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BVB - Sponsoren

16.07.2014 - 11:08 Uhr
BVB - Sponsoren |#2661
08.10.2026 - 15:10 Uhr
Sehe auch nicht, dass man die 7mio€ (ist diese Summe verbrieft?) von Rheinmetall nicht an anderer Stelle wieder reinbekommen sollte, wird dann eben auf mehrere Schultern verteilt, wenn Cramer nicht sogar schon wieder einen anderen "big player" an der Angel hat, den er nächstes Jahr präsentiert.

Bzgl. kleiner bzw. mittlerer Sponsoren:

https://www.ruhrnachrichten.de/bvb/bvb-sponsor-adesso-digitalisierung-2030-borussia-dortmund-w1255721-2002254680/

Mit Adesso zB. hat man für 3mio/p.a. bis 2030 verlängert, hier dürfte also auch schonmal eine Steigerung zum bisherigen Sponsoring stattgefunden haben, neben all den Extras, die man aus so einer IT-Partnerschaft auch noch zieht.

•     •     •

R.I.P. - Robert Enke

* 24.08.1977
+ 10.11.2009

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Borusse91 am 08.10.2026 um 15:12 Uhr bearbeitet
BVB - Sponsoren |#2662
08.10.2026 - 15:51 Uhr
Zitat von Borusse91
Sehe auch nicht, dass man die 7mio€ (ist diese Summe verbrieft?) von Rheinmetall nicht an anderer Stelle wieder reinbekommen sollte, wird dann eben auf mehrere Schultern verteilt, wenn Cramer nicht sogar schon wieder einen anderen "big player" an der Angel hat, den er nächstes Jahr präsentiert.

Bzgl. kleiner bzw. mittlerer Sponsoren:

https://www.ruhrnachrichten.de/bvb/bvb-sponsor-adesso-digitalisierung-2030-borussia-dortmund-w1255721-2002254680/

Mit Adesso zB. hat man für 3mio/p.a. bis 2030 verlängert, hier dürfte also auch schonmal eine Steigerung zum bisherigen Sponsoring stattgefunden haben, neben all den Extras, die man aus so einer IT-Partnerschaft auch noch zieht.


Aber die Rechnung geht irgendwie nicht auf, weil es ja nicht ein "statt" gibt.

Rheinmetall blockiert ja keine anderen Sponsorendeals. Die Rechnung ist leicht: 7 Millionen zusätzlich oder eben nicht. Wieso sollte Cramer andere bzw. weitere Sponsoren nicht sowieso an Board holen? Das ist unabhängig von Rheinmetall. Theoretisch müsste man mit einem Konkurrenten einen Deal machen, damit die Rechnung aufgeht.

Und wenn man bei Adesso z.B. die Erhöhung annimmt... diese dürfte es auch bei Rheinmetall geben. Daher sprechen wir vermutlich von mehr als nur 7 Millionen.

@Coq-au-vin hat von der Verantwortung der GF gegenüber dem Verein und den ganzen Mitarbeitern angesprochen. Das habe ich bewusst nicht, denn dieses Geld fließt sicherlich zum Großteil in den Bundesligakader. Schlussendlich ist aber auch die Leistung am Platz das "Produkt" des BVB zu einem erheblichen Anteil, wovon natürlich alle irgendwo auch wieder profitieren. Arbeitsplätze hängen direkt aber nicht an dem Deal, zumindest eben nicht unmittelbar. Als Argument ist es trotzdem möglich anzuführen.
BVB - Sponsoren |#2663
08.10.2026 - 16:07 Uhr
Zitat von LuciferIX
Zitat von Borussenfan14

Zitat von LuciferIX

Zitat von Utzel

Zitat von LuciferIX

Zitat von Utzel

Zitat von bvb_rockzz

Zitat von Econball

Zitat von bvb_rockzz

Zitat von LuciferIX

Bei den Summen, die dadurch entgehen, wäre ich ganz klar dafür, dass man den Vertrag verlängert. Man hat schon "Ja" gesagt, wodurch diese Schwelle überschritten wurde. Es hat sich gezeigt, dass natürlich für kurze Zeit ein paar kritische Stimmen hochkochen, aber dass das Thema nach zwei Wochen wieder gegessen ist. Genauso wäre es bei einer Verlängerung, wo man vielleicht sogar noch mehr finanzielle Leistungen herausholen könnte.


Das ist falsch.
Das Thema Rheinmetall ist im Verein nach wie vor größer und präsenter als man es über das Internet wahrnehmen mag. Bei der Mitgliederversammlung vergangenes Jahr z.B. war dieses Sponsoring weiter großes Thema, zu dem Zeitpunkt bestand die Zusammenarbeit bereits seit über einem Jahr. Hier ging es vor allem - erneut - darum, dass der BVB das Mitgliedervotum aus dem Jahr 2024 übergangen hat, wo sich 65% der Mitglieder gegen ein Sponsoring von Rheinmetall aussprachen.
Es führt vielleicht nicht mehr zu solch akuten, großen Protesten wie 2024, wird aber definitiv weiter kritisch diskutiert, weil es auch grundsätzliche Fragen wie die Vereinbarkeit mit dem Grundwertekodex aufwirft.
Ziemlich ähnlich wie bei der Nmecha-Problematik.


Danke dir für deinen Post. Ich unterstelle dir jetzt einfach mal, dass du dich tatsächlich in den Konzern- bzw. Vereinsstrukturen gut auskennst. Magst du dir die Arbeit machen und etwas mehr ausführen zum Mitgliedervotum und auch zur Mitgliederversammlung? Ich habe die Diskussion bisher immer nur mit einem Auge verfolgt und bin mir nicht sicher ob ich alles verstanden habe. Du würdest mir ermöglichen, sich eine Meinung zu bilden die über die Schreibtischrecherche hinausgeht. Reichere gerne auch mit Meinung bzw. persönlichen Anekdoten an, mir geht es darum ein gefühl zu bekommen zwinker

Meine Position wäre derzeit: Rheinmetall als Sponsor in 2018 wäre undenkbar. In 2026 fast schon positiv. Wenn es allerdings eine klare (demokratische) Positionierung des Vereins gibt. Dann muss man sich dem beugen.

Allerdings ist die Zeitachse nicht ganz unerheblich. Zugespitzt: In 2023 hat man noch über die Lieferung von schweren Waffen diskutiert (wer sich daran erinnert). Ich bezweifle, dass in der aktuellen Nachrichtenlage (Drohnen am Leipziger Flughafen, Baltikum, etc.) die Mehrheit immernoch die gleichen Linien vertritt wie damals.

Ich finde es im übrigen sehr geschickt von Cramer sich so zu positionieren. Er sagt im Endeffekt, dass ruhe im Verein wichtiger ist als das Sponsoring. Dadurch macht er Druck auf das Rheinmetall-Angebot und löst gleichzeitig einen Diskurs aus über das ob und wie.

Was klar ist, man sollte ein Qatar-Airways-Gate wie beim FCB verhindern. Allerdings stehe ich dem (öffentlichen) Diskurs zum Sponsoring erstmal positiv gegenüber und finde auch, dass es genau der richtige weg ist damit umzugehen.

