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Spielsystem

19.06.2007 - 09:51 Uhr
Spielsystem |#2361
18.10.2025 - 10:06 Uhr
Was mir gestern aufgefallen ist, Nicolas wollte mit Abwürfen das Spiel schnell
machen, aber er fand nie einen Abnehmer.
So versuchte man das Spiel wieder von hinten aufzubauen.
Das ist einfallslos.
Ein bißchen Pressing und wir haben geschwommen.
Hier hätte ein erfahrener Trainer bestimmt was geändert.
Spielsystem |#2362
18.10.2025 - 12:30 Uhr
Zitat von ToBorusse
Was mir gestern aufgefallen ist, Nicolas wollte mit Abwürfen das Spiel schnell
machen, aber er fand nie einen Abnehmer.
So versuchte man das Spiel wieder von hinten aufzubauen.
Das ist einfallslos.
Ein bißchen Pressing und wir haben geschwommen.
Hier hätte ein erfahrener Trainer bestimmt was geändert.


Stimmt, betraf aber irgendwie alle, dann zeigt Joe an den Ball die Linie lang zu spielen und läuft und irgendwer spielt dann doch langsam hinten rum, Pressing vorne drauf oft wieder total unkoordiniert, irgendwie als ob sie gar nicht wüssten was sie wann tun sollen.

Zwischendurch sah es aber auch richtig gut aus und man konnte einiges aus dem Training wiedererkennen, zb Ball ins ZM, der lässt klatschen und dann in die Tiefe.

Generell frage ich mich wie man mit dem Kader ein passendes System bauen kann und irgendwie komme ich kaum auf einen grünen Zweig wo ich sagen würde, das passt jetzt und bringt die Stärken raus. Denke dann am ehesten irgendwie in Richtung 3er Kette, weil unsere AV für ne Viererkette zu defensivschwach sind, also gegen den Ball dann Fünferkette. Mit ner Doppelsechs wären das dann schon 7 defensive Spieler, das hat Union gestern aber auch so gehabt und dann konzentrieren sich die drei verbleibenden eben komplett auf die Offensive. Nicht unbedingt schön immer, aber irgendwie würde ich das so versuchen. Als nächsten Schritt könnte man dann je nach Gegner die Doppelsechs bisschen offensiver oder defensiver besetzen.
Spielsystem |#2363
18.10.2025 - 12:39 Uhr
So würde ich gegen Bayern spielen lassen. Und ich erwarte von Polanski, dass er analog zum frankfurt-Spiel wechselt wenn es Unverschämtheiten gibt. Egal ob das 20. oder 60. Minute ist. Fehler ja, die sind immer erlaubt, aber kein Larifari. Stranzl sagte es übrigens in dem Podcast. Ihm würde heute viel zu wenig trainiert wie man eine Box verteidigt, da geht es ständig um Räume, Abstände etc. Aber die Box Verteidigung, der Infight, wie stelle ich mich ideal zum Gegner usw., das würde vernachlässigt.

Da meinte er bestimmt Favre, der hat da jedes Detail im Blick gehabt.
Spielsystem |#2364
18.10.2025 - 12:58 Uhr
Polanski sollte die Wechsel in der Grundordnung lassen und an dem 4231 aus der letzten Saison festhalten. Auch die Viererkette mit Ullrich als LV sollte weiter spielen, damit sie sich mit Diks in der IV finden kann und so vlt. auch wieder an gute Leistungen aus der letzten Saison anknüpfen kann. Scally als Schienenspieler bitte sofort lassen. Neuhaus in der Startaufstellung in den letzten Spielen muss jetzt als misslungenes Experiment beendet werden. Ich denke Rocco auf der 10 kann helfen defensiv das MF zu verdichten und offensiv traue ich ihm schon Kreatives zu. Stöger würde ich hier ins LOM stellen wobei der Platz so schnell wie möglich an Honorat geht, da Stöger grad außer kreatives Potential alles schuldig bleibt. Tabakovic als zentrale Spitze macht das für seine Verhältnisse besser als man es erwarten konnte und grade wenn Kleindienst perspektivisch zurückkehrt sollte das Team im Spiel mit einer zentralen Spitze eingespielt sein. Mit der Rückkehr der verletzten Spieler kann dann offensiv auch durchaus nachgelegt werden und der Kampf um Startelfplätze ist dann offen. Auch wenn es jetzt noch ein paar Spiele nicht zur direkten Wende führt gibt es dem Team denke ich in soweit mehr Stabilität als ein neue Grundordnung mit neuen Abläufen. Man sah auch gestern trotz einiger Hoffnung machender Passagen immer wieder, dass es offensiv oft noch nicht rund läuft, sich die Spieler teilweise auf den Füßen standen und gleichzeitig Anspielstationen fehlten.
Spielsystem |#2365
19.10.2025 - 09:28 Uhr
Guten Morgen miteinander

