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Quo vadis, Hamburger SV?

12.12.2010 - 20:46 Uhr
Quo vadis, Hamburger SV? |#6521
20.05.2025 - 17:14 Uhr
Ich hoffe, dass die Verantwortlichen aus der Vergangenheit gelernt haben. Die Altvorderen um Horst, Felix und viele Fans scheinbar nicht. Es ist standesgemäß, wenn wir nächstes Jahr den schlechtesten Kader der Liga haben. Wir beginnen die Saison sportlich auf Platz 18 als ein Zweitligist, der einen Ausflug in die erste Liga wagt.
Wir müssen damit rechnen, dass wir sofort wieder absteigen und es darf nicht das worst case scenario sein vor dem so viele schon jetzt vor der Saison so große Angst zu haben scheinen. Dafür ist die Liga zu eng und der Sport zu unberechenbar. Wir müssen als Verein Werte schaffen und solide haushalten.
Als Mannschaft müssen wir genau das sein: Eine Mannschaft. Eine eingeschworene Truppe die einander vertraut und zusammenhält. Wir müssen über Teamgeist und Motivation kommen aber dürfen den Spaß nicht vergessen. Die Angst abzusteigen darf nicht wieder lähmend über dem ganzen Verein schweben. Wir müssen Spielern & Verantwortlichen Fehler zugestehen und Geduld haben.

Das wichtigste, dass über allem steht ist das unser Verein da bleibt wo er hingehört: In die Riege der seriös wirtschaftenden Vereine.

Wir haben grade etwas gewonnen und ich bin dem Team dankbar. Viele haben sich Jahre lang den ***** aufgerissen auch wenn die Ziele am Ende nicht erreicht wurden. Ich freue mich über jeden einzelnen Spieler der nächstes Jahr wieder dabei ist und in der ersten Liga sein bestes gibt.

Das worst case scenario ist nicht der Wiederabstieg, sondern die Abkehr von dem was uns wieder hoch gebracht hat.
Quo vadis, Hamburger SV? |#6522
29.05.2025 - 15:45 Uhr
"Quo vadis Hamburger SV"( - Wohin gehst Du - Wohin soll das noch führen - Wie soll das weitergehen )??


Ich habe gerade gestern etwas gelesen ,was ein gegnerischer Verantwortlicher (aus Mainz ?)von sich gegeben hatte..

>> Der Aufstieg vom HSV (und von Köln) ist schon brutal (..) Hinter den/dem Verein(en) versteckt sich eine brutale finanzielle Möglichkeit wo andere Vereine ,die zur Zeit eventuell einen Vorsprung ,bei z.B. den TV- Geldern haben, nur träumen können.. <<

Es ist richtig , dass wir erstmal sportlich Voraussetzungen schaffen müssen um uns auch in der 1. Bundesliga behaupten zu können, wenn man sportlichen Erfolg hat , dann werden Sponsorengelder steigen und auch mehr in die Mannschaft fließen können.
Der erste wichtige Schritt wurde mit dem Aufstieg geschafft.👍️
Nun geht es ans Eingemachte.
Die zur Zeit nur auf 50% Bundesligatauglichkeit bezifferte Aussage von Herrn Kuntz, war eine offene und vielleicht in dem Moment unbedachte , aber auch ehrliche Aussage.
Die Mannschaft benötigt eine gesunde Mischung aus neuer Spielstärke, Kampfkraft und auch Erfahrung.
Irgendwelche Träumereien als Ausbildungsverein für gleichzeitig 20 Talenten oder auch den Durchmarsch auf die internationalen Plätze, sollten wir zumindest solange vertagen - bis wir uns wieder etabliert und gefestigt haben.



*Es wird Zugänge ,aber auch eventuelle "schmerzhafte" Abgänge geben müssen.

Laut Herrn Kuntz soll das Grundgerüst in den nächsten Tagen Formen annehmen und die nötigen Anpassungen werden kommen.

*Mit Geschick, Glück und Demut in den nächsten Personalentscheidungen werden/müssen die Weichen
für einen DAUERHAFTEN Aufenthalt in der 1. Bundesliga gestellt werden.

*Es wird auch definitiv dazu kommen ,das Spieler verpflichtet werden - die auf den ersten Blick "eine
Vollkatastrohe für einige Fans bedeuten würden ( siehe letzte Saison D. Selke )

* Profifußball ist und bleibt ein "eigentlicher moderner Menschenhandel" - womit viel Geld verdient
werden kann. Den meisten Spielern selbst bleibt eine recht kurze sportliche Lebensdauer um möglichst
viel Geld zu verdienen.. Es ist (leider) somit auch normal , das Spieler X nach einem Tor die Raute küsst
und
einen Monat später - möchte er unbedingt aus seinem Vertrag aussteigen.

MACHEN WIR UNS NICHTS VOR - SO LÄUFT DAS GESCHÄFT NUNMAL.

* Merlin ,Costa und Kuntz werden versuchen , das unser HSV wieder sportlich stark genug wird , dass es für
eine neue Ära reichen wird. Sie werden Fehleinschätzungen und mit Sicherheit auch Fehler machen, aber
sie werden es schaffen, wenn man ihnen die Zeit dazu gibt.

Die Mannschaft muss es einfach schaffen , meinetwegen auch mit Kurz-Trainingslagern auf Mallorca , sich auf einem Nichtabstiegsplan einzuschwören .

* Für mich sind neben der Mannschaft aber auch drei Dinge ausschlaggebend :

1. Bleibt es im Verein beim Aufsichtsrat und Vorstand auch bei negativen Ligaverlauf ruhig (?)
2. Kommt unnötige Unruhe von "Ehemaligen" wie Magath, Stein, Hrubesch und CO. (?)
3. Verhält sich " Edel Fan " K.M Kühne sowie die Presselandschaft auch fair und ruhig (??)

* Es kann uns heute keiner garantieren, dass wir am Ende 20,30, 40 oder eventuell auch 50 Punkte erreichen
werden.

* Am Anfang fangen alle Vereine bei null Punkten und Toren an und es gibt keine Garantie wer am Ende der
Saison Meister wird - oder absteigen muss..

An 34 Spieltagen gibt es 102 Punkte zu verteilen - also genug um gegen den Abstieg zu sammeln.