Gerne Gegenstimmen bzw. Meinungen! Ein Forum ist zum diskutieren smile


Ich würde nicht sagen, dass ich Experte bin, was die Vereinsstruktur von Borussia Dortmund angeht, aber ich bin zumindest seit 15 Jahren Mitglied und nehme an allen MVs teil und bin definitiv schon auch an der Entwicklung des Gesamtvereins interessiert, sodass ich die Entwicklung in allen Abteilungen verfolge.
Insofern ist mir auch die Arbeit um und im e.V. wichtig. Das verwässert halt immer mehr, dadurch, dass alles internationaler wird und Fans nicht nur in ganz Deutschland, sondern auf der ganzen Welt verteilt sind.
Ich möchte da gar keine Grundsatzdiskussion aufmachen, aber ich finde schon, dass man respektieren muss, dass Mitglieder, die direkt in Dortmund oder unmittelbarer Umgebung wohnen, das Vereinsleben pflegen und daran partizipieren evtl. eine andere Gewichtung haben als Menschen, die seit 5 Jahren Fan der Fußballmannschaft sind, 500km entfernt wohnen und außer 90 Minuten am Wochenende nix mit dem Verein zu tun haben.
Das mag man als veraltete Sichtweise oder was auch immer empfinden, das ist aber meine Meinung.
Und das geben die Strukturen mMn auch her dadurch, dass es eben nun mal den Gesamtverein als e.V. mit einer entsprechenden Mitgliederversammlung gibt.
Um konkret zu werden: auf der MV 2022 wurde der Grundwertekodex mit großer Mehrheit beschlossen und wenn mehrere Entscheidungen getroffen werden (prominenteste Beispiele Nmecha und Rheinmetall), die diesem widersprechen, dann halte ich eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Themen vor diesem Hintergrund für völlig legitim.
Der angesprochene Beschluss gegen den Rheinmetall-Deal von 2024 zielte darauf ab, dieses Sponsoring sofort zu beenden bzw. den Vertrag zumindest nicht zu verlängern.
Dass eine sofortige Beendigung schwierig bis unmöglich ist - geschenkt, die Kritik kam in dem Zuge vor allem auch daher, dass sich Watzke auch auf der letzten MV teilweise sehr "unglücklich" ausgedrückt hat, wodurch der Eindruck entstehen konnte, dass er diesen (wie gesagt mit fast 2/3 angenommenen) Antrag nicht für voll nimmt.
Was ich im Grunde sagen will: Der BVB 09 e.V. ist, wie der Name schon sagt, ein Verein. Ein Verein mit Mitgliedern, Satzungen, Versammlungen etc. Es braucht Transparenz, Beteiligung und demokratische Prozesse. Im Prinzip ist es wie in der Politik.
Und nochmal, das mag altmodisch klingen, aber ich finde das wichtig. Und ich habe dann ein Problem damit, wenn ein Fan, der sich mit der Fußballmannschaft beschäftigt, noch nie im Stadion oder in der Nähe, geschweigedenn irgendwie an diesem Vereinsleben partizipiert, über alles drüberbügelt und sagt "seid leise, Rheinmetall bringt Geld, alles andere ist mir scheissegal".
Und dabei geht es mir vordergründig erstmal um die Prozesse und Strukturen, unabhängig davon, wie man inhaltlich zu diesem Deal steht.
Ich habe diese Frage, wie ich zu dem Deal stehe, für mich persönlich bis heute immer noch nicht abschließend beurteilt und weiß nicht, wofür ich bei einer reinen "Ja" oder "Nein"-Frage stimmen würde.


Für mich ist dieser Grundwertekodex einer der Gründe, warum ich stolz auf "meinen" Verein bin. Und wenn Cramer den nun zum Anlass nimmt, dieses Greenwashing-Sponsoring baldmöglichst zu beenden, finde ich das sehr anständig und erfreulich. Aber natürlich wäre es auch wichtig, einen möglichst guten Ersatz zu finden, das wird wohl schwer genug.


Ich bin auch Fussball-Romantiker und respektiere gewisse Werte. Nur ist hier das Kind bereits in den Brunnen gefallen und es geht um einen erheblichen Beitrag, den man nicht so leicht woanders wieder refinanziert. Wir sind ein Verein, der hohe sportliche Ziele und Erwartungen hat, wobei wir finanziell aber eher im Nachteil gegenüber vieler Konkurrenten sind.

Wenn ich Vor- und Nachteile abwäge, würde ich zur gleichen Einschätzung wie Watzke kommen, der da auch ein gutes Gespür für solche Dinge aus meiner Sicht hat. Der schaut sich allgemein immer die Bedeutung der Entscheidungen auch über die gesamte Menge an Leuten an und lässt sich z.B. eben nicht von den anwesenden Mitgliedern bei einer Versammlung treiben. Ohne dass man jetzt deren Wichtigkeit nicht respektiert, aber wirklich repräsentativ für die gesamten Fans oder den gesamten Verein sind die einfach nicht.


Würde das dann nicht für jedes Votum der Mitglieder-Versammlung gelten? Ich glaube nicht, dass man so argumentieren kann, schon gar nicht wahlweise, wie man seine eigene Meinung bestätigt sieht. Damals war das Kind schon in den Brunnen gefallen, da stimme ich dir zu. Heißt aber nicht, dass man es nun im Brunnen liegen lassen muss.


Ich bin ehrlich, ich weiß nicht genau, wer jetzt wann dazu befragt worden ist und wie das Ergebnis dann genau war. Ich kann auch nicht alles jetzt konkret nachlesen. Aber ich weiß, dass uns Rheinmetall ca. 7 Millionen im Jahr zahlt. Das ist halt ein absoluter Premiumsponsor und wirtschaftlich ist das aus meiner Sicht kaum zu erklären, wenn man den Vertrag nicht zu gleichen, vielleicht sogar noch attraktiveren Summen, verlängert.

Für mich ist da die Entscheidung klar, vor allem weil man sich eben schon einmal dafür entschieden hat. Ich bin mir zudem auch ziemlich sicher, dass wenn man jetzt für den "gemeinen Fan" spricht, dass dem das wirklich herzhaft egal ist. Dem ist wichtig, dass die bestmögliche Mannschaft am Wochenende auf den Platz steht. Trotzdem muss man natürlich auch die Mitglieder und auch jene, die sich eben wirklich couragiert einsetzen und ihre Meinung vertreten, respektieren und ernst nehmen. Das ist ja die Herausforderung an der Geschichte, wie man auch gesehen hat.

Und ich würde es verstehen (auch wenn ich es anders sehen würde), wenn man sich damals gegen Rheinmetall positioniert hätte. Nun hat man aber den Deal angenommen und die Argumente waren (für mich) sehr plausibel und nachvollziehbar, auch wenn man anderer Meinung sein kann.

Wenn Rheinmetall uns da ein attraktives Angebot machen würde und mit uns die Zusammenarbeit weiterfortsetzen würde, ich würde es sofort unterschreiben. 7 Millionen auf andere Wege zu generieren, das ist eine Mammutaufgabe und 7 Millionen sind für unseren Verein keine Peanuts.


Frei nach dem Motto: Ethik bremst den Cashflow.

Ich halte mal vorsichtig dagegen und sage, dass dem Feld und Wiesenfan solche Dinge nicht egal sind. 7 Millionen sind nice to have aber kein Gamebreaker. Und man wird für weniger garantiert andere Sponsoren finden (Für 3 Mio/p.A. sicherlich).
Das heißt die Alternative ist nicht 0€ zu 7 Mio , sondern eher 2-4 Mio zu 7 Mio. Und was ist das dann? Ein halbes Jahresgehalt von einem Kaderspieler.

Für mich hat die ganze Geschichte (vorallem über die Art und Weise) eine große Kerbe in das Andenken von Herrn Watzke geschlagen, ähnlich wie seine Pläne damals zu den Investorendeal der DFL. In beiden Fällen wurde bewusst die Kommunikation kurz gehalten, um die Deals unter dem Radar durchzudrücken.

Ich hoffe wirklich, dass dieser unnötige Deal sein Ende findet. Das haben wir nicht nötig.


Aber welche Alternative soll es denn zu Rheinmetall geben?

Das ist nicht wie bei einem Ausrüster, wo man dann Adidas anstatt Puma als Option hat. Oder bei den Autoherstellern oder Airlines. Im Grunde genommen gibt es da ja keine Alternativen.

Rheinmetall ist in meinen Augen da ein klarer Zusatz, der sich nicht gegenrechnen lässt. Man könnte argumentieren, dass andere mögliche Sponsoren wegen der Zusammenarbeit mit Rheinmetall Bedenken hätten, aber das ist in meinen Augen auch nicht wirklich realistisch, oder?

7 Millionen sind für mich eben keine Peanuts und das Potenzial liegt ja noch höher bei einer Verlängerung.


Das Management sollte seine Mitglieder wirklich besser kennen, das ist der eigentliche Skandal an der Geschichte. Es war doch klar das man auf massiven Wiederstand treffen wird.
BVB - Sponsoren |#2664
08.10.2026 - 16:09 Uhr
Zitat von LuciferIX
Zitat von Borusse91

Sehe auch nicht, dass man die 7mio€ (ist diese Summe verbrieft?) von Rheinmetall nicht an anderer Stelle wieder reinbekommen sollte, wird dann eben auf mehrere Schultern verteilt, wenn Cramer nicht sogar schon wieder einen anderen "big player" an der Angel hat, den er nächstes Jahr präsentiert.

