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Fanszene

24.02.2013 - 19:40 Uhr
Fanszene |#4911
13.08.2026 - 12:48 Uhr
Zitat von Polanski
Zitat von Neckarkrokodil

"Rücksichtnahme und gegenseitiger Respekt" -
Dynamo Dresden verbietet ab sofort Stadionvlogs

Klassisches AfD-Verständnis von Respekt und Rücksichtnahme.

Hatten einige im Fanblock wohl Angst, dass ihre Tattoos und T-Shirts gefilmt werden könnten..


Ich kann dich einerseits verstehen.

Andererseits bin ich vor ein paar Wochen bei einem größeren Konzert in der großen Arena vor München gewesen und in der reihe vor mir waren 2 Girlies, die haben ungelogen beide(!) die ersten 2 Minuten von jedem(!) Lied gefilmt und dann noch irgendwelche Stories für jede erdenklichen Platform aufgenommen und gepostet. Absolutes Verständnis für jeden, dem das auf die Nerven geht. In dem Umfang hab ich das noch nicht erlebt. 10% des Stadions haben bestimmt über 50% des Konzerts mitgeschnitten. Gibt auch eine offizielle Aufnahme vom Auftritt im SoFi Stadium in LA, da kann man sich das Feeling auch holen. Ich zumindest. Vom Spiel gibt es auch genügend Aufnahmen, auf denen man was erkennen kann. Um das ständige Gefilme bei Veranstaltungen zu verstehen bin ich vielleicht einfach nur 20 Jahre zu alt.

Also wenn du das Konzert von The Weeknd meinst, dann saßen wir vermutlich unwissentlich nebeneinander 😁 Hatte vor mir auch Mädels, die ungelogen jede Minute gefilmt haben. Haben mich dann noch gefragt, ob ich ein Gruppenbild von ihnen machen kann (als ob die ständigen Selfies mit meiner Visage im Hintergrund nicht gereicht hätten), hab ich dann natürlich gemacht. Gibt ja mittlerweile sogar Konzerte, wo man die Handys davor abgibt, damit man die Veranstaltung vollständig genießen kann.

Ich habe nichts dagegen, wenn man Momente filmt oder fotografiert, aber das Handy 24/7 draufhalten, finde ich auch etwas drüber...
Fanszene |#4912
13.08.2026 - 12:57 Uhr
Zitat von Neckarkrokodil

"Rücksichtnahme und gegenseitiger Respekt" -
Dynamo Dresden verbietet ab sofort Stadionvlogs

Klassisches AfD-Verständnis von Respekt und Rücksichtnahme.

Hatten einige im Fanblock wohl Angst, dass ihre Tattoos und T-Shirts gefilmt werden könnten..


Deine Auslegung bzw. Interpretation geht mir zu weit. Ich habe keine, wirklich gar keine Sympathien für rechte Umtriebe und würde mir ein viel konsequenteres Durchgreifen der Vereine wünschen. Die Entscheidung von Dynamo bewerte ich aber tatsächlich eher positiv. Das hat verschiedene Gründe.

Zum einen verstehe ich, dass Vereine die Darstellung, Kommikation und damit auch Vermarktung ihres Produkts (Stadionerlebnis) stärker selbst in der Hand haben möchten. Es geht nicht um Privatpersonen, die sich beim Stadionbesuch filmen und auf ihre Socials hochladen. Betroffen sind gewerbliche Content Creators.

Das bringt mich zu meinem weiteren Punkt. Ich hätte ehrlicherweise auch keine Lust als Stadionbesucher in einem Video mit entsprechend großer Reichweite aufzutauchen. Schon gar nicht möchte ich integriert werden. Die Vorstellung, dass ich vielleicht 80 Euro für ein CL-Ticket bezahle und dann neben einem Vlogger sitze, der sich gar nicht für das Spiel interessiert aber dauerhaft lautstark in sein Handy oder seine Kamera redet oder sogar noch meine "Reaction" auf das Spielszenen filmt, verdirbt mir den Spaß.