Ich sehe auch beruflich immer mehr Kinder in HSV Trikot auf der Straße Fußball spielen - und bei den "etwas älteren" eine Vorfreude auch auf den Diskussionen am Arbeitsplatz mit den Kollegen aus den anderen Fanlagern der 1. Bundesliga.
Ich wünsche (völlig uneigennützig🙃) uns eine erfolgreiche Saison mit wenig Ärgernissen und möglichst auch ohne voreiliger Entlassung von unserem Zauberer Merlin. 🖤🤍💙

•     •     •


„Wenn wir alle schlagen, können wir es schaffen.“ - Horst Hrubesch

*************
Werder - das war eine Fehlentscheidung. - Felix Magath
*************


SCHWARZ, WEISS und BLAU - NUR DER HSV
Quo vadis, Hamburger SV? |#6523
31.05.2025 - 12:35 Uhr
Mit gefällt das Verhalten im Gesamtverein im Moment.
In den Interviews wird ein Spagat zwischen Anspruch, sich nicht selbst verzwergen und Realismus gefunden, wir sind so unklar da findet jeder die Aussage die er mag.

In der Praxis sehe ich bisher eine starke Prägung der Zeit in der zweiten Liga. Das ein Gehalt über eine Million Euro jährlich viel ist, wie schnell Spieler die Hoffnungen nicht erfüllen können und die sportlichen Ziele nicht erreicht werden.
Daher haben wir einen fairen Umgang mit allen Spielern, sind auch bereit ins Risiko zu gehen aus Geld welches vorhanden ist, aber es gibt schnell Grenzen von dem was wir bereit sind zu investieren.

Die Frage ist für mich immer, ist der Kader auch gut aufgestellt, falls wir in einem oder zwei Jahren wieder runtergehen sollten? Können wir uns diesen dann auch länger in der zweiten Liga leisten, bzw. passt dieser sich automatisch an.

Jeder hohe Vertrag über 3 Jahre für Spieler die wohl kaum noch einen Marktwert haben ist ein enormes Risiko, für mich ein zu hohes.
Quo vadis, Hamburger SV? |#6524
02.06.2026 - 09:17 Uhr
Zitat von TopFalcon

Ich hoffe, dass die Verantwortlichen aus der Vergangenheit gelernt haben. Die Altvorderen um Horst, Felix und viele Fans scheinbar nicht. Es ist standesgemäß, wenn wir nächstes Jahr den schlechtesten Kader der Liga haben. Wir beginnen die Saison sportlich auf Platz 18 als ein Zweitligist, der einen Ausflug in die erste Liga wagt.
Wir müssen damit rechnen, dass wir sofort wieder absteigen und es darf nicht das worst case scenario sein vor dem so viele schon jetzt vor der Saison so große Angst zu haben scheinen. Dafür ist die Liga zu eng und der Sport zu unberechenbar. Wir müssen als Verein Werte schaffen und solide haushalten.
Als Mannschaft müssen wir genau das sein: Eine Mannschaft. Eine eingeschworene Truppe die einander vertraut und zusammenhält. Wir müssen über Teamgeist und Motivation kommen aber dürfen den Spaß nicht vergessen. Die Angst abzusteigen darf nicht wieder lähmend über dem ganzen Verein schweben. Wir müssen Spielern & Verantwortlichen Fehler zugestehen und Geduld haben.

Das wichtigste, dass über allem steht ist das unser Verein da bleibt wo er hingehört: In die Riege der seriös wirtschaftenden Vereine.

Wir haben grade etwas gewonnen und ich bin dem Team dankbar. Viele haben sich Jahre lang den ***** aufgerissen auch wenn die Ziele am Ende nicht erreicht wurden. Ich freue mich über jeden einzelnen Spieler der nächstes Jahr wieder dabei ist und in der ersten Liga sein bestes gibt.

Das worst case scenario ist nicht der Wiederabstieg, sondern die Abkehr von dem was uns wieder hoch gebracht hat.


Moinsen und Merhaba.

Quo Vadis HSV ?

Wow, mehr als ein Jahr ist dein Post her lieber TopFalcon (danke dafür!), habe ich erst grad entdeckt beim bissl rumwühlen, hast damals ein schönes Post rausgehauen, und viel richtiges geschrieben.

Und jetzt nach mehr als einem Jahr, muß es wohl für dich, für mich, für die ganze HSV Familie diese Abschluss Platzierung in der Bundesliga nach 7 Jahren wie ein Segen vorkommen, und auch ein "positives Geschenk" darstellen, in jeglicher Hinsicht.

Wir hatten als Fan verschiedene Ängste im Mai 25, während dem Aufstieg letztes Jahr, dann im Anschluß im Mittsommer 2025, + der schleppende Saisonstart, gibt witzige Videos jetzt auf Youtube, wo zu unserem Saisonanfang landesweit viele namhafte Kolumnisten, Youtuber, Influencer, Journaille, Medien sich zu Wort gemeldet und generell einen Abgesang starteten, der HSV sei Safe der Absteiger, als 18.ter.

Auch bei uns Fans war der Einstieg in die Saison mit viel Bangerei verbunden, tja dann, ab dem Heidenheim Sieg ging die Reise in echt für uns los, gab natürlich saisonübergreifend manch Wackler drin, aber wir waren danach NIE mehr im roten Bereich, und haben für unsere Verhältnisse die Bundesligareise nach 7 Jahren Abstinenz, als Mannschaft, Trainer & Staff, sowie Fans und Verein recht souverän gemeistert.

Obwohl wir als der letzte Neuankömmling mit dem Effzeh zusammen sportlich schon sehr viel ranklotzen mussten, dabei mit gefühlt 15 neuen Spielern ein riskantes Unterfangen starteten, da man bundesligatauglich werden wollte, klappte dies weitestgehend vollzüglich.

Neue Spieler wurden in die Kaderhierarchie und Captain's Dasein gehievt, alle nahmen ihre Verantwortung im Verbund an.

Desweiteren blieben die HSV Verantwortliche auch sehr cool, z. B. causa Kuntz etc., normal müsste das große Wellen schlagen, aber nee, nichts dergleichen.

Alle beim HSV mitinvolvierten Parteien haben die erste Bundesliga Saison 2025/2026 nach 7 Jahren, Hand in Hand, Rücken am Rücken, Nebeneinander, Füreinander sehr gut gewuppt, deb Test sowas von bestanden.

Jetzt gilt es (deine Anregungen gelten auch weiterhin!) den HSV sicher und erfolgreich durch die Saison 2026/2027 zu bringen, sprich durch ein 2.Bundesligajahr.

Ich bin guter Dinge, wenn wir erneut diesen Sommer als Verein sehr hart arbeiten und ranklotzen, einen guten Weg für uns ebnen können, was unsere Wettbewerbsfähigkeit angeht.