Bzgl. kleiner bzw. mittlerer Sponsoren:

https://www.ruhrnachrichten.de/bvb/bvb-sponsor-adesso-digitalisierung-2030-borussia-dortmund-w1255721-2002254680/

Mit Adesso zB. hat man für 3mio/p.a. bis 2030 verlängert, hier dürfte also auch schonmal eine Steigerung zum bisherigen Sponsoring stattgefunden haben, neben all den Extras, die man aus so einer IT-Partnerschaft auch noch zieht.


Aber die Rechnung geht irgendwie nicht auf, weil es ja nicht ein "statt" gibt.

Rheinmetall blockiert ja keine anderen Sponsorendeals. Die Rechnung ist leicht: 7 Millionen zusätzlich oder eben nicht. Wieso sollte Cramer andere bzw. weitere Sponsoren nicht sowieso an Board holen? Das ist unabhängig von Rheinmetall. Theoretisch müsste man mit einem Konkurrenten einen Deal machen, damit die Rechnung aufgeht.

Und wenn man bei Adesso z.B. die Erhöhung annimmt... diese dürfte es auch bei Rheinmetall geben. Daher sprechen wir vermutlich von mehr als nur 7 Millionen.

@Coq-au-vin hat von der Verantwortung der GF gegenüber dem Verein und den ganzen Mitarbeitern angesprochen. Das habe ich bewusst nicht, denn dieses Geld fließt sicherlich zum Großteil in den Bundesligakader. Schlussendlich ist aber auch die Leistung am Platz das "Produkt" des BVB zu einem erheblichen Anteil, wovon natürlich alle irgendwo auch wieder profitieren. Arbeitsplätze hängen direkt aber nicht an dem Deal, zumindest eben nicht unmittelbar. Als Argument ist es trotzdem möglich anzuführen.


Dass ein erheblicher Teil der Einnahmen letztlich dem Profifußball zugutekommt, ist natürlich richtig. Allerdings lässt sich aus den Geschäftsberichten überhaupt nicht ableiten, dass die zusätzlichen Millionen von Rheinmetall überwiegend in den Bundesligakader fließen, Sponsoreneinnahmen sind ja nicht zweckgebunden. Interessanterweise sind die Werbeerlöse im letzten Geschäftsjahr gestiegen, während die Personalkosten des Lizenzspielerbereichs gesunken sind. Gleichzeitig hat der BVB einen Jahresverlust von rund 22 Millionen Euro eingefahren. Zusätzliche Einnahmen stärken also zunächst einmal die wirtschaftliche Basis des gesamten Unternehmens. Und genau darum ging es mir bei der Verantwortung der Geschäftsführung. Dass jetzt keine einzelnen Jobs an diesem Deal hängen, ist ja auch irgendwo klar und am Ende entsteht ein Großteil der Einnahmen mit dem sportlichen Abschneiden.
BVB - Sponsoren |#2665
08.10.2026 - 17:44 Uhr
Zitat von Coq-au-vin
Zitat von LuciferIX

Zitat von Borusse91

Sehe auch nicht, dass man die 7mio€ (ist diese Summe verbrieft?) von Rheinmetall nicht an anderer Stelle wieder reinbekommen sollte, wird dann eben auf mehrere Schultern verteilt, wenn Cramer nicht sogar schon wieder einen anderen "big player" an der Angel hat, den er nächstes Jahr präsentiert.

Bzgl. kleiner bzw. mittlerer Sponsoren:

https://www.ruhrnachrichten.de/bvb/bvb-sponsor-adesso-digitalisierung-2030-borussia-dortmund-w1255721-2002254680/

Mit Adesso zB. hat man für 3mio/p.a. bis 2030 verlängert, hier dürfte also auch schonmal eine Steigerung zum bisherigen Sponsoring stattgefunden haben, neben all den Extras, die man aus so einer IT-Partnerschaft auch noch zieht.


Aber die Rechnung geht irgendwie nicht auf, weil es ja nicht ein "statt" gibt.

Rheinmetall blockiert ja keine anderen Sponsorendeals. Die Rechnung ist leicht: 7 Millionen zusätzlich oder eben nicht. Wieso sollte Cramer andere bzw. weitere Sponsoren nicht sowieso an Board holen? Das ist unabhängig von Rheinmetall. Theoretisch müsste man mit einem Konkurrenten einen Deal machen, damit die Rechnung aufgeht.

Und wenn man bei Adesso z.B. die Erhöhung annimmt... diese dürfte es auch bei Rheinmetall geben. Daher sprechen wir vermutlich von mehr als nur 7 Millionen.

@Coq-au-vin hat von der Verantwortung der GF gegenüber dem Verein und den ganzen Mitarbeitern angesprochen. Das habe ich bewusst nicht, denn dieses Geld fließt sicherlich zum Großteil in den Bundesligakader. Schlussendlich ist aber auch die Leistung am Platz das "Produkt" des BVB zu einem erheblichen Anteil, wovon natürlich alle irgendwo auch wieder profitieren. Arbeitsplätze hängen direkt aber nicht an dem Deal, zumindest eben nicht unmittelbar. Als Argument ist es trotzdem möglich anzuführen.


Dass ein erheblicher Teil der Einnahmen letztlich dem Profifußball zugutekommt, ist natürlich richtig. Allerdings lässt sich aus den Geschäftsberichten überhaupt nicht ableiten, dass die zusätzlichen Millionen von Rheinmetall überwiegend in den Bundesligakader fließen, Sponsoreneinnahmen sind ja nicht zweckgebunden. Interessanterweise sind die Werbeerlöse im letzten Geschäftsjahr gestiegen, während die Personalkosten des Lizenzspielerbereichs gesunken sind. Gleichzeitig hat der BVB einen Jahresverlust von rund 22 Millionen Euro eingefahren. Zusätzliche Einnahmen stärken also zunächst einmal die wirtschaftliche Basis des gesamten Unternehmens. Und genau darum ging es mir bei der Verantwortung der Geschäftsführung. Dass jetzt keine einzelnen Jobs an diesem Deal hängen, ist ja auch irgendwo klar und am Ende entsteht ein Großteil der Einnahmen mit dem sportlichen Abschneiden.


So sehr ich deine Argumentation hier sehr oft schätze, aber ich finde, zu diesem Thema argumentierst du unsauber. Ja, es ist tatsächlich unschön, was bezüglich Kobald-Gewinnung, Ausbeutung und sogar Sklaven- oder Kinderarbeit bekannt ist. Das gilt dann aber auch für jedes Iphone oder jedes billige T-Shirt oder sonstiges, nehmen wir noch Plastik in den Weltmeeren hinzu. Es ist zwar unschön, aber leider Realität, dass der einzelne Bürger oder der Verein BVB die Welt nicht einfach besser machen kann. Erfreulich immerhin, dass Polestar anscheinend, wie du schreibst, sich da noch um Kontrolle und Besserung bemüht.

Es ist aber ganz etwas anderes, ob man Werbung für ein Unternehmen macht, das Tötungsmaschinen herstellt und brutales Green-Washing durch so eine Kooperation mit einem beliebten Fußballverein betreibt. Du argumentierst das dann mit deinen politischen Ansichten, ob Rüstung neuerdings wieder "gut" ist, aber das kann man kaum als gottgegeben oder nicht änderbar oder gar positiv voraussetzen, auch wenn ich deine Meinung dazu respektiere.

Es ist nicht vergleichbar, ob irgendwo Missstände herrschen, an denen man zumindest kurzfristig nichts ändern kann, wenn man den Kapitalismus nicht grundsätzlich abschaffen oder in ähnlichen Sphären denken will - oder ob man direkt Werbung für Mordwaffen bzw. deren Produzenten macht. Das ist ein Grundprinzip in meiner Haltung, deshalb war und bin ich gegen solche Deals mit dem Militarismus.
BVB - Sponsoren |#2666
08.10.2026 - 18:21 Uhr
Zitat von bvb_rockzz
Zitat von Econball

Zitat von bvb_rockzz

Zitat von Econball

Zitat von bvb_rockzz

Zitat von Econball

Zitat von bvb_rockzz

Zitat von LuciferIX

Bei den Summen, die dadurch entgehen, wäre ich ganz klar dafür, dass man den Vertrag verlängert. Man hat schon "Ja" gesagt, wodurch diese Schwelle überschritten wurde. Es hat sich gezeigt, dass natürlich für kurze Zeit ein paar kritische Stimmen hochkochen, aber dass das Thema nach zwei Wochen wieder gegessen ist. Genauso wäre es bei einer Verlängerung, wo man vielleicht sogar noch mehr finanzielle Leistungen herausholen könnte.