Ich möchte hier mal ein wenig optimistischer an die Sache ran gehen.
Letzte Saison haben wir aus den letzten 7 Spielen 2 Punkte geholt und trotzdem mit 45 Punkten abgeschlossen, da haben wir jetzt bereits einen Punkt mehr geholt.
Ich will damit sagen das grundsätzlich noch vieles machbar ist.
Und nun zum Thema System.
Das größte Problem das wir haben ist die absolut unterirdische Kaderplanung unserer ehemaligen sportlichen Führung.
Ich bin selbst Trainer und hab bereits seit mehreren Monaten gesagt , das es mit diesem Kader unmöglich ist konstant zu performen.
Das größte Problem liegt darin , daß wenn unsere vermeintlich 1 . Offensive Ausfällt wir ein nahezu komplett anderes System spielen müssen da uns dann einfach diese Spielerprofile nicht mehr zur Verfügung Stehen.
Es fehlt dann einfach an Tempo und spielwitz.
Ich bin gespannt was Polanski mit den Rückkehrern nun bereit ist offensiv zu verändern.
Er wird die Grundaufstellung wieder anpassen müssen, dies benötigt wieder eine gewisse Anpassung aller Mannschaftsteile.

Wenn man sich die Profile Anschaut müssten wir eigentlich , wenn alle fit sind ein 4-3-3 Spielen.
Hier mal meine erste Elf bis Hack und Kleindienst wieder fit sind.
für die Bank wären dann folgende Spieler ,um Profilgetreu wechseln zu können, ein Thema

Ullrich- Netz
Fraulo- scally
Sander- Engelhardt
Stöger- reitz
Neuhaus- castrop
Maschino- tabakowitsch
Herrmann- Honorat
Moya- Reyna
Friedrich- Diks
Chiarodia- Elvedi
Omlin- Nicolas

So bekommst du auch mal Ordnung in den Kader und schaffst eine Grund Struktur.
Dieses Ständige Hin und her schieben und wechseln hilft dieser Truppe derzeit null komma null .
Die Abläufe bzw. Räume und Abstände sollten egal wer auf dem Feld steht erstmal die selben sein.
Das war damals Favres Stärke als er von Frontzek übernommen hatte.
Eine Grundsätzliche Grundordnung gepaart mit einer gemeinsamen Grundsätzlichen Spielidee.

Dann bin ich mir Sicher das wir wieder da rauskommen.
Derzeit wirkt alles etwas schwammig und null konzeptionell.
Ich habe das Gefühl es werden Grundordnungen gesucht um gewisse Spieler irgendwie doch auf dem Platz zu haben.
Spielsystem |#2366
19.10.2025 - 10:08 Uhr
Zitat von dahoud8
Guten Morgen miteinander