Ein Glück haben wir eine sehr intakte, sowie sehr charakterstarke und gutmütige Jungs im Kader, als Gruppe, + die Trainer tuen ihr übriges, kommt wohl nicht von Ungefähr, warum alle Spieler an einem Strang ziehen wollen, können, müssen, da hat wohl der Trainerstaff auch ihre Fittiche mit im Spiel.

Schöne Sache.

Muss auch dazu sagen, eher zugeben, weiss net wie andere es sehen, dieses auch vom Verein, Staff, Spielern, Fans, Funktionären allesamt, seit langem vorgelebtes UNDERSTATEMENT, steht unserem HSV sowas von gut und schön ins Gesicht, keine Uhr mehr, kein Dinotum, keine Selbstdarsteller im Verein, keine großen und sich übernehmenden Töne usw., einfach sich als eine HSV Gemeinschaft/Familie nach Außen gut präsentieren, sich nur auf die Aufgaben konzentrieren, that's it. 👏

Und dementsprechend haben Fussballrestdeutschland, samt Medien, uns über die ganze Saison über gelobt, seien es die Zeitungsblätter, seien es Doppelpass und Co., war kaum bis nie ein Gift gegen uns drin, eher nur Lob übrig, für den HSV, für den Volkspark, haben sie oft die Werbetrommel für uns gerührt, a la "der HSV ist wieder da, und der Bundesliga gefällt es", sie sehen uns als eine Bereicherung und das sind wir auch, denn von den Zahlen, Stimmung und Hype her stimmt das schon, da ist viel wahres dran., aber es ist auf unserem Mist gewachsen, diesen Lob von allen Seiten haben wir uns erarbeitet als Verein, denn "wie es in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus".😉

Mein innigster Wunsch stand jetzt ist, eine erfolgreiche Saison für unseren HSV in 26/27, auf das wir uns weiter verbessern und etablieren können in der höchsten Klasse Deutschland's.

Abschließend nochmals einen großen Dank an unsere Jungs, Trainerstaff und Funktionäre, für so eine smoothe, sowie geile und ungefährdete Saison 25/26.😉

DANKE und viel Erfolg nächste Saison . 🤜🤛💪

NDHSV 🔵⚪⚫

LG
Ibrahim

•     •     •

HAMBURGER SV - ewig treue Liebe und Leidenschaft.

"Das Gesetz hat keine Macht, sondern es gibt das Gesetz der Macht!"





Quo vadis, Hamburger SV? |#6525
03.09.2026 - 00:15 Uhr
Ich hoffe, dass ich hier nichts zu Dummes mache, wenn ich diesen Faden mit seinen 653 Seiten noch einmal von Seite 5 nach vorne hole. Aber gerade nach dieser Transferphase stellt sich doch umso mehr die Frage ...

HSV: Quo vadis - wohin gehst du?

Hättet ihr gedacht, dass der HSV im zweiten BL-Jahr wirklich die nun gezeigte finanzielle Kraft hat? Und auch die Anziehungskraft auf einige Spieler, die nun tatsächlich hier sind? Im Vorfeld hatte man einige Einschätzungen in diese Richtung gelesen, aber so wirklich fest dran glauben musste man sicher nicht. Und dann ist da natürlich erst einmal die Frage, wofür man ~30.000.000 Euro überhaupt ausgibt: Spieler wie Vieira und El Ouahdi bekommt man höchstwahrscheinlich nicht für weniger als die Summen, die nun für einen Transfer nach Hamburg ausgereicht haben. Es ist absolut faszinierend, dass das geklappt hat. Hut ab, Herr Costa! Das hatte ich so nicht erwartet, nur erhofft.
Noch faszinierender ist natürlich der Blick hinter die Kulissen gepaart mit dem Bewusstsein, dass alles überhaupt erst klappen konnte, weil man in den letzten Jahren endlich gut gearbeitet hat.

Die genauen Zahlen und aktuellen Bilanzen kennen wir nicht, also sollten wir wohl auch davon absehen, allzu euphorisch im Detail zu sein. Aber ich habe Herrn Dr. Huwer geglaubt, als er sagte, dass der HSV keine dummen Sachen mehr machen wird. Und ich glaube es ihm auch jetzt noch. Wir haben Grund zur Annahme, dass diese Transferphase nur das Strecken ungefähr ans Maximum und eben kein Überstrecken war. Schon bevor wir drüber reden, wie effizient das Geld auf den ersten Blick eingesetzt wurde. Und das ist eine so gute Nachricht, dass ich sie wohl erst einmal realisieren werden muss. Es zeigt, dass der HSV eine Menge bewegen kann, sobald man mal über einige Jahre gute Arbeit leistet, nicht tonnenweise Geld verprasst und einfach auch mal die Standortvorteile einer Stadt wie Hamburg und eines solchen Vereins mit all seinen Fans und seinem Stadion usw. nutzt. Das soll natürlich nicht so klingen, als sei diese gute Arbeit leicht!

Als 2018 der Abstieg feststand, da schien mir der weitere Weg eigentlich vorgezeichnet: in die Bedeutungslosigkeit. Wie sonst soll es gehen, wenn man mit sehr hohen Schulden nach Jahren der offensichtlichen Inkompetenz verdient absteigt und damit einen Großteil der Einnahmen verliert? Erst recht, wenn man dann den Wiederaufstieg versemmelt. Und im Jahr darauf auch scheitert. Und danach. Und danach. Und so weiter. Zwischendurch gab es dann nicht einmal mehr Zuschauereinnahmen wegen der Pandemie. Niemals hätte ich 2018 gedacht, dass der Verein in der 2. Liga gesunden kann. Nicht nach all den Jahren des Chaos und des Niedergangs.
Heute spielen wir, wenn auch in einer Nebenrolle, wieder im Konzert der Großen mit: wie sehr, das konnte man zum Abschluss dieser Transferphase sehen. Das ist eine andere Welt als die 2. Liga, und auch wenn wir nach sieben Jahren Abwesenheit ganz unten angefangen haben und auf gar keinen Fall übermütig werden dürfen, so kann man doch festhalten: wirtschaftlich ist der HSV offenbar schnell in der Bundesliga angekommen. Weil tatsächlich mittlerweile viele richtig gute Leute diesen Verein führen. Anders kann man diese Transferausgaben, den Ruf der ankommenden Spieler, diese Umsatz-Prognosen ... und auch die Reaktion einiger Fans anderer Vereine ... nicht deuten.

