage hergibt, klafft eine Lücke zwischen Ergebnissen und Performance: Tore fallen mit überdurchschnittlicher Effizienz, Chancen gegen das eigene Tor werden überdurchschnittlich oft pariert, knappe Spiele kippen auffällig häufig zugunsten der eigenen Mannschaft. Das sind klassische, nicht nachhaltige Glücksanteile.

Übersetzt in die gängigen Metriken bedeutet das: Milans tatsächliche Punktausbeute lag in den ersten zwei Dritteln spürbar über den Expected Points (xPTS), die sich aus xG und xGA ergeben. Das Team hat seine eigene Leistung also nicht gesteigert, sondern überperformt. Der Einbruch im Schlussdrittel ist dann weniger ein Absturz als eine Korrektur: Die Ergebnisse nähern sich nachträglich dem an, was die Leistungsdaten ohnehin die ganze Saison über angezeigt haben. Was wie zwei Phasen aussieht – starke Hinrunde, schwache Schlussphase –, ist in Wahrheit eine durchgehend mittelmäßige Leistung, deren Ergebnisbild sich lediglich verschoben hat.


"Wind of change" liegt in der Luft. Peps Rücktritt ist nun offiziell. Cardinale soll ihn zu uns lotsen und er wird auf ewig als geliebter Eigentümer in Erinnerung bleiben. ;D


Ja ist denn schon Weihnachten?

Furlani und Allegri raus und Maldini und Pep rein grins
Das wäre zu schön um wahr zu sein.

Ist natürlich komplett unrealistisch. Man wird nicht bereit sein, für einen Trainer so viel Geld auszugeben.
Zitat von Contabile
Zitat von 1984-2009

Bin gerade am reisen und habe wenig Zeit / schlechtes Internet, in den sozialen Medien wurde mir jedoch in die Timeline gespült das die Entscheidung fix sei Furlani müsse gehen? Weißt da einer mehr? Bitte um Aufklärung @Contabile , Danke. smile


Frei nach den Scorpions liegt beim AC Milan derzeit ein „Wind of Change” in der Luft.


Wir pfeifen aus dem letzten Loch? 😂

•     •     •

per sempre rossoneri
Laut La Republica soll wohl auch Moncada auf der Abschussliste stehen.

Ich finde den Zeitpunkt dieser Gerüchte sehr spannend.
Die CL ist in Gefahr, die Fans protestieren gegen Furlani und Co. und plötzlich meldet sich Onkel Cardinale zu Wort und in den Zeitungen liest man fast täglich, dass Ibra, Furlani und jetzt auch Moncada ihren Job verlieren.

Und das alles vor dem letzten Spieltag. Zufall oder Kalkül?
Also auf mich wirkt es so, als würde man hier Krisenmanagement betreiben. Man versucht mit dem Interview und den ganzen Schlagzeilen die Fans zu beruhigen, da die CL Gelder in Gefahr sind. Krampfhaft versucht man wieder die Fans auf seine Seite zu bekommen und zugleich nimmt man medial den Fokus von der Mannschaft weg.

Dementsprechend sollten wir uns vielleicht nicht zu früh freuen, dass gewisse Leute den Verein endlich verlassen werden. Falls man nämlich die CL erreicht, würde ich es nicht ausschließen, dass die genannten Personen trotzdem bleiben dürfen und alles nur inszeniert war.
Zitat von DONCA
Laut La Republica soll wohl auch Moncada auf der Abschussliste stehen.

Ich finde den Zeitpunkt dieser Gerüchte sehr spannend.
Die CL ist in Gefahr, die Fans protestieren gegen Furlani und Co. und plötzlich meldet sich Onkel Cardinale zu Wort und in den Zeitungen liest man fast täglich, dass Ibra, Furlani und jetzt auch Moncada ihren Job verlieren.

Und das alles vor dem letzten Spieltag. Zufall oder Kalkül?
Also auf mich wirkt es so, als würde man hier Krisenmanagement betreiben. Man versucht mit dem Interview und den ganzen Schlagzeilen die Fans zu beruhigen, da die CL Gelder in Gefahr sind. Krampfhaft versucht man wieder die Fans auf seine Seite zu bekommen und zugleich nimmt man medial den Fokus von der Mannschaft weg.

Dementsprechend sollten wir uns vielleicht nicht zu früh freuen, dass gewisse Leute den Verein endlich verlassen werden. Falls man nämlich die CL erreicht, würde ich es nicht ausschließen, dass die genannten Personen trotzdem bleiben dürfen und alles nur inszeniert war.


Ich möchte dem Gedanken vom „Kalkül” sachlich widersprechen. Dass es nach Saisonende ein Assessment der handelnden Personen gibt, ist kein Krisenmanagement, sondern der normale, jährlich wiederkehrende Prozess – so sollte es in jedem professionell geführten Klub sein. Dass die entsprechenden Berichte sich am letzten Spieltag verdichten, ist keine Inszenierung, sondern schlicht der Zeitpunkt, zu dem solche Bewertungen anstehen. Die Kausalität lässt sich auch umkehren: Nicht die Krise erzeugt die Gerüchte, sondern das nahende Saisonende.

Apropos Moncada: Es passt ins Bild, dass ausgerechnet jetzt seine mögliche Trennung durchgestochen wird – während gleichzeitig berichtet wird, dass andere Clubs großes Interesse haben (z.B. Sevilla). Nüchtern betrachtet wäre seine Rolle ohnehin entwertet, sollten Tare und Allegri tatsächlich bleiben. Allegri präferiert bekanntlich sehr erfahrene, fertige Spieler – Profile, für die es keine tiefe Scouting-Maschinerie braucht. Und Tare war es aus seiner langen Lazio-Zeit gewohnt, weitgehend eigenständig und ohne große Scouting-Abteilung zu arbeiten, stark gestützt auf das eigene Netzwerk und persönliche Beobachtung. Ein erfahrungsorientierter Trainer und ein netzwerkgetriebener, scouting-skeptischer Sportdirektor: ein perfektes Match, wenn man so will. Was soll da schon schiefgehen.

Bemerkenswert finde ich zudem, dass Cardinale fortwährend für seine Abwesenheit und sein Schweigen kritisiert wird – sobald er aber präsent ist und ein Interview gibt, ist es ebenfalls nicht recht und wird umgehend als Manöver gedeutet. Diese Lesart ist für die Gegenseite praktisch unfalsifizierbar: Schweigt er, ist es Arroganz; spricht er, ist es Kalkül. Eine Position, die sich gegen jede mögliche Beobachtung immunisiert, erklärt am Ende wenig.

Damit zu einer offenen persönlichen Anmerkung, die nicht als Angriff gemeint ist: Aus meiner Sicht zeigt sich in vielen deiner Beiträge ein ausgeprägter Confirmation Bias – die Bereitschaft, jede neue Information so zu lesen, dass sie die bereits feststehende Schlussfolgerung stützt. Das führt dazu, dass hier nahezu jede Diskussion in dasselbe Feld driftet und im Subtext eine sehr negative Grundtönung trägt. Etwas mehr Reflexion und Filter wären der Debatte zuträglich. Mir ist bewusst, dass das in einem Umfeld, in dem nahezu jeder Journalist eine eigene Agenda verfolgt, nicht leichtfällt – aber genau deshalb wäre es nötig.

