Interview mit Denny Herzig
Denny Herzig hat in seiner jungen Karriere Einiges erlebt. Darüber sprach er mit Sven Bauer (Lapdog).
Transfermarkt.de: Herr Herzig, Sie sind 2001 von der Jugend des FC Carl Zeiss Jena zu den Milton Keynes Dons FC gewechselt. Warum?
Denny Herzig: Ich habe von 1996 -2001 bei FC Carl Zeiss Jena gespielt und dort nahezu alle Jugendmannschaften durchlaufen. Jedoch wurden uns dann Verträge angeboten, die nicht unbedingt im Sinne der Spieler waren, sondern mehr oder weniger nur Pflichten beinhalteten und uns beim Erreichen des Profikaders das Geld, was sehr wenig gewesen wäre, hätten wir voll zurückzahlen müssen (Also mehr oder weniger war das Geld, was wir von diesen Verträgen verdient hätten, nur wie geliehen, um so die Internatskosten zu decken). Da wie schon angesprochen die Internatskosten und die ständigen damit verbundenen Fahrtkosten immer mehr wurden, habe ich mich dann mit meinen Eltern und meinem Bruder entschieden, einen anderen Weg zu gehen. Damals hatte ich auch einen Bericht in einem Sportmagazin über deutsche Spieler im Ausland gelesen und so bin ich zusammen mit meinem Bruder auf England aufmerksam geworden. Da wir aber damals beide auf dem Sportgymnasium in Jena waren und ja wenn überhaupt nur mit Schulabschluss nach England gehen wollten, hatten wir uns kurzfristig für den Abschluss auf der Realschule eingeschrieben. In der Zeit sind wir meist zwischen England Probetraining und Deutschland unserem Mannschaftstraining hin und her geflogen, allerdings war das Negative daran, dass unser Verein (noch Jena) nichts davon mitbekommen durfte, also brauchten wir immer gleichzeitig eine Ausrede (Essensvergiftung oder Grippe etc.), nur um wieder nach England zu fliegen und nach Vereinen dort zu schauen. Wir haben uns damals allerdings auch in Deutschland umgesehen und hätten dort Einiges wahrnehmen können, jedoch war uns schnell klar, wenn, dann nur nach England und nach einigen Anläufen sind wir dann beide bei Wimbledon FC (heute MK Dons) gelandet.
Transfermarkt.de: Wie war Ihre Zeit in England, wo Sie knapp 3,5 Jahre verbracht haben?
Denny Herzig: Da ich damals erst 16 war, ist es sicherlich nicht immer einfach gewesen. Und die Sprache zu erlernen, um Anschluss zu finden, ist ja auch nicht unbedingt leicht, aber nach zirka einem Jahr, wenn man das Leben und die Mentalität der Engländer versteht, ist es mindestens so heimisch wie hier. In diesem Eingewöhnungsjahr muss man sich halt durchbeißen und versuchen, den englischen Fußball anzunehmen, der sicherlich viel robuster, schneller, geradliniger und schnörkelloser ist wie der deutsche Fußball. Die ganzen Emotionen, die auf der Insel in das Spiel von Spielern und Fans eingebracht werden, haben mich immer sehr bewegt, denn wenn du manchmal am Wochenende die Leute auf den Straßen beobachtet hast, konntest du sagen, ob ihr Team gewonnen oder verloren hat - so sehr waren Einige von ihrem Verein (oder ihrer Religion) abhängig.
Meine persönliche Meinung ist, dass wenn du in einem jungen Alter ins Ausland wechselst, der eigene Wille eine sehr große Rolle spielt.
Transfermarkt.de: 2004 erfolgte der Schritt zurück nach Deutschland. Warum?
Denny Herzig: Bin dann 2004 zurück nach Deutschland gekehrt, weil ich einige Probleme mit meinem damaligen Trainer hatte und ich auch nicht bei einem Berater in England war, der mir hätte das Fußballspielen auf der Insel weiter ermöglichen können. Und auch sicherlich war der Weg in Deutschland, etwas zu finden, realer, als wenn ich es wieder auf eigene Faust in England probiert hätte.
Transfermarkt.de: Ausgerechnet Burghausen, mag man sich gedacht haben. Warum entschieden Sie sich für Wacker?