Am Ende geht es aber natürlich um sportlichen Erfolg, der wirtschaftliche Erfolg muss am Ende den sportlichen Erfolg ermöglichen (und natürlich gilt das auch immer auch umgekehrt). Jetzt werden wir sehen, was die erste größere Transferoffensive seit zehn Jahren und Wiederaufstieg konkret bringt. Ob diese Spieler wirklich spielen wie erhofft, ob sie zusammenpassen, ob das System Polzin greift bzw. weiterentwickelt wird.
Auf dem Papier sind wir - das kann man mittlerweile wohl mit Fug und Recht behaupten - stärker aufgestellt als letztes Jahr, auch ohne einen Luka Vuskovic. Die große Umstellung vom Zweitligisten zum Erstligisten ist in ihren letzten Zügen. Ich bin mir bei der Größe des Kaders nicht ganz sicher, die IV sieht jetzt möglicherweise wie eine kleine Risikozone aus, im Sturm muss erst einmal das Tor gefunden werden. Aber man hat die Baustellen vielversprechend bearbeitet (allen voran endlich die rechte Schiene), die Unabhängigkeit von Ausnahme-Leihen erhöht, in Breite und Spitze Fortschritte gemacht, bei der Talenteförderung einen interessanten Weg eingeschlagen. Und der Kader ist noch lange nicht überaltert oder überteuert. Damit kann man (hoffentlich) arbeiten, idealerweise eine Saison im Niemandsland ohne große Angst vor dem Abstieg anvisieren und sich langsam vom Großteil der "Kellergruppe", die etwa die halbe Liga umfasst, etwas absetzen. Auch wenn es diese Saison konkret nur um den Klassenerhalt gehen kann und zumindest wir Fans gut beraten wären, auch im Erfolgsfall danach noch keine höheren Ansprüche zu stellen.

Theoretisch kann daraus irgendwann noch mehr werden, wenn die Arbeit auf und neben dem Platz in Zukunft weiter/noch mehr passt, was zum Beispiel noch mehr Fernsehgeld oder Sponsoren einbringen und bei der Suche nach tollen Transfers durch einen anscheinend sehr gewieften Mann wie Claus Costa helfen würde, wenn sich der Ruf des Vereins weiter verbessert und gute Spieler Lust darauf haben, hier etwas zu erreichen - weil sie sich darauf verlassen können, dass das beim HSV möglich ist.
Aber es geht um einen Schritt nach dem anderen und die erweiterte Spitzengruppe ist uns dann doch weit entrückt. Doch wir haben Grund, strukturell mittlerweile durchaus positiv gestimmt in die Zukunft zu blicken. Ein starkes Fundament war schon immer da, aber mittlerweile wird es auch endlich genutzt. Allerdings lugt langsam das große Thema Stadion für die 2040er um die Ecke, so was kommt ja immer mit Vorlauf.
Auf jeden Fall sehen wir gerade, dass man sich etwas mehr traut und die Möglichkeiten wachsen. An diesen Punkt musste man irgendwann kommen, wenn es gut laufen soll. Damit wachsen auch die Fallhöhe und das Risiko (es gibt eine gewisse zyklische Kraft in diesem Geschäft, siehe z.B. Frankfurt), aber man muss diesen Weg ungefähr so gehen. Wohin genau unserer führt, welche Weggabelung die unsrige sein wird ... wir werden es sehen.

Es sind enorm spannende Zeiten. Na gut, spannend war es um den HSV schon immer. Aber es sind möglicherweise nun bereits weniger die Zeiten von purem Zittern und Existenzangst als der Blick in die Ferne mit der Frage: Wer weiß, was noch auf uns wartet!? Ende offen.

Und schon für diese Möglichkeit bin ich dankbar.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Bananenritter am 03.09.2026 um 00:23 Uhr bearbeitet
Quo vadis, Hamburger SV? |#6526
14.09.2026 - 09:56 Uhr
Mir geht es nicht um Pessimismus, sondern Realismus. Da ist für mich klar, wir kommen in eine enorm herausfordernde Zeit in der wir positiv sehr gestärkt heraus kommen können und negativ sehr weit abrutschen können.

Der Start in die Bundesliga ist misslungen wie es sich wohl keiner vorgestellt hat. Es reichen die einfachsten Mitteln von Gegnern die nicht mal gut sein müssen, und wir gehen auf dem Platz unter.
Vor der Saison war ich optimistisch, habe fast vergessen das wir als Aufsteiger in das verflixte 2. Jahr starten und rechnete mit einer ähnlichen Saison wie im letzten Jahr.
Jetzt fällt es mir sehr schwer nach 3. Spieltagen überhaupt positive Ansätze bei irgendjemand zu finden. Spieler, Trainer, Kaderplanung, da ist ja alles zu hinterfragen im Moment.

Ich persönlich als Fan bin ratlos und habe keine Lösung was jetzt das Richtige ist. Andere Aufstellung, andere Taktik, anderer Trainer? Vielleicht ja, vielleicht Nein?

Wenn eine Krise da ist, merkt man oft das was man zuvor als Krise wahr genommen hat, oft nur ein kleines Problem war.
Gladbach hat in vergleichbarer Situation den Trainer getauscht, wir machen dieses nicht. Jetzt zeigt sich, wer besser mit der Krise umgehen kann und die richtigen Schlüsse daraus zieht.
Historisch betrachtet wird keine Mannschaft mit Null Punkten und Null Toren am Ende der Saison dastehen. Trotzdem ist ein klarer Abstieg absolut im Rahmen des Möglichen und wir wissen alle, wie lange es dauern kann wieder aufzusteigen.

Ich habe Vertrauen in unsere handelnden Personen, verbunden mit der schlichten Hoffnung das sich Ruhe auszahlt. Womit wir als Verein enorm wachsen können. Die sportliche Gefahr sehe ich gleichzeitig auch, da reicht es im Moment ein Spiel von uns zu sehen.
Ob da eine Länderspielpause und 2-3 kleine Änderungen ausreichen und wieder in Form zu kommen? Da ist sehr viel vom Prinzip Hoffnung dabei.
Quo vadis, Hamburger SV? |#6527
14.09.2026 - 14:02 Uhr
Die Richtung, in die ich den HSV aktuell gehen sehe – und das als Teil einer schon länger anhaltenden Entwicklung –, ist die, in der die performative Außendarstellung und das nach außen getragene Bild des HSV dessen sportliches Abschneiden und den klaren Leistungsgedanken überholt haben. Und zwar deutlich.