Ich möchte hier mal ein wenig optimistischer an die Sache ran gehen.
Letzte Saison haben wir aus den letzten 7 Spielen 2 Punkte geholt und trotzdem mit 45 Punkten abgeschlossen, da haben wir jetzt bereits einen Punkt mehr geholt.
Ich will damit sagen das grundsätzlich noch vieles machbar ist.
Und nun zum Thema System.
Das größte Problem das wir haben ist die absolut unterirdische Kaderplanung unserer ehemaligen sportlichen Führung.
Ich bin selbst Trainer und hab bereits seit mehreren Monaten gesagt , das es mit diesem Kader unmöglich ist konstant zu performen.
Das größte Problem liegt darin , daß wenn unsere vermeintlich 1 . Offensive Ausfällt wir ein nahezu komplett anderes System spielen müssen da uns dann einfach diese Spielerprofile nicht mehr zur Verfügung Stehen.
Es fehlt dann einfach an Tempo und spielwitz.
Ich bin gespannt was Polanski mit den Rückkehrern nun bereit ist offensiv zu verändern.
Er wird die Grundaufstellung wieder anpassen müssen, dies benötigt wieder eine gewisse Anpassung aller Mannschaftsteile.

Wenn man sich die Profile Anschaut müssten wir eigentlich , wenn alle fit sind ein 4-3-3 Spielen.
Hier mal meine erste Elf bis Hack und Kleindienst wieder fit sind.
für die Bank wären dann folgende Spieler ,um Profilgetreu wechseln zu können, ein Thema

Ullrich- Netz
Fraulo- scally
Sander- Engelhardt
Stöger- reitz
Neuhaus- castrop
Maschino- tabakowitsch
Herrmann- Honorat
Moya- Reyna
Friedrich- Diks
Chiarodia- Elvedi
Omlin- Nicolas

So bekommst du auch mal Ordnung in den Kader und schaffst eine Grund Struktur.
Dieses Ständige Hin und her schieben und wechseln hilft dieser Truppe derzeit null komma null .
Die Abläufe bzw. Räume und Abstände sollten egal wer auf dem Feld steht erstmal die selben sein.
Das war damals Favres Stärke als er von Frontzek übernommen hatte.
Eine Grundsätzliche Grundordnung gepaart mit einer gemeinsamen Grundsätzlichen Spielidee.

Dann bin ich mir Sicher das wir wieder da rauskommen.
Derzeit wirkt alles etwas schwammig und null konzeptionell.
Ich habe das Gefühl es werden Grundordnungen gesucht um gewisse Spieler irgendwie doch auf dem Platz zu haben.


Yep - so könnte es gehen.
Bin voll bei dir, dass wir eine vernünftige Grundordnung brauchen und die Spieler nach ihren Stärken einsetzen.
Das 4-3-3 oder auch das 4-2-3-1, welches sich nur unwesentlich unterscheidet, ist wahrscheinlich mit unserem extrem zentrumslastigen Kader noch das beste System, weil wir damit gleich 3 zentrale Mittelfeldspieler aufbieten können, die ja nun reichlich vorhanden sind. Und da ist ein Swider in deiner Auflistung nicht mal dabei ...

Ob dann nun ein Engelhardt oder Sander auf der 6 spielen oder ein Castrop oder Neuhaus auf der 8 sind womöglich nur Nuancen und Gegner und Tagesform abhängig.

Bei der Masse an 10er, die wir zur Verfügung haben, ist natürlich auch die Doppel6 mit einem 10er davor ähnlich denkbar.

Wichtig ist halt - wie ich oben schon erwähnte - dass die Spieler auf ihren stärksten Positionen zum Einsatz kommen.
So gut und polyvalent zB ein Castrop auch ist, seine Stärken sehe ich vorrangig auf der 8, ggf. auch der "offensivere" Part auf der Doppel6, aber nicht so sehr auf der Schiene. Er ist von seiner Ausbildung und von seiner Art Fußball zu spielen, ein Spieler, der über die Defensive kommt, als Antreiber und Zweikämpfer zugleich.


Klar - ein Reyna muss vorläufig auf die Außen weichen, solange ein Hack nicht zur Verfügung steht. Mohya als derzeitige Alternative dort macht Sinn, auch wenn er das Potential für die 10 mitbringt.

Bin gespannt, wie Polanski gegen Bayern spielen lässt - deine obige Aufstellung finde ich da schon nicht schlecht, wobei auf den Außenverteidiger Positionen ich derzeit Ullrich und Fraulo vorziehen würde, und wahrscheinlich auch Sander für Engelhardt, weil Sander mehr Führung auf dem Platz übernimmt.