Das ist falsch.
Das Thema Rheinmetall ist im Verein nach wie vor größer und präsenter als man es über das Internet wahrnehmen mag. Bei der Mitgliederversammlung vergangenes Jahr z.B. war dieses Sponsoring weiter großes Thema, zu dem Zeitpunkt bestand die Zusammenarbeit bereits seit über einem Jahr. Hier ging es vor allem - erneut - darum, dass der BVB das Mitgliedervotum aus dem Jahr 2024 übergangen hat, wo sich 65% der Mitglieder gegen ein Sponsoring von Rheinmetall aussprachen.
Es führt vielleicht nicht mehr zu solch akuten, großen Protesten wie 2024, wird aber definitiv weiter kritisch diskutiert, weil es auch grundsätzliche Fragen wie die Vereinbarkeit mit dem Grundwertekodex aufwirft.
Ziemlich ähnlich wie bei der Nmecha-Problematik.


Danke dir für deinen Post. Ich unterstelle dir jetzt einfach mal, dass du dich tatsächlich in den Konzern- bzw. Vereinsstrukturen gut auskennst. Magst du dir die Arbeit machen und etwas mehr ausführen zum Mitgliedervotum und auch zur Mitgliederversammlung? Ich habe die Diskussion bisher immer nur mit einem Auge verfolgt und bin mir nicht sicher ob ich alles verstanden habe. Du würdest mir ermöglichen, sich eine Meinung zu bilden die über die Schreibtischrecherche hinausgeht. Reichere gerne auch mit Meinung bzw. persönlichen Anekdoten an, mir geht es darum ein gefühl zu bekommen zwinker

Meine Position wäre derzeit: Rheinmetall als Sponsor in 2018 wäre undenkbar. In 2026 fast schon positiv. Wenn es allerdings eine klare (demokratische) Positionierung des Vereins gibt. Dann muss man sich dem beugen.

Allerdings ist die Zeitachse nicht ganz unerheblich. Zugespitzt: In 2023 hat man noch über die Lieferung von schweren Waffen diskutiert (wer sich daran erinnert). Ich bezweifle, dass in der aktuellen Nachrichtenlage (Drohnen am Leipziger Flughafen, Baltikum, etc.) die Mehrheit immernoch die gleichen Linien vertritt wie damals.

Ich finde es im übrigen sehr geschickt von Cramer sich so zu positionieren. Er sagt im Endeffekt, dass ruhe im Verein wichtiger ist als das Sponsoring. Dadurch macht er Druck auf das Rheinmetall-Angebot und löst gleichzeitig einen Diskurs aus über das ob und wie.

Was klar ist, man sollte ein Qatar-Airways-Gate wie beim FCB verhindern. Allerdings stehe ich dem (öffentlichen) Diskurs zum Sponsoring erstmal positiv gegenüber und finde auch, dass es genau der richtige weg ist damit umzugehen.

Gerne Gegenstimmen bzw. Meinungen! Ein Forum ist zum diskutieren smile


Ich würde nicht sagen, dass ich Experte bin, was die Vereinsstruktur von Borussia Dortmund angeht, aber ich bin zumindest seit 15 Jahren Mitglied und nehme an allen MVs teil und bin definitiv schon auch an der Entwicklung des Gesamtvereins interessiert, sodass ich die Entwicklung in allen Abteilungen verfolge.
Insofern ist mir auch die Arbeit um und im e.V. wichtig. Das verwässert halt immer mehr, dadurch, dass alles internationaler wird und Fans nicht nur in ganz Deutschland, sondern auf der ganzen Welt verteilt sind.
Ich möchte da gar keine Grundsatzdiskussion aufmachen, aber ich finde schon, dass man respektieren muss, dass Mitglieder, die direkt in Dortmund oder unmittelbarer Umgebung wohnen, das Vereinsleben pflegen und daran partizipieren evtl. eine andere Gewichtung haben als Menschen, die seit 5 Jahren Fan der Fußballmannschaft sind, 500km entfernt wohnen und außer 90 Minuten am Wochenende nix mit dem Verein zu tun haben.
Das mag man als veraltete Sichtweise oder was auch immer empfinden, das ist aber meine Meinung.
Und das geben die Strukturen mMn auch her dadurch, dass es eben nun mal den Gesamtverein als e.V. mit einer entsprechenden Mitgliederversammlung gibt.
Um konkret zu werden: auf der MV 2022 wurde der Grundwertekodex mit großer Mehrheit beschlossen und wenn mehrere Entscheidungen getroffen werden (prominenteste Beispiele Nmecha und Rheinmetall), die diesem widersprechen, dann halte ich eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Themen vor diesem Hintergrund für völlig legitim.
Der angesprochene Beschluss gegen den Rheinmetall-Deal von 2024 zielte darauf ab, dieses Sponsoring sofort zu beenden bzw. den Vertrag zumindest nicht zu verlängern.
Dass eine sofortige Beendigung schwierig bis unmöglich ist - geschenkt, die Kritik kam in dem Zuge vor allem auch daher, dass sich Watzke auch auf der letzten MV teilweise sehr "unglücklich" ausgedrückt hat, wodurch der Eindruck entstehen konnte, dass er diesen (wie gesagt mit fast 2/3 angenommenen) Antrag nicht für voll nimmt.
Was ich im Grunde sagen will: Der BVB 09 e.V. ist, wie der Name schon sagt, ein Verein. Ein Verein mit Mitgliedern, Satzungen, Versammlungen etc. Es braucht Transparenz, Beteiligung und demokratische Prozesse. Im Prinzip ist es wie in der Politik.
Und nochmal, das mag altmodisch klingen, aber ich finde das wichtig. Und ich habe dann ein Problem damit, wenn ein Fan, der sich mit der Fußballmannschaft beschäftigt, noch nie im Stadion oder in der Nähe, geschweigedenn irgendwie an diesem Vereinsleben partizipiert, über alles drüberbügelt und sagt "seid leise, Rheinmetall bringt Geld, alles andere ist mir scheissegal".
Und dabei geht es mir vordergründig erstmal um die Prozesse und Strukturen, unabhängig davon, wie man inhaltlich zu diesem Deal steht.
Ich habe diese Frage, wie ich zu dem Deal stehe, für mich persönlich bis heute immer noch nicht abschließend beurteilt und weiß nicht, wofür ich bei einer reinen "Ja" oder "Nein"-Frage stimmen würde.


Vielen Dank für deine ausführliche Antwort und die Einblicke. Ich schließe mich bei dem ja oder nein an.

Bzgl. Gewicht innerhalb des Vereins möchte ich dir nicht wiedersprechen und billige dir deine Meinung zu. Allerdings beißen sich dann demokratie und gewichtung einer wenigen (technokratie).

Wäre aus deiner Sicht der Antrag von 24 bindend? Zum einen unter dem Gesichtspunkt, dass sich unsere Welt leider verändert hat. Zum anderen, das Thema bzgl. der repräsentation?


Bindend in dem Sinne, dass er zwingend umgesetzt werden muss, ist der Antrag nicht. Wird er aber ja jetzt im Zweifel sowieso dadurch, dass man den Vertrag wohl nicht verlängert.


Weißt du mehr über den Antrag? Wann und wie wurde er vorgetragen und beschlossen? Wieso ist er (rechtlich oder moralisch) bindend? Wieso muss er zwingend umgesetzt werden? Wieso soll deswegen der Vertrag nicht verlängert werden?


Der Wortlaut des Beschlusses lautet:

"Die Mitgliederversammlung missbilligt den Werbedeal mit Rheinmetall und ist der Ansicht, dass der Sponsorenvertrag so rasch wie möglich beendet werden soll. Keinesfalls soll er über das Ende seiner Laufzeit hinaus (2026) verlängert werden.

Die Mitgliederversammlung ist sich darüber im Klaren, dass diese Stellungnahme, ähnlich wie die Bestimmungen des Grundwertekodex, rechtlich nicht bindend ist. Trotzdem geht sie davon aus, dass

der Vorstand des Ballspielvereins Borussia 09 e.V. Dortmund
und die Geschäftsführung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA,
das Votum der Mitgliederversammlung zur Kenntnis nehmen und sich davon leiten lassen."