Der Abstieg war eine Zäsur und hätte grundsätzlich ein gesunder Reality-Check dafür sein können, welche Schlüsse aus jahrelangem sportlichem Misserfolg gezogen werden müssen, um den Verein sportlich wieder in die richtige Bahn zu lenken. Nach der "Lust" auf das Neue, dem Enthusiasmus bezüglich der schnellen Rückkehr und den ersten gescheiterten Anläufen hat sich der Fokus irgendwann verschoben.
Davon, dass der HSV mit jährlichem Top-Etat in der 2. Bundesliga einige Mannschaften deutlich hinter sich lassen müsste, hin zu "den Jungs und Mädels", dem "Zusammenstehen" – bis zu dem Punkt, an dem Jonas Boldt öffentlich jegliche sportliche Kritik damit abkanzelte, dass "die da draußen und im Internet" keine HSVer wären. Das ist Identitätspolitik – kein Sport. Und es ist hochgradig manipulativ. Denn wer würde schon Kritik an seinem Verein äußern wollen, wenn die Verantwortlichen, die Vorbilder, einem sagen, dass man dann nicht mehr dazugehört? Und wer bin ich überhaupt, dazu eine Meinung zu haben? Ich sitze doch nur auf dem Sofa oder der Tribüne. Und so schafft man sich hinter solchen Vorhängen eine sehr bequeme Blase.

Aufrechterhalten wurde dieser Prozess durch ein Narrativ, das an die Jahre vor dem Abstieg angeknüpft hat. Immer wenn berechtigte sportliche Ansprüche formuliert wurden, konnte man sagen: "Wisst ihr noch, wie es uns ging, als wir hier zu große Brötchen gebacken haben? Wollt ihr etwa da wieder hin?" Legitime, professionelle Ambition und notwendiger Leistungsdruck wurden systematisch mit der früheren (teils wirklich vermessenen und peinlichen) Rhetorik gleichgesetzt. So kann man dem Umfeld beibringen, dass diejenigen, die überhöhte (was das ist, legt man dann selber fest) Ziele formulieren und einfordern, die ewig Gestrigen sind, die ihre Lektion in Sachen Demut leider noch immer nicht gelernt haben.
Damit schafft man eine Haltung, in der selbst das Einfordern von legitimen Zielen wie dem Aufstieg als unanständig behandelt werden konnte.

Das objektiv nachvollziehbare Anspruchsdenken, dass der HSV in die Bundesliga zurückkehren sollte beziehungsweise muss – erst recht mit den vorhandenen Mitteln – ist dem Pathos rund um die bedingungslose und vor allem unkritische Liebe für diesen Verein ("Liebe ist stärker als Ergebnisse" – Tim Walter) gewichen.

Dieses Pathos hat beim HSV auch auf der sportlich operativen Ebene Einzug gehalten. Ich erinnere mich an Vertragsverlängerungen mit Meffert, Schonlau oder die fünf Jahre für Bakery Jatta. Sogar Tom Mickel wurde als Maskottchen ein neuer Vertrag ausgestellt. Sportlich sind da zu den jeweiligen Zeitpunkten den wenigsten gute Argumente eingefallen. Aber darum ging es auch nicht, und daraus wurde gar kein Hehl gemacht.

Das Gefährliche daran ist die geschlossene Logik. Wenn das sportliche Ziel am Ende – wieder einmal – verfehlt wird, darf die Ursache dafür niemals im Inneren liegen. Es ist so viel bequemer – auch und gerade für diejenigen in Verantwortung – wenn das Narrativ eben nicht ist, dass in Heidenheim und an anderen Standorten mit so viel weniger so viel mehr erreicht wurde. Vom schlechten Rasen über die schlechte Stimmung, die Feindseligkeit in fremden Stadien bis hin zu Fehlentscheidungen, Nachspielzeiten und dem Fußballgott waren alle schuld – nur der HSV nicht.

Indem man das eigene Scheitern kollektiv zum tragischen, unverschuldeten Schicksalsschlag erklärt, steht nicht die Bringschuld der Verantwortlichen inklusive der Mannschaft im Fokus, sondern die Tragik des "armen HSV", dem wieder einmal ganz übel mitgespielt wurde, obwohl man doch so kurz davor war. Nach einem solchen, so ungerechten Schicksalsschlag muss man dem Verein natürlich erst recht bedingungslos beistehen, seine Lieder noch lauter singen und findet im Kollektiv Trost, wenn man "immer noch zum HSV" geht.

Ein perfekter, geschlossener Kreislauf. Nichts hat mit nichts zu tun und die Dauermisere wird zum Hebel für uneingeschränkte Solidarität. Wie gut das funktioniert hat, erkennt man am Image von Jonas Boldt. Bevor die 5 Jahre, in denen der HSV seine sportlichen Ziele unter ihm verfehlt hat, diskutiert werden, geht es immer darum, dass er und Walter "schon auch viel Gutes" gemacht haben. Was das genau ist, ist schwer zu sagen – weil es ein Gefühl ist und keine messbaren Ergebnisse. Dieses Gefühl entspringt dem geschilderten Mechanismus, in dem man selbst die Aussage, die Fans zum HSV "zurückgebracht" zu haben, nicht für zu vermessen und anmaßend hielt.

Die Konsequenz dieser jahrelangen Konditionierung hat man letztes Jahr beobachten dürfen.
Man hat sich in eine derart devote Ecke manövriert, dass nach dem Aufstieg erst recht keinerlei sportliche Erwartungshaltung mehr existieren darf. Der "arme, gebeutelte HSV", dem in sieben Jahren Zweitklassigkeit angeblich alle wirtschaftlich enteilt sind, darf bloß keine eigenen Ziele oder Ansprüche mehr formulieren – das wäre ja völlig vermessen. Diese Haltung wurde von MP auf fast jeder Pressekonferenz gebetsmühlenartig vorgelebt und verfestigt . Das ständige Betonen der "sieben Jahre 2. Liga" und das mahnende "Wissen, wo man herkommt" als rhetorisches Schutzschild. Man hätte meinen können, der HSV ist gar kein selbstständiger, aktiver Akteur, sondern einfach nur irgendwie froh, mal dabei sein zu dürfen.