Aber wahrscheinlich kommt es wieder so ähnlich wie zuletzt 🤷‍♂️
Spielsystem |#2367
28.10.2025 - 00:51 Uhr
Zitat von Doktor_Dree


Nein. Und ja.

Kiel 2024/25:

Platz 5 Laufdistanz
Platz 3 Sprints
Platz 3 intensive Läufe

Bochum 2024/25:

Platz 18 Laufdistanz
Platz 12 Sprints
Platz 18 intensive Läufe


Also ausgerechnet bei Bochum, die man eher als Kämpfer- und Rennertruppe eingestuft hätte, korrelieren Tabellenplatz und Laufleistung. Bei Kiel, die über weite Teile der Saison eher versucht haben, attraktiv zu spielen, passt es hingegen gar nicht. Die Kieler waren sogar die einzige BuLi-Mannschaft, die es in allen drei "Disziplinen" in die Top 5 schafften. Und auch die einzigen mit zwei Top-3-Plätzen. Kiel war also unterm Strich die laufbeste Mannschaft 2024/25.

Auf der anderen Seite kann es auch wiederum gut passen: Bochum stand halt nur hinten drin, wo willst du da groß hinlaufen (siehe unser Heimspiel gegen Freiburg im 4:4:2), während die Kieler ständig ihren Ballverlusten nachlaufen mussten grins

Kurzum: Das sagt am Ende immer noch nicht _alles_ aus. Damals gab es das so noch nicht, aber ich tippe mal, dass wir zu Beginn unter Favre auch keine Kilometerrekorde im tiefen 4:4:2 aufgestellt haben. Was nicht bedeutet, dass ich den einen oder anderen intensiven Lauf mehr gerade nicht begrüßen würde.

Ich ziehe die Diskussion mal hier rüber, da es aus meiner Sicht eher eine Grundsatzfrage zum Spielstil ist.

Ich habe mal ChatGPT dazu gefragt, die Studienlage dazu auszuwerten, inwiefern die Laufleistung innerhalb eines Spiels darüber Aufschluss gibt, wer dieses Spiel am Ende gewinnt.

Saisonstatistiken zu diesem Thema kannst du vergessen, da es natürlich auch sehr darauf ankommt, wie der Spielstil einer Mannschaft ist. Wenn du viel hinten drin stehst, oder wenn du sehr dominant spielst und den Gegner nur um den Strafraum einschnürst, wirst du logischerweise weniger in einer Saison laufen, als wenn du einen sehr transitionalen Spielstil hast. Sonst müsste der Meister ja tendenziell immer unter den Top-5 sein und die Absteiger immer unter den Flop-5. Aber so ist es ja auch nicht. Das hat mein Vorredner ja schon schön anhand von Kiel und Bochum gezeigt.

Innerhalb eines Spiels macht das rein konzeptionell schon mehr Sinn, da sich dann die Effekte der Spielstile weitestgehend aufheben müssten. Wenn eine Mannschaft viel hinten drin steht, wird die andere Mannschaft tendenziell auch eher „drum herum“ stehen.

Turns out:
- Die reine Laufleistung in Kilometern gibt überhaupt gar keinen Aufschluss darüber, wer am Ende das Spiel gewinnt. Da gab es bei einer Studie über 7.855 Spiele in 31 Ligen keine Korrelation dazu, wer am Ende das Spiel gewinnt. Da kann leider auch eine anekdotische Evidenz unserer bisherigen 8 Saisonspiele wenig entgegensetzen.
- Sprints zeigen eine sehr kleine Korrelation von r² ≈ 0,08 dazu, am Ende das Spiel gewinnt. Das ist aber erstens wirklich eine sehr schwache statistische Korrelation und zweitens wurde diese von den Autoren auch direkt im Paper eingeordnet mit der Begründung: Führende Teams kontern häufiger, was ihre Sprintmeter erhöht. Das ist also laut der Interpretation eher eine Folge des Spielstands (und des Sieges) als eine Ursache für den Sieg.