Ein konkretes Beispiel: Der CorSport berichtete gestern, ausgerechnet die Transfers von Morata und Giménez – zwei vermeintliche Flops – seien Alleingänge Furlanis gewesen. Diese Darstellung verträgt sich schlecht mit zwei dokumentierten Sachverhalten. Erstens Giménez: Moncada hat öffentlich bestätigt, dass Milan den Spieler bereits zu dessen Zeit bei Cruz Azul verfolgte und durchgehend Kontakt hielt; dass sich seine damalige Agentin bereits mit Maldini im Casa Milan getroffen hat ist Nebensache.
Zweitens Morata: Er selbst gab an, sich von Fonseca vom Projekt überzeugt gefühlt zu haben – nach dessen Entlassung sei dieses gemeinsame Projekt faktisch gestorben. In diesem Fall wurde durchgängig berichtet, Ibrahimović habe sich für Morata starkgemacht. Beide „Informationen” des CorSport stehen also im Widerspruch zur sonstigen Berichtslage. Das ist exemplarisch dafür, dass es sich lohnt, die italienische Fußballberichterstattung kritisch zu hinterfragen, statt sie als Bestätigung des eigenen Bildes aufzunehmen.

Passend zu diesem Punkt möchte ich einen Beitrag teilen, der nicht zwingend in allem meiner Meinung entspricht, aber eine andere, lesenswerte Perspektive bietet:

If Giorgio Furlani has truly reached the end of his time at Milan, we should at least have the honesty to recount accurately what has happened over the past few months, without distorting the facts to suit personal preferences or the prevailing social media narratives. Because yes, Furlani has been the favourite target of a huge section of the Rossoneri faithful, gradually transformed into the perfect scapegoat: the man responsible for every internal conflict, every wrong decision, every power struggle, every alleged corporate disaster. But this oversimplification, as well as being convenient, is also deeply dangerous, because it allows everyone else to slip off the radar of accountability. And it’s a film Milan has seen before.

Not with Maldini, who is now portrayed by a section of the fanbase as an untouchable, almost infallible managerial figure, in a myth that does as much harm to the debate as the current witch-hunt against Furlani. The real precedent was Ivan Gazidis. For years, he was the face to target. The cold, distant manager, the one accused of not understanding Milan, of being the symbol of the club’s financialisation, of stifling the Rossoneri spirit. Today, with hindsight, it is recognised that Gazidis was one of the men who put a devastated club back on its feet financially. Herein lies the risk: in two years’ time, we may well witness the same revisionism regarding Furlani, after having treated him as the absolute evil.

This does not mean that Furlani is blameless or that Milan’s sporting decisions have been flawless. It simply means distinguishing between the different levels. On the business side, the figures speak for themselves: Milan has recorded two consecutive years of profit, with record revenues of 457 million in the 2023–24 financial statements, following 404.5 million the previous year. In Italian football, where many clubs continue to survive on refinancing, desperate capital gains or interventions by the owners, this is no minor detail: it is the bare minimum required to remain competitive. One can debate how that money was spent, and there the criticism is legitimate. But to portray Furlani as a complete incompetent is to deny reality.

Then there is another point that is strangely ignored by those who prefer caricature to substance: the relationship between the club and the outside world. Milan has continued to rack up huge figures at the stadium, consoli ***** attendance figures on a par with Europe’s top clubs. And at the same time, it has begun to break down mechanisms that had been tolerated or even normalised for far too long. The issue of ticket touting, the grey areas surrounding organised support, and the vested interests built upon Milan is not the stuff of conspiracy theorists but concrete news, with investigations revealing just how toxic certain ecosystems were. If Furlani has helped to sever ties with those who have been profiting from Milan for years, then this is a huge achievement. And his eventual successor should have the courage to continue exactly along those lines, without reverting to old, convenient compromises.

That said, it would be ridiculous to think that simply changing the CEO is enough to solve Milan’s problems. Because the current picture is far more complex. And above all because there is a massive contradiction within the Rossoneri environment that can no longer be ignored. On Sunday evening against Cagliari, Milan are playing a match which, between Champions League qualification, UEFA bonuses, the market pool, commercial revenue and all the associated income, is easily worth around €70 million. The new Champions League alone guarantees a massive financial foundation simply through entry into the competition, even before we talk about sporting results. Yet the atmosphere is that of a permanent funeral.

And this is where we need to say something uncomfortable: a section of the Rossoneri fanbase has become toxic. Not demanding: toxic. Because expecting a lot from Milan is normal, almost a duty. But turning every season into a binary referendum — the Scudetto or total failure — is a delusion that has no place in sporting culture, but rather stems from a form of collective hysteria fuelled by social media, personal agendas and a perpetually apocalyptic narrative. Milan is not Real Madrid, with double the revenue, a stadium of its own and a financial structure on a scale far beyond that of Serie A. Demanding to win the league every single year as the only acceptable condition is not a winning mentality; it is childishness.

If Furlani leaves, Milan will lose an executive who is questionable on some fronts but objectively effective on others. If he stays, he will not suddenly become the saviour. But in both cases, the point remains the same: as long as Milan continues to be portrayed and experienced within this toxic machine that devours one executive at a time, there will be no CEO good enough to make a difference.

Wie gesagt: nicht alles davon ist meine Position. Aber der Kerngedanke trifft etwas Wesentliches. Damit komme ich zu meinem abschließenden Punkt: Das vergiftete Zusammenspiel von Teilen der Fanbasis und Teilen der Medien schadet Milan mittelfristig mehr, als es nützt, und hemmt die Aussicht auf sportlichen Erfolg. Es gibt genügend Beispiele dafür, dass eine solche toxische Dynamik aus Dauerunruhe, Misstrauen und apokalyptischer Erwartungshaltung eine Negativspirale erzeugt hat, die am Ende sogar in den Abstieg mündete. Eine Klubführung lässt sich austauschen – eine vergiftete Atmosphäre nicht so einfach. Auch das gehört zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme.
Zitat von Contabile

Zitat von DONCA

Laut La Republica soll wohl auch Moncada auf der Abschussliste stehen.

Ich finde den Zeitpunkt dieser Gerüchte sehr spannend.
Die CL ist in Gefahr, die Fans protestieren gegen Furlani und Co. und plötzlich meldet sich Onkel Cardinale zu Wort und in den Zeitungen liest man fast täglich, dass Ibra, Furlani und jetzt auch Moncada ihren Job verlieren.

Und das alles vor dem letzten Spieltag. Zufall oder Kalkül?
Also auf mich wirkt es so, als würde man hier Krisenmanagement betreiben. Man versucht mit dem Interview und den ganzen Schlagzeilen die Fans zu beruhigen, da die CL Gelder in Gefahr sind. Krampfhaft versucht man wieder die Fans auf seine Seite zu bekommen und zugleich nimmt man medial den Fokus von der Mannschaft weg.

Dementsprechend sollten wir uns vielleicht nicht zu früh freuen, dass gewisse Leute den Verein endlich verlassen werden. Falls man nämlich die CL erreicht, würde ich es nicht ausschließen, dass die genannten Personen trotzdem bleiben dürfen und alles nur inszeniert war.


Ich möchte dem Gedanken vom „Kalkül” sachlich widersprechen. Dass es nach Saisonende ein Assessment der handelnden Personen gibt, ist kein Krisenmanagement, sondern der normale, jährlich wiederkehrende Prozess – so sollte es in jedem professionell geführten Klub sein. Dass die entsprechenden Berichte sich am letzten Spieltag verdichten, ist keine Inszenierung, sondern schlicht der Zeitpunkt, zu dem solche Bewertungen anstehen. Die Kausalität lässt sich auch umkehren: Nicht die Krise erzeugt die Gerüchte, sondern das nahende Saisonende.