Denny Herzig: Bin dann über einen meiner besten Kumpel, der auch Fußball spielt, an einen sehr guten Spielerberater in Deutschland gelangt, der mir wieder zusammen mit meinem Bruder die Station Wacker Burghausen empfohlen hat. Also hatten wir uns das kurz angeschaut und waren beide der Meinung, dass dies ein guter Verein war, wo man sich in Ruhe weiterentwickeln konnte und wo auch ein super Umfeld für uns sei.
Transfermarkt.de: Bis zum Jahre 2006 verlief die Karriere nahezu identisch zu der Ihres Bruders Nico, der mittlerweile in der 2. Bundesliga für Alemannia Aachen spielt. Warum wechselten Sie alleine nach Elversberg?
Denny Herzig: Für mein Bruder verliefen beide Jahre dort blendend, ich allerdings war immer von Verletzungen geplagt, wo ich dann auch mehr oder weniger das komplette 2. Jahr in Burghausen in der Reha verbrachte.
Dadurch musste ich versuchen, wieder Fuß auf dem Rasen zu fassen und nach langer Verletzungspause war es wichtig, wieder viel auf dem Platz zu stehen und Fußball zu spielen. Deshalb hab ich mich dann, wo der Trainer Brent Goulet hier mit meiner Leistung einverstanden war, für Elversberg entschieden.
Transfermarkt.de: Ist es schwer für Sie, ab und an mit Ihrem Bruder verglichen zu werden oder sind Sie sich sicher, in Bälde eine ähnlich erfolgreiche Fußballkarriere zu starten?
Denny Herzig: Auf Ihre Frage, ob es schwer ist, ständig mit meinem Bruder verglichen zu werden, kann ich nur sagen, dass ich ihm den Erfolg von ganzem Herzen gönne. Denn wenn es auch mal nicht so bei ihm läuft und er immer absolut alles für seinen Verein gibt und er ,so finde ich, auf jeden Fall einer der besten Verteidiger der 2. Liga ist. Und wenn man mit so jemanden verglichen wird, ist das ja nicht gerade das Schlimmste, was es gibt!
Transfermarkt.de: Mit 22 haben Sie noch viele Jahre zu spielen. Was sind Ihre Ziele?
Denny Herzig: Mein persönlichen Ziele sind, denke ich mal, die eines jeden Fußballers - so hoch wie möglich hinaus. Da wäre es sicherlich schön, wenn meine Karriere ähnlich wie die meines Bruders verläuft.
Transfermarkt.de: Der SV Elversberg ist relativ verhalten in die neue Saison gestartet, die mit einer 0:4-Klatsche in Reutlingen gipfelte. Wie geht es nun weiter?
Denny Herzig: Hoffe nun natürlich, dass wir nach den Schwierigkeiten der letzten Wochen uns endlich gefunden haben und die nötigen Punkte für unser gemeinsames Ziel 3. Liga holen!
Denke, dass unsere Mannschaft auf jeden Fall stark genug dafür ist, auch wenn es dabei mal eine herbere Niederlage zu verzeichnen gibt!
Transfermarkt.de: Ihr Trainer Brent Goulet ist sehr umstritten. Wie äußert sich dies im Team bzw. in seiner Arbeit?
Denny Herzig: Klar, dass es bei der letzteren Negativserie auch mal den Trainer trifft, der zur Debatte steht. Ich allerdings glaube, dass er in seiner positiven Art uns immer wieder versucht aufzubauen und er ja auch wenig dafür kann, wenn wir oft durch dumme Unkonzentriertheiten Spiele verlieren. Kann nur sagen, dass er immer versucht, 100 Prozent zu geben - und wenn wir das auch auf dem Platz zeigen, gibts da keine Bedenken, warum wir unsere Ziele nicht erreichen sollten.
Transfermarkt.de: Wie ist Ihr Privatleben im beschaulichen Elversberg?
Denny Herzig: Da ich, wie oben schon gesagt, mich mit meinem Bruder sehr gut verstehe und drüber hinaus auch noch sehr enge Freunde aus meiner Zeit bei anderen Vereinen habe und hier in Elversberg nicht so viel los ist, bin ich selbst an Wochenenden meist in anderen Städten unterwegs und versuche, viele Freunde zu besuchen und meinen Hobbys wie Snowboard fahren nach zu gehen.
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- Geb./Alter:
- 13.11.1984 (41)
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- Akt. Verein:
- Karriereende
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- Position:
- Innenverteidiger
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