Der Antrag wurde auf der MV am 24.11.2024 eingebracht und mit 556 Ja-Stimmen zu 247 Nein-Stimmen (und 52 Enthaltungen) der anwesenden Mitglieder relativ deutlich angenommen.
Ich habe ja gesagt, dass dieser Antrag nicht bindend ist und dementsprechend keine Pflicht besteht, den Vertrag nicht zu verlängern.
Wichtig ist dabei denke ich auch nochmal zu erwähnen, dass nicht nur der reine Deal auf Kritik stößt, sondern auch die Kommunikation vor dem Deal und drumherum.
Dazu gibt es auch eine Stellungnahme der Fan- und Förderabteilung: https://fanabteilung.bvb.de/de/de/stellungnahmen.html#accordion-172a4e8cad-item-aae8615a15


Herzlichen Dank für die Informationen! Auch wenn du dich dann auf dünnes Eis vorwagen musst, wie ist das im gesamten Vereinskontext zu sehen? Hab es ähnliche fälle? Ist ein solcher Antrag ein scharfes schwert?

Entschuldige meine unwissenheit und das bohren.
BVB - Sponsoren |#2667
08.10.2026 - 22:49 Uhr
Zitat von Utzel

Zitat von Coq-au-vin

Zitat von LuciferIX

Zitat von Borusse91

Sehe auch nicht, dass man die 7mio€ (ist diese Summe verbrieft?) von Rheinmetall nicht an anderer Stelle wieder reinbekommen sollte, wird dann eben auf mehrere Schultern verteilt, wenn Cramer nicht sogar schon wieder einen anderen "big player" an der Angel hat, den er nächstes Jahr präsentiert.

Bzgl. kleiner bzw. mittlerer Sponsoren:

https://www.ruhrnachrichten.de/bvb/bvb-sponsor-adesso-digitalisierung-2030-borussia-dortmund-w1255721-2002254680/

Mit Adesso zB. hat man für 3mio/p.a. bis 2030 verlängert, hier dürfte also auch schonmal eine Steigerung zum bisherigen Sponsoring stattgefunden haben, neben all den Extras, die man aus so einer IT-Partnerschaft auch noch zieht.


Aber die Rechnung geht irgendwie nicht auf, weil es ja nicht ein "statt" gibt.

Rheinmetall blockiert ja keine anderen Sponsorendeals. Die Rechnung ist leicht: 7 Millionen zusätzlich oder eben nicht. Wieso sollte Cramer andere bzw. weitere Sponsoren nicht sowieso an Board holen? Das ist unabhängig von Rheinmetall. Theoretisch müsste man mit einem Konkurrenten einen Deal machen, damit die Rechnung aufgeht.

Und wenn man bei Adesso z.B. die Erhöhung annimmt... diese dürfte es auch bei Rheinmetall geben. Daher sprechen wir vermutlich von mehr als nur 7 Millionen.

@Coq-au-vin hat von der Verantwortung der GF gegenüber dem Verein und den ganzen Mitarbeitern angesprochen. Das habe ich bewusst nicht, denn dieses Geld fließt sicherlich zum Großteil in den Bundesligakader. Schlussendlich ist aber auch die Leistung am Platz das "Produkt" des BVB zu einem erheblichen Anteil, wovon natürlich alle irgendwo auch wieder profitieren. Arbeitsplätze hängen direkt aber nicht an dem Deal, zumindest eben nicht unmittelbar. Als Argument ist es trotzdem möglich anzuführen.


Dass ein erheblicher Teil der Einnahmen letztlich dem Profifußball zugutekommt, ist natürlich richtig. Allerdings lässt sich aus den Geschäftsberichten überhaupt nicht ableiten, dass die zusätzlichen Millionen von Rheinmetall überwiegend in den Bundesligakader fließen, Sponsoreneinnahmen sind ja nicht zweckgebunden. Interessanterweise sind die Werbeerlöse im letzten Geschäftsjahr gestiegen, während die Personalkosten des Lizenzspielerbereichs gesunken sind. Gleichzeitig hat der BVB einen Jahresverlust von rund 22 Millionen Euro eingefahren. Zusätzliche Einnahmen stärken also zunächst einmal die wirtschaftliche Basis des gesamten Unternehmens. Und genau darum ging es mir bei der Verantwortung der Geschäftsführung. Dass jetzt keine einzelnen Jobs an diesem Deal hängen, ist ja auch irgendwo klar und am Ende entsteht ein Großteil der Einnahmen mit dem sportlichen Abschneiden.


So sehr ich deine Argumentation hier sehr oft schätze, aber ich finde, zu diesem Thema argumentierst du unsauber. Ja, es ist tatsächlich unschön, was bezüglich Kobald-Gewinnung, Ausbeutung und sogar Sklaven- oder Kinderarbeit bekannt ist. Das gilt dann aber auch für jedes Iphone oder jedes billige T-Shirt oder sonstiges, nehmen wir noch Plastik in den Weltmeeren hinzu. Es ist zwar unschön, aber leider Realität, dass der einzelne Bürger oder der Verein BVB die Welt nicht einfach besser machen kann. Erfreulich immerhin, dass Polestar anscheinend, wie du schreibst, sich da noch um Kontrolle und Besserung bemüht.

Es ist aber ganz etwas anderes, ob man Werbung für ein Unternehmen macht, das Tötungsmaschinen herstellt und brutales Green-Washing durch so eine Kooperation mit einem beliebten Fußballverein betreibt. Du argumentierst das dann mit deinen politischen Ansichten, ob Rüstung neuerdings wieder "gut" ist, aber das kann man kaum als gottgegeben oder nicht änderbar oder gar positiv voraussetzen, auch wenn ich deine Meinung dazu respektiere.

Es ist nicht vergleichbar, ob irgendwo Missstände herrschen, an denen man zumindest kurzfristig nichts ändern kann, wenn man den Kapitalismus nicht grundsätzlich abschaffen oder in ähnlichen Sphären denken will - oder ob man direkt Werbung für Mordwaffen bzw. deren Produzenten macht. Das ist ein Grundprinzip in meiner Haltung, deshalb war und bin ich gegen solche Deals mit dem Militarismus.

Ich kann deine Haltung durchaus nachvollziehen und respektiere sie auch. Ich glaube allerdings, dass du meinen Vergleich mit der Kobaltgewinnung etwas anders verstanden hast, als ich ihn gemeint habe. Mit den Bedingungen der Rohstoffgewinnung im Kongo und insbesondere der dortigen Kinderarbeit beschäftige ich mich schon länger. Das ist für mich also kein beliebig herausgegriffenes Beispiel, um von Rheinmetall abzulenken oder irgendetwas gegeneinander aufzurechnen. Tatsächlich habe ich mir diese Fragen schon gestellt, als Polestar als Partner vorgestellt wurde. Und auch im Alltag beschäftigt mich das Thema, beispielsweise wenn ich Jugendliche auf ihren E-Scootern sehe und daran denke, unter welchen Bedingungen manche der dafür benötigten Rohstoffe gewonnen werden. Mir geht es dabei nicht darum, einzelne Produkte oder Unternehmen pauschal zu verurteilen, sondern um die Frage, wie konsequent wir wirtschaftliche Verantwortung und die damit verbundenen moralischen Probleme eigentlich bewerten.

Deinen Einwand, dass es einen Unterschied zwischen problematischen Lieferketten und der bewussten Werbung für einen Rüstungskonzern gibt, finde ich durchaus berechtigt. Nur sind auch Lieferketten und Geschäftsbeziehungen das Ergebnis unternehmerischer Entscheidungen. Dass die Verantwortung dabei unterschiedlich gelagert ist, bedeutet für mich nicht, dass man das eine grundsätzlich differenziert betrachten sollte und beim anderen jede weitere Abwägung ausschließt.
Was Rheinmetall betrifft, habe ich ja bereits geschrieben, dass ich die Partnerschaft durchaus kritisch sehe. Mir geht es auch nicht darum, die Geschäfte des Konzerns pauschal zu rechtfertigen. Gerade die Exportgeschichte von Rheinmetall bietet genügend Anlass zur Kritik. Aber ich kann mit der grundsätzlichen Vorstellung, dass Rüstungsproduktion unabhängig von ihrem Zweck moralisch verwerflich ist, wenig anfangen. Wir leben nun einmal in einer Welt, in der Staaten militärisch angegriffen werden und Menschen darauf angewiesen sind, dass sie sich verteidigen können. Das finde ich genauso bedauerlich wie du, nur ändert unsere Ablehnung von Waffen leider nichts an dieser Realität.
Genau deshalb tue ich mich mit einer solchen moralischen Eindeutigkeit schwer. Ich finde, man kann die Rüstungsindustrie kritisch betrachten, einzelne Geschäfte verurteilen und trotzdem anerkennen, dass ihre Produkte unter bestimmten Umständen notwendig sind. Ob der BVB einem solchen Unternehmen darüber hinaus eine Werbeplattform bieten sollte, ist eine völlig berechtigte Frage. Wenn du das grundsätzlich ablehnst, kann ich das respektieren. Ich komme bei der Abwägung nur nicht zu einem so eindeutigen Ergebnis.