Letztendlich und da bin ich wieder sehr kritisch was die UItraszene angeht, wird durch solche Regelungen auch mal rechtliche Klarheit geschaffen. Ich habe auch schon (nicht in Stuttgart) erlebt, dass Ultras ungerechtfertigt ein imaginäres Hausrecht durchsetzen. Also auch Menschen angehen, die in meinem Fall vor dem Stadion Bilder machen. Es ist selbstverständlich nicht an den Fanszenen diese Regelung durchzusetzen, aber sie beseitigt immerhin ein paar Grauzonen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von VinniJ am 13.08.2026 um 12:58 Uhr bearbeitet
Fanszene |#4913
13.08.2026 - 13:18 Uhr
Zitat von VinniJ
Zitat von Neckarkrokodil

"Rücksichtnahme und gegenseitiger Respekt" -
Dynamo Dresden verbietet ab sofort Stadionvlogs

Klassisches AfD-Verständnis von Respekt und Rücksichtnahme.

Hatten einige im Fanblock wohl Angst, dass ihre Tattoos und T-Shirts gefilmt werden könnten..


Deine Auslegung bzw. Interpretation geht mir zu weit. Ich habe keine, wirklich gar keine Sympathien für rechte Umtriebe und würde mir ein viel konsequenteres Durchgreifen der Vereine wünschen. Die Entscheidung von Dynamo bewerte ich aber tatsächlich eher positiv. Das hat verschiedene Gründe.

Zum einen verstehe ich, dass Vereine die Darstellung, Kommikation und damit auch Vermarktung ihres Produkts (Stadionerlebnis) stärker selbst in der Hand haben möchten. Es geht nicht um Privatpersonen, die sich beim Stadionbesuch filmen und auf ihre Socials hochladen. Betroffen sind gewerbliche Content Creators.

Das bringt mich zu meinem weiteren Punkt. Ich hätte ehrlicherweise auch keine Lust als Stadionbesucher in einem Video mit entsprechend großer Reichweite aufzutauchen. Schon gar nicht möchte ich integriert werden. Die Vorstellung, dass ich vielleicht 80 Euro für ein CL-Ticket bezahle und dann neben einem Vlogger sitze, der sich gar nicht für das Spiel interessiert aber dauerhaft lautstark in sein Handy oder seine Kamera redet oder sogar noch meine "Reaction" auf das Spielszenen filmt, verdirbt mir den Spaß.

Letztendlich und da bin ich wieder sehr kritisch was die UItraszene angeht, wird durch solche Regelungen auch mal rechtliche Klarheit geschaffen. Ich habe auch schon (nicht in Stuttgart) erlebt, dass Ultras ungerechtfertigt ein imaginäres Hausrecht durchsetzen. Also auch Menschen angehen, die in meinem Fall vor dem Stadion Bilder machen. Es ist selbstverständlich nicht an den Fanszenen diese Regelung durchzusetzen, aber sie beseitigt immerhin ein paar Grauzonen.

Bitte nicht mehr auf den Ausgangspost eingehen, ich habe ja bereits im weiteren geschrieben, dass ich damit übers Ziel hinaus bin.

Und auch ich möchte nicht dauerhaft in der Öffentlichkeit gefilmt werden.

Es ist nur mal wieder Dresden, die gegen alles vorgehen außer gegen ihre eigenen verfassungsfeindlichen und gewalttätigen Fans

•     •     •

in a town called Stuttgart....
Fanszene |#4914
13.08.2026 - 15:13 Uhr
Die Diskussion ist interessant und ich hab ein verwandtes Thema einzubringen, was mich ebenfalls gestört hat - und weswegen ich das befürworte, Content Creators nicht im Stadion haben zu wollen.

Vor einigen Jahren haben wir einen in Barcelona wohnhaften Kumpel besucht.

Wir haben in diesem Zuge auch ein Spiel von Barca im Camp Nou angeschaut. Wir alle mehr oder weniger große Fußballfans aus Deutschland.

Im Block um uns herum waren mindestens 50 Personen aus dem nahen Osten, die einfach nur durchgängig Fotos von sich, ihrer mitgebrachten Landesflaggege und dem Stadion und Messi im Hintergrund gemacht haben. Jeder mit Sicherheit an die 500+ Fotos. Nicht unbedingt Influencer, aber sicher Menschen, die mit Fußball nix zu tun hatten, sondern auf Social Media damit prahlen wollten, Messi im Stadion gesehen zu haben.

Und parallel sitzt der Mitbewohner meines Freundes, dem das Blut blaugrana durch die Venen läuft, daheim, weil die Karten zu teuer sind und er sie sich nicht leisten kann. Ich hab abgekotzt.