Apropos Moncada: Es passt ins Bild, dass ausgerechnet jetzt seine mögliche Trennung durchgestochen wird – während gleichzeitig berichtet wird, dass andere Clubs großes Interesse haben (z.B. Sevilla). Nüchtern betrachtet wäre seine Rolle ohnehin entwertet, sollten Tare und Allegri tatsächlich bleiben. Allegri präferiert bekanntlich sehr erfahrene, fertige Spieler – Profile, für die es keine tiefe Scouting-Maschinerie braucht. Und Tare war es aus seiner langen Lazio-Zeit gewohnt, weitgehend eigenständig und ohne große Scouting-Abteilung zu arbeiten, stark gestützt auf das eigene Netzwerk und persönliche Beobachtung. Ein erfahrungsorientierter Trainer und ein netzwerkgetriebener, scouting-skeptischer Sportdirektor: ein perfektes Match, wenn man so will. Was soll da schon schiefgehen.

Bemerkenswert finde ich zudem, dass Cardinale fortwährend für seine Abwesenheit und sein Schweigen kritisiert wird – sobald er aber präsent ist und ein Interview gibt, ist es ebenfalls nicht recht und wird umgehend als Manöver gedeutet. Diese Lesart ist für die Gegenseite praktisch unfalsifizierbar: Schweigt er, ist es Arroganz; spricht er, ist es Kalkül. Eine Position, die sich gegen jede mögliche Beobachtung immunisiert, erklärt am Ende wenig.

Damit zu einer offenen persönlichen Anmerkung, die nicht als Angriff gemeint ist: Aus meiner Sicht zeigt sich in vielen deiner Beiträge ein ausgeprägter Confirmation Bias – die Bereitschaft, jede neue Information so zu lesen, dass sie die bereits feststehende Schlussfolgerung stützt. Das führt dazu, dass hier nahezu jede Diskussion in dasselbe Feld driftet und im Subtext eine sehr negative Grundtönung trägt. Etwas mehr Reflexion und Filter wären der Debatte zuträglich. Mir ist bewusst, dass das in einem Umfeld, in dem nahezu jeder Journalist eine eigene Agenda verfolgt, nicht leichtfällt – aber genau deshalb wäre es nötig.

Ein konkretes Beispiel: Der CorSport berichtete gestern, ausgerechnet die Transfers von Morata und Giménez – zwei vermeintliche Flops – seien Alleingänge Furlanis gewesen. Diese Darstellung verträgt sich schlecht mit zwei dokumentierten Sachverhalten. Erstens Giménez: Moncada hat öffentlich bestätigt, dass Milan den Spieler bereits zu dessen Zeit bei Cruz Azul verfolgte und durchgehend Kontakt hielt; dass sich seine damalige Agentin bereits mit Maldini im Casa Milan getroffen hat ist Nebensache.
Zweitens Morata: Er selbst gab an, sich von Fonseca vom Projekt überzeugt gefühlt zu haben – nach dessen Entlassung sei dieses gemeinsame Projekt faktisch gestorben. In diesem Fall wurde durchgängig berichtet, Ibrahimović habe sich für Morata starkgemacht. Beide „Informationen” des CorSport stehen also im Widerspruch zur sonstigen Berichtslage. Das ist exemplarisch dafür, dass es sich lohnt, die italienische Fußballberichterstattung kritisch zu hinterfragen, statt sie als Bestätigung des eigenen Bildes aufzunehmen.

Passend zu diesem Punkt möchte ich einen Beitrag teilen, der nicht zwingend in allem meiner Meinung entspricht, aber eine andere, lesenswerte Perspektive bietet:

If Giorgio Furlani has truly reached the end of his time at Milan, we should at least have the honesty to recount accurately what has happened over the past few months, without distorting the facts to suit personal preferences or the prevailing social media narratives. Because yes, Furlani has been the favourite target of a huge section of the Rossoneri faithful, gradually transformed into the perfect scapegoat: the man responsible for every internal conflict, every wrong decision, every power struggle, every alleged corporate disaster. But this oversimplification, as well as being convenient, is also deeply dangerous, because it allows everyone else to slip off the radar of accountability. And it’s a film Milan has seen before.

Not with Maldini, who is now portrayed by a section of the fanbase as an untouchable, almost infallible managerial figure, in a myth that does as much harm to the debate as the current witch-hunt against Furlani. The real precedent was Ivan Gazidis. For years, he was the face to target. The cold, distant manager, the one accused of not understanding Milan, of being the symbol of the club’s financialisation, of stifling the Rossoneri spirit. Today, with hindsight, it is recognised that Gazidis was one of the men who put a devastated club back on its feet financially. Herein lies the risk: in two years’ time, we may well witness the same revisionism regarding Furlani, after having treated him as the absolute evil.

This does not mean that Furlani is blameless or that Milan’s sporting decisions have been flawless. It simply means distinguishing between the different levels. On the business side, the figures speak for themselves: Milan has recorded two consecutive years of profit, with record revenues of 457 million in the 2023–24 financial statements, following 404.5 million the previous year. In Italian football, where many clubs continue to survive on refinancing, desperate capital gains or interventions by the owners, this is no minor detail: it is the bare minimum required to remain competitive. One can debate how that money was spent, and there the criticism is legitimate. But to portray Furlani as a complete incompetent is to deny reality.

Then there is another point that is strangely ignored by those who prefer caricature to substance: the relationship between the club and the outside world. Milan has continued to rack up huge figures at the stadium, consoli ***** attendance figures on a par with Europe’s top clubs. And at the same time, it has begun to break down mechanisms that had been tolerated or even normalised for far too long. The issue of ticket touting, the grey areas surrounding organised support, and the vested interests built upon Milan is not the stuff of conspiracy theorists but concrete news, with investigations revealing just how toxic certain ecosystems were. If Furlani has helped to sever ties with those who have been profiting from Milan for years, then this is a huge achievement. And his eventual successor should have the courage to continue exactly along those lines, without reverting to old, convenient compromises.

That said, it would be ridiculous to think that simply changing the CEO is enough to solve Milan’s problems. Because the current picture is far more complex. And above all because there is a massive contradiction within the Rossoneri environment that can no longer be ignored. On Sunday evening against Cagliari, Milan are playing a match which, between Champions League qualification, UEFA bonuses, the market pool, commercial revenue and all the associated income, is easily worth around €70 million. The new Champions League alone guarantees a massive financial foundation simply through entry into the competition, even before we talk about sporting results. Yet the atmosphere is that of a permanent funeral.

And this is where we need to say something uncomfortable: a section of the Rossoneri fanbase has become toxic. Not demanding: toxic. Because expecting a lot from Milan is normal, almost a duty. But turning every season into a binary referendum — the Scudetto or total failure — is a delusion that has no place in sporting culture, but rather stems from a form of collective hysteria fuelled by social media, personal agendas and a perpetually apocalyptic narrative. Milan is not Real Madrid, with double the revenue, a stadium of its own and a financial structure on a scale far beyond that of Serie A. Demanding to win the league every single year as the only acceptable condition is not a winning mentality; it is childishness.

If Furlani leaves, Milan will lose an executive who is questionable on some fronts but objectively effective on others. If he stays, he will not suddenly become the saviour. But in both cases, the point remains the same: as long as Milan continues to be portrayed and experienced within this toxic machine that devours one executive at a time, there will be no CEO good enough to make a difference.