Ich wollte auch gar kein Fass aufmachen oder hier eine Grundsatzdiskussion über die moralische Bewertung der Rüstungsindustrie lostreten. Mir ging es eigentlich nur darum, dass ich diese ganze Frage deutlich schwieriger finde, als sie teilweise dargestellt wird.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Coq-au-vin am 08.10.2026 um 22:49 Uhr bearbeitet
BVB - Sponsoren |#2668
09.10.2026 - 00:08 Uhr
Zitat von Coq-au-vin
Zitat von Utzel

Zitat von Coq-au-vin

Zitat von LuciferIX

Zitat von Borusse91

Sehe auch nicht, dass man die 7mio€ (ist diese Summe verbrieft?) von Rheinmetall nicht an anderer Stelle wieder reinbekommen sollte, wird dann eben auf mehrere Schultern verteilt, wenn Cramer nicht sogar schon wieder einen anderen "big player" an der Angel hat, den er nächstes Jahr präsentiert.

Bzgl. kleiner bzw. mittlerer Sponsoren:

https://www.ruhrnachrichten.de/bvb/bvb-sponsor-adesso-digitalisierung-2030-borussia-dortmund-w1255721-2002254680/

Mit Adesso zB. hat man für 3mio/p.a. bis 2030 verlängert, hier dürfte also auch schonmal eine Steigerung zum bisherigen Sponsoring stattgefunden haben, neben all den Extras, die man aus so einer IT-Partnerschaft auch noch zieht.


Aber die Rechnung geht irgendwie nicht auf, weil es ja nicht ein "statt" gibt.

Rheinmetall blockiert ja keine anderen Sponsorendeals. Die Rechnung ist leicht: 7 Millionen zusätzlich oder eben nicht. Wieso sollte Cramer andere bzw. weitere Sponsoren nicht sowieso an Board holen? Das ist unabhängig von Rheinmetall. Theoretisch müsste man mit einem Konkurrenten einen Deal machen, damit die Rechnung aufgeht.

Und wenn man bei Adesso z.B. die Erhöhung annimmt... diese dürfte es auch bei Rheinmetall geben. Daher sprechen wir vermutlich von mehr als nur 7 Millionen.

@Coq-au-vin hat von der Verantwortung der GF gegenüber dem Verein und den ganzen Mitarbeitern angesprochen. Das habe ich bewusst nicht, denn dieses Geld fließt sicherlich zum Großteil in den Bundesligakader. Schlussendlich ist aber auch die Leistung am Platz das "Produkt" des BVB zu einem erheblichen Anteil, wovon natürlich alle irgendwo auch wieder profitieren. Arbeitsplätze hängen direkt aber nicht an dem Deal, zumindest eben nicht unmittelbar. Als Argument ist es trotzdem möglich anzuführen.


Dass ein erheblicher Teil der Einnahmen letztlich dem Profifußball zugutekommt, ist natürlich richtig. Allerdings lässt sich aus den Geschäftsberichten überhaupt nicht ableiten, dass die zusätzlichen Millionen von Rheinmetall überwiegend in den Bundesligakader fließen, Sponsoreneinnahmen sind ja nicht zweckgebunden. Interessanterweise sind die Werbeerlöse im letzten Geschäftsjahr gestiegen, während die Personalkosten des Lizenzspielerbereichs gesunken sind. Gleichzeitig hat der BVB einen Jahresverlust von rund 22 Millionen Euro eingefahren. Zusätzliche Einnahmen stärken also zunächst einmal die wirtschaftliche Basis des gesamten Unternehmens. Und genau darum ging es mir bei der Verantwortung der Geschäftsführung. Dass jetzt keine einzelnen Jobs an diesem Deal hängen, ist ja auch irgendwo klar und am Ende entsteht ein Großteil der Einnahmen mit dem sportlichen Abschneiden.


So sehr ich deine Argumentation hier sehr oft schätze, aber ich finde, zu diesem Thema argumentierst du unsauber. Ja, es ist tatsächlich unschön, was bezüglich Kobald-Gewinnung, Ausbeutung und sogar Sklaven- oder Kinderarbeit bekannt ist. Das gilt dann aber auch für jedes Iphone oder jedes billige T-Shirt oder sonstiges, nehmen wir noch Plastik in den Weltmeeren hinzu. Es ist zwar unschön, aber leider Realität, dass der einzelne Bürger oder der Verein BVB die Welt nicht einfach besser machen kann. Erfreulich immerhin, dass Polestar anscheinend, wie du schreibst, sich da noch um Kontrolle und Besserung bemüht.

Es ist aber ganz etwas anderes, ob man Werbung für ein Unternehmen macht, das Tötungsmaschinen herstellt und brutales Green-Washing durch so eine Kooperation mit einem beliebten Fußballverein betreibt. Du argumentierst das dann mit deinen politischen Ansichten, ob Rüstung neuerdings wieder "gut" ist, aber das kann man kaum als gottgegeben oder nicht änderbar oder gar positiv voraussetzen, auch wenn ich deine Meinung dazu respektiere.

Es ist nicht vergleichbar, ob irgendwo Missstände herrschen, an denen man zumindest kurzfristig nichts ändern kann, wenn man den Kapitalismus nicht grundsätzlich abschaffen oder in ähnlichen Sphären denken will - oder ob man direkt Werbung für Mordwaffen bzw. deren Produzenten macht. Das ist ein Grundprinzip in meiner Haltung, deshalb war und bin ich gegen solche Deals mit dem Militarismus.

Ich kann deine Haltung durchaus nachvollziehen und respektiere sie auch. Ich glaube allerdings, dass du meinen Vergleich mit der Kobaltgewinnung etwas anders verstanden hast, als ich ihn gemeint habe. Mit den Bedingungen der Rohstoffgewinnung im Kongo und insbesondere der dortigen Kinderarbeit beschäftige ich mich schon länger. Das ist für mich also kein beliebig herausgegriffenes Beispiel, um von Rheinmetall abzulenken oder irgendetwas gegeneinander aufzurechnen. Tatsächlich habe ich mir diese Fragen schon gestellt, als Polestar als Partner vorgestellt wurde. Und auch im Alltag beschäftigt mich das Thema, beispielsweise wenn ich Jugendliche auf ihren E-Scootern sehe und daran denke, unter welchen Bedingungen manche der dafür benötigten Rohstoffe gewonnen werden. Mir geht es dabei nicht darum, einzelne Produkte oder Unternehmen pauschal zu verurteilen, sondern um die Frage, wie konsequent wir wirtschaftliche Verantwortung und die damit verbundenen moralischen Probleme eigentlich bewerten.

Deinen Einwand, dass es einen Unterschied zwischen problematischen Lieferketten und der bewussten Werbung für einen Rüstungskonzern gibt, finde ich durchaus berechtigt. Nur sind auch Lieferketten und Geschäftsbeziehungen das Ergebnis unternehmerischer Entscheidungen. Dass die Verantwortung dabei unterschiedlich gelagert ist, bedeutet für mich nicht, dass man das eine grundsätzlich differenziert betrachten sollte und beim anderen jede weitere Abwägung ausschließt.
Was Rheinmetall betrifft, habe ich ja bereits geschrieben, dass ich die Partnerschaft durchaus kritisch sehe. Mir geht es auch nicht darum, die Geschäfte des Konzerns pauschal zu rechtfertigen. Gerade die Exportgeschichte von Rheinmetall bietet genügend Anlass zur Kritik. Aber ich kann mit der grundsätzlichen Vorstellung, dass Rüstungsproduktion unabhängig von ihrem Zweck moralisch verwerflich ist, wenig anfangen. Wir leben nun einmal in einer Welt, in der Staaten militärisch angegriffen werden und Menschen darauf angewiesen sind, dass sie sich verteidigen können. Das finde ich genauso bedauerlich wie du, nur ändert unsere Ablehnung von Waffen leider nichts an dieser Realität.
Genau deshalb tue ich mich mit einer solchen moralischen Eindeutigkeit schwer. Ich finde, man kann die Rüstungsindustrie kritisch betrachten, einzelne Geschäfte verurteilen und trotzdem anerkennen, dass ihre Produkte unter bestimmten Umständen notwendig sind. Ob der BVB einem solchen Unternehmen darüber hinaus eine Werbeplattform bieten sollte, ist eine völlig berechtigte Frage. Wenn du das grundsätzlich ablehnst, kann ich das respektieren. Ich komme bei der Abwägung nur nicht zu einem so eindeutigen Ergebnis.