Das ist nicht 1:1 die gleiche Situation wie in Dresden oder bei uns, aber die Schnittmenge ist, dass echte Fans, denen der Verein alles bedeutet, nicht ins Stadion können (zu teuer bzw. zu wenig verfügbare Karten), im Gegenzug aber Leute da sind, die nichts anderes im Sinn haben, als sich online selbst zu inszenieren. Vielleicht sogar noch Geld damit verdienen wollen.

Und da bin ich froh, wenn dem ein Riegel vorgeschoben wird. Das Stadion ist für die Fans da, nicht für Selbstdarsteller.
Fanszene |#4915
13.08.2026 - 15:52 Uhr
Zitat von BK1893
Die Diskussion ist interessant und ich hab ein verwandtes Thema einzubringen, was mich ebenfalls gestört hat - und weswegen ich das befürworte, Content Creators nicht im Stadion haben zu wollen.

Vor einigen Jahren haben wir einen in Barcelona wohnhaften Kumpel besucht.

Wir haben in diesem Zuge auch ein Spiel von Barca im Camp Nou angeschaut. Wir alle mehr oder weniger große Fußballfans aus Deutschland.

Im Block um uns herum waren mindestens 50 Personen aus dem nahen Osten, die einfach nur durchgängig Fotos von sich, ihrer mitgebrachten Landesflaggege und dem Stadion und Messi im Hintergrund gemacht haben. Jeder mit Sicherheit an die 500+ Fotos. Nicht unbedingt Influencer, aber sicher Menschen, die mit Fußball nix zu tun hatten, sondern auf Social Media damit prahlen wollten, Messi im Stadion gesehen zu haben.

Und parallel sitzt der Mitbewohner meines Freundes, dem das Blut blaugrana durch die Venen läuft, daheim, weil die Karten zu teuer sind und er sie sich nicht leisten kann. Ich hab abgekotzt.

Das ist nicht 1:1 die gleiche Situation wie in Dresden oder bei uns, aber die Schnittmenge ist, dass echte Fans, denen der Verein alles bedeutet, nicht ins Stadion können (zu teuer bzw. zu wenig verfügbare Karten), im Gegenzug aber Leute da sind, die nichts anderes im Sinn haben, als sich online selbst zu inszenieren. Vielleicht sogar noch Geld damit verdienen wollen.

Und da bin ich froh, wenn dem ein Riegel vorgeschoben wird. Das Stadion ist für die Fans da, nicht für Selbstdarsteller.

Wieso der Verweis auf die Herkunft dieser Menschen? Tut doch überhaupt nichts zur Sache.
Und warum legt ihr dann nicht euer Geld zusammen und spendiert es ihm, anstatt alleine zu gehen und euch später als Wohltäter im Geiste auszugeben?

Und eins ist auch klar, wenn man alle Menschen (oder für dich vielleicht nur die aus dem Nahen Osten) ausschließt, die nicht Vollblut-Fans sind, wie dein Kumpel, dann werden die Tickets trotzdem nicht günstiger.

Ein Stadion ist grundsätzlich für alle da, aber, und das gilt nicht nur fürs Stadion, man muss die Freiheit und Rechte der anderen achten. Und diese Rechte werden verletzt, wenn jemand Videos macht, die später auf Youtube oder anderswo monetarisiert werden.
Aber nicht, wenn jemand, woher auch immer er kommen mag, seine Freude über den Stadionbesuch und Messi in Fotos festhält.

Dass die Ticketpreise, gerade bei den Vereinen wo die grossen Stars spielen, viel zu teuer sind und sich der einfache Fan das irgendwann nicht mehr leisten kann, ist absolut so.
Aber dafür kann nicht der gemeine Fan, woher er auch immer kommt, auf der Zuschauertribüne etwas. Da musst du deinen Fokus eher auf die Haupttribüne richten

•     •     •

in a town called Stuttgart....
Fanszene |#4916
13.08.2026 - 16:17 Uhr
Zitat von Neckarkrokodil
Zitat von BK1893
(...)

Wieso der Verweis auf die Herkunft dieser Menschen? Tut doch überhaupt nichts zur Sache.
Und warum legt ihr dann nicht euer Geld zusammen und spendiert es ihm, anstatt alleine zu gehen und euch später als Wohltäter im Geiste auszugeben?