Wie gesagt: nicht alles davon ist meine Position. Aber der Kerngedanke trifft etwas Wesentliches. Damit komme ich zu meinem abschließenden Punkt: Das vergiftete Zusammenspiel von Teilen der Fanbasis und Teilen der Medien schadet Milan mittelfristig mehr, als es nützt, und hemmt die Aussicht auf sportlichen Erfolg. Es gibt genügend Beispiele dafür, dass eine solche toxische Dynamik aus Dauerunruhe, Misstrauen und apokalyptischer Erwartungshaltung eine Negativspirale erzeugt hat, die am Ende sogar in den Abstieg mündete. Eine Klubführung lässt sich austauschen – eine vergiftete Atmosphäre nicht so einfach. Auch das gehört zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme.


Du widersprichst dem Kalkül-Gedanken, in dem du dir selber widersprichst.
Die Saison ist noch nicht vorbei und das macht einen große Unterschied zwischen der typischen Saisonanalyse / End-of-Season Assessment und dem was jetzt bei uns passiert ist.

Es ist nicht normal, dass vor Saisonende plötzlich öffentlich über die Zukunft eines CEOs diskutiert wird vor allem nicht bei einem Topclub wie AC Milan. Bei Trainern passiert das ständig aber bei CEOs oder strategischen Führungsfiguren deutlich seltener. Die CEOs repräsentieren nämliche Stabilität und wenn so ein Gerücht nach außen gerät dann weiß man, dass es intern Unruhe gibt oder man weiß, dass es sich dabei um Medien-Leaks zur Beruhigung der Fans handelt.

Zudem braucht man hier glaube ich niemanden erklären, dass weitere Gerüchte über die Instabilität Milans eher kontraproduktiv für die Mannschaft sind. Erst recht nicht so kurz vor Saisonende wenn es noch um die CL geht.

Wäre ja auch nicht das erste Mal das Clubs Journalisten, befreundete Medien, Insider oder TV-Pundits nutzen
um Narrative zu testen oder Stimmung zu beruhigen bzw. Proteste entschärfen. Das Timing deutet m. M. n. sehr klar darauf hin das es bei uns der Fall ist:

10. Mai 2026: Massive Furlani-Proteste bei Milan–Atalanta
11.–15. Mai 2026: Erste echte Gerüchte über Furlani-/Ibra-Zukunft
Mitte Mai 2026: Cardinale gibt Interview, nachdem er zuvor so gut wie nie etwas gesagt hat
Danach: Medien diskutieren komplette Neuorganisation

Fazit: Die Gerüchtewelle entstand klar nach den massiven Curva-Sud-Protesten gegen Furlani und nicht nach Saisonende. Dementsprechend glaube ich, dass es sich hierbei um eine Strategie handelt die Fans zu beruhigen.

Zudem muss man sich auch die Art der Gerüchte angucken. Die waren alle komplett schwammig und unscharf („future uncertain“, „under evaluation“, „possible changes“) was eher in Indiz ist für bewusst kontrollierte Informationslecks. Konkret genug für Schlagzeilen aber unverbindlich genug, dass niemand sich festlegt.

Damit will ich nicht ausschließen das es intern wirklich Spannungen gibt aber in diesem Fall wurden sie meiner Meinung nach bewusst strategisch geleakt.

Ein weiterer Hinweis ist zudem, dass es keine offizielen Statements vom Verein dazu gab. Milan sagte nicht:
„Furlani oder Ibra bleiben definitiv“. Man ließ die Gerüchte laufen. Das ist oft ein Zeichen dafür:
dass die Leaks zumindest toleriert werden. Denn Clubs dementieren normalerweise sehr schnell,
wenn etwas völlig falsch ist.

Cardinale wurde zurecht von Fans kritisiert, weil er sich fast ein Jahr lang hat nicht blicken lassen. Soll man das als Fan gut finden, obwohl er doch den AC Milan und Italien angeblich so sehr liebt? Soll man es gut finden, dass er den falschen Leuten viel zu viel Macht gegeben hat und sich Milan deswegen im Kreis dreht, trotz Investitionen? Soll man es gut finden, dass er ein wenig großkotzig ankam und gesagt hat, man werde alles besser machen? Moneyball etc.? Uns wurde sehr viel gesprochen aber bis auf leere Worte haben wir sportlich Null impact gesehen.

Ich finde es gut, dass er sich jetzt überhaupt mal zu Wort gemeldet hat aber dennoch steckt da m. M. n. Kalkül bzw. eine Notwendigkeit hinter.

Wenn er was richtig machen will und gefeiert werden will, dann muss er Taten folgen lassen und so einen wie Furlani feuern. Bislang folgten aber seit der Übernahme RedBirds nur viele leere Worte und dementsprechend bin ich persönlich auch vorsichtig was die Gerüchte betrifft.

Zum Punkt der foxischen Fanbasis:
natürlich schadet Milan das vergiftete Zusammenspiel von Teilen der Fanbasis und Teilen der Medien aber die Frage sollte eher sein, wieso es dazu kommt, dass die Stimmung vergiftet ist? Vielleicht liegt es daran, dass toxische Personen viele falsche Entscheidungen getroffen haben?

Man braucht sich ja nur einmal angucken, wie vergleichsweise ruhig und harmonisch es noch vor ein paar Jahren war. Wodran liegt das denn? Vielleicht daran das es weniger Egos gab, die eher im Wohle Milans gehandelt haben und primär sportliche Interessen vertreten haben? Interessen, die jeder Fußballverein vertreten sollte.
Vielleicht lag es auch daran, dass man sportlich überzeugt hat und nicht nur finanziell.

Solange die sportlichen Ergebnisse nicht stimmen und sich gewisse Personen über den Verein stellen, wird es immer giftig bleiben. Giftige Person = giftige Stimmung.
Würden die Fans sehen, dass Milan sich gut entwickelt, dass man oben mitspielt, dann wäre es auch ruhig.

Und zudem finde ich nicht, dass man zumindest hier im Forum eine Hexenjagd auf gewisse Personen macht. Niemand streitet hier ab, dass Furlani wirtschaftlich einen guten Job macht. Dementsprechend läuft es hier ziemlich konstruktiv ab und dennoch gibt es gute Gründe, wieso gewisse Namen immer wieder fallen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von DONCA am 24.05.2026 um 11:10 Uhr bearbeitet
Zitat von Contabile
Zitat von DONCA

Laut La Republica soll wohl auch Moncada auf der Abschussliste stehen.

Ich finde den Zeitpunkt dieser Gerüchte sehr spannend.
Die CL ist in Gefahr, die Fans protestieren gegen Furlani und Co. und plötzlich meldet sich Onkel Cardinale zu Wort und in den Zeitungen liest man fast täglich, dass Ibra, Furlani und jetzt auch Moncada ihren Job verlieren.

Und das alles vor dem letzten Spieltag. Zufall oder Kalkül?
Also auf mich wirkt es so, als würde man hier Krisenmanagement betreiben. Man versucht mit dem Interview und den ganzen Schlagzeilen die Fans zu beruhigen, da die CL Gelder in Gefahr sind. Krampfhaft versucht man wieder die Fans auf seine Seite zu bekommen und zugleich nimmt man medial den Fokus von der Mannschaft weg.

Dementsprechend sollten wir uns vielleicht nicht zu früh freuen, dass gewisse Leute den Verein endlich verlassen werden. Falls man nämlich die CL erreicht, würde ich es nicht ausschließen, dass die genannten Personen trotzdem bleiben dürfen und alles nur inszeniert war.