Und heute? Wir haben Spieler, die es für eine smarte Idee halten, sich als mittelmäßige Bundesliga-Innenverteidiger "Jordan" aufs Trikot drucken zu lassen und das mit der Hommage an einen der größten Sportler aller Zeiten mit der Nummer 23 zu kombinieren.
Ein Yussuf Poulsen – dessen ganze Verpflichtung als Top-Verdiener für die Kabine wie ein Gimmick wirkt – bekommt gestern ein 45-minütiges Schaulaufen vor seinem Ex-Club und findet das nach einer 0:5-Niederlage "für mich persönlich super".
Der Trainer der Mannschaft, die nach drei Spieltagen mit 0:12 Toren und 0 Punkten dasteht (historisch), möchte nach dem zweiten 0:5 (ebenfalls historisch) bei der PK lieber nicht so gerne nur über das Ergebnis sprechen. Das würde der Sache nicht so gerecht werden, denn er hat inhaltlich viele gute Dinge gesehen. Dass die Fans wieder klatschen und singen, nimmt er gerne auf, weil es zeigt, dass man "den Weg gemeinsam geht". Das Grillfest brauchen wir nicht ansetzen, das wird morgen in Form eines öffentlichen Trainings im Stadion für die Trainingsrückkehr von Mario Vuskovic abgehalten.

Wieder geht es um "brutal Zusammenstehen" und plötzlich wird nahegelegt, dass die Transfers vielleicht eine falsche Erwartungshaltung geschaffen haben. Man müsse "realistisch bleiben" - auch das Umfeld. Wer also nach dem Transfersommer mehr erwartet hat als 0:12 Tore und 0 Punkte, der muss vllt. zuerst sich selbst überprüfen, bevor er den HSV kritisch hinterfragt.
Und auch wenn man vorgibt, dass es einem "zu einfach" wäre, bedient man letztlich doch die Zeitpunkte der Transfers, mangelnde gemeinsame Zeit, Fitnesszustände, die "brutale Qualität" des Gegners. Also wieder Dinge, die nicht in den Händen des HSV und nicht in den Händen der Handelnden liegen. Der HSV ist Opfer seiner Umstände und das verdient eben Mitleid und Unterstützung und keine Kritik.

Der Sportdirektor reagiert gestern auch. Spricht darüber, dass man "vielleicht besser coachen" könne, damit gewisse Fehler gar nicht erst passieren. Er spricht der Mannschaft aktuell inhaltliche Basics ab, zu denen man – nochmals, wir sprechen über den 3. Spieltag – schnell zurückkehren müsse, obwohl die Verantwortlichen und Spieler den Sommer darüber sprachen, wie viel weiter man sei, als letzten Sommer. Wie gut man auf der bestehenden Idee aufgebaut hätte. Inhaltlich ist das vernichtend und es legt Zeugnis über eine schlimme Fehleinschätzung in der eigenen Bestandsaufnahme ab.
Was ist die Konsequenz daraus? Dass er am Ende zum Schluss kommt, dass die Diskussionen um die Trainerposition "Kurzschluss- oder Alibi-Aktionen" seien und ja keiner glauben brauche, dass man jetzt etwas "Außergewöhnliches" mache.

Was nehme ich als Anhänger vom HSV in seiner aktuellen Zusammenstellung mit? Zwei Dinge:

Das krampfhafte Bestreben, ein "neuer" und "anderer" HSV zu sein, der unbedingt alles anders machen muss als "damals", ist zum Selbstzweck geworden. Die Angst, Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, führt inzwischen dazu, dass das Vermeiden von Reflexen wichtiger geworden ist als das Treffen notwendiger und manchmal unbequemer sportlicher Entscheidungen. Und damit ist ausdrücklich nicht (nur) das Thema Trainer gemeint.

Wenn das der "gemeinsame Weg" ist, den man gehen will, dann ist das nicht meiner. Meine Unterstützung für diesen Verein hängt keineswegs an einzelnen Ergebnissen, einem verpatzten Saisonstart oder einer schwierigen Spielzeit. Aber sie ist an die Erwartung gekoppelt, dass Ehrlichkeit, Stringenz, kompetitives Denken und inhaltlich überzeugende Arbeit geleistet werden. Arbeit, die diesen Klub in seinem Kernbereich wirklich nach vorne bringt. Und das ist der Profifußball, den wir in der Bundesliga spielen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von RoyalOak am 14.09.2026 um 14:06 Uhr bearbeitet
Quo vadis, Hamburger SV? |#6528
14.09.2026 - 14:25 Uhr
Zitat von RoyalOak
Die Richtung, in die ich den HSV aktuell gehen sehe – und das als Teil einer schon länger anhaltenden Entwicklung –, ist die, in der die performative Außendarstellung und das nach außen getragene Bild des HSV dessen sportliches Abschneiden und den klaren Leistungsgedanken überholt haben. Und zwar deutlich.

......

Wenn das der "gemeinsame Weg" ist, den man gehen will, dann ist das nicht meiner. Meine Unterstützung für diesen Verein hängt keineswegs an einzelnen Ergebnissen, einem verpatzten Saisonstart oder einer schwierigen Spielzeit. Aber sie ist an die Erwartung gekoppelt, dass Ehrlichkeit, Stringenz, kompetitives Denken und inhaltlich überzeugende Arbeit geleistet werden. Arbeit, die diesen Klub in seinem Kernbereich wirklich nach vorne bringt. Und das ist der Profifußball, den wir in der Bundesliga spielen.


Ich kürze mal ein wenig zusammen, nicht weil der Inhalt nicht passen würde, sondern damit das Zitieren nicht so zum Scroll-Event wird.

Ich bin, wieder einmal, in großen Teilen deiner Meinung.

Doch möchte ich eines kurz noch anmerken.

Ja, die Harmonie zwischen Fans und Mannschaft sowie Trainer/-team ist zu diesem Zeitpunkt und mit der gezeigten Leistung sowie den erzielten Ergebnissen schon sehr speziell. Doch ich möchte keine solchen Jagdszenen in Hamburg sehen, wie schon mal auf Schalke oder andernorts zelebriert wurden.

Was nicht heißt, dass man keine Kritik äußern soll.

NEIN, es ist jetzt wichtig auch Kritik zuzulassen. Gerechtfertigte Kritik, fundierte Kritik.

Keine Polemik oder stimmungsmachende Kritik.

UND jeder der Verantwortlichen sollte sich hinterfragen, "Was habe ich zur aktuellen Situation beigetragen UND vor allem was kann und muss ich anders machen !"