Und eins ist auch klar, wenn man alle Menschen (oder für dich vielleicht nur die aus dem Nahen Osten) ausschließt, die nicht Vollblut-Fans sind, wie dein Kumpel, dann werden die Tickets trotzdem nicht günstiger.

Ein Stadion ist grundsätzlich für alle da, aber, und das gilt nicht nur fürs Stadion, man muss die Freiheit und Rechte der anderen achten. Und diese Rechte werden verletzt, wenn jemand Videos macht, die später auf Youtube oder anderswo monetarisiert werden.
Aber nicht, wenn jemand, woher auch immer er kommen mag, seine Freude über den Stadionbesuch und Messi in Fotos festhält.

Dass die Ticketpreise, gerade bei den Vereinen wo die grossen Stars spielen, viel zu teuer sind und sich der einfache Fan das irgendwann nicht mehr leisten kann, ist absolut so.
Aber dafür kann nicht der gemeine Fan, woher er auch immer kommt, auf der Zuschauertribüne etwas. Da musst du deinen Fokus eher auf die Haupttribüne richten


Ich erzähle meine Geschichten gerne so, dass sie anschaulich sind. In diesem Fall war es ein wichtiger Bestandteil des Erzählstranges, dass sie offensichtlich keine Barca-Fans waren. Ich lese aus deinem Beitrag einen unterstellenden Unterton raus, auf den ich weder hier, noch in weiteren Beiträgen eingehen werde.
Mein Tag ist zu schön, um mit Fremden im Internet Kinderspielchen zu betreiben.

Wir hätten ihm auch eine Karte spendieren können. Stimmt. Sind wir tatsächlich in dem Moment nicht drauf gekommen. Aber es hätte auch nichts an seiner Gesamtsituation geändert. Wo wir uns als Wohltäter im Geiste aufgespielt haben, kann ich nicht nachvollziehen, aber ich lege auch keinen Wert darauf, dass du es mir erklärst.

Freiheit und Rechte anderer achten. Da bin ich dabei.

Ich denke, dass die hohen Ticketpreise zum einen Angebot und Nachfrage geschuldet sind. Und wenn ich dann als Weltverein Barca meine eigenen echten Fans aus dem Blick verliere, habe ich, BK1893, ein Problem damit. Finde ich nicht gerecht. Da gehören genügend günstige Tickets her, dass sich das der gemeine Fan leisten kann. Und dann soll auf der Haupttribüne gerne jemand 5.000 EUR für eine Karte zahlen, wenn er möchte. Da nimmt er niemandem was weg.

Im jetzigen System nehmen Außenstehende anderen etwas weg. Ja, auch wir haben das getan, indem wir den Preis bezahlt haben, aber wenigstens nicht, um uns selber in Szene zu setzen, sondern weil wir als Freunde etwas miteinander unternehmen wollten.

Aber wenn ich das hier so schreibe, gebe ich zu, dass das dünnes Eis ist, auf das ich mich begebe und die Abgrenzung zwischen mir und den angesprochenen Personen schwierig ist. Vielleicht war ich in diesem Fall Teil des Problems.

Und das andere Thema ist die Verfügbarkeit. Gerade beim Pokalfinale 2025 ist mir das extrem aufgefallen, dass Leute Tickets bekommen haben, die mit dem VfB nicht wirklich was am Hut haben, sondern nur das Event geil finden. Und auf der anderen Seite kenne ich minimum 10 Leute, die den ganzen Tag an nix anderes denken als den VfB und keine Karten bekommen haben. Das Problem ist sicherlich schwierig zu lösen. Aber ich kriege die Krätze, wenn dann ein Influencer im Stadion sitzt.

Nicht viele haben ein Problem mit Stadion-Touris bei Waldhof Mannheim oder so. Aber wenn sonst für Fans keine Karten zu bekommen sind, ist das für mich eine schwierige Situation.

Es sei dir freigestellt, eine andere Meinung dazu zu haben.
Fanszene |#4917
13.08.2026 - 18:22 Uhr
Zitat von Neckarkrokodil
Bitte nicht mehr auf den Ausgangspost eingehen, ich habe ja bereits im weiteren geschrieben, dass ich damit übers Ziel hinaus bin.

Und auch ich möchte nicht dauerhaft in der Öffentlichkeit gefilmt werden.