Ich möchte dem Gedanken vom „Kalkül” sachlich widersprechen. Dass es nach Saisonende ein Assessment der handelnden Personen gibt, ist kein Krisenmanagement, sondern der normale, jährlich wiederkehrende Prozess – so sollte es in jedem professionell geführten Klub sein. Dass die entsprechenden Berichte sich am letzten Spieltag verdichten, ist keine Inszenierung, sondern schlicht der Zeitpunkt, zu dem solche Bewertungen anstehen. Die Kausalität lässt sich auch umkehren: Nicht die Krise erzeugt die Gerüchte, sondern das nahende Saisonende.

Apropos Moncada: Es passt ins Bild, dass ausgerechnet jetzt seine mögliche Trennung durchgestochen wird – während gleichzeitig berichtet wird, dass andere Clubs großes Interesse haben (z.B. Sevilla). Nüchtern betrachtet wäre seine Rolle ohnehin entwertet, sollten Tare und Allegri tatsächlich bleiben. Allegri präferiert bekanntlich sehr erfahrene, fertige Spieler – Profile, für die es keine tiefe Scouting-Maschinerie braucht. Und Tare war es aus seiner langen Lazio-Zeit gewohnt, weitgehend eigenständig und ohne große Scouting-Abteilung zu arbeiten, stark gestützt auf das eigene Netzwerk und persönliche Beobachtung. Ein erfahrungsorientierter Trainer und ein netzwerkgetriebener, scouting-skeptischer Sportdirektor: ein perfektes Match, wenn man so will. Was soll da schon schiefgehen.

Bemerkenswert finde ich zudem, dass Cardinale fortwährend für seine Abwesenheit und sein Schweigen kritisiert wird – sobald er aber präsent ist und ein Interview gibt, ist es ebenfalls nicht recht und wird umgehend als Manöver gedeutet. Diese Lesart ist für die Gegenseite praktisch unfalsifizierbar: Schweigt er, ist es Arroganz; spricht er, ist es Kalkül. Eine Position, die sich gegen jede mögliche Beobachtung immunisiert, erklärt am Ende wenig.

Damit zu einer offenen persönlichen Anmerkung, die nicht als Angriff gemeint ist: Aus meiner Sicht zeigt sich in vielen deiner Beiträge ein ausgeprägter Confirmation Bias – die Bereitschaft, jede neue Information so zu lesen, dass sie die bereits feststehende Schlussfolgerung stützt. Das führt dazu, dass hier nahezu jede Diskussion in dasselbe Feld driftet und im Subtext eine sehr negative Grundtönung trägt. Etwas mehr Reflexion und Filter wären der Debatte zuträglich. Mir ist bewusst, dass das in einem Umfeld, in dem nahezu jeder Journalist eine eigene Agenda verfolgt, nicht leichtfällt – aber genau deshalb wäre es nötig.

Ein konkretes Beispiel: Der CorSport berichtete gestern, ausgerechnet die Transfers von Morata und Giménez – zwei vermeintliche Flops – seien Alleingänge Furlanis gewesen. Diese Darstellung verträgt sich schlecht mit zwei dokumentierten Sachverhalten. Erstens Giménez: Moncada hat öffentlich bestätigt, dass Milan den Spieler bereits zu dessen Zeit bei Cruz Azul verfolgte und durchgehend Kontakt hielt; dass sich seine damalige Agentin bereits mit Maldini im Casa Milan getroffen hat ist Nebensache.
Zweitens Morata: Er selbst gab an, sich von Fonseca vom Projekt überzeugt gefühlt zu haben – nach dessen Entlassung sei dieses gemeinsame Projekt faktisch gestorben. In diesem Fall wurde durchgängig berichtet, Ibrahimović habe sich für Morata starkgemacht. Beide „Informationen” des CorSport stehen also im Widerspruch zur sonstigen Berichtslage. Das ist exemplarisch dafür, dass es sich lohnt, die italienische Fußballberichterstattung kritisch zu hinterfragen, statt sie als Bestätigung des eigenen Bildes aufzunehmen.

Passend zu diesem Punkt möchte ich einen Beitrag teilen, der nicht zwingend in allem meiner Meinung entspricht, aber eine andere, lesenswerte Perspektive bietet:

If Giorgio Furlani has truly reached the end of his time at Milan, we should at least have the honesty to recount accurately what has happened over the past few months, without distorting the facts to suit personal preferences or the prevailing social media narratives. Because yes, Furlani has been the favourite target of a huge section of the Rossoneri faithful, gradually transformed into the perfect scapegoat: the man responsible for every internal conflict, every wrong decision, every power struggle, every alleged corporate disaster. But this oversimplification, as well as being convenient, is also deeply dangerous, because it allows everyone else to slip off the radar of accountability. And it’s a film Milan has seen before.

Not with Maldini, who is now portrayed by a section of the fanbase as an untouchable, almost infallible managerial figure, in a myth that does as much harm to the debate as the current witch-hunt against Furlani. The real precedent was Ivan Gazidis. For years, he was the face to target. The cold, distant manager, the one accused of not understanding Milan, of being the symbol of the club’s financialisation, of stifling the Rossoneri spirit. Today, with hindsight, it is recognised that Gazidis was one of the men who put a devastated club back on its feet financially. Herein lies the risk: in two years’ time, we may well witness the same revisionism regarding Furlani, after having treated him as the absolute evil.

This does not mean that Furlani is blameless or that Milan’s sporting decisions have been flawless. It simply means distinguishing between the different levels. On the business side, the figures speak for themselves: Milan has recorded two consecutive years of profit, with record revenues of 457 million in the 2023–24 financial statements, following 404.5 million the previous year. In Italian football, where many clubs continue to survive on refinancing, desperate capital gains or interventions by the owners, this is no minor detail: it is the bare minimum required to remain competitive. One can debate how that money was spent, and there the criticism is legitimate. But to portray Furlani as a complete incompetent is to deny reality.

Then there is another point that is strangely ignored by those who prefer caricature to substance: the relationship between the club and the outside world. Milan has continued to rack up huge figures at the stadium, consoli ***** attendance figures on a par with Europe’s top clubs. And at the same time, it has begun to break down mechanisms that had been tolerated or even normalised for far too long. The issue of ticket touting, the grey areas surrounding organised support, and the vested interests built upon Milan is not the stuff of conspiracy theorists but concrete news, with investigations revealing just how toxic certain ecosystems were. If Furlani has helped to sever ties with those who have been profiting from Milan for years, then this is a huge achievement. And his eventual successor should have the courage to continue exactly along those lines, without reverting to old, convenient compromises.

That said, it would be ridiculous to think that simply changing the CEO is enough to solve Milan’s problems. Because the current picture is far more complex. And above all because there is a massive contradiction within the Rossoneri environment that can no longer be ignored. On Sunday evening against Cagliari, Milan are playing a match which, between Champions League qualification, UEFA bonuses, the market pool, commercial revenue and all the associated income, is easily worth around €70 million. The new Champions League alone guarantees a massive financial foundation simply through entry into the competition, even before we talk about sporting results. Yet the atmosphere is that of a permanent funeral.

And this is where we need to say something uncomfortable: a section of the Rossoneri fanbase has become toxic. Not demanding: toxic. Because expecting a lot from Milan is normal, almost a duty. But turning every season into a binary referendum — the Scudetto or total failure — is a delusion that has no place in sporting culture, but rather stems from a form of collective hysteria fuelled by social media, personal agendas and a perpetually apocalyptic narrative. Milan is not Real Madrid, with double the revenue, a stadium of its own and a financial structure on a scale far beyond that of Serie A. Demanding to win the league every single year as the only acceptable condition is not a winning mentality; it is childishness.

If Furlani leaves, Milan will lose an executive who is questionable on some fronts but objectively effective on others. If he stays, he will not suddenly become the saviour. But in both cases, the point remains the same: as long as Milan continues to be portrayed and experienced within this toxic machine that devours one executive at a time, there will be no CEO good enough to make a difference.