Dazu kommt: du müsstest Spieler natürlich auch erstmal dazu befähigen, diese Sprints zu machen. Ich denke mal kein Bundesligaspieler lässt in einem Spiel mal eben so 10 Sprints im Tank, nur weil er sich heute mal nicht so nach Sprinten fühlt. Es wird ja auch nicht bei allen Mannschaften außerhalb der Top-5 der Statistik ein Einstellungs-Problem geben. Und dann ist die Frage, nutze ich die begrenzte Trainingszeit dazu, aufgrund einer Korrelation von r² ≈ 0,08, dass die Spieler mehr sprinten. Oder nutze ich, gerade bei einem recht frischen Trainer, die Trainingszeit lieber dazu, Abläufe einzustudieren, damit die Spieler genauer wissen, wo sie wann überhaupt hinzulaufen und hinzuspielen haben, damit die Läufe, die man macht, auch mit Sinn und Verstand aufeinander abgestimmt sind.

Es sagt sich immer so leicht, dass „die Millionäre einfach mal mehr laufen sollen“. Wenn man regelmäßig 10 km weniger läuft als der Gegner und permanent verliert, darf man sich natürlich auch mal fragen, ob das nicht wirklich ein Faktor ist. Und sicherlich mag es auch Mannschaften oder Saisonphasen geben, in denen das tatsächlich mal ursächlich für die Probleme ist, das mag ich nicht ausschließen. Aber im Schnitt gewinnst zu statistisch in der Bundesliga auf diesem Niveau kein Spiel mehr, nur weil du mehr läufst. Dafür entscheiden auf diesem Niveau ganz andere Faktoren.
Spielsystem |#2368
28.10.2025 - 10:33 Uhr
Zitat von YungUllrich98
Zitat von Doktor_Dree



Nein. Und ja.

Kiel 2024/25:

Platz 5 Laufdistanz
Platz 3 Sprints
Platz 3 intensive Läufe

Bochum 2024/25:

Platz 18 Laufdistanz
Platz 12 Sprints
Platz 18 intensive Läufe


Also ausgerechnet bei Bochum, die man eher als Kämpfer- und Rennertruppe eingestuft hätte, korrelieren Tabellenplatz und Laufleistung. Bei Kiel, die über weite Teile der Saison eher versucht haben, attraktiv zu spielen, passt es hingegen gar nicht. Die Kieler waren sogar die einzige BuLi-Mannschaft, die es in allen drei "Disziplinen" in die Top 5 schafften. Und auch die einzigen mit zwei Top-3-Plätzen. Kiel war also unterm Strich die laufbeste Mannschaft 2024/25.

Auf der anderen Seite kann es auch wiederum gut passen: Bochum stand halt nur hinten drin, wo willst du da groß hinlaufen (siehe unser Heimspiel gegen Freiburg im 4:4:2), während die Kieler ständig ihren Ballverlusten nachlaufen mussten grins

Kurzum: Das sagt am Ende immer noch nicht _alles_ aus. Damals gab es das so noch nicht, aber ich tippe mal, dass wir zu Beginn unter Favre auch keine Kilometerrekorde im tiefen 4:4:2 aufgestellt haben. Was nicht bedeutet, dass ich den einen oder anderen intensiven Lauf mehr gerade nicht begrüßen würde.

Ich ziehe die Diskussion mal hier rüber, da es aus meiner Sicht eher eine Grundsatzfrage zum Spielstil ist.

Ich habe mal ChatGPT dazu gefragt, die Studienlage dazu auszuwerten, inwiefern die Laufleistung innerhalb eines Spiels darüber Aufschluss gibt, wer dieses Spiel am Ende gewinnt.

Saisonstatistiken zu diesem Thema kannst du vergessen, da es natürlich auch sehr darauf ankommt, wie der Spielstil einer Mannschaft ist. Wenn du viel hinten drin stehst, oder wenn du sehr dominant spielst und den Gegner nur um den Strafraum einschnürst, wirst du logischerweise weniger in einer Saison laufen, als wenn du einen sehr transitionalen Spielstil hast. Sonst müsste der Meister ja tendenziell immer unter den Top-5 sein und die Absteiger immer unter den Flop-5. Aber so ist es ja auch nicht. Das hat mein Vorredner ja schon schön anhand von Kiel und Bochum gezeigt.