Ich wollte auch gar kein Fass aufmachen oder hier eine Grundsatzdiskussion über die moralische Bewertung der Rüstungsindustrie lostreten. Mir ging es eigentlich nur darum, dass ich diese ganze Frage deutlich schwieriger finde, als sie teilweise dargestellt wird.


Ich wäre eher bei dir, wenn es tatsächlich nur um den Bedarf einer Selbstverteidigung ginge. Das ist bei den deutschen Rüstungskonzernen aber nicht nur vor 1945, sondern leider auch danach nie der Haupt- oder sogar alleinige Zweck ihrer Waffenproduktion gewesen. Vielleicht komme ich deshalb zu einer anderen Positionierung.

Die Schrecken der Kinder- und Sklaven-Arbeit, die du auch ansprichst, verabscheue ich genau so wie du. Nur ist das eben kein Unternehmens-Ziel im Unterschied zu den Waffenproduzenten, die praktisch das Töten zum Ziel haben. Wer war es eigentlich, der Lieferketten-Gesetze geschleift hat? Aber das nur nebenbei.

Politik soll hier auch gar kein Thema sein, da stimme ich dir auch zu, dafür gibt es andere Kanäle. Danke für deine abgewogene und kluge Antwort! 👍️
BVB - Sponsoren |#2669
09.10.2026 - 08:36 Uhr
Zitat von Utzel
Zitat von Coq-au-vin

Zitat von Utzel

Zitat von Coq-au-vin

Zitat von LuciferIX

Zitat von Borusse91

Sehe auch nicht, dass man die 7mio€ (ist diese Summe verbrieft?) von Rheinmetall nicht an anderer Stelle wieder reinbekommen sollte, wird dann eben auf mehrere Schultern verteilt, wenn Cramer nicht sogar schon wieder einen anderen "big player" an der Angel hat, den er nächstes Jahr präsentiert.

Bzgl. kleiner bzw. mittlerer Sponsoren:

https://www.ruhrnachrichten.de/bvb/bvb-sponsor-adesso-digitalisierung-2030-borussia-dortmund-w1255721-2002254680/

Mit Adesso zB. hat man für 3mio/p.a. bis 2030 verlängert, hier dürfte also auch schonmal eine Steigerung zum bisherigen Sponsoring stattgefunden haben, neben all den Extras, die man aus so einer IT-Partnerschaft auch noch zieht.


Aber die Rechnung geht irgendwie nicht auf, weil es ja nicht ein "statt" gibt.

Rheinmetall blockiert ja keine anderen Sponsorendeals. Die Rechnung ist leicht: 7 Millionen zusätzlich oder eben nicht. Wieso sollte Cramer andere bzw. weitere Sponsoren nicht sowieso an Board holen? Das ist unabhängig von Rheinmetall. Theoretisch müsste man mit einem Konkurrenten einen Deal machen, damit die Rechnung aufgeht.

Und wenn man bei Adesso z.B. die Erhöhung annimmt... diese dürfte es auch bei Rheinmetall geben. Daher sprechen wir vermutlich von mehr als nur 7 Millionen.

@Coq-au-vin hat von der Verantwortung der GF gegenüber dem Verein und den ganzen Mitarbeitern angesprochen. Das habe ich bewusst nicht, denn dieses Geld fließt sicherlich zum Großteil in den Bundesligakader. Schlussendlich ist aber auch die Leistung am Platz das "Produkt" des BVB zu einem erheblichen Anteil, wovon natürlich alle irgendwo auch wieder profitieren. Arbeitsplätze hängen direkt aber nicht an dem Deal, zumindest eben nicht unmittelbar. Als Argument ist es trotzdem möglich anzuführen.


Dass ein erheblicher Teil der Einnahmen letztlich dem Profifußball zugutekommt, ist natürlich richtig. Allerdings lässt sich aus den Geschäftsberichten überhaupt nicht ableiten, dass die zusätzlichen Millionen von Rheinmetall überwiegend in den Bundesligakader fließen, Sponsoreneinnahmen sind ja nicht zweckgebunden. Interessanterweise sind die Werbeerlöse im letzten Geschäftsjahr gestiegen, während die Personalkosten des Lizenzspielerbereichs gesunken sind. Gleichzeitig hat der BVB einen Jahresverlust von rund 22 Millionen Euro eingefahren. Zusätzliche Einnahmen stärken also zunächst einmal die wirtschaftliche Basis des gesamten Unternehmens. Und genau darum ging es mir bei der Verantwortung der Geschäftsführung. Dass jetzt keine einzelnen Jobs an diesem Deal hängen, ist ja auch irgendwo klar und am Ende entsteht ein Großteil der Einnahmen mit dem sportlichen Abschneiden.


So sehr ich deine Argumentation hier sehr oft schätze, aber ich finde, zu diesem Thema argumentierst du unsauber. Ja, es ist tatsächlich unschön, was bezüglich Kobald-Gewinnung, Ausbeutung und sogar Sklaven- oder Kinderarbeit bekannt ist. Das gilt dann aber auch für jedes Iphone oder jedes billige T-Shirt oder sonstiges, nehmen wir noch Plastik in den Weltmeeren hinzu. Es ist zwar unschön, aber leider Realität, dass der einzelne Bürger oder der Verein BVB die Welt nicht einfach besser machen kann. Erfreulich immerhin, dass Polestar anscheinend, wie du schreibst, sich da noch um Kontrolle und Besserung bemüht.

Es ist aber ganz etwas anderes, ob man Werbung für ein Unternehmen macht, das Tötungsmaschinen herstellt und brutales Green-Washing durch so eine Kooperation mit einem beliebten Fußballverein betreibt. Du argumentierst das dann mit deinen politischen Ansichten, ob Rüstung neuerdings wieder "gut" ist, aber das kann man kaum als gottgegeben oder nicht änderbar oder gar positiv voraussetzen, auch wenn ich deine Meinung dazu respektiere.

Es ist nicht vergleichbar, ob irgendwo Missstände herrschen, an denen man zumindest kurzfristig nichts ändern kann, wenn man den Kapitalismus nicht grundsätzlich abschaffen oder in ähnlichen Sphären denken will - oder ob man direkt Werbung für Mordwaffen bzw. deren Produzenten macht. Das ist ein Grundprinzip in meiner Haltung, deshalb war und bin ich gegen solche Deals mit dem Militarismus.

Ich kann deine Haltung durchaus nachvollziehen und respektiere sie auch. Ich glaube allerdings, dass du meinen Vergleich mit der Kobaltgewinnung etwas anders verstanden hast, als ich ihn gemeint habe. Mit den Bedingungen der Rohstoffgewinnung im Kongo und insbesondere der dortigen Kinderarbeit beschäftige ich mich schon länger. Das ist für mich also kein beliebig herausgegriffenes Beispiel, um von Rheinmetall abzulenken oder irgendetwas gegeneinander aufzurechnen. Tatsächlich habe ich mir diese Fragen schon gestellt, als Polestar als Partner vorgestellt wurde. Und auch im Alltag beschäftigt mich das Thema, beispielsweise wenn ich Jugendliche auf ihren E-Scootern sehe und daran denke, unter welchen Bedingungen manche der dafür benötigten Rohstoffe gewonnen werden. Mir geht es dabei nicht darum, einzelne Produkte oder Unternehmen pauschal zu verurteilen, sondern um die Frage, wie konsequent wir wirtschaftliche Verantwortung und die damit verbundenen moralischen Probleme eigentlich bewerten.