Es ist nur mal wieder Dresden, die gegen alles vorgehen außer gegen ihre eigenen verfassungsfeindlichen und gewalttätigen Fans


Alles gut. Ich verstehe woher dein Beitrag kommt und finde deine klare Haltung super. Ich finde es selbst immer wieder schwer zwischen Verein und Fanszene zu trennen und stoße da auch an meine Grenzen. Bei mir betrifft das ganz konkret Alemannia Aachen. Ich hab in der Stadt studiert und war regelmäßig auf dem Tivoli. Deshalb mag ich den Verein eigentlich sehr gerne. Gleichzeitig widern mich Teile der Fanszene einfach nur an und das Geklüngel von (zum Glück mittlerweile ehemaligen) Mitgliedern der Vereinsführung mit verurteilten Rechtsextremen war kaum zu ertragen.

Den Impuls zu fordern, dass sich Vereine mit vergleichbar problematischen Fanszenen erstmal mit diesen beschäftigen und glaubwürdig und konsequent gegen offen zur Schau gestelltes menschenfeindliches Gedankengut vorgehen, kann ich gut nachvollziehen. Mein Wunsch wäre, dass beides möglich ist. Wenn ich mir die Hilflosigkeit oder Passivität der betroffenen Vereine anschaue, habe ich da aber leider wenig Hoffnung. Es ist halt viel einfacher gegen lästige aber harmlose Außenstehende vorzugehen, als innerhalb der eigenen Anhängerschaft wirklich aktiv zu werden.
Fanszene |#4918
13.08.2026 - 18:22 Uhr
Zitat von Neckarkrokodil
Bitte nicht mehr auf den Ausgangspost eingehen, ich habe ja bereits im weiteren geschrieben, dass ich damit übers Ziel hinaus bin.

Und auch ich möchte nicht dauerhaft in der Öffentlichkeit gefilmt werden.

Es ist nur mal wieder Dresden, die gegen alles vorgehen außer gegen ihre eigenen verfassungsfeindlichen und gewalttätigen Fans


Alles gut. Ich verstehe woher dein Beitrag kommt und finde deine klare Haltung super. Ich finde es selbst immer wieder schwer zwischen Verein und Fanszene zu trennen und stoße da auch an meine Grenzen. Bei mir betrifft das ganz konkret Alemannia Aachen. Ich hab in der Stadt studiert und war regelmäßig auf dem Tivoli. Deshalb mag ich den Verein eigentlich sehr gerne. Gleichzeitig widern mich Teile der Fanszene einfach nur an und das Geklüngel von (zum Glück mittlerweile ehemaligen) Mitgliedern der Vereinsführung mit verurteilten Rechtsextremen war kaum zu ertragen.

Den Impuls zu fordern, dass sich Vereine mit vergleichbar problematischen Fanszenen erstmal mit diesen beschäftigen und glaubwürdig und konsequent gegen offen zur Schau gestelltes menschenfeindliches Gedankengut vorgehen, kann ich gut nachvollziehen. Mein Wunsch wäre, dass beides möglich ist. Wenn ich mir die Hilflosigkeit oder Passivität der betroffenen Vereine anschaue, habe ich da aber leider wenig Hoffnung. Es ist halt viel einfacher gegen lästige aber harmlose Außenstehende vorzugehen, als innerhalb der eigenen Anhängerschaft wirklich aktiv zu werden.
Fanszene |#4919
13.08.2026 - 20:06 Uhr
Zitat von Neckarkrokodil
Zitat von Nullsiebenelf

Zitat von Neckarkrokodil

Zitat von Sososo1893

Zitat von Neckarkrokodil

"Rücksichtnahme und gegenseitiger Respekt" -
Dynamo Dresden verbietet ab sofort Stadionvlogs

Klassisches AfD-Verständnis von Respekt und Rücksichtnahme.

Hatten einige im Fanblock wohl Angst, dass ihre Tattoos und T-Shirts gefilmt werden könnten..