Innerhalb eines Spiels macht das rein konzeptionell schon mehr Sinn, da sich dann die Effekte der Spielstile weitestgehend aufheben müssten. Wenn eine Mannschaft viel hinten drin steht, wird die andere Mannschaft tendenziell auch eher „drum herum“ stehen.

Turns out:
- Die reine Laufleistung in Kilometern gibt überhaupt gar keinen Aufschluss darüber, wer am Ende das Spiel gewinnt. Da gab es bei einer Studie über 7.855 Spiele in 31 Ligen keine Korrelation dazu, wer am Ende das Spiel gewinnt. Da kann leider auch eine anekdotische Evidenz unserer bisherigen 8 Saisonspiele wenig entgegensetzen.
- Sprints zeigen eine sehr kleine Korrelation von r² ≈ 0,08 dazu, am Ende das Spiel gewinnt. Das ist aber erstens wirklich eine sehr schwache statistische Korrelation und zweitens wurde diese von den Autoren auch direkt im Paper eingeordnet mit der Begründung: Führende Teams kontern häufiger, was ihre Sprintmeter erhöht. Das ist also laut der Interpretation eher eine Folge des Spielstands (und des Sieges) als eine Ursache für den Sieg.

Dazu kommt: du müsstest Spieler natürlich auch erstmal dazu befähigen, diese Sprints zu machen. Ich denke mal kein Bundesligaspieler lässt in einem Spiel mal eben so 10 Sprints im Tank, nur weil er sich heute mal nicht so nach Sprinten fühlt. Es wird ja auch nicht bei allen Mannschaften außerhalb der Top-5 der Statistik ein Einstellungs-Problem geben. Und dann ist die Frage, nutze ich die begrenzte Trainingszeit dazu, aufgrund einer Korrelation von r² ≈ 0,08, dass die Spieler mehr sprinten. Oder nutze ich, gerade bei einem recht frischen Trainer, die Trainingszeit lieber dazu, Abläufe einzustudieren, damit die Spieler genauer wissen, wo sie wann überhaupt hinzulaufen und hinzuspielen haben, damit die Läufe, die man macht, auch mit Sinn und Verstand aufeinander abgestimmt sind.

Es sagt sich immer so leicht, dass „die Millionäre einfach mal mehr laufen sollen“. Wenn man regelmäßig 10 km weniger läuft als der Gegner und permanent verliert, darf man sich natürlich auch mal fragen, ob das nicht wirklich ein Faktor ist. Und sicherlich mag es auch Mannschaften oder Saisonphasen geben, in denen das tatsächlich mal ursächlich für die Probleme ist, das mag ich nicht ausschließen. Aber im Schnitt gewinnst zu statistisch in der Bundesliga auf diesem Niveau kein Spiel mehr, nur weil du mehr läufst. Dafür entscheiden auf diesem Niveau ganz andere Faktoren.


Traue keiner Statistik die Du nicht selbst gefälscht hast. Oder in diesem Fall: Traue keiner KI die Du nicht selbst gefüttert hast. 😀

In meinem Fall habe ich perplexity mit folgender Frage gefüttert:

gibt es eine korrelation zwischen gesamter laufdistanz des teams und der anzahl der punkte in der tabelle (Fussball Bundesliga)

Hier das Fazit:

Zusammenfassend besteht eine signifikante, aber nicht alleinige Korrelation: Teams, die mehr laufen, insbesondere in Ballbesitz und im richtigen Kontext, gewinnen tendenziell mehr Punkte. Für ganz oben in der Tabelle braucht es aber zusätzlich technische Qualität und Effizienz im Spiel.