Deinen Einwand, dass es einen Unterschied zwischen problematischen Lieferketten und der bewussten Werbung für einen Rüstungskonzern gibt, finde ich durchaus berechtigt. Nur sind auch Lieferketten und Geschäftsbeziehungen das Ergebnis unternehmerischer Entscheidungen. Dass die Verantwortung dabei unterschiedlich gelagert ist, bedeutet für mich nicht, dass man das eine grundsätzlich differenziert betrachten sollte und beim anderen jede weitere Abwägung ausschließt.
Was Rheinmetall betrifft, habe ich ja bereits geschrieben, dass ich die Partnerschaft durchaus kritisch sehe. Mir geht es auch nicht darum, die Geschäfte des Konzerns pauschal zu rechtfertigen. Gerade die Exportgeschichte von Rheinmetall bietet genügend Anlass zur Kritik. Aber ich kann mit der grundsätzlichen Vorstellung, dass Rüstungsproduktion unabhängig von ihrem Zweck moralisch verwerflich ist, wenig anfangen. Wir leben nun einmal in einer Welt, in der Staaten militärisch angegriffen werden und Menschen darauf angewiesen sind, dass sie sich verteidigen können. Das finde ich genauso bedauerlich wie du, nur ändert unsere Ablehnung von Waffen leider nichts an dieser Realität.
Genau deshalb tue ich mich mit einer solchen moralischen Eindeutigkeit schwer. Ich finde, man kann die Rüstungsindustrie kritisch betrachten, einzelne Geschäfte verurteilen und trotzdem anerkennen, dass ihre Produkte unter bestimmten Umständen notwendig sind. Ob der BVB einem solchen Unternehmen darüber hinaus eine Werbeplattform bieten sollte, ist eine völlig berechtigte Frage. Wenn du das grundsätzlich ablehnst, kann ich das respektieren. Ich komme bei der Abwägung nur nicht zu einem so eindeutigen Ergebnis.

Ich wollte auch gar kein Fass aufmachen oder hier eine Grundsatzdiskussion über die moralische Bewertung der Rüstungsindustrie lostreten. Mir ging es eigentlich nur darum, dass ich diese ganze Frage deutlich schwieriger finde, als sie teilweise dargestellt wird.


Ich wäre eher bei dir, wenn es tatsächlich nur um den Bedarf einer Selbstverteidigung ginge. Das ist bei den deutschen Rüstungskonzernen aber nicht nur vor 1945, sondern leider auch danach nie der Haupt- oder sogar alleinige Zweck ihrer Waffenproduktion gewesen. Vielleicht komme ich deshalb zu einer anderen Positionierung.

Die Schrecken der Kinder- und Sklaven-Arbeit, die du auch ansprichst, verabscheue ich genau so wie du. Nur ist das eben kein Unternehmens-Ziel im Unterschied zu den Waffenproduzenten, die praktisch das Töten zum Ziel haben. Wer war es eigentlich, der Lieferketten-Gesetze geschleift hat? Aber das nur nebenbei.

Politik soll hier auch gar kein Thema sein, da stimme ich dir auch zu, dafür gibt es andere Kanäle. Danke für deine abgewogene und kluge Antwort! 👍️


Eure Argumentation kann ich gut verstehen - aber es bleibt die Frage, wenn man so konsequent diese Werbepartner ausschließt, wer bleibt dann eigentlich noch? Bei jedem möglichen Werbepartner findet man ein Haar in der Suppe (wenn man denn will). Seien es Autokonzerne, Trikothersteller oder Chemieunternehmen,irgendwas lässt sich immer finden. Die Konsequenz wäre, auf jegliche Werbeeinnahmen zu verzichten und sich dafür auf einen Investor einzulassen. Aber dann kommt die Frage, wie dieser sein Geld verdient hat.
BVB - Sponsoren |#2670
09.10.2026 - 14:01 Uhr
Ich finde die Meinungen und Positionierungen hinsichtlich etwaiger moralischer und ethischer Gesichtspunkte durchaus interessant, vor allem da das Thema Kommerz bei einem Traditionsverein wie dem BVB ein durchaus sensibles ist, denn nicht wenige aus dem Fanlager sehen das kritisch und deshalb auch andere Vereine, die als Konstrukte bezeichnet werden, die auf Kommerz ausgelegt sind.

Wie man hier auch sehen kann, ist es im Bereich Sponsoring ja auch so, dass es mittlerweile einfach eine Haltung unter Fans gibt, die den Fußball eben als das sehen, was er ist, ein Geschäft, und demzufolge sollte der geliebte Verein, der ein Unternehmen ist, bitte auch möglichst viele Einnahmen generieren, nahezu egal aus welchen Quellen, von welchen Sponsoren, um die Position auf dem Markt zu halten bzw. zu verbessern. Zu hoffen bliebt da nur, dass jene, die das so sehen, auch so stringent sind, und das an anderer Stelle eben so sehen, auch bei anderen Vereinen/"Konstrukten".

Ich persönlich bin jedoch froh. dass es genügend Fans und Mitglieder gibt, die nicht nur den wirtschaftlichen Vorteil des BVBs sehen und lieber auf ein paar Mio verzichten wollen, nicht jeden Sponsor mit offenen Armen empfangen, solange der nur genug Geld zahlt, denn gäbe es diese nicht mehr, würde das für mich bedeuten, dass man sich vollends dem Kommerz, dem immer größer gewordenen Drang noch mehr Einnahmen/Umsatz, um einen Wettbewerbsvorteil zu festigen, hingegeben hat, es gar keine Widerstände mehr gibt, denn ich kann diesem "ja, aber die anderen haben ja auch irgendwo Dreck am Stecken, also nehmen wir, was wir bekommen können bzw. sollten wir uns nicht so haben" nicht wirklich etwas abgewinnen.

Wenn dem Verein/Unternehmen die Fans wirklich wichtig sind, sie im Gegensatz zu anderen Vereinen/Unternehmen/"Konstrukten" doch etwas zu sagen haben, dann kann es im Zuge der aktuell noch bestehenden Partnerschaft mit Rheinmetall nur einen Weg, eine Entscheidung geben, nämlich den Vertrag auslaufen zu lassen und in der Zukunft vorher in Erfahrung bringen, wie und ob das überhaupt eine Option sein kann, anstatt so etwas im Grunde still und heimlich unter Dach und Fach zu bringen, wohlwissend, dass das auf enorme Widerstände treffen wird, denn es war doch vorherzusehen, dass das bei vielen nicht gut ankommt, nicht den Werten entspricht, für die der Verein steht bzw. stehen möchte und soll.

Entsprechend wäre meine Fragen: Inwieweit ist man dann noch besser als andere Vereine/Unternehmen/Konstrukte, denen es vermeintlich nur um Kommerz, möglichst viel Geld geht, völlig egal, woher es kommt, wenn man sich nicht mehr wirklich unterscheidet, quasi jeder Sponsor einem recht ist, solange er nur genug zahlt, um möglichst mehr als die Konkurrenz zu generieren, damit man sich davon abheben kann?

Wo ist die Grenze, bei Sponsoren und hinsichtlich des Kommerzes? Weil Kobalt in der Produktionskette bei Sponsor A, dann auch ein Rüstungsunternehmen als Sponsor B und folgend auch, ja was, also egal wer, da ja alle irgendwo Dreck am Stecken haben?

Wie gesagt: ich würde es sehr begrüßen, wenn der BVB den Vertrag auslaufen lässt und sich selbst Grenzen auferlegt, mit wem man eine Partnerschaft eingeht und nicht auf das Geld schaut bzw. deshalb moralische und ethische Grenzen ignoriert oder ausdehnt. Sollen doch andere Vereine mit Unternehmen Sportswashing und/oder Greenwashing betreiben, denn da wurde es doch stets kritisiert, siehe Bayern mit Qatar, RB mit Red Bull usw. usf., und man wollte sich doch da eher davon abheben und sich nicht diesem angleichen/annähern.

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Loriot: "In Krisenzeiten suchen Intelligente nach Lösungen, Idioten suchen nach Schuldigen.

Dieter Hallervorden: "Das größte Problem in der Geschichte der Menschheit ist, dass die Leute, die die Wahrheit kennen, den Mund nicht aufmachen. Und diejenigen, die von nichts eine Ahnung haben, bekommt man einfach nicht zum Schweigen."

"Sei Kind, wann immer Du kannst, und nur erwachsen, wenn Du musst"
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