Sowas wird doch gar nicht in den Fanblocks gedreht, die hocken doch eigentlich immer auf der Haupttribüne und sondern da ihren sermon ab. Ich finde diese vlogs total daneben, aber das kann ja jeder anders sehen, die Begründung aus Dresden kann ich zb teilweise mitgehen. Wenn man sich das durchliest, geht es denen dann aber auch gar nicht so sehr um ihre Fans, betonen sie doch, dass sie gar nicht daran mitverdienen grins
Was mich persönlich stören würde, wäre da ungefragt im Internet zu landen und das der Mensch auch noch zum Teil mit meinen Emotionen Geld verdient und mich beim Fußball gucken extrem ablenken würde, da er mein adhs mehr als triggern würde. Die paar vlogs die ich gesehen habe, haben sich auch immer noch bei den Vereinen für die Tickets bedankt und das finde ich, bei den geringen Chancen auf tickets, dann schon frech den normalen Fans gegenüber. Von daher finde ich persönlich so ein Verbot gut und würde mich freuen, wenn da noch deutlich mehr Vereine mitmachen würden. Und ich komme ganz bestimmt nicht aus der ekelhafden Ecke, ganz im Gegenteil.

Also bitte nicht falsch verstehen, du darfst diese Meinung haben, ohne dass ich dich damit in irgendeine Ecke stelle. Ich sehe es ja gar nicht so viel anders.

Aber es hat halt nichts mit Respekt und Rücksichtnahme zu tun, wenn man jetzt so eine populistische Massnahme trifft.

Wie wollen Sie das überhaupt kontrollieren bzw durchsetzen? Wird beim Einlass von jedem die Social-Media-Kanäle gecheckt, ob man Stadion-Vlogs macht? Was, wenn ich ein Video von mir und meinen Kumpels mache und das später auf Instagram poste, ist das dann schon strafbar? Was passiert, wenn ein Familienvater das erste Mal mit seinem Sohn da ist und auch ständig filmt?

Am Ende gibt es einfach die Macht zur Willkür und es bleiben, gerade in Dresden nicht unwichtig, eher Dinge ungesehen, die am Ende vielleicht sogar strafbar wären.


Im Kern sehe ich die Regel nicht wirklich populistisch. Den Ort Dresden dann schon irgendwo (dazu am Ende des Beitrags).

Im Kern wird eben etwas verboten, dass den Vlogger dann das Signal gibt, dass sie es dort nicht dürfen und nicht hingehen. Wie ein Widersetzen des Verbots durchgesetzt wird, ist natürlich eine andere Frage, ist ja aber bei vielen Dingen im Stadion so. Aber immerhin ist es dann geregelt.

Kann mir schon gut vorstellen, dass es da immer mal wieder Beschwerden, auch abseits der Kurven, gab, aber das Stadion keine Handhabe hatte. So hat man die dann jetzt und wenn der Verein Vlogger dahaben will, kann er sie einladen und an Orte platzieren, wo sie niemanden stören.

Ich persönlich finde das ganz gut. Ich muss gestehen, dass ich dann doch immer mal wieder in Stadionvlogs reinschaue, womit ich das ja auch irgendwo fördere. Aber was mich massiv stört, ist das Mitfilmen von 6-10 Leuten drumherum. Da werden Menschen einfach mal im Fußball, einem sehr emotionalen Ort gefilmt und einem Millionenpublikum präsentiert, in teilweise unvorteilhaften Posen. Und mich würde es auch nerven, wenn ich ein großes Spiel des VfBs schaue und dann muss ich mich 90 Minuten zurückhalten, weil ich weiß, dass ich da gerade auf Kamera bin. Würde das Erlebnis massiv stören.

Was ich dann aber auch irgendwo spicy finde, ist, dass das jetzt eben ausgerechnet bei Dynamo passiert. Da gab es ja letzte Saison Vorfälle, die mehr als nur daneben waren und sogar strafrechtlich relevant. Vlogger, der nur Stadionessen reviewt wird sofort körperlich bedroht, ein anderer Vlogger wird Zuhause besucht und bedroht.
Da macht es sich der Verein jetzt natürlich irgendwo einfach, das einfach zu verbieten, anstatt aufzuarbeiten, was da in deren Kurve passiert.

Danke, du hast gut herausgearbeitet was mich daran ebenfalls triggert.
Dass eben in Dresden mal wieder keine Verantwortung getragen wird, sondern die Opfer (Vlogger) von Dresdner „Fans“ in Zukunft einfach draußen bleiben sollen, während die problematischen „Fans“ weiterhin ihr Unwesen treiben dürfen.

In Dresden stecken sie entweder alle unter einer Decke oder man hat Angst vor der eigenen Kurve. Beides schlimm genug

Das ist an mir vorbeigegangen, danke für die Ergänzung! Das gibt dem ganzen natürlich ein absolutes Geschmäckle.
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