Besonders Interessanter Punkt:

Jede 100 Meter, die ein Team mehr rennt als der Gegner, erhöhen die Siegchance um etwa 3 % (bei einem Underdog gegen einen Favoriten sogar noch mehr)

Hier der gesamte Text:

https://www.perplexity.ai/search/gibt-es-eine-korrelation-zwisc-_NNKu2TBSuqNxqL0UafF2A#0

Es darf sich also weiterhin jeder seine eigene Meinung (mit oder ohne KI Hilfe) bilden 😄

•     •     •

Die Welt ist nicht nur schwarz-weiß, sie ist auch grün!
Spielsystem |#2369
28.10.2025 - 11:01 Uhr
Nachtrag zum Thema KI:

"KI erfindet jede dritte Antwort"

https://www.tagesschau.de/wissen/technologie/kuenstliche-intelligenz-fakten-100.html

•     •     •

Die Welt ist nicht nur schwarz-weiß, sie ist auch grün!
Spielsystem |#2370
28.10.2025 - 11:15 Uhr
Zitat von Mikelangelo

Zitat von YungUllrich98

Zitat von Doktor_Dree



Nein. Und ja.

Kiel 2024/25:

Platz 5 Laufdistanz
Platz 3 Sprints
Platz 3 intensive Läufe

Bochum 2024/25:

Platz 18 Laufdistanz
Platz 12 Sprints
Platz 18 intensive Läufe


Also ausgerechnet bei Bochum, die man eher als Kämpfer- und Rennertruppe eingestuft hätte, korrelieren Tabellenplatz und Laufleistung. Bei Kiel, die über weite Teile der Saison eher versucht haben, attraktiv zu spielen, passt es hingegen gar nicht. Die Kieler waren sogar die einzige BuLi-Mannschaft, die es in allen drei "Disziplinen" in die Top 5 schafften. Und auch die einzigen mit zwei Top-3-Plätzen. Kiel war also unterm Strich die laufbeste Mannschaft 2024/25.

Auf der anderen Seite kann es auch wiederum gut passen: Bochum stand halt nur hinten drin, wo willst du da groß hinlaufen (siehe unser Heimspiel gegen Freiburg im 4:4:2), während die Kieler ständig ihren Ballverlusten nachlaufen mussten grins

Kurzum: Das sagt am Ende immer noch nicht _alles_ aus. Damals gab es das so noch nicht, aber ich tippe mal, dass wir zu Beginn unter Favre auch keine Kilometerrekorde im tiefen 4:4:2 aufgestellt haben. Was nicht bedeutet, dass ich den einen oder anderen intensiven Lauf mehr gerade nicht begrüßen würde.

Ich ziehe die Diskussion mal hier rüber, da es aus meiner Sicht eher eine Grundsatzfrage zum Spielstil ist.

Ich habe mal ChatGPT dazu gefragt, die Studienlage dazu auszuwerten, inwiefern die Laufleistung innerhalb eines Spiels darüber Aufschluss gibt, wer dieses Spiel am Ende gewinnt.

Saisonstatistiken zu diesem Thema kannst du vergessen, da es natürlich auch sehr darauf ankommt, wie der Spielstil einer Mannschaft ist. Wenn du viel hinten drin stehst, oder wenn du sehr dominant spielst und den Gegner nur um den Strafraum einschnürst, wirst du logischerweise weniger in einer Saison laufen, als wenn du einen sehr transitionalen Spielstil hast. Sonst müsste der Meister ja tendenziell immer unter den Top-5 sein und die Absteiger immer unter den Flop-5. Aber so ist es ja auch nicht. Das hat mein Vorredner ja schon schön anhand von Kiel und Bochum gezeigt.

Innerhalb eines Spiels macht das rein konzeptionell schon mehr Sinn, da sich dann die Effekte der Spielstile weitestgehend aufheben müssten. Wenn eine Mannschaft viel hinten drin steht, wird die andere Mannschaft tendenziell auch eher „drum herum“ stehen.

Turns out:
- Die reine Laufleistung in Kilometern gibt überhaupt gar keinen Aufschluss darüber, wer am Ende das Spiel gewinnt. Da gab es bei einer Studie über 7.855 Spiele in 31 Ligen keine Korrelation dazu, wer am Ende das Spiel gewinnt. Da kann leider auch eine anekdotische Evidenz unserer bisherigen 8 Saisonspiele wenig entgegensetzen.
- Sprints zeigen eine sehr kleine Korrelation von r² ≈ 0,08 dazu, am Ende das Spiel gewinnt. Das ist aber erstens wirklich eine sehr schwache statistische Korrelation und zweitens wurde diese von den Autoren auch direkt im Paper eingeordnet mit der Begründung: Führende Teams kontern häufiger, was ihre Sprintmeter erhöht. Das ist also laut der Interpretation eher eine Folge des Spielstands (und des Sieges) als eine Ursache für den Sieg.