Wie gesagt: nicht alles davon ist meine Position. Aber der Kerngedanke trifft etwas Wesentliches. Damit komme ich zu meinem abschließenden Punkt: Das vergiftete Zusammenspiel von Teilen der Fanbasis und Teilen der Medien schadet Milan mittelfristig mehr, als es nützt, und hemmt die Aussicht auf sportlichen Erfolg. Es gibt genügend Beispiele dafür, dass eine solche toxische Dynamik aus Dauerunruhe, Misstrauen und apokalyptischer Erwartungshaltung eine Negativspirale erzeugt hat, die am Ende sogar in den Abstieg mündete. Eine Klubführung lässt sich austauschen – eine vergiftete Atmosphäre nicht so einfach. Auch das gehört zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme.


So abgedroschen es auch klingt, die Wahrheit liegt bekanntlich i.d.R. in der Mitte. Wenn man sich "den Fall" unseres Clubs seit dem Scudetto anschaut, kommt man nicht drumherum, dass hier Furlani einer der Hauptverantwortlichen ist. Es gab scheinbar einen Machtkampf, den Maldini, Gazidis und Massara verloren bzw Furlani und Moncada gewannen. Nach der Entlassung Maldinis und Co nahm die Entwicklung einen negativen Lauf. Dementsprechend muss es Konsequenzen geben und man kommt um eine Entlassung nicht drumherum.

Aber: Furlani ist zweifelsfrei ein Wirtschaftsexperte. Die Finanzen Milans sehen gut aus, wie ewig nicht. Das schreibe ich ihm zu. Daher würde ich es gut finden, wenn man ihn vielleicht nicht entlässt, sondern in seinen Kompetenzen beschneidet. Dass sportliche Dinge nicht über seinen Tisch laufen müssen, weil sie seiner Zustimmung bedürfen. Sport und Wirtschaft sollten eher harmonisch und organisch zusammen interagieren.

Maldini plakativ gesagt für den Milanismo, Gazidis für die Expertise, Furlani für das Wirtschaftliche.

Wird aber wohl sowieso nicht in der Form passieren. Erstens dürfte das Verhältnis zwischen denen arg zerrüttet sein, zweitens glaube ich weniger, dass Furlani sich beschneiden lässt und drittens müssten die Genannten ja auch Bock auf diese Konstellation haben. Dies erachte ich für (sehr) unwahrscheinlich.
Zitat von DONCA
Laut La Republica soll wohl auch Moncada auf der Abschussliste stehen.

Ich finde den Zeitpunkt dieser Gerüchte sehr spannend.
Die CL ist in Gefahr, die Fans protestieren gegen Furlani und Co. und plötzlich meldet sich Onkel Cardinale zu Wort und in den Zeitungen liest man fast täglich, dass Ibra, Furlani und jetzt auch Moncada ihren Job verlieren.

Und das alles vor dem letzten Spieltag. Zufall oder Kalkül?
Also auf mich wirkt es so, als würde man hier Krisenmanagement betreiben. Man versucht mit dem Interview und den ganzen Schlagzeilen die Fans zu beruhigen, da die CL Gelder in Gefahr sind. Krampfhaft versucht man wieder die Fans auf seine Seite zu bekommen und zugleich nimmt man medial den Fokus von der Mannschaft weg.

Dementsprechend sollten wir uns vielleicht nicht zu früh freuen, dass gewisse Leute den Verein endlich verlassen werden. Falls man nämlich die CL erreicht, würde ich es nicht ausschließen, dass die genannten Personen trotzdem bleiben dürfen und alles nur inszeniert war.


Solange die Aussagen nicht direkt vom Verein kommen immer.
Die Schlagzeilen sind doch ganz normal. Es muss immer etwas geschrieben werden. Allegri und Leo usw. haben die Medien schon in den letzten Wochen verkauft, gefeuert, abgeschoben, da müssen jetzt andere her.

Ohne sicherer CL ist es eben auch schwerer für die Medien Neuzugänge zu präsentieren.
Mit der sicheren CL hätten wir wohl jetzt schon (von den Medien) 75.120 neue Spieler für die nächste Saison im Kader.

Jetzt warten wir mal was in 6 Stunden passiert und dann kann man wohl besser Einschätzen was vor allem im sportlichen Bereich in der nächsten passiert.
Zitat von DONCA
Zitat von Contabile

Zitat von DONCA

Laut La Republica soll wohl auch Moncada auf der Abschussliste stehen.

Ich finde den Zeitpunkt dieser Gerüchte sehr spannend.
Die CL ist in Gefahr, die Fans protestieren gegen Furlani und Co. und plötzlich meldet sich Onkel Cardinale zu Wort und in den Zeitungen liest man fast täglich, dass Ibra, Furlani und jetzt auch Moncada ihren Job verlieren.

Und das alles vor dem letzten Spieltag. Zufall oder Kalkül?
Also auf mich wirkt es so, als würde man hier Krisenmanagement betreiben. Man versucht mit dem Interview und den ganzen Schlagzeilen die Fans zu beruhigen, da die CL Gelder in Gefahr sind. Krampfhaft versucht man wieder die Fans auf seine Seite zu bekommen und zugleich nimmt man medial den Fokus von der Mannschaft weg.

Dementsprechend sollten wir uns vielleicht nicht zu früh freuen, dass gewisse Leute den Verein endlich verlassen werden. Falls man nämlich die CL erreicht, würde ich es nicht ausschließen, dass die genannten Personen trotzdem bleiben dürfen und alles nur inszeniert war.


Ich möchte dem Gedanken vom „Kalkül” sachlich widersprechen. Dass es nach Saisonende ein Assessment der handelnden Personen gibt, ist kein Krisenmanagement, sondern der normale, jährlich wiederkehrende Prozess – so sollte es in jedem professionell geführten Klub sein. Dass die entsprechenden Berichte sich am letzten Spieltag verdichten, ist keine Inszenierung, sondern schlicht der Zeitpunkt, zu dem solche Bewertungen anstehen. Die Kausalität lässt sich auch umkehren: Nicht die Krise erzeugt die Gerüchte, sondern das nahende Saisonende.

Apropos Moncada: Es passt ins Bild, dass ausgerechnet jetzt seine mögliche Trennung durchgestochen wird – während gleichzeitig berichtet wird, dass andere Clubs großes Interesse haben (z.B. Sevilla). Nüchtern betrachtet wäre seine Rolle ohnehin entwertet, sollten Tare und Allegri tatsächlich bleiben. Allegri präferiert bekanntlich sehr erfahrene, fertige Spieler – Profile, für die es keine tiefe Scouting-Maschinerie braucht. Und Tare war es aus seiner langen Lazio-Zeit gewohnt, weitgehend eigenständig und ohne große Scouting-Abteilung zu arbeiten, stark gestützt auf das eigene Netzwerk und persönliche Beobachtung. Ein erfahrungsorientierter Trainer und ein netzwerkgetriebener, scouting-skeptischer Sportdirektor: ein perfektes Match, wenn man so will. Was soll da schon schiefgehen.

Bemerkenswert finde ich zudem, dass Cardinale fortwährend für seine Abwesenheit und sein Schweigen kritisiert wird – sobald er aber präsent ist und ein Interview gibt, ist es ebenfalls nicht recht und wird umgehend als Manöver gedeutet. Diese Lesart ist für die Gegenseite praktisch unfalsifizierbar: Schweigt er, ist es Arroganz; spricht er, ist es Kalkül. Eine Position, die sich gegen jede mögliche Beobachtung immunisiert, erklärt am Ende wenig.