•     •     •

Saison 2026/2027

_________________D-H-F_______________ / Tangvik, Dickes
_Capaldo_Vestergaard__Bornauw_M.Wolfe_ / Omari, Nandja, M.Vuskovic, Torunarigha
_________Remberg_____Lokonga________ / Amoako, Nadir, Lemke
___El Ouahdi_____Vieira_____Gronbaek___/ Jatta, Adeline, Pherai, ARL, Muheim
________________ Moffi_______________ _/Poulsen, Daka, Stange
Quo vadis, Hamburger SV? |#6529
14.09.2026 - 16:03 Uhr
Zitat von RoyalOak


Dieses Pathos hat beim HSV auch auf der sportlich operativen Ebene Einzug gehalten. Ich erinnere mich an Vertragsverlängerungen mit Meffert, Schonlau oder die fünf Jahre für Bakery Jatta. Sogar Tom Mickel wurde als Maskottchen ein neuer Vertrag ausgestellt. Sportlich sind da zu den jeweiligen Zeitpunkten den wenigsten gute Argumente eingefallen. Aber darum ging es auch nicht, und daraus wurde gar kein Hehl gemacht.

Und heute? Wir haben Spieler, die es für eine smarte Idee halten, sich als mittelmäßige Bundesliga-Innenverteidiger "Jordan" aufs Trikot drucken zu lassen und das mit der Hommage an einen der größten Sportler aller Zeiten mit der Nummer 23 zu kombinieren.
Ein Yussuf Poulsen – dessen ganze Verpflichtung als Top-Verdiener für die Kabine wie ein Gimmick wirkt – bekommt gestern ein 45-minütiges Schaulaufen vor seinem Ex-Club und findet das nach einer 0:5-Niederlage "für mich persönlich super".
Der Trainer der Mannschaft, die nach drei Spieltagen mit 0:12 Toren und 0 Punkten dasteht (historisch), möchte nach dem zweiten 0:5 (ebenfalls historisch) bei der PK lieber nicht so gerne nur über das Ergebnis sprechen. Das würde der Sache nicht so gerecht werden, denn er hat inhaltlich viele gute Dinge gesehen. Dass die Fans wieder klatschen und singen, nimmt er gerne auf, weil es zeigt, dass man "den Weg gemeinsam geht". Das Grillfest brauchen wir nicht ansetzen, das wird morgen in Form eines öffentlichen Trainings im Stadion für die Trainingsrückkehr von Mario Vuskovic abgehalten.

Wieder geht es um "brutal Zusammenstehen" und plötzlich wird nahegelegt, dass die Transfers vielleicht eine falsche Erwartungshaltung geschaffen haben. Man müsse "realistisch bleiben" - auch das Umfeld. Wer also nach dem Transfersommer mehr erwartet hat als 0:12 Tore und 0 Punkte, der muss vllt. zuerst sich selbst überprüfen, bevor er den HSV kritisch hinterfragt.
Und auch wenn man vorgibt, dass es einem "zu einfach" wäre, bedient man letztlich doch die Zeitpunkte der Transfers, mangelnde gemeinsame Zeit, Fitnesszustände, die "brutale Qualität" des Gegners. Also wieder Dinge, die nicht in den Händen des HSV und nicht in den Händen der Handelnden liegen. Der HSV ist Opfer seiner Umstände und das verdient eben Mitleid und Unterstützung und keine Kritik.

Der Sportdirektor reagiert gestern auch. Spricht darüber, dass man "vielleicht besser coachen" könne, damit gewisse Fehler gar nicht erst passieren. Er spricht der Mannschaft aktuell inhaltliche Basics ab, zu denen man – nochmals, wir sprechen über den 3. Spieltag – schnell zurückkehren müsse, obwohl die Verantwortlichen und Spieler den Sommer darüber sprachen, wie viel weiter man sei, als letzten Sommer. Wie gut man auf der bestehenden Idee aufgebaut hätte. Inhaltlich ist das vernichtend und es legt Zeugnis über eine schlimme Fehleinschätzung in der eigenen Bestandsaufnahme ab.
Was ist die Konsequenz daraus? Dass er am Ende zum Schluss kommt, dass die Diskussionen um die Trainerposition "Kurzschluss- oder Alibi-Aktionen" seien und ja keiner glauben brauche, dass man jetzt etwas "Außergewöhnliches" mache.

Was nehme ich als Anhänger vom HSV in seiner aktuellen Zusammenstellung mit? Zwei Dinge:

Das krampfhafte Bestreben, ein "neuer" und "anderer" HSV zu sein, der unbedingt alles anders machen muss als "damals", ist zum Selbstzweck geworden. Die Angst, Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, führt inzwischen dazu, dass das Vermeiden von Reflexen wichtiger geworden ist als das Treffen notwendiger und manchmal unbequemer sportlicher Entscheidungen. Und damit ist ausdrücklich nicht (nur) das Thema Trainer gemeint.

Wenn das der "gemeinsame Weg" ist, den man gehen will, dann ist das nicht meiner. Meine Unterstützung für diesen Verein hängt keineswegs an einzelnen Ergebnissen, einem verpatzten Saisonstart oder einer schwierigen Spielzeit. Aber sie ist an die Erwartung gekoppelt, dass Ehrlichkeit, Stringenz, kompetitives Denken und inhaltlich überzeugende Arbeit geleistet werden. Arbeit, die diesen Klub in seinem Kernbereich wirklich nach vorne bringt. Und das ist der Profifußball, den wir in der Bundesliga spielen.


Dazu ergänzend möchte ich anmerken das es beim HSV soweit gekommen ist das nach einem solchen Fehltstart, von einer Vertragsverlängerung des Trainers zu gemunkelt wird und vielleicht auch schon sehr bald passiert.

Sowas dürfte einmalig sein im Weltfussball nach diesen Ergebnissen.

Ich frage mich das zu welchen Trotz es dienen soll?

Wäre auch der einzige Verein der Welt den ich das zutrauen würde.

Man ist ja selber für die Ergebnisse verantwortlich und die Stimmung die jetzt entsteht...
Quo vadis, Hamburger SV? |#6530
14.09.2026 - 17:07 Uhr
Tja, was nun, lieber HSV? Wo stehen wir? Was wollen wir? Und was ist in den letzten Wochen passiert?
Fragen über Fragen. Ich bin rat- und ideenlos. Ein Stück weit auch sprachlos. Und trotzdem müssen jetzt ein paar Sachen mal niedergeschrieben werden. Vielleicht hilft es, um die aktuelle Situation besser zu verarbeiten. Lösungen habe ich keine.