Dazu kommt: du müsstest Spieler natürlich auch erstmal dazu befähigen, diese Sprints zu machen. Ich denke mal kein Bundesligaspieler lässt in einem Spiel mal eben so 10 Sprints im Tank, nur weil er sich heute mal nicht so nach Sprinten fühlt. Es wird ja auch nicht bei allen Mannschaften außerhalb der Top-5 der Statistik ein Einstellungs-Problem geben. Und dann ist die Frage, nutze ich die begrenzte Trainingszeit dazu, aufgrund einer Korrelation von r² ≈ 0,08, dass die Spieler mehr sprinten. Oder nutze ich, gerade bei einem recht frischen Trainer, die Trainingszeit lieber dazu, Abläufe einzustudieren, damit die Spieler genauer wissen, wo sie wann überhaupt hinzulaufen und hinzuspielen haben, damit die Läufe, die man macht, auch mit Sinn und Verstand aufeinander abgestimmt sind.

Es sagt sich immer so leicht, dass „die Millionäre einfach mal mehr laufen sollen“. Wenn man regelmäßig 10 km weniger läuft als der Gegner und permanent verliert, darf man sich natürlich auch mal fragen, ob das nicht wirklich ein Faktor ist. Und sicherlich mag es auch Mannschaften oder Saisonphasen geben, in denen das tatsächlich mal ursächlich für die Probleme ist, das mag ich nicht ausschließen. Aber im Schnitt gewinnst zu statistisch in der Bundesliga auf diesem Niveau kein Spiel mehr, nur weil du mehr läufst. Dafür entscheiden auf diesem Niveau ganz andere Faktoren.




Besonders Interessanter Punkt:

Jede 100 Meter, die ein Team mehr rennt als der Gegner, erhöhen die Siegchance um etwa 3 % (bei einem Underdog gegen einen Favoriten sogar noch mehr)




Also diesen Punkt halte ich doch für sehr sehr gewagt. Das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass ein Team, welches 3-4Km mehr läuft, als der Gegner, das Spiel automatisch gewinnen müsste.
Nehmen wir als Beispiel mal das Sonntagspiel Leverkusen-Freiburg, da liefen die Freiburger knapp 4Km mehr als Leverkusen, verloren aber recht klar mit 2:0 und waren, auch was die XGoals und Abschlüsse angeht mit 0,7:1,7 bzw. 10:19 hinten.
Auch wenn man wirklich nur die relative Anzahl Sprints zugrunde legt, stehen in der entsprechenden Tabelle mit Maniz, Pauli und Wolfsburg, Teams im 1/3, bei denen sich das nicht in der Tabelle widerspiegelt, Leverkusen steht dagegen auf einem Abstiegsplatz beim ''Sprinten'' in der Liga aber auf Rang 5.

Natürlich bringen dir (sinnvoll) gelaufene Km wahrscheinlich eine höhere Siegchance. Das diese aber in diesem Verhältnis steigt, wie deine KI dies ausgespuckt hat, glaube ich eher nicht.

Auch dass sich bei Underdogs die Siegwahrscheinlichkeit schneller erhöht, als bei guten Teams, erschließt sich mir irgendwie nicht.
Das würde ja in der Praxis bedeuten, dass es (nur um mal einen Namen zu nennen) sich für Pauli mehr lohnen würde, gegen Bayern mehr zu laufen, als für Dortmund. So hätte sich die Siegwahrscheinlichkeit beim BVB nach einem Km um 30% erhöht und bei Pauli um 40. Und das obwohl man Qualitativ ja eigentlich schlechter ist.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von chrissi1989 am 28.10.2025 um 11:20 Uhr bearbeitet
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