Damit zu einer offenen persönlichen Anmerkung, die nicht als Angriff gemeint ist: Aus meiner Sicht zeigt sich in vielen deiner Beiträge ein ausgeprägter Confirmation Bias – die Bereitschaft, jede neue Information so zu lesen, dass sie die bereits feststehende Schlussfolgerung stützt. Das führt dazu, dass hier nahezu jede Diskussion in dasselbe Feld driftet und im Subtext eine sehr negative Grundtönung trägt. Etwas mehr Reflexion und Filter wären der Debatte zuträglich. Mir ist bewusst, dass das in einem Umfeld, in dem nahezu jeder Journalist eine eigene Agenda verfolgt, nicht leichtfällt – aber genau deshalb wäre es nötig.

Ein konkretes Beispiel: Der CorSport berichtete gestern, ausgerechnet die Transfers von Morata und Giménez – zwei vermeintliche Flops – seien Alleingänge Furlanis gewesen. Diese Darstellung verträgt sich schlecht mit zwei dokumentierten Sachverhalten. Erstens Giménez: Moncada hat öffentlich bestätigt, dass Milan den Spieler bereits zu dessen Zeit bei Cruz Azul verfolgte und durchgehend Kontakt hielt; dass sich seine damalige Agentin bereits mit Maldini im Casa Milan getroffen hat ist Nebensache.
Zweitens Morata: Er selbst gab an, sich von Fonseca vom Projekt überzeugt gefühlt zu haben – nach dessen Entlassung sei dieses gemeinsame Projekt faktisch gestorben. In diesem Fall wurde durchgängig berichtet, Ibrahimović habe sich für Morata starkgemacht. Beide „Informationen” des CorSport stehen also im Widerspruch zur sonstigen Berichtslage. Das ist exemplarisch dafür, dass es sich lohnt, die italienische Fußballberichterstattung kritisch zu hinterfragen, statt sie als Bestätigung des eigenen Bildes aufzunehmen.

Passend zu diesem Punkt möchte ich einen Beitrag teilen, der nicht zwingend in allem meiner Meinung entspricht, aber eine andere, lesenswerte Perspektive bietet:

If Giorgio Furlani has truly reached the end of his time at Milan, we should at least have the honesty to recount accurately what has happened over the past few months, without distorting the facts to suit personal preferences or the prevailing social media narratives. Because yes, Furlani has been the favourite target of a huge section of the Rossoneri faithful, gradually transformed into the perfect scapegoat: the man responsible for every internal conflict, every wrong decision, every power struggle, every alleged corporate disaster. But this oversimplification, as well as being convenient, is also deeply dangerous, because it allows everyone else to slip off the radar of accountability. And it’s a film Milan has seen before.

Not with Maldini, who is now portrayed by a section of the fanbase as an untouchable, almost infallible managerial figure, in a myth that does as much harm to the debate as the current witch-hunt against Furlani. The real precedent was Ivan Gazidis. For years, he was the face to target. The cold, distant manager, the one accused of not understanding Milan, of being the symbol of the club’s financialisation, of stifling the Rossoneri spirit. Today, with hindsight, it is recognised that Gazidis was one of the men who put a devastated club back on its feet financially. Herein lies the risk: in two years’ time, we may well witness the same revisionism regarding Furlani, after having treated him as the absolute evil.

This does not mean that Furlani is blameless or that Milan’s sporting decisions have been flawless. It simply means distinguishing between the different levels. On the business side, the figures speak for themselves: Milan has recorded two consecutive years of profit, with record revenues of 457 million in the 2023–24 financial statements, following 404.5 million the previous year. In Italian football, where many clubs continue to survive on refinancing, desperate capital gains or interventions by the owners, this is no minor detail: it is the bare minimum required to remain competitive. One can debate how that money was spent, and there the criticism is legitimate. But to portray Furlani as a complete incompetent is to deny reality.

Then there is another point that is strangely ignored by those who prefer caricature to substance: the relationship between the club and the outside world. Milan has continued to rack up huge figures at the stadium, consoli ***** attendance figures on a par with Europe’s top clubs. And at the same time, it has begun to break down mechanisms that had been tolerated or even normalised for far too long. The issue of ticket touting, the grey areas surrounding organised support, and the vested interests built upon Milan is not the stuff of conspiracy theorists but concrete news, with investigations revealing just how toxic certain ecosystems were. If Furlani has helped to sever ties with those who have been profiting from Milan for years, then this is a huge achievement. And his eventual successor should have the courage to continue exactly along those lines, without reverting to old, convenient compromises.

That said, it would be ridiculous to think that simply changing the CEO is enough to solve Milan’s problems. Because the current picture is far more complex. And above all because there is a massive contradiction within the Rossoneri environment that can no longer be ignored. On Sunday evening against Cagliari, Milan are playing a match which, between Champions League qualification, UEFA bonuses, the market pool, commercial revenue and all the associated income, is easily worth around €70 million. The new Champions League alone guarantees a massive financial foundation simply through entry into the competition, even before we talk about sporting results. Yet the atmosphere is that of a permanent funeral.

And this is where we need to say something uncomfortable: a section of the Rossoneri fanbase has become toxic. Not demanding: toxic. Because expecting a lot from Milan is normal, almost a duty. But turning every season into a binary referendum — the Scudetto or total failure — is a delusion that has no place in sporting culture, but rather stems from a form of collective hysteria fuelled by social media, personal agendas and a perpetually apocalyptic narrative. Milan is not Real Madrid, with double the revenue, a stadium of its own and a financial structure on a scale far beyond that of Serie A. Demanding to win the league every single year as the only acceptable condition is not a winning mentality; it is childishness.

If Furlani leaves, Milan will lose an executive who is questionable on some fronts but objectively effective on others. If he stays, he will not suddenly become the saviour. But in both cases, the point remains the same: as long as Milan continues to be portrayed and experienced within this toxic machine that devours one executive at a time, there will be no CEO good enough to make a difference.

Wie gesagt: nicht alles davon ist meine Position. Aber der Kerngedanke trifft etwas Wesentliches. Damit komme ich zu meinem abschließenden Punkt: Das vergiftete Zusammenspiel von Teilen der Fanbasis und Teilen der Medien schadet Milan mittelfristig mehr, als es nützt, und hemmt die Aussicht auf sportlichen Erfolg. Es gibt genügend Beispiele dafür, dass eine solche toxische Dynamik aus Dauerunruhe, Misstrauen und apokalyptischer Erwartungshaltung eine Negativspirale erzeugt hat, die am Ende sogar in den Abstieg mündete. Eine Klubführung lässt sich austauschen – eine vergiftete Atmosphäre nicht so einfach. Auch das gehört zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme.


Du widersprichst dem Kalkül-Gedanken, in dem du dir selber widersprichst.
Die Saison ist noch nicht vorbei und das macht einen große Unterschied zwischen der typischen Saisonanalyse / End-of-Season Assessment und dem was jetzt bei uns passiert ist.

Es ist nicht normal, dass vor Saisonende plötzlich öffentlich über die Zukunft eines CEOs diskutiert wird vor allem nicht bei einem Topclub wie AC Milan. Bei Trainern passiert das ständig aber bei CEOs oder strategischen Führungsfiguren deutlich seltener. Die CEOs repräsentieren nämliche Stabilität und wenn so ein Gerücht nach außen gerät dann weiß man, dass es intern Unruhe gibt oder man weiß, dass es sich dabei um Medien-Leaks zur Beruhigung der Fans handelt.