Auf dem Papier sieht die Vorbereitung gut aus. Die Spiele gegen ordentliche bis gute Gegner werden vernünftig und ausgeglichen bestritten. Das Pokalspiel in Runde 1 wird mit 3:0 gegen einen Drittligisten gewonnen. Wo im Vorjahr die Vorbereitung nur so rumpelt und im Pokal bei einem Fünftligisten die Verlängerung benötigt wird. Sprich: es entsteht der Eindruck, Mannschaft und Trainer sind einen Schritt weiter als im Vorjahr. Auch wenn es hier und da natürlich Schwierigkeiten gibt und bspw. im Pokal das Ergebnis souveräner aussieht, als es das Spiel war. Nichtsdestotrotz geben diese Wochen vom Papier her einen Grund, um Euphorie entwickeln zu lassen. Gestützt von den finalen Tagen des Transferfensters, welche mit Vieira, Möller Wolfe und El Ouahdi auf dem Papier und vom Marktwert her nochmal weitere Freude entstehen lassen. "Costa kocht" etc. Diese Tage werden auch nur leicht von der 2:0-Niederlage in Dortmund gestört. Abhaken, eh nicht unsere Kragenweite, keine Punkte eingeplant usw. Ging mir auch so.
Und dann kam bereits etwas Ernüchterung rein. Wieder zu viel Umbruch in der Mannschaft? Benötigtes Upgrade der Qualität? Geht etwas vom Zusammenleben der Mannschaft verloren? "Zu viel" Euphorie im Umfeld? Bei mir macht sich Skepsis breit. Und dann klatscht es. Gegen Mainz. In Leipzig. Zweimal 0:5 verloren. Das darf nicht passieren.

Also, irgendwas zwischen "Auf dem Papier" und in der Realität scheint nicht zu passen. Aber was?! Keine Ahnung. Und diese Ratlosigkeit beunruhigt mich auch. Natürlich steht der Trainer als sportlich Verantwortlicher in der Kritik. Berechtigt. Er trägt für die Auf- und Einstellung der Mannschaft die Verantwortung. Auch wenn er die teils haarsträubenden individuellen Fehler der Spieler nicht selbst durchführt oder vorgibt. Und 2x 0:5 in Folge, da ist schon gehörig was schief gegangen.
Nur, was ist da passiert? Grönbaek spielt eine super Vorbereitung und ist plötzlich nicht mal ein Schatten dessen. Capaldo, das fleischgewordene Energie- und Mentalitätsmonster der Vorsaison ist kraftlos und nicht wiederzuerkennen. Remberg kämpft gefühlt mit sich und der Binde. Und das sind nur 3 Beispiele von eingeplanten Leistungsträgern und z. T. Führungsspieler. Dieser geballte Formverlust gibt große Bedenken.
Ja, "auf dem Papier" waren 0 Punkte gegen Dortmund, Mainz und Leipzig möglich. Aber die Art und Weise ist unerklärlich und wirklich besorgniserregend. Trotz der (leichten) offensiven Steigerung gegen Leipzig, wo mir persönlich doch mehr Dinge gefallen haben, als gegen Mainz. Aber das Ergebnis spricht eben Bände.

Nun denn, ganz einfach somit die Folge: Trainer raus. Aber ist das wirklich so einfach? In meinen Augen nein. Ein Trainerwechsel innerhalb der ersten Spieltage ist in meinen Augen eine kleine Bankrotterklärung des jeweiligen Vereins für den kompletten Sommer. Da hat man dann gewaltig gepennt, wenn man dann nach 2, 3, 4 Spielen bereits jegliche Überzeugung über Bord wirft. Und hilft auch maximal nur kurzfristig, nicht mal mittelfristig. Das wird Gladbach meiner Meinung nach auch merken. Die im Vorjahr bereits Seoane nach dem 3. Spieltag entlassen haben. Und trotzdem keine gute Saison gespielt haben. Und sich das Prozedere nun wiederholt. Weiteres Beispiel der Vorsaison: Bayer Leverkusen. ten Hag nach Spieltag 2 entlassen, trotzdem steht am Ende nur Platz 6, die Champions League (das Saisonziel) wird verpasst und der Nachfolger ist am Saisonende auch wieder Geschichte.
Wenn folglich die Verantwortlichen des HSV so von Polzin und dem Trainerteam überzeugt sind, dass eine Vertragsverlängerung geplant ist, macht eine Entlassung trotz dieser Debakel keinen Sinn. Nur, eine Verlängerung eben zurzeit auch nicht. Beide Aktionen wären in meinen Augen in dieser Woche "purer Aktionismus". Und davon halte ich nichts und sehe auch keine Anzeichen davon beim aktuellen HSV. Es gilt, das Thema nun kommunikativ geschickt zu fahren und rauszuzögern. Mindestens um eine Woche.

Und ja, dann braucht es am Samstag im Volksparkstadion etwas Zählbares gegen Köln. Das erste Tor, der erste Punkt, mindestens. Ein Sieg würde so unfassbar gut tun für die anstehende Länderspielpause. Daher ist unglaublich viel Druck auf dem Kessel. Schon jetzt spürbar. Und es würde der Mannschaft unfassbar guttun, mal ein Tor zu schießen und in Führung zu gehen. Das könnte Fesseln lösen. Ich bleibe da zuversichtlich und halte es mit @Ahoi , der im "Fanszene"-Thread bereits die positive Unterstützung der Auswärtsfahrer angesprochen hat. Es ist Krise im Volkspark und ich würde mich freuen, wenn wir Fans jetzt in Vorleistung gehen. Am Samstag vollends hinter der Mannschaft stehen. Nicht nervös oder unruhig werden, egal ob es lange 0:0 steht oder sogar ein Rückstand fällt. Nach Abpfiff kann man immer noch sauer sein, aber während der 90-100 Minuten hoffe ich, dass wir zeigen, dass wir zusammenstehen. Wir sind der HSV, in guten wie in schlechten Zeiten. Und dass wir alle hier sauer und enttäuscht sind und so unheimlich viel loswerden wollen, Entscheidungen forcieren wollen, zeigt doch eben nur unsere Leidenschaft für unseren Verein. Und dass wir das Beste für ihn wollen.

Es liegt eine lange, harte Woche vor uns. Eine herausfordernde Woche. Mit dem emotionalen Highlight des Trainings-Comebacks von Mario Vuskovic, unserer 44, morgen. Und am Ende dieser Woche steht ein enorm wichtiges Spiel an. Für unseren gesamten Verein. Richtungsweisend. Es wird spannend.
In diesem Sinne: Nur der HSV! 🔵⚪️⚫️

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Hamburger SV

Liverpool F.C. - Green Bay Packers

Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better. (Samuel Beckett)
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