Zudem braucht man hier glaube ich niemanden erklären, dass weitere Gerüchte über die Instabilität Milans eher kontraproduktiv für die Mannschaft sind. Erst recht nicht so kurz vor Saisonende wenn es noch um die CL geht.

Wäre ja auch nicht das erste Mal das Clubs Journalisten, befreundete Medien, Insider oder TV-Pundits nutzen
um Narrative zu testen oder Stimmung zu beruhigen bzw. Proteste entschärfen. Das Timing deutet m. M. n. sehr klar darauf hin das es bei uns der Fall ist:

10. Mai 2026: Massive Furlani-Proteste bei Milan–Atalanta
11.–15. Mai 2026: Erste echte Gerüchte über Furlani-/Ibra-Zukunft
Mitte Mai 2026: Cardinale gibt Interview, nachdem er zuvor so gut wie nie etwas gesagt hat
Danach: Medien diskutieren komplette Neuorganisation

Fazit: Die Gerüchtewelle entstand klar nach den massiven Curva-Sud-Protesten gegen Furlani und nicht nach Saisonende. Dementsprechend glaube ich, dass es sich hierbei um eine Strategie handelt die Fans zu beruhigen.

Zudem muss man sich auch die Art der Gerüchte angucken. Die waren alle komplett schwammig und unscharf („future uncertain“, „under evaluation“, „possible changes“) was eher in Indiz ist für bewusst kontrollierte Informationslecks. Konkret genug für Schlagzeilen aber unverbindlich genug, dass niemand sich festlegt.

Damit will ich nicht ausschließen das es intern wirklich Spannungen gibt aber in diesem Fall wurden sie meiner Meinung nach bewusst strategisch geleakt.

Ein weiterer Hinweis ist zudem, dass es keine offizielen Statements vom Verein dazu gab. Milan sagte nicht:
„Furlani oder Ibra bleiben definitiv“. Man ließ die Gerüchte laufen. Das ist oft ein Zeichen dafür:
dass die Leaks zumindest toleriert werden. Denn Clubs dementieren normalerweise sehr schnell,
wenn etwas völlig falsch ist.

Cardinale wurde zurecht von Fans kritisiert, weil er sich fast ein Jahr lang hat nicht blicken lassen. Soll man das als Fan gut finden, obwohl er doch den AC Milan und Italien angeblich so sehr liebt? Soll man es gut finden, dass er den falschen Leuten viel zu viel Macht gegeben hat und sich Milan deswegen im Kreis dreht, trotz Investitionen? Soll man es gut finden, dass er ein wenig großkotzig ankam und gesagt hat, man werde alles besser machen? Moneyball etc.? Uns wurde sehr viel gesprochen aber bis auf leere Worte haben wir sportlich Null impact gesehen.

Ich finde es gut, dass er sich jetzt überhaupt mal zu Wort gemeldet hat aber dennoch steckt da m. M. n. Kalkül bzw. eine Notwendigkeit hinter.

Wenn er was richtig machen will und gefeiert werden will, dann muss er Taten folgen lassen und so einen wie Furlani feuern. Bislang folgten aber seit der Übernahme RedBirds nur viele leere Worte und dementsprechend bin ich persönlich auch vorsichtig was die Gerüchte betrifft.

Zum Punkt der foxischen Fanbasis:
natürlich schadet Milan das vergiftete Zusammenspiel von Teilen der Fanbasis und Teilen der Medien aber die Frage sollte eher sein, wieso es dazu kommt, dass die Stimmung vergiftet ist? Vielleicht liegt es daran, dass toxische Personen viele falsche Entscheidungen getroffen haben?

Man braucht sich ja nur einmal angucken, wie vergleichsweise ruhig und harmonisch es noch vor ein paar Jahren war. Wodran liegt das denn? Vielleicht daran das es weniger Egos gab, die eher im Wohle Milans gehandelt haben und primär sportliche Interessen vertreten haben? Interessen, die jeder Fußballverein vertreten sollte.
Vielleicht lag es auch daran, dass man sportlich überzeugt hat und nicht nur finanziell.

Solange die sportlichen Ergebnisse nicht stimmen und sich gewisse Personen über den Verein stellen, wird es immer giftig bleiben. Giftige Person = giftige Stimmung.
Würden die Fans sehen, dass Milan sich gut entwickelt, dass man oben mitspielt, dann wäre es auch ruhig.

Und zudem finde ich nicht, dass man zumindest hier im Forum eine Hexenjagd auf gewisse Personen macht. Niemand streitet hier ab, dass Furlani wirtschaftlich einen guten Job macht. Dementsprechend läuft es hier ziemlich konstruktiv ab und dennoch gibt es gute Gründe, wieso gewisse Namen immer wieder fallen.


Was du schreibst spricht doch ehr dafür, dass die Medien auf den Zug der Fans aufgesprungen sind oder haben die Fans auch erst protestiert als sie "interne Infos über die Zukunft von Furlani" bekommen haben?

Auch die Reaktionen von der Führung sind doch verständlich. Sollen die auf jeden Artikel aufspringen?
Wenn jetzt einer sagt: "Furlani bleibt sicher", dann schreiben die nächsten, dass man so nur die Diskussion ersticken will und Furlani eigentlich schon weg ist....
Warum sollte man sich auf dieses Spiel einlassen?
Macht man doch bei Transfers auch nicht.
Zitat von Unbekannt187

So abgedroschen es auch klingt, die Wahrheit liegt bekanntlich i.d.R. in der Mitte. Wenn man sich "den Fall" unseres Clubs seit dem Scudetto anschaut, kommt man nicht drumherum, dass hier Furlani einer der Hauptverantwortlichen ist. Es gab scheinbar einen Machtkampf, den Maldini, Gazidis und Massara verloren bzw Furlani und Moncada gewannen. Nach der Entlassung Maldinis und Co nahm die Entwicklung einen negativen Lauf. Dementsprechend muss es Konsequenzen geben und man kommt um eine Entlassung nicht drumherum.

Aber: Furlani ist zweifelsfrei ein Wirtschaftsexperte. Die Finanzen Milans sehen gut aus, wie ewig nicht. Das schreibe ich ihm zu. Daher würde ich es gut finden, wenn man ihn vielleicht nicht entlässt, sondern in seinen Kompetenzen beschneidet. Dass sportliche Dinge nicht über seinen Tisch laufen müssen, weil sie seiner Zustimmung bedürfen. Sport und Wirtschaft sollten eher harmonisch und organisch zusammen interagieren.

Maldini plakativ gesagt für den Milanismo, Gazidis für die Expertise, Furlani für das Wirtschaftliche.

Wird aber wohl sowieso nicht in der Form passieren. Erstens dürfte das Verhältnis zwischen denen arg zerrüttet sein, zweitens glaube ich weniger, dass Furlani sich beschneiden lässt und drittens müssten die Genannten ja auch Bock auf diese Konstellation haben. Dies erachte ich für (sehr) unwahrscheinlich.


Ist Gazidis nicht ausgeschieden, weil er Krebs hatte und sich darauf "konzentrieren" wollte?
Er selbst hatte ja auch immer Probleme mit Maldini und Boban (laut Boban).

Interessant ist auch, dass Furlani immer als Quertreiber und "Cardinale-Mann" gesehen wird.
Er wurde doch von Elliott installiert und kam auch aus deren Unternehmen.
Vielleicht ist deshalb jetzt die Diskussion auch so groß, weil der Einfluss von Elliott gesunken ist und Cardinale seine eigene Personalpolitik verfolgen wird.
@Contabile

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